Heizungen, die obendrein Strom produzieren, gelten in puncto Klimaschutz und Energieeffizienz als besonders pfiffig. In der Regel bestehen sie aus kleinen Verbrennungsmotoren, deren Abwärme zum Heizen dient, während die mechanische Energie einen Generator antreibt. Wegen ihrer klimaverträglichen Funktionsweise fördert die Regierung solche Minikraftwerke. Gebaut werden sie vor allem von der Schweinfurter Firma SenerTec, die ihre "Dachs" genannte Energiezentrale "in Teilbereichen noch per Hand" fertigt. Rund 20.000 solcher Blockheizkraftwerke (BHKW) verrichten im In- und Ausland schon ihre Arbeit.

Nun könnte die Luft für den "Dachs" dünn werden. Denn Volkswagen steigt ins Geschäft mit den effizienten Heizungen ein. In Salzgitter will der Autobauer demnächst jährlich 10.000 sogenannte Zuhause-Kraftwerke montieren. Geliefert werden die auf dem Touran Ecofuel basierenden Erdgasaggregate an den Ökostromanbieter Lichtblick, der sie in Heizungskellern in ganz Deutschland aufstellen und betreiben will; auf die Gebäudeeigentümer sollen dabei Investitionskosten von nur rund 5000 Euro zukommen. Lichtblick will trotzdem daran verdienen – unter anderem dadurch, dass der Strom dann verkauft wird, wenn er an der Börse am teuersten ist. Weil sich der Wärmebedarf indes unabhängig vom Auf und Ab des Strompreises entwickelt, muss ein großer Wärmespeicher dafür sorgen, dass die Wohnungen auch dann warm werden, wenn sich die Stromproduktion einmal nicht lohnt.

Obendrein können die BHKW zu einem virtuellen Großkraftwerk zusammenwachsen und dafür sorgen, dass das bisher schwankende Angebot von Ökostrom rund um die Uhr zur Verfügung steht. Der Hinweis der Energiekonzerne, wegen fehlenden Grundlaststroms müssten ihre Atommeiler länger am Netz bleiben, erwiese sich als haltlos.