50 Jahre "Blechtrommel" Die Mörder von DanzigSeite 5/5
Schenk fand die Dokumente ihres juristischen Wahns in zahlreichen deutschen Archiven und in Polen. Sein Buch Die Post von Danzig ist die wesentliche Quelle nicht nur dieses Artikels, sondern auch eines Urteils der Dritten Großen Strafkammer des Landgerichts Lübeck, das – auf Betreiben des Rowohlt-Anwalts Hans-Jürgen Groth – am 25. Mai 1998 das Urteil des »Feldkriegsgerichts« in Danzig aufhob. »Die früheren Angeklagten«, heißt es in dem Urteil, »werden freigesprochen« – als lägen sie nicht längst schon unter der Erde, unglückselige Opfer einer Justiz, die ein halbes Jahrhundert benötigte, um endlich Recht zu sprechen.
»Fehler bei der Anwendung materiellen Rechts«, urteilte das Lübecker Gericht, »können einem Gericht ebenso unterlaufen wie Verfahrensfehler. Nachlässigkeiten und Pannen mögen gerade in Kriegszeiten irgendwie zu entschuldigen sein. In ihrer Fülle weisen sie aber erdrückend auf die Absicht des (Danziger) Kriegsgerichts hin, die Verteidiger der Danziger Post um jeden Preis zum Tode zu verurteilen.« Soll heißen: Die juristische Mordabsicht der Herren Bode und Giesecke war offenkundig. Ein halbes Jahrhundert lang hatten deutsche Staatsanwälte und Richter alles getan, um dies zu vertuschen.
Den Nachfahren der Hingerichteten von Danzig hat die Bundesrepublik eine Entschädigung von 275000 Mark gezahlt, pro polnischem Postler also etwa 5000 Mark. Das dürfte der monatlichen Pension des Generalstaatsanwalts und Senatspräsidenten Kurt Bode entsprochen haben. Dem jungen Journalisten, der ihn 1969 interviewte, gestand er damals am Ende des Gesprächs, dass er froh sei, »sein Herz ausgeschüttet« zu haben. Hatte er doch ein schlechtes Gewissen? Wusste er überhaupt, was das ist? Er habe, so sagte er, immer nur Recht gesprochen.
- Datum 14.09.2009 - 10:05 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 10.09.2009 Nr. 38
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vielen dank für diesen wunderbaren, sehr aufschlußreichen artikel! er erleuchtet das fundament der brd und erklärt auch, sonst irrational anmutende, teile der gegenwart.
Auch von mir vielen Dank für die Beschreibung der damaligen Realität. Er ist ein weiterer Beleg für die Kriegsschuld der Nazis. Der Angriff auf die Danziger Post war ein Gipfel terroristischer Irrationalität und sinnloser Zerstörungswut. Feuerwehrleute betätigen sich als Brandstifter - von Goebbels voyeuristisch im Film für die Nachwelt konserviert. Darf es wirklich noch Menschen geben die solche Bilder sehen wollen? Dürfen Filmemacher die perversen Bedürfnisse dieser sadistischen Menschen befriedigen? Nein.
"Darf es wirklich noch Menschen geben die solche Bilder sehen wollen?"
Sehr freundlich von Ihnen festzulegen was für Menschen es geben darf und welche nicht ...
"Darf es wirklich noch Menschen geben die solche Bilder sehen wollen?"
Sehr freundlich von Ihnen festzulegen was für Menschen es geben darf und welche nicht ...
Die Folter-Offiziere von Abu Ghuraib machen immer noch Karriere - die Kritiker und Verweigerer sind längst aus der Army ausgestossen.
Die Stasi-Mittäter sind in Amt und Würden oder bekommen Rente - die Opfer und die Bürgerrechtler sind längst vergessen.
Verurteilungen für die Menschenrechtsverstösse Israels in Gaza ? Fehlanzeige.
Tschetschenien ? Anna Politkowskaja hat ihren Kampf dagegen mit dem Leben bezahlt.
Was sagen wir also unseren Kindern? Wer sich wehrt lebt verkehrt ? Nur Mitläufertum lohnt sich?
"Darf es wirklich noch Menschen geben die solche Bilder sehen wollen?"
Sehr freundlich von Ihnen festzulegen was für Menschen es geben darf und welche nicht ...
Die Ergnisse um den 1. September 1939 in Danzig und an der Westerplatte erschüttern mich immerwieder. Ich bin zwar erst am 13. November 1944 in Danzig-Langfuhr (in der Nähe wohnte Günter Grass) geboren. Aber die Folgen dieser deutschen Verbrechen hatten meine Mutter und ich zu tragen, denn wir mussten Ende Januar 1945 vor der anrückenden russischen Armee flüchten. Gottseidank fanden wir auf der überfüllten WILHELM GUSTLOFF keinen Platz mehr. Erst mit der TANGER konnten wir Gotenhafen (Gdingen) in Richtung Westen verlassen. Ich studiere z. Zt. mit grosser Betroffenheit das ausgezeichnete Buch von Ernst Klee "Das Personenlexikon zum Dritten Reich - Wer war was vor und nach 1945" und fand auch den "Blutrichter" Kurt Bode. Es ist einfach unglaublich, wieviele von "Hitler's Willigen Vollstreckern" nach dem Kriege Karriere gemacht haben. Als Hobby-Historiker befasse ich mich mit dem weltbekannten Judenretter OSKAR SCHINDLER und seiner schwierigen Zeit nach dem Kriege in Argentinien und Deutschland. Immermehr erkenne ich das Wirken dieser "Karrieristen", die dem Judenretter (Vaterlandsverräter) "verdeckt" allergrösste Schwierigkeiten bereiteten. Besonders schlimm war dies in Argentinien, wo die geflüchteten NS-Kriegsverbrecher unter der schützenden Hand des argentinischen Präsidenten PERON ein gegenseitig sehr nützliches Netzwerk (Uki Goni "The Real ODESSA")aufgebaut hatten.
Mit freundlichen Grüssen
Klaus Metzger
HILDESHEIM
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Man muss sich mal vorstellen einen Menschen als Vorgesetzten zu haben, der Hunderte von Todesurteilen vollstrecken liess. Das Leben ihrer Untergebenen ist denen vollkommen gleichgültig. Sie sperren sie stundenlang in Büros ein, beschäftigen sie mit sinnlosen Arbeiten und nerven sie von Zeit zu Zeit mit ihren Launen. Mit solchen Vorgesetzten möchte ich nichts zu tun haben. Es sind genau die, die besseren Arbeitsbedingungen im Wege stehen. Faschismus pur. In abgemilderter Form gibt es das auch heute noch.
Man muss sich mal vorstellen einen Menschen als Vorgesetzten zu haben, der Hunderte von Todesurteilen vollstrecken liess. Das Leben ihrer Untergebenen ist denen vollkommen gleichgültig. Sie sperren sie stundenlang in Büros ein, beschäftigen sie mit sinnlosen Arbeiten und nerven sie von Zeit zu Zeit mit ihren Launen. Mit solchen Vorgesetzten möchte ich nichts zu tun haben. Es sind genau die, die besseren Arbeitsbedingungen im Wege stehen. Faschismus pur. In abgemilderter Form gibt es das auch heute noch.
Da haben sich die Polen aber wenig demokratisch benommen.
Hätten sie auch nur ein Stückchen der Idee der Demokratie inkorporiert gehabt, Danzig wäre 1919 deutsch geblieben, dei Bewohner hätten entschieden, wohin sie sich orientierten.
Was sollte Deutschland nach dem Versallier Vertrag von den Demokratien der Welt noch lernen. Es gab nichts zu lernen, außer wie man den Willen eines Volkes außer Krauft setzt.
Ihren Sarkasmus können Sie sich sparen. Ich habe in keinster Weise festgelegt welche Menschen es geben darf und welche nicht. Wir müssen leider auch mit Sadisten oder Terroristen leben. gut dass es nur wenige davon gibt. Ich hatte lediglich andeuten wollen dass ich mir Filme wie die von Goebbels mit brennenden und explodierenden Gebäuden nicht ansehe. Darauf verzichte ich gerne. Ich schaue mir lieber Talkshows oder Satiresendungen an. Ich finde es lediglich schade und bedauernswert dass es Menschen gibt die sowas sehen wollen - meine Frau gehört auch dazu.
Gruss
Man muss sich mal vorstellen einen Menschen als Vorgesetzten zu haben, der Hunderte von Todesurteilen vollstrecken liess. Das Leben ihrer Untergebenen ist denen vollkommen gleichgültig. Sie sperren sie stundenlang in Büros ein, beschäftigen sie mit sinnlosen Arbeiten und nerven sie von Zeit zu Zeit mit ihren Launen. Mit solchen Vorgesetzten möchte ich nichts zu tun haben. Es sind genau die, die besseren Arbeitsbedingungen im Wege stehen. Faschismus pur. In abgemilderter Form gibt es das auch heute noch.
Ich verstehe ihren Kommentar nicht. Wo ist der Bezug vom ersten Satz zum Rest???
Ich verstehe ihren Kommentar nicht. Wo ist der Bezug vom ersten Satz zum Rest???
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