Wissenschaftliche Veröffentlichungen Papierkorb der ForschungSeite 2/2
ZEIT: Einige dieser Briefe sind bitter, in anderen wird schmutzige Wäsche gewaschen – ein Autor nennt seine Gutachter engstirnig und ignorant.
Wakin: Es stört uns nicht, wenn die Leute ihre Meinung deutlich und ehrlich sagen, wir geben ihnen allerdings ein kleines Feedback, wie sie ihre Kritik formulieren könnten. Wir versuchen einen zivilisierten Diskurs zu erhalten.
ZEIT: Wie reagierten Kollegen darauf, dass Sie an einer akademischen Müllhalde arbeiten?
Wakin: Viele fanden es lustig. Andere haben erst geglaubt, dass wir es ernst meinen, als die erste Nummer draußen war, und einige bezweifeln es noch immer.
ZEIT: Was können die anderen Fachjournale von Ihnen lernen?
Wakin: Wir schaffen etwas mehr Bewusstsein für die Probleme des klassischen Begutachtungsprozesses. Jeder weiß, dass der fehleranfällig ist. Aber bei uns stehen die Autoren auf und sagen, was ihrer Meinung nach falsch gelaufen ist. Menschen, die das lesen und die vielleicht selbst einmal Gutachter sein werden, denken hoffentlich etwas schärfer darüber nach: Lohnt sich die Publikation des Manuskripts, das sie gerade in der Mangel haben, oder nicht?
ZEIT: Glauben Sie, dass man Ihre Idee auch auf andere Fächer ausweiten kann?
Wakin: Wir haben bereits viele Anfragen aus anderen Disziplinen. Wir ermutigen sie und denken schon über eine Art Rejecta -Franchise nach.
Die Fragen stellte Hanno Charisius
- Datum 17.09.2009 - 11:54 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 10.09.2009 Nr. 38
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ist eher eine Goldgrube. Gerade die Veroeffentlichung in Fachjournals besteht zum grossen Teil aus Politik. Wenn man zum Beispiel brilliante Forschung macht und als Erstling versucht im Science oder Nature zu veroeffentlichen so wird man abgelehnt egal wie gut die Forschung ist. All das ist Lobbyarbeit und nur wer schon einen Namen hat der kann auch in den Journals veroeffentlichen die einen hohen Impactfaktor haben. Daher die abgelehnten Artikel sind vielleicht wertefrei von Annaeherungen um den Reviewern nicht zu wiedersprechen.
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