Ethischer Konsum Guter Wille reicht nicht

Konsumenten sind meist überfordert damit zu beurteilen, welche Auswirkungen Produkte auf das Klima haben. Das ergab eine noch unveröffentlichte Studie

Die Konsumenten in Deutschland möchten mit ihren Kaufentscheidungen zum Klimaschutz beitragen. Allerdings tun sie das vorzugsweise nur dann, wenn sie damit zeitnah und spürbar Geld sparen können, wie etwa bei spritsparenden Autos oder besonders effizienten Kühlgeräten. Das ergab eine noch unveröffentlichte Studie von Eva Hauser vom Institut für Zukunfts-Energie-Systeme der Universität Saarbrücken im Auftrag der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen. Außerdem seien die Verbraucher nicht selten damit überfordert zu beurteilen, welche Auswirkungen Produkte auf das Klima haben.

"Der Trend zum klimafreundlichen Konsum könnte wesentlich verstärkt werden, wenn es endlich vernünftige Verbrauchskennzeichnungen für Autos, Kühlschränke und andere Geräte gäbe. Hier fehlen wichtige Informationen, um eine verantwortungsvolle Entscheidung treffen zu können", sagt Bärbel Höhn, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen.

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Trendforscher Peter Wippermann, der für die Otto-Group untersuchte, wie sich der ethische Konsum entwickelt, fand in seiner neuesten Studie heraus, dass sich 16- bis 27-Jährige nur noch mäßig für Bio-, Fair-Trade- oder regional erzeugte Produkte interessieren. "Sie delegieren Verantwortung an Politik und Unternehmen, ohne diese durch ihr eigenes Kaufverhalten zu unterstützen", so Wippermann.

 
Leser-Kommentare
    • Crest
    • 31.10.2009 um 15:03 Uhr

    Im Marktgeschehen richtet man sich nach dem Preis. In den Fällen, in dem der Markt anderen Zielen zuwiderläuft, muss dieses Zuwiderlaufen "eingepreist" werden. (Das heißt dann in Umgangssprache "Zoll" oder "Steuer" mit diversen Attributierungen wie "Luxus-" oder "Öko-" etc. Im Extremfall einer unendlichen Einpreisung hat man es dann mit einem "Einfuhrverbot" zu tun.)

    Alles andere wird in Nullkommanichts undurchschaubar oder totalitär. (Ich denke da den faszinierenden Beitrag in einem ZEIT-Thread vor wenigen Monaten, in dem ein Teilnehmer über seine Erfahrungen in der "Optimierung" seines Surfverhaltens vor dem Hintergrund "ökologischer" Serverzugriffe berichtete. Es hätte ihn fast den Verstand gekostet!)

    Die 16- bis 27-Jährigen verhalten sich also rational. Blüm würde jetzt vom Homo Ökonomicus sprechen und zwar mit despektierlichem Zungenschlag. Aber Blüm hat auch nur eine sehr mangelhafte Wirtschaftskompetenz. (Und damit der Gender-Gedanke nicht zu kurz kommt: Höhn auch. ;-))

    Herzlichst Crest

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