Jobversprechen Gärende Perspektiven

Politiker versprechen im Wahlkampf Hunderttausende neuer Jobs in der Umweltbranche. Ist das seriös?

Sie sind leicht zu übersehen, die Energieschlucker, die Kostentreiber, die Umweltverschmutzer. Deshalb schaut Fabian Loos genau hin, wenn er durch einen Betrieb geht: Landet Kunststoff im Restmüll? Stehen die Fenster ständig auf Kipp? Bollert die Heizung auch nachts?

Fabian Loos arbeitet als Juniorberater bei B.A.U.M., einer bundesweit tätigen Unternehmensgruppe, die Betrieben zeigt, wie sie durch ökologische Maßnahmen Kosten senken können. Wasserhähne sind so ein Beispiel: Mehr als 15 Liter rinnen beim Waschen durch die Finger – pro Minute. Installiert man jedoch einen münzgroßen Filter für etwa fünf Euro, fließen nur noch fünf Liter. Das schont nicht nur die Ressourcen der Natur, sondern auch das Budget des Betriebs: Bei 20 modernisierten Hähnen lassen sich pro Jahr 1000 Euro sparen, und wenn alle Tricks genutzt werden, sogar hohe fünfstellige Beträge.

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"Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit zu verbinden ist genau mein Ding"

Zu den Kunden von Fabian Loos und B.A.U.M. gehören Industriebetriebe, Banken, Kaufhäuser, aber auch Kommunen, Behörden und Verbände. Die Anforderungen sind vielseitig, deshalb ist das 38-köpfige Beraterteam interdisziplinär besetzt: Ingenieure arbeiten mit Informatikern, Juristen, Kaufleuten und Naturwissenschaftlern. Grüne Jobs sind auf dem Vormarsch – und es sind nicht nur Ingenieure, die gesucht werden.

Fabian Loos ist mit 28 Jahren einer der jüngsten im Team; er hat Geografie studiert, stieg als Praktikant ein. Nach fünf Monaten bekam er die Festanstellung. Am spannendsten sei die Detektivarbeit vor Ort, sagt er, zum Berateralltag gehöre allerdings auch, tagelang Abfallverordnungen durchzuarbeiten und Solar-Förderprogramme zu sichten. Doch die Mühe lohne: "Ich war eigentlich nie ein ausgeprägter Öko – aber Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit zu verknüpfen, das ist genau mein Ding."

Frank-Walter Steinmeier würde sich über solche Worte freuen, preist er doch wie kaum ein anderer Politiker das Potenzial der Öko-Industrie. »Energie- und Ressourceneffizienz«, erklärt der SPD-Kanzlerkandidat in seinem Deutschland-Plan, seien künftig entscheidende Wettbewerbsfaktoren. Durch grüne Technologien und Dienstleistungen könnten zwei Millionen neue Arbeitsplätze entstehen – bis 2020. Die Grünen sind mit solchen Prognosen vorsichtiger, halten aber immerhin 400.000 ökologische Jobs für machbar. Union und FDP verzichten auf Jobversprechen, wollen jedoch ebenfalls grün sein und machen sich deshalb für den Ausbau der erneuerbaren Energien stark. Dafür sollen Atomkraftwerke auf unbestimmte Zeit am Netz bleiben. Die Linke will sofort raus aus der Kernkraft und ein jährliches Investitionsprogramm in Höhe von 100 Milliarden Euro auflegen, die unter anderem in den Klimaschutz und in eine "Energiewende" fließen sollen.

Es ist Wahlkampf, und Öko kommt gut an bei vielen Wählern. Aber wie realistisch sind die Jobversprechen zum Beispiel von SPD-Spitzenkandidat Steinmeier? Wie stehen die Chancen für junge Leute, die in Ökobranchen arbeiten wollen? Bemerkenswert ist: Laut Umweltwirtschaftsbericht verdienten schon 2006 fast 1,8 Millionen Deutsche – rund 4,5 Prozent aller Beschäftigten – ihr Geld in der Umweltwirtschaft, also mit Gütern und Dienstleistungen, die in irgendeiner Weise dem Umweltschutz dienen.

Fast zwei Drittel aller grünen Jobs entfallen dem Bericht zufolge auf Dienstleistungen. Zu den Beschäftigten gehören Berater wie Fabian Loos, Handwerker, die Altbauten energetisch sanieren oder Solaranlagen installieren, und Umweltpädagogen, die in Nationalparks und Umweltschutzorganisationen arbeiten – wie Martin Malkmus. Der 31-Jährige leitet den Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Jugendorganisation des Umweltverbands BUND. Nach dem Geografiestudium absolvierte er eine Zusatzausbildung zum Umweltpädagogen. Nun betreut er den bundesweiten Wettbewerb "TRIOlogisch!". Dabei entwickeln Jugendliche zwischen 11 und 15 Jahren Ideen für eine umweltfreundliche Gesellschaft. Malkmus ist ihr Ansprechpartner, er sichtet die Wettbewerbsbeiträge, macht das Marketing und die Öffentlichkeitsarbeit. Er sagt: "Wenn man Jugendlichen eine Möglichkeit bietet, sich für die Umwelt zu engagieren, leisten sie Erstaunliches." Zum Beispiel die Rödinghausener Umweltkids: Sie etablierten in ihrer Heimatstadt einen autofreien Sonntag.

Neben solchen Karrieren gibt es in der Umweltwirtschaft eine wachsende Zahl von Jobs, die mit grünen Technologien – "Greentech" – zu tun haben. Zu den hier Beschäftigten zählen vor allem Ingenieure, Naturwissenschaftler und Techniker, die in der Entwicklung und in der Produktion arbeiten, aber auch Kaufleute und Marketingexperten, schließlich müssen die Güter auch beworben und verkauft werden. Im Handel mit Steuer-, Regel- und Messtechnik, mit Recyclinganlagen, mit Wind- und Gasturbinen steht Deutschland mit einem Weltmarktanteil von 16 Prozent an der Spitze. Dem Umwelttechnologie-Atlas zufolge hat die deutsche Greentechindustrie 2007 rund acht Prozent des Bruttoinlandsprodukts erwirtschaftet. Bis 2020, so erwarten die Befragten aus 1300 Unternehmen und 200 Forschungseinrichtungen, wird sich dieser Anteil auf 14 Prozent erhöhen. Treibende Kraft ist der Mittelstand, aber auch Großunternehmen setzen zunehmend auf Greentech: Siemens etwa erzielte damit 2008 schon ein Viertel seines Umsatzes. "Umwelttechnologie hat das Potenzial, zur wichtigsten deutschen Leitindustrie des 21. Jahrhunderts zu werden", sagt Siemens-Chef Peter Löscher.

Umwelttechnologie hat das Potenzial, zur wichtigsten deutschen Leitindustrie des 21. Jahrhunderts zu werden

Peter Löscher, Siemens-Vorstandsvorsitzender

Die Gründe für diese Entwicklung: Die Energiepreise für Mineralöl und Gas steigen, gleichzeitig treten immer schärfere Klimaschutzgesetze in Kraft. Unternehmen müssen energieeffizient und ökologisch wirtschaften, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Die fossilen Brennstoffe sind endlich, deshalb wird die Gesellschaft langfristig stärker erneuerbare Energien nutzen. Große Teile der Umweltwirtschaft haben bisher aber auch von staatlichen Fördermaßnahmen profitiert, vom Gebäudesanierungsprogramm bis zum Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Das EEG garantiert allen, die Strom aus erneuerbarer Energie produzieren, etwa durch Solarzellen auf dem Dach, dass sie diesen Strom zu einem festen Preis ins öffentliche Netz einspeisen dürfen.

Insofern sei der grüne Jobboom auch ein Stück weit künstlich, sagt Martin Faulstich, Vorsitzender des Umweltrats und Professor für Rohstoff- und Energietechnologie an der TU München. Außerdem seien längst nicht alle Arbeitsplätze zusätzlich entstanden, so der Experte. "Zum Beispiel sind viele Ingenieure aus traditionellen Branchen wie dem Maschinenbau in die Greentechbranche gewechselt." Dennoch: "Im Vergleich zu anderen Wirtschaftszweigen wachsen Umwelttechnologien und -dienstleistungen besonders stark – und das wird auch noch lange so bleiben." Ob das Potenzial tatsächlich für zwei Millionen neue Jobs bis 2020 reiche, sei jedoch kaum seriös zu beantworten.

Für mehr Arbeitsplätze sorgten zuletzt etwa die erneuerbaren Energien: Hier stieg die Zahl der Beschäftigten seit 2007 um 30.000 auf aktuell 280.000. Vor allem Ingenieure sind gefragt – auch dann, wenn sie gar nicht ökologieorientiert studiert haben. Wichtiger sei eine möglichst breite Grundlagenausbildung, sagt Martin Faulstich. "Die Spezialisierung erfolgt oft erst im Betrieb."

Das kann Verena Göbel bestätigen. Die 29-Jährige hat Bauingenieurwesen studiert, Schwerpunkt Wasserbau. Trotzdem bewarb sie sich nach dem Diplom bei der juwi Wind GmbH, einer Firma, die Wind-, Photovoltaik- und Biogasanlagen baut. Sie wurde sofort eingestellt. Ihr Arbeitgeber zählt zu den erfolgreichsten der Branche: 1996 gegründet, machte juwi 2008 einen Umsatz von 400 Millionen Euro; die Zahl der Mitarbeiter stieg zuletzt auf 600. Weil die alte Firmenzentrale in Mainz aus allen Nähten platzte, haben die Angestellten einen neuen Hauptsitz bezogen, ein ultramodernes Bürogebäude aus Holz, das für seine Energieeffizienz mit dem Deutschen Klimaschutzpreis ausgezeichnet wurde. Die junge Ingenieurin betreut nun wahrlich große Bauvorhaben: 138 Meter ragen die Betontürme der neuesten Windkraftanlagen in den Himmel; die Rotoren erreichen einen Durchmesser von 82 Metern. "Wenn die Anlage nach Monaten fertig ist und die Rotorblätter sich im Wind drehen, dann steht man davor und denkt: Daran hast du mitgebaut – das ist ein großartiges Gefühl", sagt Göbel.

Viele Ingenieure werden in Zukunft im Ausland arbeiten

Bislang ist juwi hauptsächlich in Deutschland aktiv; das Unternehmen baut aber auch immer mehr Anlagen im europäischen Ausland, in Amerika und Afrika. Ein Trend, der typisch sei für einen Großteil der Umweltwirtschaft, sagt Martin Faulstich: "Langfristig wird die meiste Umwelt- und Energietechnik im Ausland entstehen, denn hierzulande ist schon eine gewisse Sättigung erreicht." Neben grünen Gütern werde Deutschland verstärkt grüne Dienstleistungen exportieren. Die Folge: "Vor allem Ingenieure werden öfter im Ausland arbeiten."

Für viele andere Fachkräfte gibt es jedoch auch in Deutschland langfristig Arbeit – zum Beispiel für Handwerker, die Ökotechnik warten und reparieren können. "Das Handwerk profitiert ganz erheblich vom Einsatz moderner Umwelttechniken und von energiesparenden Baumaßnahmen", sagt Peter Weiss, Referatsleiter Energiepolitik beim Zentralverband des Deutschen Handwerks. Da es bisher kaum Berufsausbildungen gibt, die sich speziell mit Umwelttechniken beschäftigen, eignen sich die meisten Azubis entsprechende Kenntnisse in spezialisierten Betrieben an. So auch Nikolai Seel: Der 20-Jährige macht eine Ausbildung zum Mechatroniker bei der PlanET Biogastechnik GmbH. Das mittelständische Unternehmen aus dem Münsterland baut jene haushohen grünen Container mit kuppelförmigem Dach, die man in der Landwirtschaft immer häufiger sieht. Im Innern gären Pflanzenreste oder Gülle, es entsteht Gas, das anschließend in einem Kraftwerk in Strom und Wärme umgewandelt wird. "Dass sich aus Abfällen Energie gewinnen lässt, hat mich sofort fasziniert", erzählt Nikolai Seel. Er ist inzwischen im dritten Lehrjahr, montiert Schaltschränke, installiert Förderbänder, auf denen Biomasse in die Container gelangt, und lernt, wie man die Steuerung der Kraftwerke programmiert. Spotten seine Freunde nicht, wenn er von seinem Job erzählt, von Gülle und Gas? "Nicht mehr", sagt Nikolai Seel. "Die wissen inzwischen: Was ich mache, hat Zukunft."

 
Leser-Kommentare
    • Eiseob
    • 19.09.2009 um 11:44 Uhr

    Wo ist denn Bitte das Fundament für solche Versprechungen. Der weltweite Kampf um Investitionen, Arbeit und Wohlstand wird an Härte zu nehmen. Alleine deswegen gibt es schon einiges zu tun. Zusätzlich besteht auch die Möglichkeit die Arbeitslosigkeit zu senken. Das geht aber nur bei einer Kombination aus guter Bildungs- und guter Wirtschaftspolitik. Beides ist leider nur bei der FDP zu finden. So weit ist es mit den anderen Parteien nun schon gekommen...

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    ... deshalb steht die FDP ja auch FÜR Studiengebühren.

    Damit die Bildungsungerechtigkeit in Deutschland noch weiter verschärft wird.

    • Scampi
    • 19.09.2009 um 12:57 Uhr

    eigentlich ein Multiavatar?
    Nur so eine kleine Idee meinerseits-ich denke, ich werde es in Zukunft aufmerksam verfolgen.

    Die FDP ist verbohrt in Konzepten, die durchweg auf Sand gebaut sind und träumerisch von realitätsfremden Grundannahmen ausgeht. Dann säuselt sie den "Entscheidern" ins Ohr, wieviel sie (persönlich) damit abgreifen können, wenn sie Ausgaben bei anderen senken - aber mit INNOVATION, wie sie im Artikel angesprochen wird, HAT DIE FDP überhaupt nichts zu tun.

    Die FDP träumt davon, dass ein Staat besonders gut dann funktioniert, wenn ökonomische Macht(!) maximal von oben nach unten "durchregieren" kann (was dann als wirtschaftlicher Sachverstand fehlverstanden wird).

    Es ist unverständlich, dass der FDP so viele auf den Leim kriechen, wo doch am Beispiel der gegenwärtigen Krise so offensichtlich wird, wo die Grenzen dieser Ideologie liegen und wie anfällig so ein Liberalismus dafür ist, dass sich ökonomische Macht ins kriminelle Milieu abrutscht. Ein schwacher Staat, wie er leider gegenüber der Wirtschaft in Deutschland schon ist, ist dann auch zu nichts anderem mehr in der Lage, als Steuergelder dazu zu verwenden, Terroristen in der Finanzwirtschaft nachzugeben - auf dass sie ihren nächsten Anschlag auf unser Finanzsystem planen.

    Genau das wird nämlich passieren: Die erfolgreiche Plünderung der Staatskassen mit "systemkritischen Industrien, die man bewusst an den Rand des Abgrund manövriert" wird so oft wiederholt, bis der Staatsbankrott droht.

    Die Wirtschaftskompetenz der FDP besteht darin, EINE IDEOLOGIE zu verkaufen, die wenige reich macht und im Staatsbankrott mündet!

    FM

    ... deshalb steht die FDP ja auch FÜR Studiengebühren.

    Damit die Bildungsungerechtigkeit in Deutschland noch weiter verschärft wird.

    • Scampi
    • 19.09.2009 um 12:57 Uhr

    eigentlich ein Multiavatar?
    Nur so eine kleine Idee meinerseits-ich denke, ich werde es in Zukunft aufmerksam verfolgen.

    Die FDP ist verbohrt in Konzepten, die durchweg auf Sand gebaut sind und träumerisch von realitätsfremden Grundannahmen ausgeht. Dann säuselt sie den "Entscheidern" ins Ohr, wieviel sie (persönlich) damit abgreifen können, wenn sie Ausgaben bei anderen senken - aber mit INNOVATION, wie sie im Artikel angesprochen wird, HAT DIE FDP überhaupt nichts zu tun.

    Die FDP träumt davon, dass ein Staat besonders gut dann funktioniert, wenn ökonomische Macht(!) maximal von oben nach unten "durchregieren" kann (was dann als wirtschaftlicher Sachverstand fehlverstanden wird).

    Es ist unverständlich, dass der FDP so viele auf den Leim kriechen, wo doch am Beispiel der gegenwärtigen Krise so offensichtlich wird, wo die Grenzen dieser Ideologie liegen und wie anfällig so ein Liberalismus dafür ist, dass sich ökonomische Macht ins kriminelle Milieu abrutscht. Ein schwacher Staat, wie er leider gegenüber der Wirtschaft in Deutschland schon ist, ist dann auch zu nichts anderem mehr in der Lage, als Steuergelder dazu zu verwenden, Terroristen in der Finanzwirtschaft nachzugeben - auf dass sie ihren nächsten Anschlag auf unser Finanzsystem planen.

    Genau das wird nämlich passieren: Die erfolgreiche Plünderung der Staatskassen mit "systemkritischen Industrien, die man bewusst an den Rand des Abgrund manövriert" wird so oft wiederholt, bis der Staatsbankrott droht.

    Die Wirtschaftskompetenz der FDP besteht darin, EINE IDEOLOGIE zu verkaufen, die wenige reich macht und im Staatsbankrott mündet!

    FM

  1. ... deshalb steht die FDP ja auch FÜR Studiengebühren.

    Damit die Bildungsungerechtigkeit in Deutschland noch weiter verschärft wird.

    Antwort auf "Luftschlösser..."
    • tom310
    • 19.09.2009 um 12:08 Uhr

    Ja, Ihr lieben Okölogonomen, ist Euch schon mal aufgefallen, dass China Windräder und Solaranlagen inzwischen viel billiger produziert? Ist Euch aufgefallen, dass fast jede deutsche Solarfirma mit Umsatzeinbrüchen kämpft und das nicht nur wegen der ökonomischen Krise, sondern auch wegen der Preise. Wenn der Staat ausschreibt, dann muss er die billigsten Module kaufen, wenn Investoren investieren, werden die billigsten Module gekauft und wenn Herr Mustermann sein Musterhaus solarisiert, genau, er kauft die billigen Module. Wir können froh sein, wenn in Deutschland in 10 Jahren überhaupt noch Solarmodule produziert werden. Und bei den Windrädern gilt genau das Gleiche.
    Und wenn erst Desertec läuft, juchhee. Die werden überhaupt keine Kabel nach Europa legen, denn die energieintesive Industrie wird zu Desertec gehen (Aluminium, Autos etc.). Und Desertec spart mindestens die Hälfte der Kosten und 90% der Genehmigungsverfahren. Die Reflektoren werden höchstwahrscheinlich auch in China produziert.
    Also Sonnenmilchaktien kaufen!

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    ...Sie könnten damit aber leider recht haben. Am Ende ist die beste Idee wahrscheinlich, mit Atomkraft und dem Ausbau der lokalen regenerativen Energien, die Energieproduktion und damit die Wertschöpfung im Land zu halten. Nur so können die Arbeitsplätze gehalten werden.

    ...Sie könnten damit aber leider recht haben. Am Ende ist die beste Idee wahrscheinlich, mit Atomkraft und dem Ausbau der lokalen regenerativen Energien, die Energieproduktion und damit die Wertschöpfung im Land zu halten. Nur so können die Arbeitsplätze gehalten werden.

    • Scampi
    • 19.09.2009 um 12:57 Uhr

    eigentlich ein Multiavatar?
    Nur so eine kleine Idee meinerseits-ich denke, ich werde es in Zukunft aufmerksam verfolgen.

    Antwort auf "Luftschlösser..."
  2. Die FDP ist verbohrt in Konzepten, die durchweg auf Sand gebaut sind und träumerisch von realitätsfremden Grundannahmen ausgeht. Dann säuselt sie den "Entscheidern" ins Ohr, wieviel sie (persönlich) damit abgreifen können, wenn sie Ausgaben bei anderen senken - aber mit INNOVATION, wie sie im Artikel angesprochen wird, HAT DIE FDP überhaupt nichts zu tun.

    Die FDP träumt davon, dass ein Staat besonders gut dann funktioniert, wenn ökonomische Macht(!) maximal von oben nach unten "durchregieren" kann (was dann als wirtschaftlicher Sachverstand fehlverstanden wird).

    Es ist unverständlich, dass der FDP so viele auf den Leim kriechen, wo doch am Beispiel der gegenwärtigen Krise so offensichtlich wird, wo die Grenzen dieser Ideologie liegen und wie anfällig so ein Liberalismus dafür ist, dass sich ökonomische Macht ins kriminelle Milieu abrutscht. Ein schwacher Staat, wie er leider gegenüber der Wirtschaft in Deutschland schon ist, ist dann auch zu nichts anderem mehr in der Lage, als Steuergelder dazu zu verwenden, Terroristen in der Finanzwirtschaft nachzugeben - auf dass sie ihren nächsten Anschlag auf unser Finanzsystem planen.

    Genau das wird nämlich passieren: Die erfolgreiche Plünderung der Staatskassen mit "systemkritischen Industrien, die man bewusst an den Rand des Abgrund manövriert" wird so oft wiederholt, bis der Staatsbankrott droht.

    Die Wirtschaftskompetenz der FDP besteht darin, EINE IDEOLOGIE zu verkaufen, die wenige reich macht und im Staatsbankrott mündet!

    FM

    Antwort auf "Luftschlösser..."
    • TDU
    • 19.09.2009 um 14:06 Uhr

    Möglichst viele zum 5 Euro/Std. Job auf die Felder des ökölogischen Anbaus, China machts vor ( allerdings für 80cts glaube ich ) und ist damit marktfähig. Anderenfalls wird Hartz IV drastisch gekürzt, und es gibt im Umweltbereich auf einen Schlag tausende neuer Arbeitsplätze und zwar der wegen der Globalisierung notwendigen Konkurrenz angemessen. Dann drastisches Rückfahren der Subventionen und Senkung mancher Steuern und man könnte vielleicht sogar von diesem Lohn leben.

    Um die Ingenieure würde ich mir gar keine Sorgen machen, oder sind die das Gros der prekär und Hartz IV Beschäftigten oder gar ein stabilisierender Faktor der Wirtschaft. Das wäre ganz was Neues. Hoch lebe der politische Wille, das Ideal und das Wunschdenken. Damit hats ja noch immer am besten geklappt.

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    • elstel
    • 19.09.2009 um 22:22 Uhr

    1. Grundsätzlich haben wir im Westen nur eine Möglichkeit uns gegen Billigimporte aus Fernost zu behaupten: mit Innovation; ob diese jetzt aus dem Umweltbereich kommt oder von woanders.
    2. Inländischer Ökostrom oder selbst Strom aus dem Desertec-Projekt verbessern den Grad inländischer Wertschöpfung und sichern damit arbeitsplätze. Beim Desertec-Projekt kommen immerhin die Anlagen und deren Wartung aus Europa wärend der Ölpreis direkt in die Terrorismusförderung des Saudi-Mufti investiert wird.
    3. Die großen Stromerzeuger wehren sich mit allen Mitteln gegen den ökologischen Umbau, weil er ihre Monopolmacht gefährdet.- und sie werden dabei auch noch von unseren Politikern unterstützt: SPD, Linke, selbst von der Klimakanzlerin Merkel. Das kostet uns Strom-Konsumenten!
    mehr dazu: http://www.elstel.com/Str...

    • elstel
    • 19.09.2009 um 22:22 Uhr

    1. Grundsätzlich haben wir im Westen nur eine Möglichkeit uns gegen Billigimporte aus Fernost zu behaupten: mit Innovation; ob diese jetzt aus dem Umweltbereich kommt oder von woanders.
    2. Inländischer Ökostrom oder selbst Strom aus dem Desertec-Projekt verbessern den Grad inländischer Wertschöpfung und sichern damit arbeitsplätze. Beim Desertec-Projekt kommen immerhin die Anlagen und deren Wartung aus Europa wärend der Ölpreis direkt in die Terrorismusförderung des Saudi-Mufti investiert wird.
    3. Die großen Stromerzeuger wehren sich mit allen Mitteln gegen den ökologischen Umbau, weil er ihre Monopolmacht gefährdet.- und sie werden dabei auch noch von unseren Politikern unterstützt: SPD, Linke, selbst von der Klimakanzlerin Merkel. Das kostet uns Strom-Konsumenten!
    mehr dazu: http://www.elstel.com/Str...

  3. ...Sie könnten damit aber leider recht haben. Am Ende ist die beste Idee wahrscheinlich, mit Atomkraft und dem Ausbau der lokalen regenerativen Energien, die Energieproduktion und damit die Wertschöpfung im Land zu halten. Nur so können die Arbeitsplätze gehalten werden.

    Antwort auf "Luftschlösser II"
  4. davon ausgehen, dass da gelogen wird bis sich die Balken biegen. Dies gehört eindeutig zu den üblichen Erfahrungen, die ein jeder schon machen durfte, wenn er die gerade zuvor noch hehren Wahlkampf-Versprechen, mit der Realität verglichen hat, die sich nach der Wahl, in aller Regel ernüchternd, einstellte!
    Für den warmen und gut dotierten Job an den Schalthebeln der Macht und den Platz an den reichen Fleischtöpfen der Nation, würde so mancher Parteifuzzi gar der eigenen Oma ihr klein Häuschen verramschen!

    Es gibt übrigens ein absolut sicheres Indiz dafür, dass es sich bei einem Wahlversprechen um eine Lüge zum reinen Selbstzweck des jenigen handelt, der sie zum Besten gibt: Die Parteioberen schwadronieren öffentlich bei jeder sich bietenden Gelegenheit zu diesem Thema und seiner angeblichen sicheren Realisierbarkeit - natürlich nur durch die eigene Partei, wenn sie denn nur erst mal an der Macht wäre - in einer Tour; Heiße Luft in Reinkultur, ohne jegliche ernsthafte Absicht oder realistische Möglichkeit, das "Märchen" in die Tat umsetzen zu können.
    Wie gesagt, selbst der Oma ihr klein Häuschen wäre diesen feinen Herren nicht zu schade, wenn es doch irgendwie dem eigenen Zwecke dienlich wäre.

    Und der treu-doofe deutsche Michel pilgert alle Jahre wieder an die Urne, um dort neben seiner Stimme, zu guter Letzt auch seine Hoffnungen und Wünsche sang- und klanglos zu begraben!

    Aber dann! Bei der nächsten Wahl!! Dann werden wir es "denen" aber richtig zeigen!!! Gäääääähn....

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