Luchs Nr. 272 Glück im Strudel der ZeitenSeite 2/2

Der Autor und Maler lebt seit 1987 in Paris, sein Bildband ist ein Glanzstück künstlerischen Zusammenspiels. Chen demonstriert, wie sich verschiedene Stile heraufbeschwören und fruchtbar miteinander verbinden lassen, der Comic mit den Holzstichen der Ming-Zeit, die Pop-Art mit der Lithografie der zwanziger Jahre, in der sich Europa und China künstlerisch so nahe waren – und alles, um noch einmal das Beispiel zu erwähnen, im Namen der Liebe zu den Details einer aus Bonbonpapier gefalteten Ballerina.

Ein Kinderbuch? Gewiss, doch am schönsten in jenem Verständnis von Kinderbuch, wo sich die ganze Familie über Bilder und Schrift beugt. Wo das Kind fragt: Wer war eigentlich dieser Mao, warum verbrennen die falsches Geld, was ist Umerziehung? Und ein Vater, vielleicht auch der Großvater, antwortet: »Nun, äh, das ist Geschichte, verstehst du, China, also, damals war das ein anderes Land.«

Chen Jianghong: An Großvaters Hand. Aus dem Französischen von Tobias Scheffel; Moritz Verlag, 2009; 80 S., 24,80 €

 
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