Studentenverbindungen Sicheres Netz
Katholische Studentenverbindungen haben wieder Zulauf. Studierende finden dort, was sie sonst vermissen: Werte, Kontakte und Orientierung
Es klirrt. Klick, klack, klick. Rhythmisch sausen die Klingen durch die Luft. Die Kämpfenden tragen Schutzbrillen, vor jedem Auge ein eisernes Gitter. Bis zum Kinn reicht die Halskrause, nur die Wangen liegen frei. Dann der Aufschrei. Dort, wo jetzt das Blut fließt, wird sich später eine lange weißliche Narbe bilden. Ein Schmiss, wie Verbindungsstudenten sagen. Es waren Szenen wie diese aus Agatha Christies Poirot, die Christian Wilhelm im Kopf hatte, als er das erste Mal von studentischen Verbindungen hörte. Neugierig wurde er, als er im dritten Semester die Anzeige einer Verbindung las, die nicht nur ein billiges Zimmer offerierte, sondern mit einem Zusammenleben nach katholischen Werten warb. Bei seinem Besuch »auf dem Haus« realisierte er, dass nicht alle Männerbünde eine Mensur schlagen und nicht alle Mitglieder eine Narbe riskieren.
Das Wort »Schutzburg« fällt Christian Wilhelm ein, wenn er nach einem Bild sucht, um zu beschreiben, was die Verbindung heute für ihn ist. Sie schützt ihn gegen das rauer werdende Klima an der Uni, gegen den Konkurrenzkampf auf dem Arbeitsmarkt und die Anonymität im Hörsaal. Und sie sorgt für Ablenkung von alldem: Festliche Bälle oder Etikette-Seminare gehören zum Standardprogramm der Hasso-Rhenania, einer katholischen Studentenverbindung in Mainz.
Wurden die Verbindungsstudenten mit ihren Corpsmützen und Bändern vom Gros der Studenten vor ein paar Jahren noch belächelt, im schlimmsten Fall als rechtsradikal beschimpft, verzeichnen sie heute zum ersten Mal seit 40 Jahren einen Mitgliederzuwachs. Das gilt zumindest für die katholischen Verbindungen. Hatte der Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen (CV) zwischen 1995 und 1998 gut 340 Neuzugänge pro Jahr, waren es in den Jahren 2006 und 2007 jeweils 200 Studenten mehr.
Ins Verbindungshaus von Christian Wilhelm, eine Gründerzeitvilla mit Garten und dicken Mauern, sind in diesem Jahr vier neue Studenten eingezogen. Aus dem Fenster weht eine Fahne in den Farben der Verbindung – Rot, Weiß, Gelb. »Sie stehen für unsere drei Prinzipien, Freundschaft, Wissenschaft, Glaube«, sagt Wilhelm.
»Die Verbindungsstudenten suchen nach einem Strohhalm, um mit dem wachsenden Druck umgehen zu können«, sagt der Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge von der Universität Köln. Die momentane Wirtschaftskrise, der Kampf um Praktikumsstellen und Hiwijobs, die Umstellung auf Bachelor und Master, die Aufwertung konservativer Werte unter jungen Leuten – all diese Faktoren würden Studentenverbindungen wieder attraktiver machen. Das Gefühl, den Uni-Alltag und später auch den Berufseinstieg nicht alleine meistern zu müssen, macht auch für Christian Wilhelm den Wert der Gemeinschaft aus. »An den Massen-Unis ist es nicht leicht, richtige Freunde zu finden«, erzählt der Student. Gerade unter den Juristen herrschten Konkurrenz, Wettbewerb und Neid.
- Datum 29.09.2009 - 09:45 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 24.09.2009 Nr. 40
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Studentenverbindungen, auch die christlichen, im Sinne einer offenen humanen Gesellschaft über einen Kamm zu scheren ist nicht unangebracht. Hilfsbereitschaft untereinander und das Schaffen gleicher Chancen sind wichtige Pfeiler eines friedlichen Miteinanders. Wenn sich nun nur noch kleine Gruppen oder Verbindungen untereinander helfen, Frauen meist erst gar nicht eintreten dürfen und Aufstiegs-/ und Berufschanchancen von dem Wohlwollen älterer Mitglieder abhängen, dann ist dies eine Entwicklung hin zu gesellschaftlicher Spaltung, Chancenungleichheit und Ausgrenzung.
Man sollte den Zulauf jedoch auch nicht überschätzen, da die finanzielle Belastung vieler Studierenden immer größer wird und die Köderungstaktik der meisten Verbindungen, im Angebot außerordentlich günstiger Wohnmöglichkeiten besteht.
Nun - Sie widersprechen sich ja schon selbst. Frauen dürfen meist nicht eintreten - aber in einigen dürfen sie. Es gibt sogar eine rein weibliche Verbindung (ich müsste jetzt aber raussuchen welche).
Also schonmal mindestens 2 Gruppen.
Des weiteren gibt es schlagende und nicht-schlagende Verbindungen, ein himmelweiter Unterschied. Wieder zwei unterschiedliche Gruppen.
Drittens gibt es relativ offene Verbindungen und jene deren Zimmerangebote so aussehen: "Suchen Studenten, männlich, deutsch".
Nur weil Sie sich nicht näher mit diesem Phänomen beschäftigen wollen, heißt dies nicht, dass alle Studentenschaften rechtsradikal sind, sondern lediglich, dass Sie ignorant sind. [ Anmerkung: Bitte vermeiden Sie persönliche Angriffe. Danke. Die Redaktion/m.e. ]
Nun - Sie widersprechen sich ja schon selbst. Frauen dürfen meist nicht eintreten - aber in einigen dürfen sie. Es gibt sogar eine rein weibliche Verbindung (ich müsste jetzt aber raussuchen welche).
Also schonmal mindestens 2 Gruppen.
Des weiteren gibt es schlagende und nicht-schlagende Verbindungen, ein himmelweiter Unterschied. Wieder zwei unterschiedliche Gruppen.
Drittens gibt es relativ offene Verbindungen und jene deren Zimmerangebote so aussehen: "Suchen Studenten, männlich, deutsch".
Nur weil Sie sich nicht näher mit diesem Phänomen beschäftigen wollen, heißt dies nicht, dass alle Studentenschaften rechtsradikal sind, sondern lediglich, dass Sie ignorant sind. [ Anmerkung: Bitte vermeiden Sie persönliche Angriffe. Danke. Die Redaktion/m.e. ]
Nun - Sie widersprechen sich ja schon selbst. Frauen dürfen meist nicht eintreten - aber in einigen dürfen sie. Es gibt sogar eine rein weibliche Verbindung (ich müsste jetzt aber raussuchen welche).
Also schonmal mindestens 2 Gruppen.
Des weiteren gibt es schlagende und nicht-schlagende Verbindungen, ein himmelweiter Unterschied. Wieder zwei unterschiedliche Gruppen.
Drittens gibt es relativ offene Verbindungen und jene deren Zimmerangebote so aussehen: "Suchen Studenten, männlich, deutsch".
Nur weil Sie sich nicht näher mit diesem Phänomen beschäftigen wollen, heißt dies nicht, dass alle Studentenschaften rechtsradikal sind, sondern lediglich, dass Sie ignorant sind. [ Anmerkung: Bitte vermeiden Sie persönliche Angriffe. Danke. Die Redaktion/m.e. ]
aber es ist doch so ,dass einige Jugendliche in ihrer Verzweiflung durchaus gewillt sind Geborgenheit dort zu suchen,woran man als Deutscher als letztes denken würde.Das heisst aber nicht,dass die Jugendlichen den Codex und die Werte leben und teilen würden,die dort gelten.Erinnert irgendwie an den Tag der katholischen Jugend wo ganz viele kamen um den Papst zuzujubeln,aber in der Nacht das Lager in ein zweites Woodstock verwandelten.:-)))
Natürlich sind nicht alle Verbindungen / Burschenschaften / Frauenschaften über einen Kamm zu scheren und alle rechtsradikal. Aber dennoch erschreckt mich dieser insgesamt reichlich unkritische Artikel! In (nahezu) allen Verbindungen gilt eben die Förderung der eigenen Mitburschen (bzw. Verbindungsmitglieder), undzwar nach Gruppenzugehörigkeit, nicht nach Qualifikation. Das Ende des Artikels ist hier bestenfalls beschönigend - natürlich geht es darum, bessere Job-Chancen zu haben. Heute nennt man sowas Netzwerkbildung. Betrachtet man manche Gerichte (z.B. Landgericht Dortmund) fällt durchaus auf, dass hier offensichtlich einige Burschenschaften dominieren...
Darüber hinaus ist das Argument, dass es ja verschiedene, auch Frauen aufnehmende Verbindungen gebe, ziemlich schwach, da dies eine deutliche Minderheit darstellt.
Ich möchte in der Zeit nicht derartige Verharmlosungen lesen! Ich selbst komme aus einer Stadt, in der es nur 4 gibt, dafür aber stehen 2 schon seit Jahren im extremen rechten Bereich (z.B. Vorträge von Horst Mahler...). Das ist eine widerlich hohe Quote. Auch die Absurdität und Gewaltverherrlichung, die in schlagenden Verbindungen gilt, passt definitiv nicht in unsere Gesellschaft und ist definitiv eine noch viel absurdere Kombination zum gernzitierten "christlichen Wertekanon".
Auch wird z.B. nicht erwähnt, dass die Deutsche Burschenschaft, der auch viele katholische Verbindungen nahe stehen, z.B. Frauen als "schmückendes Beiwerk" betrachtet werden...
Der Mensch neigt dazu sich über zahlreiche Themen zu unterhalten und Dinge gut oder schlecht zu finden, ohne die geringste Ahnung von ihnen zu haben. So verhält es sich auch mit einigen Kritikern hier. Warum glaubt jeder, dass die Lektüre eines Artikels in der TAZ, des Flyers der Antifa oder eine "Tatort"-Folge als Grundlage für die Meinungsbildung genügt?
Es ist bedauerlich, dass kaum jemand der Kritiker sich je die Mühe gemacht hat ein Paar unterschiedliche Verbindungen und v.a. die Individuen dahinter persönlich kennen zu lernen. Wer von den kritischen Vor- und Nachrednern war einmal bei einer Burschenschaft oder bei einer katholischen Verbindung, bei einem gemischten (also sowohl Männer als auch Frauen aufnehmenden) akademischen Turnbund oder einem Verein Deutscher Studenten? Hätte er das getan, so hätte er erkannt, dass einige Passagen des Gelesenen zwar stimmen, dass vieles aber reine Polemik ist. Wer sich nicht objektiv informiert, disqualifiziert sich deshalb selbst für eine Diskussion.
Der Ablehnung liegen meist nicht das Wissen und die Erfahrung zugrunde, sondern der tief sitzende Hass auf alles, was den Beigeschmack von Tradition, Autorität und Gemeinschaft hat. Auch ein Hass auf alles "Deutsche". Der Hass ist aber nie rational, und auch den überzeugendsten Argumenten ist er nicht zugänglich.
Der Autor des Artikels hat die Verbindungen besucht und seinen persönlichen Eindruck geschildert. Daran ist nichts auszusetzen!
Mit verbindungsstudentischen Grüßen
Pavel
Der Mensch neigt dazu sich über zahlreiche Themen zu unterhalten und Dinge gut oder schlecht zu finden, ohne die geringste Ahnung von ihnen zu haben. So verhält es sich auch mit einigen Kritikern hier. Warum glaubt jeder, dass die Lektüre eines Artikels in der TAZ, des Flyers der Antifa oder eine "Tatort"-Folge als Grundlage für die Meinungsbildung genügt?
Es ist bedauerlich, dass kaum jemand der Kritiker sich je die Mühe gemacht hat ein Paar unterschiedliche Verbindungen und v.a. die Individuen dahinter persönlich kennen zu lernen. Wer von den kritischen Vor- und Nachrednern war einmal bei einer Burschenschaft oder bei einer katholischen Verbindung, bei einem gemischten (also sowohl Männer als auch Frauen aufnehmenden) akademischen Turnbund oder einem Verein Deutscher Studenten? Hätte er das getan, so hätte er erkannt, dass einige Passagen des Gelesenen zwar stimmen, dass vieles aber reine Polemik ist. Wer sich nicht objektiv informiert, disqualifiziert sich deshalb selbst für eine Diskussion.
Der Ablehnung liegen meist nicht das Wissen und die Erfahrung zugrunde, sondern der tief sitzende Hass auf alles, was den Beigeschmack von Tradition, Autorität und Gemeinschaft hat. Auch ein Hass auf alles "Deutsche". Der Hass ist aber nie rational, und auch den überzeugendsten Argumenten ist er nicht zugänglich.
Der Autor des Artikels hat die Verbindungen besucht und seinen persönlichen Eindruck geschildert. Daran ist nichts auszusetzen!
Mit verbindungsstudentischen Grüßen
Pavel
Der Mensch neigt dazu sich über zahlreiche Themen zu unterhalten und Dinge gut oder schlecht zu finden, ohne die geringste Ahnung von ihnen zu haben. So verhält es sich auch mit einigen Kritikern hier. Warum glaubt jeder, dass die Lektüre eines Artikels in der TAZ, des Flyers der Antifa oder eine "Tatort"-Folge als Grundlage für die Meinungsbildung genügt?
Es ist bedauerlich, dass kaum jemand der Kritiker sich je die Mühe gemacht hat ein Paar unterschiedliche Verbindungen und v.a. die Individuen dahinter persönlich kennen zu lernen. Wer von den kritischen Vor- und Nachrednern war einmal bei einer Burschenschaft oder bei einer katholischen Verbindung, bei einem gemischten (also sowohl Männer als auch Frauen aufnehmenden) akademischen Turnbund oder einem Verein Deutscher Studenten? Hätte er das getan, so hätte er erkannt, dass einige Passagen des Gelesenen zwar stimmen, dass vieles aber reine Polemik ist. Wer sich nicht objektiv informiert, disqualifiziert sich deshalb selbst für eine Diskussion.
Der Ablehnung liegen meist nicht das Wissen und die Erfahrung zugrunde, sondern der tief sitzende Hass auf alles, was den Beigeschmack von Tradition, Autorität und Gemeinschaft hat. Auch ein Hass auf alles "Deutsche". Der Hass ist aber nie rational, und auch den überzeugendsten Argumenten ist er nicht zugänglich.
Der Autor des Artikels hat die Verbindungen besucht und seinen persönlichen Eindruck geschildert. Daran ist nichts auszusetzen!
Mit verbindungsstudentischen Grüßen
Pavel
"Ohne die Verbindungskontakte hätter er es nie geschafft, vor Studienbeginn ein Praktikum zu finden, davon ist Wagner überzeugt – trotz seines 1,4er-Abiturs"
Ob die wirklich davon überzeugt sind? Ich kenne erheblich mehr Maschbauer, die auf sowas keine Luste hatten (in den paar Monaten zwischen Schule und Studium noch ein Praktikum machen) als solche, die trotz entsprechendem Ehrgeiz keine Stelle gefunden hätten (tatsächlich weis ich von keinem Einzigen, der sich erfolglos bemüht hätte).
Natürlich kann man die eigene Mitgliedschaft in einer Verbindung auch nachträglich rechtfertigen, mit der Behauptung, sonst hätte man vieles nicht geschafft (ohne dass den Leute klar wäre, wie sehr sie ihre eigenen Fähigkeiten mit solchen Aussagen abwerten).
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