Medizin Wie das Leben so faltet
Die sogenannte Proteinfaltung in den menschlichen Körperzellen entscheidet über Krankheit, Alter und Tod
© University of Oxford/Getty Images

Das Anthrax-Molekül besteht aus insgesamt sieben miteinander verbundenen Protein-Einheiten,vier davon sind hier in unterschiedlichen Farben dargestellt. Das Computerbild zeigt deutlich ihre Sekundärstrukturen: Aplha-Helices (Spiralen), Beta-Faltblätten (platte Stränge) und Haarnadelstrukturen (Schleifen)
Am Rande Berlins, zwischen Laborgebäuden und zugewucherten Grünflächen, liegt das Café Max. Erich Wanker, Proteinforscher und gebürtiger Kärntner, setzt sich an einen Tisch und sagt zur Bedienung nur ein Wort: »Kännchen«. Er sagt es mit einem gedehnten ä, »Käänchen«, als ob er ein kleines Boot meinte. Der Ober stutzt. »Ein Käänchen!«, wiederholt Wanker ungeduldig. So geht es ein paarmal hin und her, bis sich ein Gast erbarmt und das Wort auf Hochdeutsch wiederholt.
Das Wort »Kännchen« wird im Österreichischen und im Deutschen genau gleich buchstabiert – aber die Aussprache ist grundverschieden. Die Sprachverwirrung ist eine Allegorie auf Wankers Forschungsgebiet. Der Molekularbiologe beschäftigt sich gleichsam mit Eiweiß-Dialekten. Die Proteine, die der Biochemiker untersucht, gleichen in ihrer Zusammensetzung ganz normalen Proteinen; sie enthalten exakt dieselbe Abfolge von Aminosäuren. Dennoch ist ihre Ausprägung verschieden, denn sie sind dreidimensional falsch gefaltet.
Im Café Max des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin kann die kleine sprachliche Dissonanz lediglich zu unfreiwilliger Kaffeeabstinenz führen; auf molekularer Ebene hat die unterschiedliche Ausprägung oft verhängnisvolle Folgen. Auf fehlgefaltete Proteine geht nämlich ein ganzes Spektrum von Erkrankungen zurück; es reicht von häufigen Leiden wie Krebs, Diabetes oder Arterienverkalkung bis hin zu seltenen Stoffwechselkrankheiten.
Die Idee, Krankheiten vor allem als Faltungsunfall zu betrachten, beflügelt zurzeit ebenso die Fantasien der Biowissenschaftler wie jene der Pharmaindustrie. Letztere spekuliert auf neue, gewinnbringende Medikamente, die Bioforscher dagegen hoffen auf ein neues Verständnis der Lebensvorgänge. Knapp ein Jahrzehnt nach der Entschlüsselung des menschlichen Genoms hat sich gezeigt, dass die Hoffnung auf die allumfassende Erklärungskraft der Gene überzogen war. Inzwischen offenbart sich in immer mehr Fällen, dass nicht die Information der Gene, sondern eher die dreidimensionale Faltung der Proteine über Wohl und Wehe im menschlichen Körper bestimmt.
Vor Erich Wanker steht inzwischen ein Kännchen Kaffee. Der Kärntner entspannt sich und beginnt, über sein Arbeitsgebiet zu plaudern: über Eiweiße, die sich falten wie kunstvolle Origami-Figuren; oder über die Ableitung des Wortes »Protein« aus dem griechischen proteios, das so viel bedeutet wie »an erster Stelle stehend«. In den Genen mögen zwar die Baupläne des Lebens stecken, meint Wanker, aber tatsächlich stünden die Proteine an vorderster Front des Lebens selbst.
Denn die verwickelten Eiweißstränge, die sich aus langen Ketten von 20 Aminosäuren zusammensetzen, sind es, die letztlich dafür verantwortlich sind, dass Muskeln angespannt werden oder der Stoffwechsel in Gang bleibt. Schätzungsweise 100.000 verschiedene solcher wirkmächtigen Proteine gibt es im menschlichen Körper.
Damit sie ihre jeweilige Funktion erfüllen können, müssen sie durch allerlei Kniffe und Faltungen in ihre spezielle, dreidimensional verwickelte Form finden. Ver wickelt sich dabei auch nur ein Strang, funktioniert unter Umständen das ganze Protein nicht mehr. Eine falsche Proteinfaltung führt beispielsweise bei Mukoviszidose-Patienten dazu, dass der Schleim ihrer Bronchien zäher als normal ist und Lungen und Bauchspeicheldrüse verstopft.
Was lässt die Proteinfaltung entgleisen?
Mit Proteinen beschäftigte sich Erich Wanker schon vor knapp zwanzig Jahren als Postdoc an der University of California in Los Angeles. Von klinisch relevanter Forschung war der junge Genetiker damals weit entfernt. »Das war beinharte Grundlagenforschung ohne medizinische Anwendung«, erinnert sich Wanker, »ich hatte das Gefühl, das sei ein absteigender Ast.« Dann aber wurde 1993 das Gen für Chorea Huntington, eine erbliche Erkrankung des Nervensystems, gefunden.
Einer der Entdecker war der Österreicher Hans Lehrach, der ein Jahr später Direktor des Max-Planck-Instituts für molekulare Genetik in Berlin wurde. Dort sollte das ganze Spektrum der Lebensvorgänge erforscht werden, vom einzelnen Gen über die Proteinfaltung bis hin zu den Stoffwechselprozessen in einer Zelle. Wanker witterte seine Chance, bewarb sich bei Lehrach als Gruppenleiter und bekam die Stelle.
Vier Jahre später sah er, wie riesige Ansammlungen des Eiweißes Polyglutamin die Nerven im Hirn von Chorea-Huntington-Patienten zerstörten. Fehlgefaltete Proteine ballten sich millionenfach zu unverdaulichen Klumpen. Wie die Stadt Neapel erstickten die Zellen gleichsam an ihrem eigenen Müll. Wenn auf diese Art Nervenzellen zugrunde gehen, so weiß man heute, können – je nach Protein – alle möglichen Krankheiten entstehen: das Parkinson-Syndrom, die Alzheimer-Krankheit, Chorea Huntington und die Amyotrophe Lateralsklerose, die den Astrophysiker Stephen Hawking an den Rollstuhl fesselt. Nun suchen Forscher nach Stoffen, mit deren Hilfe sich die Proteinknäuel wieder auflösen lassen.
Erich Wanker bittet in seinen Maschinenraum. In den Gängen des Labortraktes hängen abstrakte Ölgemälde, die das Thema der verwickelten Fäden künstlerisch variieren. Noch zwei Türen, dann betritt der Besucher einen engen Raum, in dessen Mitte zwei schwarze Monolithe stehen. Hinter Rauchglas spritzen Roboterarme automatisiert Proteine in Dutzende Platten mit Hunderten Vertiefungen. Zwei Eiweiße in jede Vertiefung, und jedes Mal die Frage: Werden die beiden friedvoll miteinander reagieren, oder fallen sie aus dem Raster?
Wanker deutet auf ein Poster mit einem Gewirr aus Punkten und Verbindungslinien. 175 Millionen Protein-Protein-Interaktionen sind in seinem Labor bis Juni dieses Jahres abgelaufen. »Wir suchen nach den Lücken«, sagt er und deutet auf eine freie Stelle im Spinnennetz, »nach den Stellen, wo ein Protein nicht mit den anderen reagiert.« Der Außenseiter könnte ein unnatürlich gefaltetes Protein sein, eines, das nicht mit anderen kooperiert, ein Kandidat für weitere Nachforschungen.
Wer Therapien finden will, muss indes nicht nur im großen Stil nach querlaufenden Proteinen suchen, sondern vor allem eine zentrale Frage beantworten: Was lässt die Proteinfaltung entgleisen? Denn nicht alle Proteinfaltungskrankheiten sind angeboren. »Eigentlich«, sagt Wanker, »haben junge, frische Zellen alle Mechanismen, um mit diesen fehlgefalteten Molekülen umzugehen.« Ausschussware wird von den Proteinfabriken der Zelle normalerweise umgehend ausgesondert.
Außerdem gibt es diverse Aufpasser, sogenannte Chaperone (Englisch für »Anstandsdamen«), die dafür sorgen, dass halb fertige Zwischenstufen sich nicht mit anderen Proteinvorstufen verknäulen, sondern am Ende in die gewünschte Form finden. Und wenn den Zellen zu heiß wird, sie hungern oder nach Sauerstoff ringen, tritt eine Art technisches Zellhilfswerk in Aktion: Spezielle Chaperone, die Hitzeschockproteine (HSP), stellen sicher, dass alle anderen Proteine auch unter Stress immer wieder in die richtige Form finden.
Warum laufen trotz all dieser Schutzmaßnahmen dann doch immer wieder Proteine aus dem Ruder? Warum führen falsche Proteinfaltungen zu todbringenden Krankheiten? Für Antworten auf dieses Paradox empfiehlt Erich Wanker einen Anruf in den USA, bei Rick Morimoto.
Im Test geht es nur um Diabetes - Altern zählt nicht als Krankheit
Der Proteinforscher von der Northwestern University in Evanston, Illinois, ist derzeit einer der führenden Köpfe dieses boomenden Wissenschaftsfeldes. »Wir haben entdeckt, dass die gesamte Maschinerie, die die Proteinqualität und -faltung reguliert, mit den Jahren auseinanderfällt«, erklärt der Molekularbiologe. Gerade hat er nachgewiesen, dass dieser Zerfall schon in der Jugend beginnt. Bei Fadenwürmern jedenfalls.
Ein wenig Stress, etwas Hunger zum Beispiel, hält den Organismus jung. Dauerstress durch falsche Ernährung hingegen sowie das Altern selbst setzen dem Kontrollapparat zu. »Sie sind doch Deutscher«, sagt Morimoto, »dann verstehen sie ein Bild aus der Autoindustrie.« Vor Kurzem habe Daimler Chrysler verkauft. »Jetzt gibt es keine anständige Qualitätskontrolle mehr. Manche Autos haben nun plötzlich drei statt zwei Türen, andere laufen mit nur zwei Rädern vom Band«, scherzt der gebürtige Japaner.
Für Rick Morimoto öffnet der Blick auf beschädigte Proteine eine neue Perspektive auf Krankheiten. »Es gibt in der Medizin die starke Tendenz, Herzkrankheiten, Krebs, neurodegenerative Krankheiten und Diabetes als völlig verschiedene Leiden anzusehen«, sagt er. In Wirklichkeit aber gingen 300 verschiedene Krankheiten auf Proteinschäden und Probleme der Proteinfaltung zurück.
Damit kritisiert Morimoto auch seine genfixierten Kollegen. Die Entschlüsseler des menschlichen Genoms suchten die Antwort auf alle Krankheitsfragen in den Bauplänen des Menschen. Aber der groß angelegte Versuch, Allerweltskrankheiten wie Bluthochdruck oder Arteriosklerose genetisch zu erklären, schlug fehl. Stattdessen versinken die Wissenschaftler seit der vollständigen Entzifferung des menschlichen Genoms 2001 in einem Meer von Daten und müssen hilflos zusehen, wie viele ihrer lieb gewonnenen Dogmen ihre Gültigkeit einbüßen.
Nach und nach verliert die Vorstellung von der DNA als zentralem Lebensmolekül an Strahlkraft. Stattdessen entpuppt sich proteios als gar nicht so lebloses Molekül. Proteine können Informationen weitergeben, auf die Umwelt reagieren, »mutieren« und wie bei Rinderwahn und Alzheimer sich sogar wie infektiöse Erreger vermehren und verbreiten.
»Anstatt immer auf die Qualität des Genoms zu schauen«, sagt Morimoto, »sollte man lieber die Qualität der Reparaturmechanismen für die Proteine beobachten.« Denn erst strauchele die Qualitätskontrolle der Proteine, und dann folge die Instabilität des Erbgutes. »Andersherum kann es nicht sein«, sagt Morimoto, »denn die DNA braucht die Proteine, um sich zu vervielfältigen.«
Sind also gar nicht die Gene, sondern vielmehr die Proteine die entscheidenden Taktgeber des Lebens? Nach ersten euphorischen Meldungen über die Welt der Proteinfaltung um die Jahrtausendwende war es lange Zeit still um das neue Fachgebiet. Jetzt macht die Disziplin in den USA wieder Schlagzeilen – vor allem auf den Business-Seiten der Zeitungen.
Eine Substanz aus grünem Tee kann fehlgefaltete Proteinknäule auflösen
Die größten Summen an Risikokapital streichen zurzeit Startup-Firmen ein, die Substanzen vermarkten, die in die Proteinfaltung eingreifen: Die Firma Proteostasis von Rick Morimoto zum Beispiel (arbeitet an Therapien für Lungenemphysem, Huntington-Krankheit, Diabetes), hat 45 Millionen Dollar erhalten; Link Medicine Corp (Alzheimer, Parkinson), 40 Millionen; Satori Pharmaceuticals (neurodegenerative Erkrankungen), 22 Millionen.
Befeuert wird das Interesse von Forschern und Investoren durch die Tatsache, dass ein und dasselbe Protein in verschiedenen Organen vorkommen kann und deshalb ein Medikament gegen Krebs vielleicht auch gegen Diabetes und Mukoviszidose hilft.
Die Firma Sirtis Pharmaceuticals (die gerade von GlaxoSmithKline für 720 Millionen Dollar gekauft wurde) rekrutiert Probanden für einen klinischen Versuch mit Resveratrol, einer Substanz, die auch in blauen Weintrauben steckt und die indirekt die Produktion der schützenden Chaperone ankurbelt. Damit könnte Resveratrol, so lautet die kühne Hoffnung, vielleicht sogar den Alterungsprozess verlangsamen. Offiziell ist der Test von der Zulassungsbehörde FDA jedoch nur für die Therapie von Diabetes zugelassen – die Behörde erkennt das Altern schließlich nicht als Krankheit an.
Am meisten versprechen sich die Firmen aber von einem neuen Ansatz in der Krebstherapie. Denn zum Tumorwachstum sind sogenannte Hitzeschockproteine unumgänglich. Da Tumoren schnell wuchern, kommt die Blutversorgung nicht hinterher, und die Versorgung der Krebszellen mit Nährstoffen und Sauerstoff ist prekär. Die Krebszellen überleben diesen selbst verursachten Stress nur, indem sie die Produktion von Hitzeschockproteinen ankurbeln. In Tierversuchen konnte die Blockade dieser Proteine das Krebswachstum stoppen. Nun laufen klinische Studien. Man erhofft sich davon neue Therapien gegen Lymphome ebenso wie gegen Haut- oder Brustkrebs.
Das alles klingt vielversprechend und ist doch erst der Anfang. Die Proteinfaltung ist an so vielen Lebensprozessen beteiligt, dass gezielte Eingriffe die Balance des komplexen Netzwerks gefährlich stören könnten. Während zum Beispiel Krebszellen Hitzeschockproteine für ihr Überleben missbrauchen, verhindern ähnliche Hitzeschockproteine im Gehirn, dass sich fehlgefaltete Proteine zu unverdaulichen Eiweißfasern verzwirbeln. Wer also den Krebs bekämpft, provoziert möglicherweise im Gehirn den Tod von Nervenzellen. Morimoto plädiert deshalb für individuell ausbalancierte Interventionen: »Für eine bestimmte Krankheit mag es am besten sein, den Aufbau von Proteinen zu fördern, für eine andere den Abbau.«
Auch Erich Wanker in Berlin glaubt, auf Proteingold gestoßen zu sein. Ein Doktorand fand eine vielversprechende Substanz in grünem Tee. Das Molekül mit dem komplizierten Namen Epigallocatechingallat kann im Reagenzglas und im Tierversuch riesige Knäuel fehlgefalteter Proteine – wie sie bei Chorea Huntington vorkommen – auflösen. Nun würde Wanker gerne eine Firma gründen und damit den Traum von der klinischen Anwendung seiner Entdeckung vorantreiben. Kurz vor dem Ziel aber kam die Finanzkrise dazwischen. »Im Moment ist die Zeit sehr schlecht«, sagt Wanker, »wir suchen noch nach Geldgebern.«
- Datum 11.09.2009 - 18:50 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 10.09.2009 Nr. 38
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Fraglos stehen die Proteine an vorderster Front in allen Zellen.
Doch nur, weil sie es sind, die die ganze Arbeit machen, heisst das
nicht, dass die Gene ploetzlich keine Bedeutung mehr haben.
Immer wieder kann man diese Artikel entdecken, bei denen man den
Eindruck hat, der Schreiber wuerde sich irgendwie freuen, die Rolle
der Gene entweder abzuschwaechen oder gleich, wie in diesem Artikel:
"dass nicht die Information der Gene, sondern eher die dreidimensionale Faltung der Proteine über Wohl und Wehe im menschlichen Körper bestimmt."
Nur: welche Mechanismen entscheiden darueber, wie Proteine gefaltet werden? Es ist wieder mal das Genom (und natuerlich die Art und Weise,
wie es ausgelesen wird, doch auch das wird durch das Genom bestimmt), das darueber entscheidet, welche Proteine wie wann wo bereitstehen, um
andere Proteine zu falten.
Damit verliert das Genom nichts von seiner nahezu unbeschraenkten Bedeutung in der Natur; wir lernen lediglich mehr darueber, welche Mechanismen (Proteinfaltung) das Genom auch noch steuert...
Natürlich sind die Proteine die eigentlich „Handelnden“ in der Zelle. Aber die Sequenz der Proteine ist nun einmal in den Genen festgelegt. Allerdings kann man aus der Sequenz nicht auf die Funktion schließen, denn die ergibt sich aus der dreidimensionalen Struktur des Proteins. Und bislang ist kein Computer und kein Programm in der Lage, zuverlässig aus der Proteinsequenz die dreidimensionale Struktur zu errechnen. Außerdem gibt es Proteine, die verschiedene Strukturen annehmen, wie beispielsweise der im Artikel erwähnte Erreger des „Rinderwahnsinns“. Nur vermehrt sich dieser nicht – wie missverständlich dargestellt – wie ein infektiöser Erreger! Ohne Rinderwahnsinn-Gen gibt es keinen Rinderwahnsinn; das haben Experimente mit Knock-out-Mäusen gezeigt, bei denen das Gen ausgeschaltet wurde: Sie konnten nicht infiziert werden! Beim „Rinderwahnsinn“ gibt es zwei unterschiedliche Formen des Proteins, wobei das krankmachende in der Lage ist, das normale in die krankmachende Struktur zu verwandeln – der genaue Mechanismus ist noch unklar.
Die Gene sind's also nicht, sondern die Proteine! Und von diesen besonders die Chaperone, die die Funktions-Faltung kontrollieren!
Aha.
Und die fallen alle vom Himmel, oder?
Schlussfolgerung:
Es fällt in unserer Holzhammer-Medizin sicher leichter, eine Proteinfaltung zu kontrollieren als das Gen, welches das Protein kodiert, welches die Faltung kontrolliert. Aber deswegen steht doch das Gen am Beginn der Kette.
Die Gene eines jeden Menschen bleiben das ganze Leben über erhalten. Sie sind es, die durch Fortpflanzung weitergegeben werden. Es müssten daher die Gene sein, die über die Proteinfaltung entscheiden.Es bleibt bei der überragenden Bedeutung des Genoms.
Fehlerhafte Proteinfaltung als übergeordneten Pathomechanismus von Erkrankungen zu beschreiben, ist dennoch ein interesannter Gedanke!
Es werden auch – über die Eizelle – Proteine weiter gegeben, denn ohne Proteine können die Gene nicht abgelesen werden! Das nackte Genom ist nur eine Chemikalie, dasselbe gilt für die Proteine!
Nicht die Gene „entscheiden“ über die Proteinfaltung, sondern die Sequenz, also die Abfolge der Nukleotide in der DNS, bzw. der Aminosäuren im Protein, aber häufig im Zusammenspiel mit Helferproteinen (Chaperone).
Was bleibt, ist die Frage, was zuerst war: das Huhn oder das Ei?
... Proteine, die aus identischer Gensequenz entstehen, auch zwangsläufig identisch gefaltet werden oder ob interindividuell Unterschiede bestehen?
Es werden auch – über die Eizelle – Proteine weiter gegeben, denn ohne Proteine können die Gene nicht abgelesen werden! Das nackte Genom ist nur eine Chemikalie, dasselbe gilt für die Proteine!
Nicht die Gene „entscheiden“ über die Proteinfaltung, sondern die Sequenz, also die Abfolge der Nukleotide in der DNS, bzw. der Aminosäuren im Protein, aber häufig im Zusammenspiel mit Helferproteinen (Chaperone).
Was bleibt, ist die Frage, was zuerst war: das Huhn oder das Ei?
... Proteine, die aus identischer Gensequenz entstehen, auch zwangsläufig identisch gefaltet werden oder ob interindividuell Unterschiede bestehen?
Es werden auch – über die Eizelle – Proteine weiter gegeben, denn ohne Proteine können die Gene nicht abgelesen werden! Das nackte Genom ist nur eine Chemikalie, dasselbe gilt für die Proteine!
Nicht die Gene „entscheiden“ über die Proteinfaltung, sondern die Sequenz, also die Abfolge der Nukleotide in der DNS, bzw. der Aminosäuren im Protein, aber häufig im Zusammenspiel mit Helferproteinen (Chaperone).
Was bleibt, ist die Frage, was zuerst war: das Huhn oder das Ei?
... Proteine, die aus identischer Gensequenz entstehen, auch zwangsläufig identisch gefaltet werden oder ob interindividuell Unterschiede bestehen?
Es ist nicht möglich, diesen Artikel in nur 1500 Zeichen zu kommentieren, wenn man dem dargelegten Thema gerecht werden will. Es werden zu viele Ideen präsentiert, die alle für sich genommen sehr interessant sind aber keine davon ohne wissenschaftliche Kontroverse. Die zu starke Vereinfachung ergibt einen völlig falschen Eindruck von den diversen Problemen und Symptomen der erwähnten Krankheiten. Als Allheilmittel werden alle Therapien auf die Korrektur des Proteinfaltens reduziert. Dies wird entweder am Beispiel des Auflösens von amorphen Proteinklumpen in neurogenerativen Erkrankungen beschrieben, die beobachteten toxischen Wirkungen der gelösten Proteine and damit die schützende Wirkung der Klumpen bleiben unerwähnt; oder in Fällen von Krebs wird der schnelle Wachstum nur durch die Eigenschaft von Hitzeschockproteinen erklärt, die korrektes Proteinfalten schützen, andere Wachstumsfaktoren werden übergangen. Erkenntnisse aus der genetischen Forschung werden als Sackgasse verspottet aber die Einbahnstraße Proteinfalten werden als die einzig wirksame Therapy der Zukunft propagiert. Das Ankurbeln der Produktion von Hitzeschockproteinen ist übrigens ursprünglich ein Eingriff von Tumorfaktoren in die genetische Kontrolle, das Proteinfalten ist ein sekundärer Effekt. Ob die Qualitätskontrolle der Proteine strauchelt bevor Instabilität des Erbgutes eintritt ist keineswegs eindeutig und die besprochenen Medikamente wirken zunächst gegen oxidativen Stress noch vor dem Proteinfalten.
Schon wieder müssen wir die gewohnte Bahn der wissenschaftlichen Erkenntnis verlassen.Bisher hatten wir gelernt, daß Proteide (Eiweißkörperchen) durch Veränderung der Aminosäuresequenz zu einem verhängnisvollen Anhäufen von Eiweißstrukturen führen.Die Folge:Ein Gendefekt.Eine Folge von Fehlschaltungen, die auf der Ebene der DNA/DNS erkannt worden war.Sobald die gewundenen Brücken der Doppelhelix, bestehend aus Kohlen-Wasserstoff,Phosphaten und Stickstoffen(CH's,PH's,NH's) und eben die verbundenen Aminosäuren, ins Wanken gerieten, war die Gefahr angezeigt.Adenin,Guanin,Thymin und Cytosin mußten sich identisch reduplizieren (über RNA's), wenn nicht
durch Veränderung der Triplets daraus " krankhafte veränderte Eiweißbausteine" entstehen sollten.Ein Eingriff - Genmanipulation -sollte Abhilfe schaffen.
Jetzt soll das Problem bei der Faltung liegen. Aber wo liegt die Ursache? Was wirkt wie und wo? Sind es doch Gedanken (gleich Energie),
die als noch unbekannte Kräfte auf die Molekülebene wirken.Eine Art morphogentisches Feld, wie der englische Glehrte Rupert Shaldrake vermutet.Betrachtet man so eine Alpha-Helix -Struktur einer Polypeptidkette bzw. eine Beta-Faltblattstruktur, so kann man nur staunen.
Kohlenstoff,Sauerstoff,Sticksoff und Seitenketten bilden einen Atomverbund -halten zusammen und bilden Falten.Liegt wirklich das Geheimnis in der Formgebung?
Hier stimmt ja fast nichts mehr:
1. Die Veränderung der Aminosäuresequenz führt nicht zu einem Gendefekt, sondern ist Folge eines solchen
2. Die DNA besteht aus zwei umeinander gewundene Stränge, die Brücken zwischen diesen Strängen sind planar
3. Das DNS-Rückrat ist mit den Basen Adenin, Thymin, Guanin und Cytosin verbunden, nicht mit Aminosäuren
4. Nicht Adenin usw. müssen sich identische „reduplizieren“, sondern die DNS muss fehlerfrei abgelesen werden. Bei diesem Vorgang (Transkription) entsteht RNS; RNS ist im Gegensatz zur DNS einzelsträngig und wird als Matrize zur Herstellung (Translation) der Proteine genutzt
5. Nicht die Eiweißbausteine (Aminosäuren) sind „krankhaft“ verändert, sondern das Eiweiß (Protein) ist durch den Einbau einer falschen Aminosäure unter Umständen krankmachend verändert.
6. Durch Genmanipulation kann man nicht das fehlerhafte Ablesen der DNS verhindern. Auch einen genetischen „Fehler“ kann man dadurch nicht reparieren, weil er in allen Zellen vorkommt; man müsste alle Zellen manipulieren
7. In der Formgebung liegt kein Geheimnis, sondern eine Unberechenbarkeit. Das liegt an der Vielzahl der Freiheitsgrade der einzelnen chemischen Bindungen eines Proteins. Die „optimalste“ Form hat ein Protein eingenommen, wenn seine chemische Energie am geringsten ist – theoretisch
Hier stimmt ja fast nichts mehr:
1. Die Veränderung der Aminosäuresequenz führt nicht zu einem Gendefekt, sondern ist Folge eines solchen
2. Die DNA besteht aus zwei umeinander gewundene Stränge, die Brücken zwischen diesen Strängen sind planar
3. Das DNS-Rückrat ist mit den Basen Adenin, Thymin, Guanin und Cytosin verbunden, nicht mit Aminosäuren
4. Nicht Adenin usw. müssen sich identische „reduplizieren“, sondern die DNS muss fehlerfrei abgelesen werden. Bei diesem Vorgang (Transkription) entsteht RNS; RNS ist im Gegensatz zur DNS einzelsträngig und wird als Matrize zur Herstellung (Translation) der Proteine genutzt
5. Nicht die Eiweißbausteine (Aminosäuren) sind „krankhaft“ verändert, sondern das Eiweiß (Protein) ist durch den Einbau einer falschen Aminosäure unter Umständen krankmachend verändert.
6. Durch Genmanipulation kann man nicht das fehlerhafte Ablesen der DNS verhindern. Auch einen genetischen „Fehler“ kann man dadurch nicht reparieren, weil er in allen Zellen vorkommt; man müsste alle Zellen manipulieren
7. In der Formgebung liegt kein Geheimnis, sondern eine Unberechenbarkeit. Das liegt an der Vielzahl der Freiheitsgrade der einzelnen chemischen Bindungen eines Proteins. Die „optimalste“ Form hat ein Protein eingenommen, wenn seine chemische Energie am geringsten ist – theoretisch
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