Die Karriere ist noch nicht zu Ende
Die Karriere ist noch nicht zu Ende
Im Sommer 2005 wurden einer 59-jährigen Frau zwei Drittel der Leber ihres 31-jährigen Sohnes eingesetzt. Die Patientin war als Folge einer langjährigen Hepatitis-C-Infektion an Leberkrebs erkrankt. Ihre Tochter Angela V. hatte sie nach Essen vermittelt. Dort waren sich die Ärzte erst nicht einig, ob man noch transplantieren solle. Dann aber operierten sie doch. Die Mutter lebte nach der Transplantation noch zwei Jahre, aber Angela V. sagt, ihre Mutter habe nur gelitten.
Vier Monate habe sie gebraucht, um sich von der Operation zu erholen, danach seien schmerzhafte Knochenmetastasen aufgetreten. Aber hatten Mutter und Sohn nicht in die Transplantation eingewilligt? Angela V. ist sich da nicht mehr so sicher. Wenn die Mutter an Weihnachten noch leben solle, habe Broelsch damals gemeint, brauche sie eine Lebendspende. »Für mich ist das keine freie Entscheidung. Man kriegt die Pistole auf die Brust gesetzt.«
Seitdem Broelsch suspendiert wurde, ist er unter den Medizinern seines Fachs nicht in Ungnade gefallen. Er besucht Kongresse zur Leberchirurgie, er ist Visiting Professor in Bahrain, veröffentlichte vor Kurzem einen Beitrag für die von der Universität Essen-Duisburg herausgegebene Zeitschrift Unikate, auch beim Workshop für experimentelle und klinische Leberchirurgie in Wilsede in der Lüneburger Heide trat er wieder auf.
Vor wenigen Tagen, am 14. September, ist Broelsch 65 Jahre alt geworden. Damit scheidet er aus dem Dienst aus, aber es ist nicht gesagt, dass seine Karriere zu Ende ist. »Er wird als Koryphäe in die Annalen eingehen und im Ausland weiterarbeiten«, sagt ein Hamburger Krankenhausarzt. »Solche wie Broelsch kriegt man nicht.« Dass auch dieser Mediziner sich davor ängstigt, mit seinem Namen in der Zeitung zu stehen, muss man nicht mehr unbedingt erwähnen.
- Datum 21.09.2009 - 08:38 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 17.09.2009 Nr. 39
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die das "reformierte" Gesundheitssystem erst so richtig gefördert, nein, angeheizt hat! Aus Ärzten werden zunehmend Krämerseelen gemacht, weil die Budgetierung sie quasi dazu zwingt, um über die Runden zu kommen, mit ihren teuren Praxen und den Angestellten, die ja auch angemessen entlohnt sein wollen!
Die eigentliche kriminelle Energie, respektive die Ursache von krimineller Energie bei unseren Medizinern, ist eindeutig in der Politik zu suchen und zu finden; Dort werden/wurden die Weichen gestellt, die unsere einst vertrauensvollen Ärzte zu IGeL(d) heischende Geldgeiern mutieren ließ.
Im tatsächlichen Ergebnis sieht die letzte Gesundheitsreform doch so aus: Die höchsten Beiträge aller Zeiten für die geringsten (Gegen-)Leistungen aller Zeiten; eine äußerst unbefriedigende Sache, die da unter dem Deckmäntelchen "Reform" dem Wähler verkauft (im wahrsten Sinne des Wortes!) worden ist!
Sowohl der gesetzlich versicherte Kassenpatient als auch der redliche Kassenarzt wurden verarscht und sind wieder einmal von der Politik mächtig in die Hose gekniffen!
Man sollte einmal darüber abstimmen, ob nicht die Diäten unserer privat versicherten Abgeordneten budgetiert werden sollten, sodas die sich ebenfalls ein Zubrot dazu verdienen müssten, durch zusätzliche Leistung am Staat und seinen Bürgern (natürlich nicht, wie schon immer praktiziert, an ihrem spendenfreudigen Partei-Klientel!). Aber da wird wieder einmal klar erkennbar, warum es hierzulande die Volksabstimmung nicht gibt...
Zitat:
>> Eine kriminelle Energie,
die das "reformierte" Gesundheitssystem erst so richtig gefördert, nein, angeheizt hat! Aus Ärzten werden zunehmend Krämerseelen gemacht, weil die Budgetierung sie quasi dazu zwingt, um über die Runden zu kommen, mit ihren teuren Praxen und den Angestellten, die ja auch angemessen entlohnt sein wollen![....]
Die eigentliche kriminelle Energie, respektive die Ursache von krimineller Energie bei unseren Medizinern, ist eindeutig in der Politik zu suchen und zu finden;<<
@KasperKlatsche:
Was hat Ihr Kommentar mit dem Artikel über Professor Broelsch zu tun? Er ist kein niedergelassener Arzt, der Kosten für eine Praxis und Personal aufwenden muss und "gezwungen" ist, zur "Krämerseeele" zu werden, um "über die Runden zu kommen", sondern der Chefarzt einer Universitätsklinik.
Aber Hauptsache, man hat mal wieder daruf hingewiesen, dass grundsätzlich die Politik für alle unanständigen Handlungen von Ärzten verantwortlich ist. Wir haben schließlich Wahlkampf.....
Zitat:
>> Eine kriminelle Energie,
die das "reformierte" Gesundheitssystem erst so richtig gefördert, nein, angeheizt hat! Aus Ärzten werden zunehmend Krämerseelen gemacht, weil die Budgetierung sie quasi dazu zwingt, um über die Runden zu kommen, mit ihren teuren Praxen und den Angestellten, die ja auch angemessen entlohnt sein wollen![....]
Die eigentliche kriminelle Energie, respektive die Ursache von krimineller Energie bei unseren Medizinern, ist eindeutig in der Politik zu suchen und zu finden;<<
@KasperKlatsche:
Was hat Ihr Kommentar mit dem Artikel über Professor Broelsch zu tun? Er ist kein niedergelassener Arzt, der Kosten für eine Praxis und Personal aufwenden muss und "gezwungen" ist, zur "Krämerseeele" zu werden, um "über die Runden zu kommen", sondern der Chefarzt einer Universitätsklinik.
Aber Hauptsache, man hat mal wieder daruf hingewiesen, dass grundsätzlich die Politik für alle unanständigen Handlungen von Ärzten verantwortlich ist. Wir haben schließlich Wahlkampf.....
ein Leistungsträger halt.
Und "too big to fail" noch dazu.
Seine Arbeit muß sich wieder lohnen.
Er hätte in die Politik gehen sollen, dann hätte er noch weniger Probleme gehabt, sich durchzusetzen.
Zitat:
>> Eine kriminelle Energie,
die das "reformierte" Gesundheitssystem erst so richtig gefördert, nein, angeheizt hat! Aus Ärzten werden zunehmend Krämerseelen gemacht, weil die Budgetierung sie quasi dazu zwingt, um über die Runden zu kommen, mit ihren teuren Praxen und den Angestellten, die ja auch angemessen entlohnt sein wollen![....]
Die eigentliche kriminelle Energie, respektive die Ursache von krimineller Energie bei unseren Medizinern, ist eindeutig in der Politik zu suchen und zu finden;<<
@KasperKlatsche:
Was hat Ihr Kommentar mit dem Artikel über Professor Broelsch zu tun? Er ist kein niedergelassener Arzt, der Kosten für eine Praxis und Personal aufwenden muss und "gezwungen" ist, zur "Krämerseeele" zu werden, um "über die Runden zu kommen", sondern der Chefarzt einer Universitätsklinik.
Aber Hauptsache, man hat mal wieder daruf hingewiesen, dass grundsätzlich die Politik für alle unanständigen Handlungen von Ärzten verantwortlich ist. Wir haben schließlich Wahlkampf.....
dass diese Vorgehensweise des Prof. Broelsch bezeichnend ist für das was die Politik der letzten Jahre aus unserem guten Gesundheitswesen gemacht hat: Der Tanz um das goldene Kalb ersetzt zunehmend den Respekt vor dem einst geleisteten, hippokratischen Eid und dessen Würdigung.
Diese von Ihnen gerade in Schutz genommene Politik hat zu einem kranken Gesundheitssystem geführt, dass offensichtlich immer weiter korrupt wird und sich genötigt fühlt, sich intensiv um einen existentiell notwendige Geldzufluss zu bemühen, um noch wirtschaftlich arbeiten zu können. Aus Medizinern sollen Ökonomen werden, die immer mehr der Wirtschaftlichkeit bei der Beurteilung, wem was zugute kommen soll, Rechnung tragen müssen: Geld vor Gesundheit, ist die politische Intention! Was bleibt da dem Arzt anders übrig, als sich andere Quellen zu erschließen? Und da bieten sich als erstes die, seitens der Politik völlig im Regen stehen gelassenen, Kassen-Patienten als relativ wehrlose Opfer an, die doch nichts anders wollen, als gesund zu werden und am Leben zu bleiben!?
Die Politik spielt hier einfach mit der Angst der Menschen um ihr höchstes Gut und liefert sie kalt einem System aus, dass immer teurer wird, seine Ärzte immer schlechter bezahlt und den Patienten immer mehr beutelt und abverlangt!
Und unsere feinen Abgeordneten, die vom Leder der Patienten Riemen schneiden? Die brauchen sich nicht weiter zu sorgen, schließlich sind die ja nicht Pflichtmitglied in der Kasse, sondern Privatpatient ;-)))
dass diese Vorgehensweise des Prof. Broelsch bezeichnend ist für das was die Politik der letzten Jahre aus unserem guten Gesundheitswesen gemacht hat: Der Tanz um das goldene Kalb ersetzt zunehmend den Respekt vor dem einst geleisteten, hippokratischen Eid und dessen Würdigung.
Diese von Ihnen gerade in Schutz genommene Politik hat zu einem kranken Gesundheitssystem geführt, dass offensichtlich immer weiter korrupt wird und sich genötigt fühlt, sich intensiv um einen existentiell notwendige Geldzufluss zu bemühen, um noch wirtschaftlich arbeiten zu können. Aus Medizinern sollen Ökonomen werden, die immer mehr der Wirtschaftlichkeit bei der Beurteilung, wem was zugute kommen soll, Rechnung tragen müssen: Geld vor Gesundheit, ist die politische Intention! Was bleibt da dem Arzt anders übrig, als sich andere Quellen zu erschließen? Und da bieten sich als erstes die, seitens der Politik völlig im Regen stehen gelassenen, Kassen-Patienten als relativ wehrlose Opfer an, die doch nichts anders wollen, als gesund zu werden und am Leben zu bleiben!?
Die Politik spielt hier einfach mit der Angst der Menschen um ihr höchstes Gut und liefert sie kalt einem System aus, dass immer teurer wird, seine Ärzte immer schlechter bezahlt und den Patienten immer mehr beutelt und abverlangt!
Und unsere feinen Abgeordneten, die vom Leder der Patienten Riemen schneiden? Die brauchen sich nicht weiter zu sorgen, schließlich sind die ja nicht Pflichtmitglied in der Kasse, sondern Privatpatient ;-)))
In streng hierarchischen Systemen können megalomanisch veranlagte Charaktere durch Erfolg, den Herr Broelsch ja hatte, so selbstversessen und selbstverliebt werden, dass sie meinen, dass nur noch die Regeln gelten, die sie selbst aufstellen. Davon abgesehen, dass sie beginnen, sich selbst maßlos zu überschätzen.
Wenn dann die Arbeitgeber, nämlich die Krankenhäuser, auch noch auf solche Chefärzte angewiesen sind, da über das völlig anachronistische System der Privatliquidation ein großer Teil der Einnahmen des Krankenhauses von der Person des Chefarztes abhängen, entsteht eine solche kriminelle Karriere wie im Artikel beschrieben ungehindert.
Lösung: flache Hierarchien, also mehrere "Oberärzte", aus denen im Rotationsprinzip ein komissarischer Chefarzt ernannt wird (wie in Kanada oder den USA üblich). Privatliquidation erfolgt durch das Krankenhaus und wird durch einen festzulegenden Schlüssel auf alle behandelnden Ärzte (auch Assistenzärzte) und das Krankenhaus aufgeteilt.
dass diese Vorgehensweise des Prof. Broelsch bezeichnend ist für das was die Politik der letzten Jahre aus unserem guten Gesundheitswesen gemacht hat: Der Tanz um das goldene Kalb ersetzt zunehmend den Respekt vor dem einst geleisteten, hippokratischen Eid und dessen Würdigung.
Diese von Ihnen gerade in Schutz genommene Politik hat zu einem kranken Gesundheitssystem geführt, dass offensichtlich immer weiter korrupt wird und sich genötigt fühlt, sich intensiv um einen existentiell notwendige Geldzufluss zu bemühen, um noch wirtschaftlich arbeiten zu können. Aus Medizinern sollen Ökonomen werden, die immer mehr der Wirtschaftlichkeit bei der Beurteilung, wem was zugute kommen soll, Rechnung tragen müssen: Geld vor Gesundheit, ist die politische Intention! Was bleibt da dem Arzt anders übrig, als sich andere Quellen zu erschließen? Und da bieten sich als erstes die, seitens der Politik völlig im Regen stehen gelassenen, Kassen-Patienten als relativ wehrlose Opfer an, die doch nichts anders wollen, als gesund zu werden und am Leben zu bleiben!?
Die Politik spielt hier einfach mit der Angst der Menschen um ihr höchstes Gut und liefert sie kalt einem System aus, dass immer teurer wird, seine Ärzte immer schlechter bezahlt und den Patienten immer mehr beutelt und abverlangt!
Und unsere feinen Abgeordneten, die vom Leder der Patienten Riemen schneiden? Die brauchen sich nicht weiter zu sorgen, schließlich sind die ja nicht Pflichtmitglied in der Kasse, sondern Privatpatient ;-)))
Jeder Arzt sollte als Akteur in der Gesellschaft seine eigene Verantwortung kennen. Die finanziellen Zwänge der Ärzte sind nicht groß genug, um als Begründung für das Kassieren von extra-Leistungen gelten zu können und es ist nicht die Politik und die Gesundheitsreform, die unmoralisches Verhalten in der Medizin verursacht!
Denn der überwiegende Teil medizinischer Leistungen werden auch für den Kassenpatienten kostenlos und in guter Qualität durchgeführt.
Anders ist es mit exklusiven und hochdifferenzierten Therapien wie in den im Artikel beschriebenen Fällen. Es können nicht alle Patienten vom "besten Arzt" behandelt werden wollen. Wer es dennoch will, muss extra leisten. Nur sollte die Leistung möglichst nicht in Form eines Briefumschlags an die Sekretärin des Chefarztes gehen...
Jeder Arzt sollte als Akteur in der Gesellschaft seine eigene Verantwortung kennen. Die finanziellen Zwänge der Ärzte sind nicht groß genug, um als Begründung für das Kassieren von extra-Leistungen gelten zu können und es ist nicht die Politik und die Gesundheitsreform, die unmoralisches Verhalten in der Medizin verursacht!
Denn der überwiegende Teil medizinischer Leistungen werden auch für den Kassenpatienten kostenlos und in guter Qualität durchgeführt.
Anders ist es mit exklusiven und hochdifferenzierten Therapien wie in den im Artikel beschriebenen Fällen. Es können nicht alle Patienten vom "besten Arzt" behandelt werden wollen. Wer es dennoch will, muss extra leisten. Nur sollte die Leistung möglichst nicht in Form eines Briefumschlags an die Sekretärin des Chefarztes gehen...
Spitzenkräfte, die selbst entscheiden, wie und zu welchen Bedingungen sie ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen. Keine Angst, das wird bald zu Ende sein. Dann werden Verwaltung und computergestütze Vorgänge das Sagen haben. Und ob das gerechter oder gar effezienter zugeht, wird sich zeigen.
Was ihm wirklich vorgeworfen kann? Schwer zu beurteilen. Der Mangel an Beweisen ist beim ärztlichen Tun immer nur vorgeschoben, beim linken Demonstranten oder Kleinkrimellen immer Ausdruck von Wahrheit. Und das Geraune der Untergeordneten hier Verleumdung, da weil Arzt betroffen, Ausdruck von besonderem Sachverstand und muss deswegen richtig sein.
Und natürlich: Gier und großer Verdienst als Quelle allen Übels. Der Nachweis, dass normal bis schlecht bezahlte Ärzte, belastet von Bürokratie und Verwaltungsträgheit in den Krankenhäusern mehr leisten würden, ist noch nicht erbracht.
nicht ganz koscher ist, sieht man z.B. daran, daß plötzlich
über das Einkommen radiologischer Chefgötter gemutmaßt wird,
obwohl es hier doch um einen Lebendpräperator geht. Also wenn schon, hätten die Privatliquidationen chirurgischer Chefärzte interessiert.
Die metastasiernde Kommerzialisierung des Gesundheitswesens ist keine Erfindung der Ärzte sondern eine exklusive Kreation der sogenannten Gesundheitspolitiker.
Auf ihrer heroischen Mission für Gleichheit und Gerechtigkeit haben sie das Kind mit dem Bade ausgeschüttet.
Und auf dem Kamm der Flutwelle reiten Broelsch et al. ...
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