Kriminalität TodfreundeSeite 6/6

»1981 alle.«

»Waren die tot?«

»Nee, ich hab ihnen mit dem Knüppel auf den Kopf gehauen.«

»Allen an einem Tag?«

»Nee, ich hab sie an fünf Tagen hintereinander umgehauen.«

»Sagst du das jetzt nur, um wieder mal rauszukommen?«

»Nein, es stimmt. Bisher hat mich halt keiner danach gefragt.«

»Haste die auch zerschnitten?«

»Nee.«

»Kann die einer gefunden haben?«

»Nee, wie denn?«

»Also liegen die da noch.«

»Ja.«

»Und du kannst uns die Stellen zeigen?«

»Klar.«

Ein Polizeivermerk vom 3. Juli 1984 erzählt, wie die Geschichte weitergeht: »Heute wurde Debisch in der Justizvollzugsanstalt abgeholt und an Ort und Stelle gebracht. Dort erklärte er plötzlich, er habe uns nur verarschen wollen. Er habe hier niemanden umgebracht und vergraben.« Dennoch lässt der damalige Chefermittler das Gelände zwei Tage lang von vier Leichenspürhunden und sieben Polizeibeamten absuchen. Sie finden nichts.

Danach streitet Debisch alles ab. Auch vor Gericht. Da gibt er zwar zu, Jöris die Taten genau so geschildert zu haben wie protokolliert, doch er beharrt darauf, sie nicht begangen zu haben. Auf die Frage des Vorsitzenden Richters, warum Debisch über die Morde Einzelheiten wisse, die nur der Täter kennen kann, behauptet Debisch plötzlich, in allen sechs Fällen als Zeuge dabei gewesen zu sein. Aber er weigert sich, die Identität des wahren Mörders preiszugeben. »Aus Angst«, wie er sagt.

Und Debisch hatte Angst. Vielleicht muss man sich seine Psyche wie das in Segmente aufgeteilte Innere einer Apfelsine vorstellen. Alle seine bösen Wünsche und traumatischen Erinnerungen hatte Debisch in ein einziges vergiftetes Apfelsinenrippchen gepackt und es dem Kommissar Jöris im Verhör übergeben. Das Ich-bin-es-gewesen hatte Jöris ihm abgenommen. Und jetzt war Debisch es los, ein für allemal. Um weiterleben zu können, müssen seelisch instabile Mörder den verhassten Teil der eigenen Persönlichkeit manchmal abspalten und wie einen Fremden fortschicken. Sprechen sie dann über ihre Bluttaten, stehen sie im Wortsinne neben sich und beobachten sich aus der Perspektive eines Dritten, eines Zeugen. Die Wahrheit, dass sie selbst es gewesen sind, die da handeln, könnten sie nicht aushalten.

Debisch hat nie wieder über seine Taten gesprochen. Dem Nervenarzt, der ihn für die Hauptverhandlung untersucht hatte, gab er ausweichende Antworten. Vor Gericht hat er alles abgestritten. In der Anstalt schweigt er seit 25 Jahren. Einen Polizeiprofiler, der ihn befragen wollte, hat er aus der Zelle geworfen. Einem Fernsehsender, der eine große Dokumentation über ihn drehen wollte, hat er geschrieben: »Leckt mich am Arsch!« Fragt man Debisch heute, warum er sich ausschließlich Jöris anvertraut hat, sagt er: »Weil der zuhört.«

Wenn Hennes ihn hin und wieder nach dem Fortgang irgendwelcher Therapien fragt, zuckt Otto die Achseln. Manchmal, sagt er, unterhalte er sich mit dem netten Anstaltspsychologen, aber bloß über das aktuelle Wohlbefinden. Zu mehr ist er nicht bereit. Debischs Vergangenheit liegt unter einer Grabplatte. Zu den gerichtlichen Anhörungen, in denen über die Fortdauer seiner Unterbringung entschieden wird, geht er schon lange nicht mehr. Briefe des Gerichts wirft er weg. »Die Versuche einer therapeutischen Arbeit mit Herrn Debisch waren weitgehend erfolglos«, schrieb ein externer Gutachter vor drei Jahren über ihn. »Herr Debisch hat es bisher nicht zugelassen, auch nur ansatzweise etwas von seinem inneren Erleben preiszugeben.« Bei dieser Haltung sei an eine Entlassung nicht zu denken.

So lebt Otto Debisch nunmehr hinterm Mond. Dort ist es sicher und still. Wie ein Astronaut sieht er die Erde aus sehr großer Entfernung, und die Geräusche der Welt dringen so gedämpft an sein Ohr, dass sie ihn nicht irritieren können. Ein Mann im Schwebezustand, frei von Erwartungen, Hoffnungen, Anforderungen. Ohne Vergangenheit und ohne Zukunft, ohne Erinnerung und ohne Ziel. Dass er letztlich wegen Hennes Jöris hier ist, nimmt Otto ihm nicht übel. Otto sagt: »Alles meine Schuld gewesen. Der Jöris kann da nichts für.«

Gleich nach der Verurteilung kamen Ottos Briefe: »Mein lieber Freund, wie geht es dir? Ich denke gern an die alten Zeiten zurück…« Inzwischen hat Jöris eine ganze Mappe voll von diesen Schreiben, an deren Anfang und Ende – wie bei einer polizeilichen Vernehmung – immer die genaue Uhrzeit steht. Hennes hat zurückgeschrieben, später auch angerufen und irgendwann den ersten Besuch gemacht. Seine Kollegen auf der Wache erinnern sich, dass Ottos Telefonate ab und zu mitten in Polizeibesprechungen platzten und Jöris sich dann erst mal mit Otto unterhielt. »Wenn ich geknickt bin, dann rufe ich halt den Hennes an, und dann beruhigt er mich wieder für ein paar Jahre«, sagt Otto Debisch. Er hat sogar die Telefonnummer des Privatanschlusses der Familie Jöris. »Wenn Debisch eines Tages ausbricht«, prophezeien die Kollegen, »steht er bei dir vor der Tür.«

Die Besuchszeit ist um, Otto packt die Kaffeetassen ein. Hennes muss gehen. Auch er hat mit Otto seither nie mehr über die Morde geredet und ihn nie nach dem Warum gefragt. Er fürchtet, Otto könne den Verstand verlieren, wenn er ihn noch einmal zwänge, sich umzudrehen und zurückzuschauen ins finstere Tal seines Lebens. Hennes gibt Otto zum Abschied die Hand, dann tritt er durch die Sicherheitsschleuse aus Panzerglas hinaus in die freie Welt. Er wird wiederkommen. Irgendwann. Weil Otto wartet.

 
Leser-Kommentare
    • tronco
    • 28.09.2009 um 20:01 Uhr

    Es ist ja wirklich toll, was der Herr Kriminaloberkommissar für ein wahnsinnig großes Herz hat. Die Verklärung in einer Art deterministischen Extremismus ist jedoch eine Unverschämtheit ohne jegliche Betrachtung der Opfer. Kein Wunder, dass es Diskussion über unsere Gesetze und Polizei gibt. Schön, dass sich Täter und Staatsgewalt so gut verstehen. Ich glaube, wir brauchen eine viel größere Debatte über unsere Polizei und auch darüber, wie wir mit den Tätern umgehen.
    München zeigt das ansatzweise, aber die armen Täter werden sicher einen guten Freund bei den Psychologen, Pädagogen oder Polizisten finden, die dann durch diverse Gutachten bei einem ebenso deterministischen Richter vielleicht drei Jahre auf Bewährung herausholen.
    Verzeihen Sie meinen Zynismus und meine absichtliche Übertreibung, aber ich glaubte, ich spinne ...

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    Der Artikel ist aber reichlich pathetisch geschrieben - als ob es sich um einen Gutmenschroman handeln würde und nicht um das wirkliche Leben.
    @tronco:
    Sie übertreiben in der Tat, aber man kann es bei heutigen Urteilen durchaus verstehen. Das eigentliche Problem ist jedoch die Justiz, die von der Polizei strikt getrennt ist und die Fälle dann meist aus Akten und Vorträgen kennt und deshalb oft viel zu weich urteilt. Wie kann man sich sonst erklären, dass ein Intensivtäter in Berlin erst nach etlichen Raubüberfällen eine (kaum)nennenswerte Strafe bekommt? Die Polizei ist weder weich- noch kaltherzig (Einzelfälle gibts hier so wie überall auch), es sind schlicht Handwerker. Wobei ich sagen muss, dass die deutsche Polizei im Vergleich zu anderen sehr viel menschlicher ist, auch wenn das Einzige was wir in der Presse sehen, prügelnde Hundertschaften bei den Demos sind.
    @m-lueck: wenn Sie an dem Menschen hinter der Tat interessiert sind, kann ich Ihnen "Mordspuren" von Mark Benecke empfehlen, es ist viel sachlicher und zeigt Standpunkte mehrerer Serientäter. Das Buch ist aber grenzwertig, was die Härte angeht und es ist ein Sachbuch und kein Thriller, was viele Kritiker wohl irgendwie verwechseln

    Der Artikel ist aber reichlich pathetisch geschrieben - als ob es sich um einen Gutmenschroman handeln würde und nicht um das wirkliche Leben.
    @tronco:
    Sie übertreiben in der Tat, aber man kann es bei heutigen Urteilen durchaus verstehen. Das eigentliche Problem ist jedoch die Justiz, die von der Polizei strikt getrennt ist und die Fälle dann meist aus Akten und Vorträgen kennt und deshalb oft viel zu weich urteilt. Wie kann man sich sonst erklären, dass ein Intensivtäter in Berlin erst nach etlichen Raubüberfällen eine (kaum)nennenswerte Strafe bekommt? Die Polizei ist weder weich- noch kaltherzig (Einzelfälle gibts hier so wie überall auch), es sind schlicht Handwerker. Wobei ich sagen muss, dass die deutsche Polizei im Vergleich zu anderen sehr viel menschlicher ist, auch wenn das Einzige was wir in der Presse sehen, prügelnde Hundertschaften bei den Demos sind.
    @m-lueck: wenn Sie an dem Menschen hinter der Tat interessiert sind, kann ich Ihnen "Mordspuren" von Mark Benecke empfehlen, es ist viel sachlicher und zeigt Standpunkte mehrerer Serientäter. Das Buch ist aber grenzwertig, was die Härte angeht und es ist ein Sachbuch und kein Thriller, was viele Kritiker wohl irgendwie verwechseln

  1. ein scheinbar sehr gut recherchierter Artikel. Er gibt dem Massenmörder (ein "Monster unserer Gesellschaft") ein menschliches Gesicht, was ich für sehr wichtig halte. Selbstverständlich entfacht er auch wieder sofort die Idee dass es die Taten relativiert und die Opfer ignoriert, aber es ändert nichts an der Tatsache, dass hinter all den Greultaten immer am Ende des Tages noch "Menschen" stecken. Die Rolle die der Komissar in der ganzen Geschichte einnimmt ist ein richtiger Ansatz um sich diesen Menschen zu nähern. Es ist der einzige Weg, die Wurzel des Problems zu finden.

  2. Ein wirklich interessanter Artikel, mal ganz anders als Alles was man sonst so liest.
    Und ziemlich mutig, denn den meisten Leuten wird sicher missfallen dass hier so weitgehend wertungsfrei, ja fast aus nächster Nähe über einen Serienmörder geschrieben wird.

    • revm
    • 28.09.2009 um 23:07 Uhr

    Erinnert an den Roman von Hans Henny Jahnn "Fluß ohne Ufer", in dem der Verlobte des Mordopfers eine lebenslange Freundschaft mit dem Mörder beginnt. Beide gehen sogar noch einen Schritt weiter, indem sie die Schuld in einer "Ausschweifung" durch einen Bluttausch teilen. Leider ist der Roman in der Nachkriegszeit in Vergessenheit geraten. Sollte mehr gelesen werden!

  3. 5. Hm...

    Der Artikel ist aber reichlich pathetisch geschrieben - als ob es sich um einen Gutmenschroman handeln würde und nicht um das wirkliche Leben.
    @tronco:
    Sie übertreiben in der Tat, aber man kann es bei heutigen Urteilen durchaus verstehen. Das eigentliche Problem ist jedoch die Justiz, die von der Polizei strikt getrennt ist und die Fälle dann meist aus Akten und Vorträgen kennt und deshalb oft viel zu weich urteilt. Wie kann man sich sonst erklären, dass ein Intensivtäter in Berlin erst nach etlichen Raubüberfällen eine (kaum)nennenswerte Strafe bekommt? Die Polizei ist weder weich- noch kaltherzig (Einzelfälle gibts hier so wie überall auch), es sind schlicht Handwerker. Wobei ich sagen muss, dass die deutsche Polizei im Vergleich zu anderen sehr viel menschlicher ist, auch wenn das Einzige was wir in der Presse sehen, prügelnde Hundertschaften bei den Demos sind.
    @m-lueck: wenn Sie an dem Menschen hinter der Tat interessiert sind, kann ich Ihnen "Mordspuren" von Mark Benecke empfehlen, es ist viel sachlicher und zeigt Standpunkte mehrerer Serientäter. Das Buch ist aber grenzwertig, was die Härte angeht und es ist ein Sachbuch und kein Thriller, was viele Kritiker wohl irgendwie verwechseln

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    Wenn ein Mensch sich einem anderen (nach gesellschaftlichem Urteil bösen) Menschen gegenüber als Mensch verhält, und das so berichtet wird, was ist daran pathetisch ?

    Soll der Kommissar den knallharten Bullen geben, der seinen Gegenüber so lange mit allen Mitteln unter Druck setzt, bis der zusammenbricht und bedingungslos aufgibt - ist es dann gut ?

    Aus Nordirland z.B. kennt man das "Phänomen", dass schwache Polizisten um Erfolg zu haben, auch jedes Recht vergessen, um einen vermutlichen Terroristen fassen zu können und zu überführen.
    So nähern sich die Mittel und Methoden von Verbrechern und Verbrechensjäger an.
    Eine konsequent pervers ausgeprägte Variante dazu sind Nazi-Schergen, die tagsüber munter folterten und am Feierabend der liebe Familienvater waren. Ausgestorben ist dieser Typus Mensch mit Freude am Quälen jedoch nicht.

    So wie sich der Kommissar in diesem Bericht verhalten hat, hat mit "Gutmensch" nichts zu tun, sondern lediglich mit menschlich sein - also genau so wie es unser aller Grundgesetz vorsieht. Wer dem widersprechen möchte, soll die Menschenwürde und -rechte aus dem Grundgesetz streichen, dann darf der Kommissar einen Verdächtigen prügeln und foltern, bis der gesteht (oder auch alles gewünschte gesteht, nur damit die Schläge aufhören).

    Ich kenne "knallharte" Menschen, die zum Jammerlappen werden, wenn ihnen persönlich etwas widerfährt. Dann klagen sie, wie unfair doch andere sind.

    [ Anmerkung: Bitte versuchen Sie bei Ihrer Wortwahl sachlich zu bleiben und nicht zu polemisieren. Danke. Die Redaktion/m.e. ]

    Wenn ein Mensch sich einem anderen (nach gesellschaftlichem Urteil bösen) Menschen gegenüber als Mensch verhält, und das so berichtet wird, was ist daran pathetisch ?

    Soll der Kommissar den knallharten Bullen geben, der seinen Gegenüber so lange mit allen Mitteln unter Druck setzt, bis der zusammenbricht und bedingungslos aufgibt - ist es dann gut ?

    Aus Nordirland z.B. kennt man das "Phänomen", dass schwache Polizisten um Erfolg zu haben, auch jedes Recht vergessen, um einen vermutlichen Terroristen fassen zu können und zu überführen.
    So nähern sich die Mittel und Methoden von Verbrechern und Verbrechensjäger an.
    Eine konsequent pervers ausgeprägte Variante dazu sind Nazi-Schergen, die tagsüber munter folterten und am Feierabend der liebe Familienvater waren. Ausgestorben ist dieser Typus Mensch mit Freude am Quälen jedoch nicht.

    So wie sich der Kommissar in diesem Bericht verhalten hat, hat mit "Gutmensch" nichts zu tun, sondern lediglich mit menschlich sein - also genau so wie es unser aller Grundgesetz vorsieht. Wer dem widersprechen möchte, soll die Menschenwürde und -rechte aus dem Grundgesetz streichen, dann darf der Kommissar einen Verdächtigen prügeln und foltern, bis der gesteht (oder auch alles gewünschte gesteht, nur damit die Schläge aufhören).

    Ich kenne "knallharte" Menschen, die zum Jammerlappen werden, wenn ihnen persönlich etwas widerfährt. Dann klagen sie, wie unfair doch andere sind.

    [ Anmerkung: Bitte versuchen Sie bei Ihrer Wortwahl sachlich zu bleiben und nicht zu polemisieren. Danke. Die Redaktion/m.e. ]

  4. Wenn ein Mensch sich einem anderen (nach gesellschaftlichem Urteil bösen) Menschen gegenüber als Mensch verhält, und das so berichtet wird, was ist daran pathetisch ?

    Soll der Kommissar den knallharten Bullen geben, der seinen Gegenüber so lange mit allen Mitteln unter Druck setzt, bis der zusammenbricht und bedingungslos aufgibt - ist es dann gut ?

    Aus Nordirland z.B. kennt man das "Phänomen", dass schwache Polizisten um Erfolg zu haben, auch jedes Recht vergessen, um einen vermutlichen Terroristen fassen zu können und zu überführen.
    So nähern sich die Mittel und Methoden von Verbrechern und Verbrechensjäger an.
    Eine konsequent pervers ausgeprägte Variante dazu sind Nazi-Schergen, die tagsüber munter folterten und am Feierabend der liebe Familienvater waren. Ausgestorben ist dieser Typus Mensch mit Freude am Quälen jedoch nicht.

    So wie sich der Kommissar in diesem Bericht verhalten hat, hat mit "Gutmensch" nichts zu tun, sondern lediglich mit menschlich sein - also genau so wie es unser aller Grundgesetz vorsieht. Wer dem widersprechen möchte, soll die Menschenwürde und -rechte aus dem Grundgesetz streichen, dann darf der Kommissar einen Verdächtigen prügeln und foltern, bis der gesteht (oder auch alles gewünschte gesteht, nur damit die Schläge aufhören).

    Ich kenne "knallharte" Menschen, die zum Jammerlappen werden, wenn ihnen persönlich etwas widerfährt. Dann klagen sie, wie unfair doch andere sind.

    [ Anmerkung: Bitte versuchen Sie bei Ihrer Wortwahl sachlich zu bleiben und nicht zu polemisieren. Danke. Die Redaktion/m.e. ]

    Antwort auf "Hm..."
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    • tronco
    • 29.09.2009 um 11:30 Uhr

    "So wie sich der Kommissar in diesem Bericht verhalten hat, hat mit "Gutmensch" nichts zu tun, sondern lediglich mit menschlich sein - also genau so wie es unser aller Grundgesetz vorsieht. Wer dem widersprechen möchte, soll die Menschenwürde und -rechte aus dem Grundgesetz streichen, dann darf der Kommissar einen Verdächtigen prügeln und foltern, bis der gesteht (oder auch alles gewünschte gesteht, nur damit die Schläge aufhören). "

    Achso, natürlich in der Charta der Menschenrechte und in unserem Grundgesetz ist verankert, dass der Chefermittler mit dem Täter, der in diesem Falle ein Serienmörder ist und kein Kaugummidieb, sich befreunden sollte - oder sogar muss ? - und sich mit ihm zum Kaffeetrinken trifft. Ich bitte Sie, Ihre Argumentation fußt auf absolutem Non-Sense.
    In der Justiz würde dies zu einem Skandal wegen Befangenheitsanträgen kommen und hier wird im Feuilleton ein deterministischer Kommissar als Held der Gutmenschen gefeiert.
    Es gibt Dinge, die dürfen wir als Gesellschaft nicht tolerieren, und dazu gehört Mord und auch mehrfacher Mord. Als Staatsangestellter in der Exekutive hat man sich daran zu halten; es ist ja nicht so, als ob die beiden schon seit ihrer Kindheit eine Sandkasten-Freundschaft führen.
    Es tut mir schrecklich leid, aber ich bin nicht in der Lage mit Kinderschändern, Mördern oder Serientätern Empathie zu empfinden, und ich weigere mich auch, die zu versuchen.

    Lieber HKraemer,
    als pathetisch habe ich keineswegs das Handeln des Polizisten bezeichnet, sondern die Erzählweise des Artikels. Sie werden feststellen, dass ich im vorigen Kommentar gerade die Menschlichkeit der deutschen Polizei gelobt habe. Der Artikel dagegen schreibt...wie soll ich es ausdrücken...platt...so als ob Pro7 versuchen würde (was die leider auch viel zu oft machen) einen deutschen Thriller zu produzieren - man packt das ganze Grundwerkzeug an Klischees und Plattitüden aus, die auch in Hollywood üblich sind und am Ende kommt etwas raus, das man höchstens mit einem "naja" würdigt. Der Sprachstil an sich ist völlig ok, aber die Kombination mit dem Thema ist, gerade für jemanden der beruflich oft mit der Polizei zu tun hat, ziemlich misslungen - als würde man eine Heldengeschichte herzaubern wollen, wo keine Helden sind, sondern nur gute (und schlechte) Menschen. Wäre das Ganze sachlicher erzählt worden, wäre die "Suppe" nicht "versalzen".

    • tronco
    • 29.09.2009 um 11:30 Uhr

    "So wie sich der Kommissar in diesem Bericht verhalten hat, hat mit "Gutmensch" nichts zu tun, sondern lediglich mit menschlich sein - also genau so wie es unser aller Grundgesetz vorsieht. Wer dem widersprechen möchte, soll die Menschenwürde und -rechte aus dem Grundgesetz streichen, dann darf der Kommissar einen Verdächtigen prügeln und foltern, bis der gesteht (oder auch alles gewünschte gesteht, nur damit die Schläge aufhören). "

    Achso, natürlich in der Charta der Menschenrechte und in unserem Grundgesetz ist verankert, dass der Chefermittler mit dem Täter, der in diesem Falle ein Serienmörder ist und kein Kaugummidieb, sich befreunden sollte - oder sogar muss ? - und sich mit ihm zum Kaffeetrinken trifft. Ich bitte Sie, Ihre Argumentation fußt auf absolutem Non-Sense.
    In der Justiz würde dies zu einem Skandal wegen Befangenheitsanträgen kommen und hier wird im Feuilleton ein deterministischer Kommissar als Held der Gutmenschen gefeiert.
    Es gibt Dinge, die dürfen wir als Gesellschaft nicht tolerieren, und dazu gehört Mord und auch mehrfacher Mord. Als Staatsangestellter in der Exekutive hat man sich daran zu halten; es ist ja nicht so, als ob die beiden schon seit ihrer Kindheit eine Sandkasten-Freundschaft führen.
    Es tut mir schrecklich leid, aber ich bin nicht in der Lage mit Kinderschändern, Mördern oder Serientätern Empathie zu empfinden, und ich weigere mich auch, die zu versuchen.

    Lieber HKraemer,
    als pathetisch habe ich keineswegs das Handeln des Polizisten bezeichnet, sondern die Erzählweise des Artikels. Sie werden feststellen, dass ich im vorigen Kommentar gerade die Menschlichkeit der deutschen Polizei gelobt habe. Der Artikel dagegen schreibt...wie soll ich es ausdrücken...platt...so als ob Pro7 versuchen würde (was die leider auch viel zu oft machen) einen deutschen Thriller zu produzieren - man packt das ganze Grundwerkzeug an Klischees und Plattitüden aus, die auch in Hollywood üblich sind und am Ende kommt etwas raus, das man höchstens mit einem "naja" würdigt. Der Sprachstil an sich ist völlig ok, aber die Kombination mit dem Thema ist, gerade für jemanden der beruflich oft mit der Polizei zu tun hat, ziemlich misslungen - als würde man eine Heldengeschichte herzaubern wollen, wo keine Helden sind, sondern nur gute (und schlechte) Menschen. Wäre das Ganze sachlicher erzählt worden, wäre die "Suppe" nicht "versalzen".

    • tronco
    • 29.09.2009 um 11:30 Uhr
    7.

    "So wie sich der Kommissar in diesem Bericht verhalten hat, hat mit "Gutmensch" nichts zu tun, sondern lediglich mit menschlich sein - also genau so wie es unser aller Grundgesetz vorsieht. Wer dem widersprechen möchte, soll die Menschenwürde und -rechte aus dem Grundgesetz streichen, dann darf der Kommissar einen Verdächtigen prügeln und foltern, bis der gesteht (oder auch alles gewünschte gesteht, nur damit die Schläge aufhören). "

    Achso, natürlich in der Charta der Menschenrechte und in unserem Grundgesetz ist verankert, dass der Chefermittler mit dem Täter, der in diesem Falle ein Serienmörder ist und kein Kaugummidieb, sich befreunden sollte - oder sogar muss ? - und sich mit ihm zum Kaffeetrinken trifft. Ich bitte Sie, Ihre Argumentation fußt auf absolutem Non-Sense.
    In der Justiz würde dies zu einem Skandal wegen Befangenheitsanträgen kommen und hier wird im Feuilleton ein deterministischer Kommissar als Held der Gutmenschen gefeiert.
    Es gibt Dinge, die dürfen wir als Gesellschaft nicht tolerieren, und dazu gehört Mord und auch mehrfacher Mord. Als Staatsangestellter in der Exekutive hat man sich daran zu halten; es ist ja nicht so, als ob die beiden schon seit ihrer Kindheit eine Sandkasten-Freundschaft führen.
    Es tut mir schrecklich leid, aber ich bin nicht in der Lage mit Kinderschändern, Mördern oder Serientätern Empathie zu empfinden, und ich weigere mich auch, die zu versuchen.

    Antwort auf "Pathetisch ?"
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    Sie haben den Bericht nicht verstanden. Hätte der Beamte sich dem Mörder nicht auf humane Art genähert, wären diese grausamen Morde vermutlich niemals aufgeklärt worden. Der Mörder hat sich der Welt verschlossen. Vor dieser Tatsachenaussage des Autors widersprechen Sie sich in Ihrem Kommentar selbst. Mit keinem Aspekt wurden die Taten befürwortet. Es wurden auf genau jenem Weg mehrere Schwerverbrechen gelöst, wie es die Gründungsväter unserer Justiz vorsahen und auf Papier festhielten. Wer das nicht zu erkennen vermag, sollte nicht darüber zu diskutieren versuchen.

    Hinter dem Gesicht des Beamten steckt ein Mensch mit wachem Verstand. Ich zolle ihm meinen Respekt. Es benötigt mehr Menschen wie ihn.

    Sie haben den Bericht nicht verstanden. Hätte der Beamte sich dem Mörder nicht auf humane Art genähert, wären diese grausamen Morde vermutlich niemals aufgeklärt worden. Der Mörder hat sich der Welt verschlossen. Vor dieser Tatsachenaussage des Autors widersprechen Sie sich in Ihrem Kommentar selbst. Mit keinem Aspekt wurden die Taten befürwortet. Es wurden auf genau jenem Weg mehrere Schwerverbrechen gelöst, wie es die Gründungsväter unserer Justiz vorsahen und auf Papier festhielten. Wer das nicht zu erkennen vermag, sollte nicht darüber zu diskutieren versuchen.

    Hinter dem Gesicht des Beamten steckt ein Mensch mit wachem Verstand. Ich zolle ihm meinen Respekt. Es benötigt mehr Menschen wie ihn.

  5. Sie haben den Bericht nicht verstanden. Hätte der Beamte sich dem Mörder nicht auf humane Art genähert, wären diese grausamen Morde vermutlich niemals aufgeklärt worden. Der Mörder hat sich der Welt verschlossen. Vor dieser Tatsachenaussage des Autors widersprechen Sie sich in Ihrem Kommentar selbst. Mit keinem Aspekt wurden die Taten befürwortet. Es wurden auf genau jenem Weg mehrere Schwerverbrechen gelöst, wie es die Gründungsväter unserer Justiz vorsahen und auf Papier festhielten. Wer das nicht zu erkennen vermag, sollte nicht darüber zu diskutieren versuchen.

    Hinter dem Gesicht des Beamten steckt ein Mensch mit wachem Verstand. Ich zolle ihm meinen Respekt. Es benötigt mehr Menschen wie ihn.

    Antwort auf "Kommentar Nr. 7"
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    ...und die haben die Gründungsväter unserer Justiz bestimmt nicht vorgesehen. Auf welchem Weg solche Taten ermittelt werden, ist irrelevant, solange keine Gesetze gebrochen werden. Eine "Verbrüderung" mit dem Täter, wie sie in dem Artikel beschrieben wird, zeugt von einer blinden Ergriffenheit über das eigene Gutmenschentum. Das ist eine Beleidigung der Opfer.
    Ferner sollten sie niemandem die Diskussion verbieten. Das ist anmaßend.

    ...und die haben die Gründungsväter unserer Justiz bestimmt nicht vorgesehen. Auf welchem Weg solche Taten ermittelt werden, ist irrelevant, solange keine Gesetze gebrochen werden. Eine "Verbrüderung" mit dem Täter, wie sie in dem Artikel beschrieben wird, zeugt von einer blinden Ergriffenheit über das eigene Gutmenschentum. Das ist eine Beleidigung der Opfer.
    Ferner sollten sie niemandem die Diskussion verbieten. Das ist anmaßend.

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