S-Bahn-Tod Tod eines Mutigen
Nach der Schreckenstat an der Münchner S-Bahn: Was Staatsanwalt und Verteidiger sagen und woher die jugendlichen Täter und ihr Opfer Dominik Brunner kommen
Grau ist dieser Montagnachmittag am S-Bahnhof im Münchner Vorort Solln. Trauernde stehen vor Blumen, Kerzen, Zetteln. Auf einem Blatt Papier am Boden der Satz: »Ich möchte Ihnen hiermit meine Ehre erweisen und Ihnen danken, dass Sie auf meine Schwester aufgepasst haben. Danke.«
Ein Zug fährt ein; Fahrgäste steigen aus und eilen zum Ausgang. Andere kommen und stellen sich ins Wartehäuschen. Vor zwei Tagen um die gleiche Zeit starb an dieser Stelle zwischen den Gleisabschnitten C und D ein Mann unter den Faustschlägen und Fußtritten von zwei deutschen Jugendlichen.
»22 individualisierbare Verletzungen« zählt der Obduktionsbericht.
Dominik Brunner, 50 Jahre alt, Jurist und Vorstand eines mittelständischen Unternehmens bei Ergoldsbach, das Dachziegel produziert, war am Samstagnachmittag auf dem Weg in seine Sollner Wochenendwohnung gewesen. In der S-Bahn bekam er mit, wie zwei Jugendliche vier Kinder, zwei Jungen und zwei Mädchen, bedrängten.
Was dann geschah, versuchen Polizei und Staatsanwaltschaft seit dem Wochenende zu rekonstruieren. Ihre Erkenntnisse beruhen bisher nur auf den Aussagen der Kinder, das jüngste Kind 13, das älteste 15.
»Hurensöhne!«, hätten die Angreifer gerufen. »Missgeburten! Wir zocken euch ab!« Dominik Brunner griff beschwichtigend ein. Als das nichts nützte, griff er zum Handy. Da bahne sich was an, teilte er per Polizeinotruf mit, man möge eine Streife schicken zum S-Bahnhof Solln, dort werde er mit den Schülern aussteigen. Er soll nicht sonderlich besorgt geklungen haben, er war ja auch nicht der einzige Erwachsene im Abteil. Aber noch immer sucht die Polizei nach Mitreisenden.
Im Frühjahr erst war Dominik Brunner wieder nach Ergoldsbach gezogen, in eine Villa gegenüber dem Haus seiner Eltern, die, alt geworden, Hilfe brauchen. Er pendelte mit dem Zug zwischen Heimatdorf und Stadtwohnung und stieg meist am Hauptbahnhof um. Vermutlich war er bereits im Zug, als die Kinder an der Donnersbergerbrücke zustiegen, verfolgt von den beiden Jugendlichen.
Schon an dieser Haltestelle sollen die Kinder bedrängt worden sein. Da waren die Jugendlichen noch zu dritt. Christoph und Sebastian, beide 17, aus einer Wohngruppe für jugendliche Drogensüchtige, und Markus, 18 Jahre alt, nach einem Monat gerade aus der Haft entlassen. Er hatte einer alten Frau 60 Euro geraubt.
Das Trio verlangte 15 Euro von den Kindern. Es gab Schläge, als die das Geld nicht rausrückten. Die Kinder flohen in die S-Bahn, Markus und Sebastian folgten ihnen. »Besorgt es denen richtig!«, soll Christoph ihnen nachgerufen haben.
Als Brunner mit den Kindern ausstieg, kamen Markus und Sebastian hinterher. Sie sollen sofort auf ihn losgegangen sein. Brunner taumelte, fiel um. Tritte im Sekundentakt, drei Minuten lang, dann Polizeisirenen.
Jetzt steht dort, wo er zu Tode getreten wurde, sein Foto: ein Mann im Anzug, lächelnd, im Arm zwei Kinder, die nicht seine sind. »Für einen, der mutiger war als wir«, hat jemand dazugeschrieben.
Dreißig Menschen stehen am Bahnsteig, umringt von Kamerateams, die Züge spucken Leute aus, die vor den Mikrofonen nach Worten suchen. Gabriel Sieben, dessen Schwester Brunners beste Freundin war, erzählt einem Reporter, Dominik Brunner sei jemand gewesen, der keine Angst gehabt und auf die Kraft des Wortes vertraut habe. »Vielleicht hat er nicht mit diesem Potenzial an Aggression gerechnet.«
München ist schön. Münchner fühlen sich wohl in ihrer Stadt, das zeigen Umfragen. Doch es gibt andere Stimmen: Schon wieder München!, rufen sie. Und zählen auf, was schon alles geschehen ist.
Im Dezember 2007 prügeln ein Grieche und ein Türke einen Rentner in der U-Bahn-Station Arabellapark halb tot. Im Oktober 2008 zertrümmert ein Unbekannter am Bahnhof Giselastraße eine Sektflasche auf dem Kopf des Kioskverkäufers Orkan A. Ebenfalls an der Giselastraße werden im Oktober 2008 dem Fernmeldemonteur Josef K. Becken und Schulter kaputt geschlagen – er hat den Täter gebeten, nicht zu rauchen.
Die Anlässe seien meistens nichtig, sagt Laurent Lafleur, der die Ermittlungen der Münchner Staatsanwaltschaft leitet. Auf seinem Schreibtisch stapeln sich Akten, der Espresso ist längst kalt. Seit sein Handy am Samstag Alarm gab, ist Lafleur fast durchgehend im Dienst. Noch in der Nacht auf Sonntag hat er die Täter in der Stadelheimer Justizvollzugsanstalt gesehen. »Grundsätzliche Betroffenheit« konstatiert er: zwei junge Leute, die stumm dagesessen hätten, den Kopf vergraben in ihren Händen. Aus Scham über die Tat? Wer weiß. Am Montagnachmittag ließ er den dritten Jugendlichen verhaften.
»22 Tritte«, sagt Lafleur. »Einige von oben auf den Kopf, obwohl das Opfer da schon wehrlos auf dem Boden lag.«
Er will die Täter wegen Mordes anklagen, weil sie aus niederen Beweggründen gehandelt hätten. Weil es ihnen einzig darum gegangen sei, einem Krawattenträger, der ihnen die Tour vermasselte, die Grenze aufzuzeigen. »Völlig sinnfrei, diese Eskalation, allerniedrigste Stufe.«
Alles, was Lafleur über die Tat weiß, hat er von den Schülern. Einige Zeugen haben sich inzwischen bei der Polizei gemeldet, nachdem Zeitungen dazu aufgerufen hatten, noch wurden sie nicht gehört.
In den nächsten Monaten wird ein Psychologe die Beschuldigten begutachten. Das Ergebnis eines Bluttests steht noch aus, der klären soll, ob sie zur Tatzeit unter Drogen standen. Ein Atemtest ergab für Markus 1,8 Promille. Soll er, der 18-Jährige, vor Gericht wie ein Erwachsener behandelt werden oder wie ein Jugendlicher?
Lafleur will mit den Eltern reden, um sich ein Bild zu machen, das genauer ist als das, was die Akte des Beschuldigten hergibt: Diebstahl, Körperverletzung und Raub.
Im Internet – die Seite ist inzwischen gesperrt – hatte Markus sich vorgestellt: Er sei Single, würde gerne Snoop Dogg treffen oder Eminem, die Rapper. Auf die Frage, wie er sein Geld verdiene, antwortete er: »Sachen finden«. Seine Familie solle stolz auf ihn sein. Seinen Traumtag beschreibt er so: den Bruder aus dem Knast rausholen und dann »erst mal fett in Urlaub päisen«.
Der Bruder, Peter, ist zwei Jahre älter. Er sei Markus’ Vorbild, die hätten immer zusammengehockt, erzählen die Nachbarn in Johanneskirchen, einem grünen Stadtteil Münchens: Häuser aus den sechziger Jahren, im Zentrum eine Kneipe und ein Pizzaservice.
Jugendliche, die abends dort herumhängen, haben gehört von Solln, überrascht wirken sie nicht. Markus sei ihnen fremd geworden, erzählt ein Freund aus dem Kindergarten. Markus mit seinen Skatersachen und dem Hip-Hop-Tattoo auf dem Unterarm passte nicht mehr in dieses Idyll, in dem schon als Problemfall gilt, wer nach 20 Uhr auf der Straße Fußball spielt. Seit Markus vor zwei Jahren die Hauptschule abgebrochen habe, sei er kaum noch gesehen worden.
Gregor Rose weiß mehr. Seit Samstag, 22 Uhr, verteidigt er Markus. Vor Kurzem hat er seine neue Kanzlei in der Innenstadt bezogen, sanierter Altbau, es riecht nach frischem Laminat. Rose ist 33 Jahre alt, groß, hager, Hornbrille, lebhafte Augen.
Er sagt: »Der war völlig aufgelöst, der Markus, der hat geweint, als ich am Samstag zu ihm kam. Die Ermittler hatten ihn schon fast so weit, dass er gestanden hätte.« Rose riet ihm, stillzuhalten.
Wenn man den Anwalt fragt, wie es zur Tat kommen konnte, überlegt er lange und sagt: »Unfassbar, eigentlich.« Da sei etwas aus dem Ruder gelaufen, denn sein Mandant sei eigentlich ein Harmloser. Einer, der manchmal gerne rumpöbele, typisch für Jugendliche. Deshalb sei das Jugendstrafrecht anzuwenden.
Aber was, wenn Markus als Erwachsener gilt? Sollte sich noch herausstellen, dass Dominik Brunner mit dem Hinterkopf auf ein Geländer stürzte, hätten möglicherweise nicht die Schläge und Tritte unmittelbar zu seinem Tod geführt. Dann wäre es unter Umständen Körperverletzung mit Todesfolge. Das hieße: nicht lebenslänglich.
Eine Zugstunde von München-Solln entfernt, in Ergoldsbach, dem Heimatdorf Dominik Brunners, herrscht am Montagabend auf dem Platz vor der Pfarrkirche blankes Entsetzen. »Wie kann man hier von einem Blackout sprechen?«, schluchzt eine ältere Dame. »Und dass keiner dem Niki geholfen hat, obwohl er doch helfen wollte…«
Auch in den nächsten Tagen soll es Andachten geben. Dominik Brunner soll nicht vergessen werden.
- Datum 16.09.2009 - 19:57 Uhr
- Seite 1 | 2 | 3 | 4 | Auf mehreren Seiten lesen
- Quelle DIE ZEIT, 17.09.2009 Nr. 39
- Kommentare 51
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:




In einem Blog-Beitrag mit dem Titel "ZIVILCOURAGE in Deutschland?" habe ich mich bereits zu dem Thema geäußert - allerdings aus der Sicht des Hobby-Historikers und meinen Erfahrungen mit dem Thema "OSKAR SCHINDLER in Deutschland".
Ich kann aufgrund meiner jahrelangen Beobachtungen bestätigen, dass wir in einer äußerst gewaltbereiten Gesellschaft leben, deren Ursachen ökonomischer Natur sind. Jahrelang musste ich mich in unserer Wohnanlage mit einem sehr brutalen, jungen Spätaussiedler auseinandersetzen. Als arbeitsloser Jugendlicher mietete er sich für seine Wochenend-Touren zu den Diskotheken der Umgebung grosse BMW und Mercedes. Regelmässig parkte er dann in der Feuerwehrauffahrt, wo dies verboten ist und behinderte dabei auch die anderen Mieter an der Ausfahrt. In unserem Wäschekeller wäre er beinahe handgreiflich geworden, wenn nicht seine Mutter eingeschritten wäre. Da diese Familie offenichtlich ihre Wohnung nicht mehr finanzieren konnte, sind sie kürzlich weggezogen. Bei all diesen Auseinandersetzungen rechnete ich auch damit, von seinen Kumpels nachts überfallen zu werden. Das hat man sich aber bei meiner Statur (1,8m Grösse, 95 kg) nun doch wohl nicht getraut.
Herzliche Grüsse
Klaus Metzger
HILDESHEIM
www.twitter.com/klmmetzger
www.talker.co.il/klmmetzger
Woher weiss der Anwalt das? Will er schon auf das kommende verfahren Einfluss nehmen. Warum muss er sich sonst zum Sprachrohr des Jungen machen. Er sollte sagen: Meine Aufgabe ist es, dass auchg auf deisen Menschen Recht und Gesetz Anwendung finden.
In vielen Gesprächen, die ich über solche Fälle führe, höre ich von der Auffassung, die, in ihren Augen gute Behandlung der Täter sei eine Sache der Beliebigkeit. Und das führt dann zu Unverständnis, nach dem Motto, kurzen Prozess machen. Weist man dann darauf hin, dass alles gesetzlich geregelt ist und zeigt eine mögliche Entwicklung entsprechend einer "kurzen Prozess Gesetzgebung" auf, lassen sich einige von unserem System überzeugen.
M. E. werden solche Vorab Aussagen von Rechtsanwälten weder dem Täter noch unserem hoch entwickelten Rechtssystem gerecht.
Ich lebe in einer mittelgroßen norddeutschen Stadt. Ich gehöre zu der jüngeren Generation und eben so alle meine Kollegen, die die "befriedete Zivilgesellschaft" sicherlich gern mal aus ihrer Sicht schildern würden.
Ich war bisher in zwei Messerstechereien und auch Prügeleien verwickelt.
Nach 22.00 Uhr fährt man als Frau grundsätzlich mit dem Taxi nach Hause. Nach 20.00 Uhr setzt man sich in den ersten Wagen hinter den Fahrer. Als Jugendlicher fährt man abends niemals allein mit der U-Bahn nach Hause. Schützenfeste und ähnliche Veranstaltungen besucht man nicht mehr wegen der Schläger, die die Mädchen in der Gruppe belästigen, um Randale zu provozieren. Ich kenne Leute, die am EC-Automaten "abgezogen" wurden oder in der S-Bahn verprügelt.
Ich denke, es sollte nicht vergessen werden, dass vor allem Jugendliche Opfer von Jugendlichen werden.
Hm, ich wohn seit mehreren Jahren in Berlin, bin ziemlich häufig in "Problemkiezen" unterwegs und hatte noch nie ne Messerstecherei, noch nie eine Schlägerei, kenne niemanden der mal abgezogen wurde, noch bin ich abgezogen worden. Ich sehe da regelmäßig Frauen auch nach 0 Uhr alleine durch die Straßen schlendern oder in öffentlichen Verkehrsmitteln.
Keine Ahnung wo sie wohnen, aber entweder sie übertreiben maßlos oder sie sollten nach Berlin kommen. Da ist es zumindest viel friedlicher.
Hm, ich wohn seit mehreren Jahren in Berlin, bin ziemlich häufig in "Problemkiezen" unterwegs und hatte noch nie ne Messerstecherei, noch nie eine Schlägerei, kenne niemanden der mal abgezogen wurde, noch bin ich abgezogen worden. Ich sehe da regelmäßig Frauen auch nach 0 Uhr alleine durch die Straßen schlendern oder in öffentlichen Verkehrsmitteln.
Keine Ahnung wo sie wohnen, aber entweder sie übertreiben maßlos oder sie sollten nach Berlin kommen. Da ist es zumindest viel friedlicher.
Das ist doch die Frage, die zwar alle stellen, die sich aber kaum einer traut, zu beantworten. Als Gesellschaft stehen wir alle fassungslos vor solchen Taten, so wie alle in diesem Bericht interviewten. Es wird allerdings Zeit, dass wir die Fassung wiedergewinnen, denn diese äusserst brutalen Taten, die auf Nichtigkeiten beruhen und oft gezielt gegen Unbeteiligte gerichtet sind, häufen sich. Wir müssen endlich darauf reagieren.
Meiner Meinung nach sollten die Täter einen fairen Prozess bekomme, aber keine Milde des Gesetzes zu spüren bekommen. Dazu gehört auch, dass wir die über 18jährigen als Erwachsene behandeln. Wir lassen sie ja auch wählen, legal Alkohol kaufen und Auto fahren, da gehört es meiner Ansicht nach dazu, dass sie auch sonst wie Erwachsene behandelt werden.
Angesichts solcher Brutalität sehe ich keine andere Möglichkeit, als harte Strafen zu verhängen. Und das sage ich als grundsätzlich liberal eingestellter Psychologe.
schon lustig das ganze
bisher wurde von der polizei immer gesagt dass man bei überfällen nicht langte herumreden soll, sondern sofort dem gegenüber die geldtasche geben soll und jetzt plötzlich soll man sich wehren
niemand kann wissen, was diese jugendlichen an waffen bei sich tragen, daher sollte man sich da nicht zu sehr einmischen, polizei rufen und gut sein lassen, weil hinterher heißt es dann von beriden streitparteien "was mischst du dich da ein, das geht dich nichts an"
aber am aller besten sind die politiker, die ja an der missere der jugend schuld sind, zuerst werden sie schon vor dem schulantritt als versager und nichtsnutze abgestempelt, während der schulzeit lässt man sie im regen stehen, das bringt dann frust und unter umständen gewalt mit sich, die eltern können sich nicht um die kinder kümmern, die dürfen für 1€ die stunde arbeiten oder sind moderne sklaven als leiharbeiter und natürlich auch gefrustet
ind en medien gibts auch nur gewalt in den serien und filmen, da springen sich die "kämpfer" mit den bergschuhen im gesicht herum und bluten nicht mal, wenn das dann real auf den schulhöfen passiert, dann gibt es schwerverletzte oder tote - sie sehen ja nichts anderes
Wenn solche Schreckensmeldungen publiziert werden haben sie meist eines gemeinsam, die Täter sind mehrfach vorbestraft!
Es ist doch offensichtlich das der Mangel an progressiv zunehmender
Strafe solches Verhalten produziert. Die Justiz ist klar der Verantwortliche für solche Morde. Man lässt es langsam bis zur Katastrophe kommen ehe eine Strafe ausgesprochen wird die den Namen verdient.
Wer zum wiederholten mal vor Gericht steht wegen einer Gewalttat darf keinen "Urlaub" bekommen.
Es sind Sanktionen auszusprechen, die wirklich schmerzen. Das Abschreckungspotenzial für Wiederholungstäter muss so hoch sein, dass er es sich genau überlegt. Die Strafe muss stärker steigen als seine zunehmende Aggression.
würde wohl auch Adolf den einzigen und Hannibal Lecter für "eigentlich Harmlose" gehalten haben; muss wohl eine perfide Art von berufsbedingter, gefühlsmäßiger Abstumpfung sein: Ein brutal ausgelöschtes Menschenleben? Schei..egal, Hauptsache s'gibt Kohle für einen weiteren Job! Das ist eine Sache.
Doch wo bleiben die Fragen nach den tieferen Gründen der rapide wachsenden Verrohung der Jugendlichen!? Die Fragen nämlich nach der breiten Chancenlosigkeit und der sicheren Reise in die Armut des "sozialen" Hafens der antisozialen Agenda-Politik des feinen Herrn Schröder, namens Hartz I-IV! Offensichtlich werden von unserem aktuellen Desozialisierungssystem bereits junge Menschen zu rabiaten Angst- und Frust-Beissern heran gezogen, die längst schon keine Zukunftsperspektiven mehr für sich ausmachen können! Was erwartet man seitens des Establishments von ausgegrenzten Menschen, die in unserer, von medialem Konsum-Terror und Neid geprägten, Gesellschaft nicht angemessen Anteil nehmen können, einfach weil es vorne und hinten nicht langt?! Da entwickelt sich direkt vor den offenen Augen unserer Politiker ein Pulverfass, dass sich bereits immer öfter in verheerender Weise entlädt und was geschieht? NIX, nur betretene Gesichter und ein paar salbungsvolle Politiker-Worte über Zivilcourage!
Davon hat der bedauernswerte Dominik Brunner, der diesen wohl weiterhin eskalierenden Missständen hierzulande nun sein Leben geopfert hat, allerdings rein gar nichts...
Die Milieutheorie als Ursache für Gewalt ist ja nun seit den 1970igern Gesetz und wem Kriminalität ein Rätsel ist, wie einem Strafrechtsprofessor in diesen Jahren, braucht sich heute vermutlich erst gar keinen Verlag suchen.
Dennoch würde eine differenzierte Sicht der Dinge möglicherweise neue Sichtweisen und Möglichkeiten der Kriminalitätsbekämpfung eröffnen. In früheren Zeiten gab es Strauchdiebe, Wegelagerer, Postkutschenüberfälle und in den 1950iger Jahren Überfälle auf Autofahrer auf noch realativ leeren Autobahnen. Und ich denke auch, dass Jugendliche immer beteiligt waren, sei es als Helfer (heute KLaukids genannt), sei es als Initiatoren.
Natürlich wurden die Delikte von denen begangen, die am gesellschaftlichen Leben und seinen Wohltaten nicht teilnehmen konnten, ich vemeide das Wort Armut, da nicht alle Armen kriminell geworden sind. Genau wie heute.
M. E. sind neue Untersuchungen, Anworten und Erkenntnisse gefordert, deren Ausbleiben man nicht allein durch Schuldvorwürfe an Politiker ompensieren kann.
Die Milieutheorie als Ursache für Gewalt ist ja nun seit den 1970igern Gesetz und wem Kriminalität ein Rätsel ist, wie einem Strafrechtsprofessor in diesen Jahren, braucht sich heute vermutlich erst gar keinen Verlag suchen.
Dennoch würde eine differenzierte Sicht der Dinge möglicherweise neue Sichtweisen und Möglichkeiten der Kriminalitätsbekämpfung eröffnen. In früheren Zeiten gab es Strauchdiebe, Wegelagerer, Postkutschenüberfälle und in den 1950iger Jahren Überfälle auf Autofahrer auf noch realativ leeren Autobahnen. Und ich denke auch, dass Jugendliche immer beteiligt waren, sei es als Helfer (heute KLaukids genannt), sei es als Initiatoren.
Natürlich wurden die Delikte von denen begangen, die am gesellschaftlichen Leben und seinen Wohltaten nicht teilnehmen konnten, ich vemeide das Wort Armut, da nicht alle Armen kriminell geworden sind. Genau wie heute.
M. E. sind neue Untersuchungen, Anworten und Erkenntnisse gefordert, deren Ausbleiben man nicht allein durch Schuldvorwürfe an Politiker ompensieren kann.
Hm, ich wohn seit mehreren Jahren in Berlin, bin ziemlich häufig in "Problemkiezen" unterwegs und hatte noch nie ne Messerstecherei, noch nie eine Schlägerei, kenne niemanden der mal abgezogen wurde, noch bin ich abgezogen worden. Ich sehe da regelmäßig Frauen auch nach 0 Uhr alleine durch die Straßen schlendern oder in öffentlichen Verkehrsmitteln.
Keine Ahnung wo sie wohnen, aber entweder sie übertreiben maßlos oder sie sollten nach Berlin kommen. Da ist es zumindest viel friedlicher.
... ist Berlin auch nicht. Letztens wurde auf der Frankfurter Allee erst jemand von Nazis schwer verletzt, fast ermordet.
http://de.indymedia.org/2...
Allerdings habe ich den subjektiven Eindruck, dass Gewalt in Berlin hauptsächlich unter "den üblichen Verdächtigen" statt findet. Also Türken gegen Araber, Nazis gegen Antifaschisten etc.
Wenn man nicht zu einer dieser Gruppen gehört, lebt man m.A. relativ stress- und gewaltfrei in Berlin.
Für das Jahr 2008 verzeichnete die Polizei in Berlin 32.268 Straftaten in Bussen, S-, U- und Trambahnen, macht rund 90 Delikte am Tag, davon wurden rund 2400 Menschen Opfer von Körperverletzung, Raub und Nötigung, macht am Tag rund 7 Opfer.
Von Januar bis September 2008 sind allein 129 Angriffe auf die Securitas (der privaten Wachschutzfirma Securitas, die einen Vertrag mit den Berliner Verkehrsbetrieben hat) gezählt worden.
Wie gesagt, wir reden hier mal nur von den Straftaten in den ÖPNV.
"Mehr als in früheren Jahren wird in Berlin geprügelt, getreten und zugestochen. Vor allem in Neukölln und Kreuzberg ist die Gefahr, überfallen zu werden, groß.Brennpunkte der Gewalt sind Neukölln und Kreuzberg, wo allein ein Fünftel aller Taten angezeigt wurde... "Die Qualität der Gewalt nimmt erschreckende Ausmaße an, immer öfter werden Messer verwendet"...Die Statistik verzeichnet einen weiteren markanten Anstieg, der sogar erfahrene Polizisten verblüfft: Zwischen April und Dezember (2007) wurden 245 "Straftaten gegen das Leben" angezeigt, das sind 67,8 Prozent mehr als im Zeitraum des Jahres zuvor. http://www.berlinonline.d...
Berlin ist lt. Statistik die viertkriminellste Stadt Deutschlands (gerechnet nach Straftaten auf 100.000 Ew.)
Sorgen bereitet den Berliner Behörden insbesondere die auf knapp 45% gestiegene Jugendkriminalität.
http://www.spiegel.de/fla...
In Berlin gibt es sogar Zivilcourage! Neulich nachts auf einem Radweg: Ein Mann beschimpft eine Frau (offenbar seine), Krempel liegt herum, umgestürzte Fahrräder. Mehrere Radfahrer und Passanten stoppen, trennen die beiden, rufen die Polizei, hauen auch nicht ab, als der Mann eine drohende Haltung einnimmt: "Habt ihr ein Problem oder was?" Allerdings war das ein Deutscher. Bei einem Türken oder Araber hätte ich nicht angehalten, da wäre mir die Gefahr zu groß, abgestochen zu werden.
[Anmerkung. Bitte verzichten Sie auf derlei pauschale Herabwürdigungen. Die Redaktion/ mwe]
... ist Berlin auch nicht. Letztens wurde auf der Frankfurter Allee erst jemand von Nazis schwer verletzt, fast ermordet.
http://de.indymedia.org/2...
Allerdings habe ich den subjektiven Eindruck, dass Gewalt in Berlin hauptsächlich unter "den üblichen Verdächtigen" statt findet. Also Türken gegen Araber, Nazis gegen Antifaschisten etc.
Wenn man nicht zu einer dieser Gruppen gehört, lebt man m.A. relativ stress- und gewaltfrei in Berlin.
Für das Jahr 2008 verzeichnete die Polizei in Berlin 32.268 Straftaten in Bussen, S-, U- und Trambahnen, macht rund 90 Delikte am Tag, davon wurden rund 2400 Menschen Opfer von Körperverletzung, Raub und Nötigung, macht am Tag rund 7 Opfer.
Von Januar bis September 2008 sind allein 129 Angriffe auf die Securitas (der privaten Wachschutzfirma Securitas, die einen Vertrag mit den Berliner Verkehrsbetrieben hat) gezählt worden.
Wie gesagt, wir reden hier mal nur von den Straftaten in den ÖPNV.
"Mehr als in früheren Jahren wird in Berlin geprügelt, getreten und zugestochen. Vor allem in Neukölln und Kreuzberg ist die Gefahr, überfallen zu werden, groß.Brennpunkte der Gewalt sind Neukölln und Kreuzberg, wo allein ein Fünftel aller Taten angezeigt wurde... "Die Qualität der Gewalt nimmt erschreckende Ausmaße an, immer öfter werden Messer verwendet"...Die Statistik verzeichnet einen weiteren markanten Anstieg, der sogar erfahrene Polizisten verblüfft: Zwischen April und Dezember (2007) wurden 245 "Straftaten gegen das Leben" angezeigt, das sind 67,8 Prozent mehr als im Zeitraum des Jahres zuvor. http://www.berlinonline.d...
Berlin ist lt. Statistik die viertkriminellste Stadt Deutschlands (gerechnet nach Straftaten auf 100.000 Ew.)
Sorgen bereitet den Berliner Behörden insbesondere die auf knapp 45% gestiegene Jugendkriminalität.
http://www.spiegel.de/fla...
In Berlin gibt es sogar Zivilcourage! Neulich nachts auf einem Radweg: Ein Mann beschimpft eine Frau (offenbar seine), Krempel liegt herum, umgestürzte Fahrräder. Mehrere Radfahrer und Passanten stoppen, trennen die beiden, rufen die Polizei, hauen auch nicht ab, als der Mann eine drohende Haltung einnimmt: "Habt ihr ein Problem oder was?" Allerdings war das ein Deutscher. Bei einem Türken oder Araber hätte ich nicht angehalten, da wäre mir die Gefahr zu groß, abgestochen zu werden.
[Anmerkung. Bitte verzichten Sie auf derlei pauschale Herabwürdigungen. Die Redaktion/ mwe]
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren