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Die Zeitschrift »Rejecta Mathematica« veröffentlicht Artikel, die von anderen Journalen abgelehnt wurden. Fragen an den Herausgeber Michael Wakin

Abgelehnt aber nicht verloren: Das Journal Rejecta Mathematica gibt auch Aufsätzen eine Chance, die in konventionellen Fachmagazinen kaum eine Chance gehabt hätten
DIE ZEIT: Was für Manuskripte kommen für Ihr Journal infrage?
Michael Wakin: Unsere Kriterien sind sehr lose definiert. Wir wollen Aufsätze, von denen wir glauben, dass sie für andere Mathematiker interessant sind, weil sie etwas daraus lernen können. Meinetwegen auch aus Fehlern. Wir bieten Raum für Artikel, die vielleicht zu kontrovers sind für normale Fachzeitschriften oder die es aus anderen Gründen nicht durch den traditionellen Gutachterprozess geschafft haben. Aber es wäre albern, zu glauben, dass wir verkannte Talente besser entdecken könnten als die anderen.
ZEIT: Keine Angst davor, dass Ihr Journal ein Tummelplatz für Irre wird, die mal wieder die Quadratur des Kreises beweisen?
Wakin: Wenn man aus einer krausen Behauptung mit einer guten Begründung etwas lernen kann, dann kann es gut sein, das zu publizieren. Aber wir bieten keine Bühne für akademische Hasardeure. Wir lehnen auch viele Manuskripte ab.
ZEIT: Woher kam die Idee?
Wakin: Zwei von uns vier Herausgebern wurde vor ein paar Jahren ein Manuskript über das Kartenzählen beim Blackjack zurückgeschickt. Die Gutachter fanden es interessant, aber nicht ganz passend für die Leserschaft. Da entstand die Idee, dass es ein Journal für abgelehnte Manuskripte geben sollte. Am Anfang war es nur ein Witz, dann entdeckten wir gute Gründe, warum so etwas wertvoll sein könnte.
ZEIT: Die Rache der Zurückgewiesenen?
Wakin: Oh nein, es wäre nicht richtig, uns als Outlaws zu sehen. Wir nehmen genauso am traditionellen Veröffentlichungsprozess teil, das ist wichtig für die Laufbahn jedes Einzelnen. Rejecta will nicht andere Fachzeitschriften ersetzen, wir sehen uns als Ergänzung. Auch ein guter Artikel kann zurückgewiesen werden, das ist kein Widerspruch. Wissenschaftler machen Fehler, Gutachter machen Fehler. Deshalb kommt jeder Artikel, den wir veröffentlichen, mit einem offenen Brief, in dem die Autoren auf die Kritik der Gutachter eingehen.
- Datum 17.09.2009 - 11:54 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 10.09.2009 Nr. 38
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ist eher eine Goldgrube. Gerade die Veroeffentlichung in Fachjournals besteht zum grossen Teil aus Politik. Wenn man zum Beispiel brilliante Forschung macht und als Erstling versucht im Science oder Nature zu veroeffentlichen so wird man abgelehnt egal wie gut die Forschung ist. All das ist Lobbyarbeit und nur wer schon einen Namen hat der kann auch in den Journals veroeffentlichen die einen hohen Impactfaktor haben. Daher die abgelehnten Artikel sind vielleicht wertefrei von Annaeherungen um den Reviewern nicht zu wiedersprechen.
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