Studie zur Begabtenförderung Wer hat, dem wird gegeben

Eine Studie analysiert erstmals, wer Begabtenstipendien bekommt. Auch hier zeigt sich: Die soziale Herkunft spielt eine große Rolle.

Selten gibt es in der Bildungspolitik so gute Nachrichten: Innerhalb von vier Jahren erhöhte Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) die Ausgaben für die Förderung begabter Studenten von rund 80 Millionen Euro jährlich auf stattliche 132 Millionen – eine Steigerung um mehr als 60 Prozent. Das Geld dient einem hehren Ziel: Engagierte junge Menschen werden damit gefördert, sie gehören zu den Besten ihres Fachs.

Nun allerdings wird die Euphorie von einer aktuellen Studie gestört. Erstmals untersuchten Forscher des angesehenen Hochschul-Informations-Systems (HIS) die soziale Herkunft der rund 20.000 Stipendiaten der Begabtenförderungswerke. Das Ergebnis: Die Stipendien bekommen vor allem die Kinder gut verdienender Akademiker. Arbeiterkinder schaffen es selten in den Kreis der Auserwählten. Werden Bildung und Berufsstatus der Eltern berücksichtigt, hat demnach weniger als jeder zehnte Stipendiat in der Studienförderung eine, wie die Forscher sagen, »niedrige soziale Herkunft«, kommt also beispielsweise aus einer Arbeiterfamilie. Die Kinder beruflich erfolgreicher Akademiker Stipendiaten mit »hoher sozialer Herkunft« – machen dagegen mehr als die Hälfte der Geförderten aus.

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»Das ist die Selbstreproduktion des deutschen Bildungsbürgertums«

Zum Vergleich: In der Studentenschaft insgesamt werden nur 37 Prozent der Gruppe »hoher sozialer Herkunft« zugeordnet. Damit zeigen die neuen HIS-Zahlen sogar, dass die soziale Selektion bei der Förderung von Begabten noch stärker greift als beim Hochschulzugang.

Die Steuergelder für die Begabtenförderung werden vom Bundesbildungsministerium auf elf Stiftungen verteilt, die durch ihre unterschiedliche Ausrichtung das gesellschaftliche Spektrum in der Bundesrepublik widerspiegeln sollen. Bisher unveröffentlichte Einzelauswertungen aus der Studie weisen nun auf erhebliche Unterschiede zwischen den Förderwerken hin und machen die einseitige soziale Zusammensetzung der Stipendiaten einzelner Stiftungen besonders deutlich.

Während etwa bei der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung nur 43 Prozent der Stipendiaten eine »gehobene« oder »hohe« soziale Herkunft haben, beträgt der Anteil in diesen beiden Kategorien bei der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung, dem katholischen Cusanuswerk und der Stiftung der deutschen Wirtschaft zwischen 75 und 80 Prozent. Aus Arbeiterfamilien kommen dort lediglich sechs Prozent.

»Eine solche Studie ist von enormer Bedeutung, denn hier zeigt sich die Heranbildung von Eliten«, sagt Karl Ulrich Mayer, Co-Direktor des Zentrums für Ungleichheitsforschung an der amerikanischen Yale University. »Die Befunde sind ein echter Hammer. Das ist die Selbstreproduktion des deutschen Bildungsbürgertums.«

Denn bei der Förderung begabter Studenten geht es keineswegs nur um Geld. Die Stiftungen bieten den Geförderten Seminare und Sommerakademien an, nicht zuletzt sind sie Karrierenetzwerke, die mit beeinflussen, wer zu den Eliten von morgen gehören wird.

Michael Hartmann, Professor für Soziologie an der TU Darmstadt, stellt das System der Begabtenförderung in seiner jetzigen Form grundsätzlich infrage: »Es ist eine Illusion, dass es bei der Vergabe von Stipendien in erster Linie um Leistung geht.« Die meisten Stipendiaten der Begabtenförderungswerke hätten die Unterstützung für ihr Fortkommen gar nicht nötig, »wer wirklich Hilfe braucht, steht dagegen hintenan«.

Letzteres widerspricht nicht einmal den Richtlinien zur Vergabe der Stipendien. Denn das Bildungsministerium schreibt Begabung und Persönlichkeit als Kriterien vor, soziale Kategorien werden nicht erwähnt. Nur bei der Berechnung des monatlichen Stipendiums spielen die Einkommensverhältnisse der Eltern eine Rolle. Und da sich die Höhe der Fördersumme am Bafög orientiert, erhält rund die Hälfte der Stipendiaten lediglich ein elternunabhängiges »Büchergeld« von 80 Euro pro Monat.

Dass die Ergebnisse der HIS-Studie in einer öffentlichen Diskussion brisant sein könnten, ist den Stiftungen bewusst: Auf der Klausurtagung der Arbeitsgemeinschaft der Begabtenförderungswerke in der Bundesrepublik Deutschland vereinbarte man im Juni, über die bereits im Mai veröffentlichten Durchschnittsdaten zum sozialen Profil hinaus keine weiteren Informationen an die Öffentlichkeit zu geben. Selbst untereinander ließen sich die Förderungswerke nicht in die Studienergebnisse schauen. Auf Anfrage der ZEIT waren zehn der elf Stiftungen schließlich zur Herausgabe entsprechender Zahlen bereit. Lediglich die FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung verweist auf ausstehende »interne Auswertungen«.

Die Unsicherheit ist nachvollziehbar, denn auch vier Monate nach Veröffentlichung der ersten HIS-Zahlen haben noch nicht alle Stiftungen Antworten auf bestimmte Grundsatzfragen gefunden: Wie viel Verantwortung tragen sie dafür, dass ihre Förderung vor allem einer gesellschaftlichen Gruppe zugutekommt? Bevorzugen die Auswahlverfahren die Kinder der Gebildeten und Besserverdienenden? Und falls nicht: Gehört es zur Aufgabe der Stiftungen, Ungleichheiten abzumildern?

»In den Bewerbungsgesprächen geht es um Kunst und Literatur«

Eine Signalwirkung könnte das Vorgehen der Studienstiftung des deutschen Volkes haben. Das mit rund 10.000 Stipendiaten mit Abstand größte der elf Förderungswerke gilt als besonders anspruchsvoll, was die Leistung der Bewerber angeht. Im Gegensatz zu den übrigen Werken ist es keiner weltanschaulichen oder politischen Richtung zuzuordnen. Um dem »Verdacht« zu begegnen, »unter den Hochbegabten vornehmlich die sozioökonomisch Privilegierten zu fördern«, wie es im aktuellen Jahresbericht heißt, hatte die Studienstiftung noch vor Beginn der HIS-Studie eine eigene Sozialerhebung durchgeführt. Der Verdacht bestätigte sich: Fast zwei Drittel der Stipendiaten haben eine »hohe«, nur sechs Prozent eine »niedrige« soziale Herkunft. Damit hat die Studienstiftung eine deutlich stärkere soziale Schieflage als andere Begabtenförderungswerke.

Die erkläre sich aber durch die Zusammensetzung der Bewerber, heißt es bei der Studienstiftung. Schließlich haben es die Kinder bildungsbürgerlicher Eltern auf jeder Stufe von der Kita bis zur Uni leichter. Für den Neurobiologen Gerhard Roth, Präsident der Studienstiftung, spiegelt sich die Situation bei den Stipendiaten lediglich wider. »Auf diese Verhältnisse kann und will die Studienstiftung keinen Einfluss nehmen – wie sollte sie auch!«, schreibt Roth im Jahresbericht der Studienstiftung. Mit anderen Worten: Wer nach Leistung auswählt, trägt keine Verantwortung für die Herkunft der Erfolgreichen.

Zwei Stichproben aus den Jahren 1998 und 2006 hatten die soziale Zusammensetzung der Bewerber für die Studienstiftung mit denen der aufgenommenen Stipendiaten verglichen und keine Unterschiede festgestellt – weshalb man nun eine Diskriminierung aufgrund der sozialen Herkunft ausschließt.

Trotzdem bleibt zu fragen, ob nicht bereits vom Zuschnitt der Auswahlverfahren vor allem Bewerber aus privilegierten Elternhäusern profitieren. So sind Gruppendiskussionen und Gespräche ohne festen Fragenkatalog weitverbreitete Methoden. »Dabei sind die Antworten aber nicht sinnvoll zu vergleichen«, sagt der Psychologieprofessor Heinz Schuler von der Universität Hohenheim. Der Effekt: Subjektive, auch unbewusste Einschätzungen der Auswahlkommission gewinnen an Bedeutung. Elitenforscher Hartmann verweist zudem auf deren eigenen bildungsbürgerlichen Hintergrund: »Bei vielen Auswahlgesprächen geht es nicht um fachliche Kenntnisse, sondern um das Wissen über Kunst und Literatur.«

Der Yale-Soziologe Karl Ulrich Mayer fordert, »die Auswahl der Begabtenförderung müsste kompensatorisch sein und vorhergehende Nachteile ausgleichen«. Man könne die soziale Selektion international beobachten, von den amerikanischen Elite-Colleges bis zu den französischen Écoles Normales. »Die einseitige soziale Zusammensetzung ist aber keineswegs unveränderlich«, sagt Mayer und fordert eine »bewusstere Aufnahmepolitik«.

Inzwischen ist bei der Studienstiftung Bewegung in die Diskussion gekommen. »Begabungen von Studenten mit niedriger sozialer Herkunft müssen besonders gefördert werden«, sagt ihr Generalsekretär Gerhard Teufel. Dahinter steckt die Einsicht, dass es möglicherweise ein besonders starkes Indiz für Begabung ist, bei nur geringer Förderung durch das Elternhaus überhaupt ein Aufnahmeverfahren der Begabtenförderung zu erreichen. Die Studienstiftung habe wohl bisher ihre Aufgeschlossenheit gegenüber Bewerbern aus bildungsfernen Familien überschätzt. Auf der nächsten Kuratoriumssitzung Anfang Oktober, noch vor der kommenden Auswahlrunde, werde man beraten, was man dagegen unternehmen könne.

Bereits beschlossen ist die Einführung eines Begabungstests, der vom Sommersemester 2010 an eine Selbstbewerbung bei der Studienstiftung ermöglichen soll. Bisher ist die Empfehlung durch einen Schuldirektor oder Hochschulprofessor notwendig. Die Erfahrung der anderen Stiftungen zeigt allerdings: Selbst wenn eine Selbstbewerbung möglich ist, sind es vor allem Kinder aus privilegierteren Elternhäusern, die sich den Erfolg im Auswahlverfahren zutrauen. Studenten aus nicht akademischen Familien will die Studienstiftung nun als Anreiz die Testgebühr von 50 Euro erlassen.

Einem wahren Tabubruch allerdings käme in der Studienstiftung die Einführung einer Sozialquote gleich. Gerhard Teufel hält inzwischen sogar das für denkbar: »Ich schließe die Einführung einer Quote beim Aufnahmeverfahren für die Zukunft nicht mehr aus.« Auch wenn bei einer Quote noch absolut unklar sei, wie hoch sie ausfallen sollte, um wirklich fair zu sein. »Außerdem kann es zu einer Stigmatisierung der über diesen Weg Aufgenommenen führen«, gibt Teufel zu bedenken.

Trotz aller noch vorhandenen Zweifel könnte ein solcher Schritt auch einige der kleineren Stiftungen unter Druck setzen – zumindest jene, bei denen die soziale Zusammensetzung der Stipendiaten ähnlich einseitig ist. Bisher reagieren Stiftungen und Bildungsministerium nur zaghaft auf das Problem. Bundesbildungsministerin Annette Schavan verzichtete nach der Veröffentlichung der HIS-Studie zunächst auf eine Stellungnahme, nun sagt sie: »Wir müssen noch stärker als bisher Begabte aus allen sozialen Bereichen fördern. Die Begabtenförderungswerke haben deshalb in den vergangenen Jahren begonnen, gezielt Stipendiatinnen und Stipendiaten aus bildungsfernen Elternhäusern zu gewinnen.« Für einige Stiftungen wird dies durch die Zahlen des HIS durchaus belegt, etwa bei der parteinahen Rosa-Luxemburg-Stiftung (Linke).

Auch die Förderung von Fachhochschulstudenten durch die CSU-nahe Hanns-Seidel-Stiftung wirkt sich ausgleichend auf die soziale Zusammensetzung der Stipendiaten aus. Doch gerade die Stiftungen mit besonderem Nachholbedarf ändern nichts an ihren Auswahlverfahren. Stattdessen versuchen sie zum Beispiel durch Öffentlichkeitsarbeit an Schulen und Universitäten, die bildungsferne Zielgruppe verstärkt zur Bewerbung um ein Stipendium zu ermutigen. Die Stiftung der Deutschen Wirtschaft reagiert mit einem umfangreichen Seminarprogramm zum Studieneinstieg für diese Schüler. Das Bundesbildungsministerium verweist auf neu eingeführte Aufstiegsstipendien für Studenten aus Lehrberufen ohne klassisches Abitur. An der Auswahlpolitik der Begabtenförderungswerke ändern auch solche Initiativen allerdings nichts.

Diesen Artikel finden Sie als Audiodatei im Premiumbereich unter www.zeit.de/audio

 
Leser-Kommentare
    • CM
    • 24.09.2009 um 15:46 Uhr

    Unser Bildungssystem ist auf dem besten Weg, die gesellschaftlichen Schichten Deutschlands in eine Stände- und Kastengesellschaft zu überführen. Diesmal ist es nicht die Hautfarbe oder Religion, sondern "nur" das Geld der Eltern und deren Status. Wir sind also schon dort, wo unsere Bildungseinrichtungen unter Kaiser Wilhelm waren.

    Das ist nicht nur faschistoid, es bedeutet einen riesigen Schaden für die Gesellschaft, weil nicht die Begabten gefördert werden, die morgen Ideen haben, mit denen man in Zukunft unseren Staat und unsere Renten finanzieren kann. Und es zerstört den Zusammenhalt der Gesellschaft, ähnlich die wie Ghettobildung in den Städten.

    Eine Leser-Empfehlung
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    Sicher zeichnet sich bei uns seit langem ein Kastensystem ab.
    In dem es offenbar nur noch um Geld-haben geht - aber weder um Intelligenz - Begabung - charakterliche/sittliche Werte - sonstiges.
    Es geht um Frechheit - aber nicht um Tüchtigsein - Kompetenz.
    Es geht um Lug und Trug und Gewalt - aber nicht um charakterliche Werte und Fähigkeiten und Friedlich.
    Es geht um Schizophrenie und Wahnsinn aber nicht um normal und Natürlich
    und Emphatie.
    Das übliche eben - wie schon seit - langem ...

    Mit "Indien" hat das Ganze soviel zu tun ...
    als das hier in D. eben seit 1992 schon sofort Viele aus allem
    rausgeflogen sind - nun ohne Zähne - fast blind - demnächst auch noch
    ohne Krücken auf den Knien herumrutschen.

    Das Ganze war Verrat!
    Deutschland hat einen eigenen kulturellen Background.
    Das was seit der "Sozialen Frage" erarbeitet worden war,
    was noch verbessert und verfeinert gehört hätte
    verschwindet wieder ...
    weil man sich eben doch mit nur wenigen Reichen eben doch besser
    verständigen und einigen kann - als mit allen der ganzen Nation.
    Für den Hochadel und die Hochfinanz sind es zwar immer noch zuviele
    aber dem kann sicher mit der Zeit abgeholfen werden.
    Die DDR hatte einen Anspruch gehabt schnellstmöglich gehoben und angeglichen zu werden. - Auch das nicht ...
    Lieber trieb man alle in den Wahnsinn und in die Gewalt - in den Suff und 20 Jahre später ist Deutschland noch immer keine Ganzheit.

    Sicher zeichnet sich bei uns seit langem ein Kastensystem ab.
    In dem es offenbar nur noch um Geld-haben geht - aber weder um Intelligenz - Begabung - charakterliche/sittliche Werte - sonstiges.
    Es geht um Frechheit - aber nicht um Tüchtigsein - Kompetenz.
    Es geht um Lug und Trug und Gewalt - aber nicht um charakterliche Werte und Fähigkeiten und Friedlich.
    Es geht um Schizophrenie und Wahnsinn aber nicht um normal und Natürlich
    und Emphatie.
    Das übliche eben - wie schon seit - langem ...

    Mit "Indien" hat das Ganze soviel zu tun ...
    als das hier in D. eben seit 1992 schon sofort Viele aus allem
    rausgeflogen sind - nun ohne Zähne - fast blind - demnächst auch noch
    ohne Krücken auf den Knien herumrutschen.

    Das Ganze war Verrat!
    Deutschland hat einen eigenen kulturellen Background.
    Das was seit der "Sozialen Frage" erarbeitet worden war,
    was noch verbessert und verfeinert gehört hätte
    verschwindet wieder ...
    weil man sich eben doch mit nur wenigen Reichen eben doch besser
    verständigen und einigen kann - als mit allen der ganzen Nation.
    Für den Hochadel und die Hochfinanz sind es zwar immer noch zuviele
    aber dem kann sicher mit der Zeit abgeholfen werden.
    Die DDR hatte einen Anspruch gehabt schnellstmöglich gehoben und angeglichen zu werden. - Auch das nicht ...
    Lieber trieb man alle in den Wahnsinn und in die Gewalt - in den Suff und 20 Jahre später ist Deutschland noch immer keine Ganzheit.

  1. Kann dem Artikel nicht ganz zustimmen. Es ist einfach nur falsch, wenn man sagt, die Prüfer würden gezielt Kinder aus Ihrer eigenen sozialen Schicht bevorzugen. Zur Teilnahme an einer solchen Prüfung für Hochbegabte gibt es schließlich feste Kriterien. Wer diese erfüllt, kann teilnehmen, wer nicht, darf nicht teilnehmen. Das hat nichts mit sozialer Selektion zu tun, sondern unterstützt nur den Gedanken der Stiftungen, nämlich Hochbegabte zu fördern. Eine Quotenregelung würde diese Absicht konterkarieren. Da kann man Stipendien gleich verlosen.
    Außerdem gibt es bei solchen Prüfungen klar festgelegte Themenbereiche, über die der Bewerber geprüft wird. Es ist kaum so, dass dort nur über Kunst und Literatur gefragt wird, sondern es wird das gesamte Spektrum abgedeckt, wobei der Prüfling selbst oft noch Einschränkungen in der Themenwahl machen kann.
    Gerade die unabhängigen Stiftungen müssen sich auch in Zukunft auf den Leistungsgedanken bauen, sonst sind sie überflüssig. Wenn manchen Stiftungen andere Schwerpunkte legen, ist dies ja ok, aber sicher nicht bei den unabhängigen Stiftungen.
    Und zum Schluss noch etwas zu den sogenannten Akademikerkindern: Es ist auch für eine mittelständische Familie eine große Erleichterung, wenn ein begabtes Kind Studienzuschüsse bekommt. Gerade für Familien mit mehreren kidnern ist es nämlich keine Selbstverständlichkeit, das Studium aller Kinder finanziell zu ermöglichen.

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    ...vermutlich die gerechteste Variante. Wer sagt denn, daß jemand mit akademischem Elternhaus und besonderer Begabung auch gewillt ist, daraus etwas zu machen, das der Gesellschaft die Finanzierung wert ist ?

    Wird jemals geprüft, was aus Stipendiaten später geworden ist ? Ob die Investition sich amortisiert hat ?

    ...vermutlich die gerechteste Variante. Wer sagt denn, daß jemand mit akademischem Elternhaus und besonderer Begabung auch gewillt ist, daraus etwas zu machen, das der Gesellschaft die Finanzierung wert ist ?

    Wird jemals geprüft, was aus Stipendiaten später geworden ist ? Ob die Investition sich amortisiert hat ?

  2. Mal etwas ketzerisch gefragt: Kann es sein dass die Kinder von besserverdienenden Elternhäusern einfach auch begabter sind ?
    Vielleicht nicht in dem Maße wie sich das bei den Stipendien widerspiegelt, aber doch in einem so großen Maß dass es statistisch relevant ist, und die Studie weniger dramatisch wirken ließe.

    Die besserverdienenden Eltern sind ja in der Regel deshalb besserverdienend weil sie mal studiert haben und danach beruflich erfolgreich waren. Auf Studium und beruflichen Erfolg hat aber auch die Intelligenz einen Einfluß. Die Unis und FHs sind voll mit Studis die nebenbei alles mögliche tun müssen um Geld beizuschaffen, und das war vor 20-30 Jahren nicht anders.

    Und da sich die Menschen ja bevorzugt innerhalb ihrer "Sozialen Schicht" paaren, wäre es nicht verwunderlich wenn Kinder von 2 Intelligenten Menschen (z.B. einer Studentin und einem Studenten aus der 80ern) dann ebenfalls leicht überdurchschnittlich intelligent ist - und damit wieder eher für eine Begabtenförderung in Frage kommt. (Hinzu kommt natürlich noch die bildungsbürgerliche erziehung).

    Die Begabtenförderung durch Stipendien setzt an einem Punkt ein, an dem ein großer Teil des Erwachsenwerdens schon abgeschlossen ist: Schule, Erziehung, biologische Anlagen, das ist in den 20jährigen Studi alles schon recht fertig reingeschrieben worden. Und da ist es doch nicht verwunderlich wenn selbst eine hyperneutrale Begabtenförderung eher Kinder aus finanziell "besseren" Elternhäusern aufnehmen würde.

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    ... sein, ist aber nicht so, zumindest laut Zwillingsforschung:
    http://de.wikipedia.org/w...

    Zitat:
    "Sehr wichtig ist, das Ergebnis richtig zu interpretieren. Oft liest man Aussagen wie „50 % der Intelligenz sind vererbt“. Das ist ein Trugschluss! Die Untersuchungen zeigen, dass ca. 50 % der Varianz der Intelligenz in einer Population auf erbliche Faktoren zurückgehen, d.h. jeder zweite Unterschied bei der Intelligenz ist erblich bedingt. Die Aussage, dass 50 % der persönlichen Intelligenz auf das Erbgut, welches man von seinen Eltern erhalten hat, zurückzuführen ist, ist falsch."

    So richtig einig ist man sich da jedoch nicht, schon deshalb, weil es unheimlich schwer ist "Intelligenz" zu definieren. Der eine hat starke mathematische Fähigkeiten, der andere kann sich gut Fakten merken, wieder jemand anderes besonders gut Instrumente lernen oder sich in andere Menschen hineinversetzen, tolle Bilder malen, besonders gut organisieren, besonders viel Phantasie haben etc. All das hängt irgendwie mit Intelligenz zusammen und ist doch so unterschiedlich...

    • Krizzz
    • 24.09.2009 um 21:21 Uhr

    Lupo1977 erliegt in seinen Überlegungen einigen Trugschlüssen!
    Die Vererbung der Intelligenz, oder besser bestimmter Begabungen, weist den nachgewiesenen Effekt der Entwicklung zum Durchschnitt auf.
    Wenn zwei Professoren ein Kind zeugen ist es wahrscheinlicher das dieses weniger Intelligent ist als die Eltern. Umgekehrt ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass das Kind einer unterdurchschnittlich Intelligenten Familie intelligenter als die Eltern ist.

    Ursächlich für diese fortgeschrittene soziale Selektion an den Hochschulen sind die gleichen Effekte, die bereits in der Grundschule wirken: Die Wahrnehmung von Sprachcodes. Dabei wird zwischen elaboriertem und restringiertem Sprachcode unterschieden.

    Dies ist in der direkten Vorstellungssituation für ein Stipendium entscheident: Sich über Kunst und Kultur zu unterhalten vermag wenig über tatsächliche Leistungen auszusagen, zeigt aber deutlich aus welchen sozialen Kreisen derjenige stammt.

    Nein! Das sieht nur so aus!
    Viele Probleme - die meisten sogar - stellen sich gar nicht erst
    wenn genügend Geld da ist.
    Mit finanzieller Sicherheit lebt es sich einfach leichter.
    Man bricht nicht dauernd ein - wegen nichts.
    Würde der Rechtsstaat funktionieren - ginge es ja noch.
    Wenn: Kein Geld > keine Rechte > und beides dann "seelischkrank" sein soll - ist sehr schnell von "Begabung" oder Arbeit/Beruf nicht mehr die Rede ... Es geht einfach nicht mehr weiter! Es sieht kein Mensch mehr hin - falls überhaupt mal Jemand hin sah - und nicht nur erwartet worden war - das alles und Jeder funktioniert "wie alle"!
    Das geht alles eine Weile. Bis zu den Betrügern in Wort - Gefühl -
    Verhalten - Liebe - Sex und: Geld und dann: Geht es los!
    Wieviele Betrüger die einen um Hunderte und Tausende abnehmen und dann Diebe die auch noch Sachwerte klauen - kann ein/e Einzelne auffangen? Ohne ordentliche Gerichte? - Endet das Leben sehr schnell.

    Gibt es Belege dafür? Nein, die gibt es nicht.
    Es stimmt schon, dass sich meistens Menschen aus der gleichen sozialen Schicht paaren. Doch das führt bei Akademikern nicht dazu, dass deren Nachwuchs auch überdurchschnittlich intelligent ist, sondern überdurchschnittlich karrierefixiert. Die Motivationen sind so undurchschaubar komplex, dass man trotz solcher Studien nichts über Intelligenz aussagen kann. Man kann nur feststellen, das die sozial bessergestellten auch besser abschneiden.
    Warum sei mal dahingestellt. Bessere Frühförderung, mehr Geld für Literatur, etc.
    Die Studenten sind auch nicht immer die Klügsten. Da gibt's klügere die nicht das Privileg haben zu studieren. Aber leider zählen nunmal die Abschlüsse.
    Man sollte kein vorschnelles Urteil fällen, denn die Diskussion geht nicht ausschließlich um sozial Benachteiligte, sondern um die besten Köpfe und unser aller Zukunft. Um Fortschritt und Wohlstand.
    Es ist total engstirnig und arrogant dabei nur auf Akademikerkinder und Kinder aus wohlhabenden Familien zu schauen, als könnte man nur von diesen etwas erwarten. Wie gesagt, es geht nicht um scheiternde Einzelschicksale sondern um unsere Gesellschaft. Wenn man jemand anderem etwas eingesteht, profitiert man vielleicht selbst davon.
    Man muss die Talentierten einsetzen, genau da wo sie am talentiertesten sind. Egal welcher Herkunft.

    ... sein, ist aber nicht so, zumindest laut Zwillingsforschung:
    http://de.wikipedia.org/w...

    Zitat:
    "Sehr wichtig ist, das Ergebnis richtig zu interpretieren. Oft liest man Aussagen wie „50 % der Intelligenz sind vererbt“. Das ist ein Trugschluss! Die Untersuchungen zeigen, dass ca. 50 % der Varianz der Intelligenz in einer Population auf erbliche Faktoren zurückgehen, d.h. jeder zweite Unterschied bei der Intelligenz ist erblich bedingt. Die Aussage, dass 50 % der persönlichen Intelligenz auf das Erbgut, welches man von seinen Eltern erhalten hat, zurückzuführen ist, ist falsch."

    So richtig einig ist man sich da jedoch nicht, schon deshalb, weil es unheimlich schwer ist "Intelligenz" zu definieren. Der eine hat starke mathematische Fähigkeiten, der andere kann sich gut Fakten merken, wieder jemand anderes besonders gut Instrumente lernen oder sich in andere Menschen hineinversetzen, tolle Bilder malen, besonders gut organisieren, besonders viel Phantasie haben etc. All das hängt irgendwie mit Intelligenz zusammen und ist doch so unterschiedlich...

    • Krizzz
    • 24.09.2009 um 21:21 Uhr

    Lupo1977 erliegt in seinen Überlegungen einigen Trugschlüssen!
    Die Vererbung der Intelligenz, oder besser bestimmter Begabungen, weist den nachgewiesenen Effekt der Entwicklung zum Durchschnitt auf.
    Wenn zwei Professoren ein Kind zeugen ist es wahrscheinlicher das dieses weniger Intelligent ist als die Eltern. Umgekehrt ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass das Kind einer unterdurchschnittlich Intelligenten Familie intelligenter als die Eltern ist.

    Ursächlich für diese fortgeschrittene soziale Selektion an den Hochschulen sind die gleichen Effekte, die bereits in der Grundschule wirken: Die Wahrnehmung von Sprachcodes. Dabei wird zwischen elaboriertem und restringiertem Sprachcode unterschieden.

    Dies ist in der direkten Vorstellungssituation für ein Stipendium entscheident: Sich über Kunst und Kultur zu unterhalten vermag wenig über tatsächliche Leistungen auszusagen, zeigt aber deutlich aus welchen sozialen Kreisen derjenige stammt.

    Nein! Das sieht nur so aus!
    Viele Probleme - die meisten sogar - stellen sich gar nicht erst
    wenn genügend Geld da ist.
    Mit finanzieller Sicherheit lebt es sich einfach leichter.
    Man bricht nicht dauernd ein - wegen nichts.
    Würde der Rechtsstaat funktionieren - ginge es ja noch.
    Wenn: Kein Geld > keine Rechte > und beides dann "seelischkrank" sein soll - ist sehr schnell von "Begabung" oder Arbeit/Beruf nicht mehr die Rede ... Es geht einfach nicht mehr weiter! Es sieht kein Mensch mehr hin - falls überhaupt mal Jemand hin sah - und nicht nur erwartet worden war - das alles und Jeder funktioniert "wie alle"!
    Das geht alles eine Weile. Bis zu den Betrügern in Wort - Gefühl -
    Verhalten - Liebe - Sex und: Geld und dann: Geht es los!
    Wieviele Betrüger die einen um Hunderte und Tausende abnehmen und dann Diebe die auch noch Sachwerte klauen - kann ein/e Einzelne auffangen? Ohne ordentliche Gerichte? - Endet das Leben sehr schnell.

    Gibt es Belege dafür? Nein, die gibt es nicht.
    Es stimmt schon, dass sich meistens Menschen aus der gleichen sozialen Schicht paaren. Doch das führt bei Akademikern nicht dazu, dass deren Nachwuchs auch überdurchschnittlich intelligent ist, sondern überdurchschnittlich karrierefixiert. Die Motivationen sind so undurchschaubar komplex, dass man trotz solcher Studien nichts über Intelligenz aussagen kann. Man kann nur feststellen, das die sozial bessergestellten auch besser abschneiden.
    Warum sei mal dahingestellt. Bessere Frühförderung, mehr Geld für Literatur, etc.
    Die Studenten sind auch nicht immer die Klügsten. Da gibt's klügere die nicht das Privileg haben zu studieren. Aber leider zählen nunmal die Abschlüsse.
    Man sollte kein vorschnelles Urteil fällen, denn die Diskussion geht nicht ausschließlich um sozial Benachteiligte, sondern um die besten Köpfe und unser aller Zukunft. Um Fortschritt und Wohlstand.
    Es ist total engstirnig und arrogant dabei nur auf Akademikerkinder und Kinder aus wohlhabenden Familien zu schauen, als könnte man nur von diesen etwas erwarten. Wie gesagt, es geht nicht um scheiternde Einzelschicksale sondern um unsere Gesellschaft. Wenn man jemand anderem etwas eingesteht, profitiert man vielleicht selbst davon.
    Man muss die Talentierten einsetzen, genau da wo sie am talentiertesten sind. Egal welcher Herkunft.

  3. 4.

    Das Ergebnis wundert mich kein bisschen - Kinder aus Akademikerhaushalten sehen einfach schon förderungswürdiger aus. Das beginnt in der Grundschule, setzt sich fort bis zum Abitur und natürlich auch danach. Insofern finde ich das Stipdendienwesen mehr als fragwürdig, alleine zwei Stipendiaten der "Studienstiftung des Deutschen Volkes" aus meinem Bekanntenkreis hatten Eltern, die sich die Ausbildung ihrer Kinder ohne weiteres hätten leisten können, d.h. sie hätten ohnehin studiert, und zwar das, was sie studiert haben, ergo keine Lenkungswirkung, kein Effekt - hinausgeworfenes Geld.

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    Lieber Herr Riddle, leider geht ihr Kommentar am Thema vorbei. Die Kinder aus materiell gut situierten Elternhäusern bekommen nur eine Bücherprämie und nicht das am Bafög angelehnte Stippendium. Bei der Begabtenförderung geht es um wesentlich mehr. Der Stipendiat kann sich im Rahmen der Förderung an Bildungsseminaren beteiligen, Auslandsaufenthalte strukturiet planen, mit Vertrauensdozenten über Studienfragen reden etc. Dies stellt eine persönliche Anerkennung des Stipendiaten in den Vordergrund und stellt an seine Qualifizierung hohe Anforderungen. Jeder, der diese Voraussetzungen erfüllt, sollte die Chance bekommen, sich um eine Förderung zu bewerben.

    Lieber Herr Riddle, leider geht ihr Kommentar am Thema vorbei. Die Kinder aus materiell gut situierten Elternhäusern bekommen nur eine Bücherprämie und nicht das am Bafög angelehnte Stippendium. Bei der Begabtenförderung geht es um wesentlich mehr. Der Stipendiat kann sich im Rahmen der Förderung an Bildungsseminaren beteiligen, Auslandsaufenthalte strukturiet planen, mit Vertrauensdozenten über Studienfragen reden etc. Dies stellt eine persönliche Anerkennung des Stipendiaten in den Vordergrund und stellt an seine Qualifizierung hohe Anforderungen. Jeder, der diese Voraussetzungen erfüllt, sollte die Chance bekommen, sich um eine Förderung zu bewerben.

    • Krizzz
    • 24.09.2009 um 16:02 Uhr
    5.

    Bei der Einführung der Studiengebühren wurde auf das Argument der darauf folgenden weiter zunehmenden sozialen Selektion gerne erwidert:
    Dann müsse man das Stipendien-System weiter ausbauen. Diese fühlen sich dafür aber offensichtlich eher nicht verantwortlich und werden diesen Anforderungen nicht gerecht.

    Was ist denn der Zweck eines Stipendiums? Finanzielle Hilfe für diejenigen, die sich das Studium nicht leisten können, oder elitäre Netzwerke für gehobene soziale Kreise anzubieten?

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    Wahrscheinlich sollte er beides sein. Je nachdem. Ich finde jedenfalls nichts verwerfliches dran Studenten die Leistungsfähig sind auch ein Netzwerk zu geben. Das kommt am Ende ja auch wieder der Gesellschaft zu gute.

    Um jedoch für mehr Leute an diese Leistung heranzuführen braucht es parallel Stipendien, die an untere soziale Schichten gerichtet sind. Da diese jedoch kein Kredit sind müssen auch die an eine Leistung gekoppelt sein. Nur eben nicht verglichen mit den ganzen Akademiker-Kindern die eventuell einfach mehr Vorbildung hatten und brav ein Instrument gelernt haben.

    Beides ist notwendig. In Amerika gibt es auch beides. Natürlich wird sich der Effekt, dass sozial-schwächere Benachteiligt werden nie komplett aufheben lassen. Zwei unterschiedliche Stipendien-Systeme (und vor allem mehr Unabhängige Stipendien) wären auf dem Weg dahin auf jeden Fall hilfreich.

    Wahrscheinlich sollte er beides sein. Je nachdem. Ich finde jedenfalls nichts verwerfliches dran Studenten die Leistungsfähig sind auch ein Netzwerk zu geben. Das kommt am Ende ja auch wieder der Gesellschaft zu gute.

    Um jedoch für mehr Leute an diese Leistung heranzuführen braucht es parallel Stipendien, die an untere soziale Schichten gerichtet sind. Da diese jedoch kein Kredit sind müssen auch die an eine Leistung gekoppelt sein. Nur eben nicht verglichen mit den ganzen Akademiker-Kindern die eventuell einfach mehr Vorbildung hatten und brav ein Instrument gelernt haben.

    Beides ist notwendig. In Amerika gibt es auch beides. Natürlich wird sich der Effekt, dass sozial-schwächere Benachteiligt werden nie komplett aufheben lassen. Zwei unterschiedliche Stipendien-Systeme (und vor allem mehr Unabhängige Stipendien) wären auf dem Weg dahin auf jeden Fall hilfreich.

  4. ... sein, ist aber nicht so, zumindest laut Zwillingsforschung:
    http://de.wikipedia.org/w...

    Zitat:
    "Sehr wichtig ist, das Ergebnis richtig zu interpretieren. Oft liest man Aussagen wie „50 % der Intelligenz sind vererbt“. Das ist ein Trugschluss! Die Untersuchungen zeigen, dass ca. 50 % der Varianz der Intelligenz in einer Population auf erbliche Faktoren zurückgehen, d.h. jeder zweite Unterschied bei der Intelligenz ist erblich bedingt. Die Aussage, dass 50 % der persönlichen Intelligenz auf das Erbgut, welches man von seinen Eltern erhalten hat, zurückzuführen ist, ist falsch."

    So richtig einig ist man sich da jedoch nicht, schon deshalb, weil es unheimlich schwer ist "Intelligenz" zu definieren. Der eine hat starke mathematische Fähigkeiten, der andere kann sich gut Fakten merken, wieder jemand anderes besonders gut Instrumente lernen oder sich in andere Menschen hineinversetzen, tolle Bilder malen, besonders gut organisieren, besonders viel Phantasie haben etc. All das hängt irgendwie mit Intelligenz zusammen und ist doch so unterschiedlich...

    Antwort auf "andere Ursachen ?"
  5. ... das klar. Stipendien bringen sozial nur nennenswert was, wenn sie nicht auf besonders "Begabte" ausgerichtet sind, sondern auf sozial Benachteiligte. Das ist ganz logisch, sonst würden ja allein durch Leistungsanforderungen soziale Unterschiede nivelliert und wir wissen aus den Schulen, dass das nicht so ist. Warum sollte das bei Studenten anders sein?

    Desweiteren war der Tick mit den Stipendien eh nur das Feigenblatt, um Studiengebühren, Bildungskredite und lächerliches Bafög zu rechtfertigen. Selbst in den, ach so vorbildlichen, USA reichen die Stipendien nicht aus und verstärken die Selektion. Auch eine nennenswerte Verbesserung der Situation in Deutschland ist, meines Wissens, nicht eingetreten.

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    Für die Studienstiftung des dt. Volkes wird man als Student i.d.R. von einem Professor vorgeschlagen. Der orientiert sich dabei natürlich einerseits an den Leistungen des Studenten, Sympathie spielt aber meiner Meinung nach in den meisten Fällen auch eine große Rolle. Ein Professor, der im bildungsbürgerlichen Milieu zuhause ist, wird einfach eher jemanden fördern, der ihm selbst von der sozialen Herkunft und vom Habitus ähnlich ist, auch wenn er diese Entscheidung unbewusst trifft.

    Für die Studienstiftung des dt. Volkes wird man als Student i.d.R. von einem Professor vorgeschlagen. Der orientiert sich dabei natürlich einerseits an den Leistungen des Studenten, Sympathie spielt aber meiner Meinung nach in den meisten Fällen auch eine große Rolle. Ein Professor, der im bildungsbürgerlichen Milieu zuhause ist, wird einfach eher jemanden fördern, der ihm selbst von der sozialen Herkunft und vom Habitus ähnlich ist, auch wenn er diese Entscheidung unbewusst trifft.

  6. Für die Studienstiftung des dt. Volkes wird man als Student i.d.R. von einem Professor vorgeschlagen. Der orientiert sich dabei natürlich einerseits an den Leistungen des Studenten, Sympathie spielt aber meiner Meinung nach in den meisten Fällen auch eine große Rolle. Ein Professor, der im bildungsbürgerlichen Milieu zuhause ist, wird einfach eher jemanden fördern, der ihm selbst von der sozialen Herkunft und vom Habitus ähnlich ist, auch wenn er diese Entscheidung unbewusst trifft.

    Antwort auf "Eigentlich war..."
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    • CM
    • 24.09.2009 um 18:04 Uhr

    Der Rechtsstaat hat einen Vorteil: die Gesetze sind formuliert und gelten für jeden. Es gibt, wenn die Gesetze gut gemacht sind, klare und eindeutige Kriterien, nach denen sich die Exekutive und Judikative zu richten haben.

    Ein sympathisches Lächeln eines Bewerbers ist kein solches Kriterium, auch nicht die Nähe zu einem Professor, und schon gar nicht der Status und das Einkommen der Eltern.

    Auch ein Vorname wie Kevin oder Mandy ist kein Kriterium für die Ablehnung eines Stipendiums, ebenso wenig wie "Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Schmalzlocke" für den Bewerber spricht.

    Dennoch läuft die "Begabtenförderung" auf Kriecherei vor dem Professor, eventuell mehr hinaus. Statt Rechtsstaatlichkeit bekommen wir hier den Faktor Willkür, und der kann leicht auch durch Korruption und Vetternwirtschaft ergänzt werden.

    • CM
    • 24.09.2009 um 18:04 Uhr

    Der Rechtsstaat hat einen Vorteil: die Gesetze sind formuliert und gelten für jeden. Es gibt, wenn die Gesetze gut gemacht sind, klare und eindeutige Kriterien, nach denen sich die Exekutive und Judikative zu richten haben.

    Ein sympathisches Lächeln eines Bewerbers ist kein solches Kriterium, auch nicht die Nähe zu einem Professor, und schon gar nicht der Status und das Einkommen der Eltern.

    Auch ein Vorname wie Kevin oder Mandy ist kein Kriterium für die Ablehnung eines Stipendiums, ebenso wenig wie "Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Schmalzlocke" für den Bewerber spricht.

    Dennoch läuft die "Begabtenförderung" auf Kriecherei vor dem Professor, eventuell mehr hinaus. Statt Rechtsstaatlichkeit bekommen wir hier den Faktor Willkür, und der kann leicht auch durch Korruption und Vetternwirtschaft ergänzt werden.

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