Liebeskolumne Warum findet sie nie den Richtigen?

Jede Woche beantwortet der Paartherapeut Wolfgang Schmidbauer eine große Frage der Liebe. Diesmal: Warum fühlt sie sich nur von Narzissten angezogen?

Warum fühlen sich einige Menschen vor allem von denjenigen angezogen, die sich selbst am meisten lieben?

Warum fühlen sich einige Menschen vor allem von denjenigen angezogen, die sich selbst am meisten lieben?

Die Frage: Susanne war vier Jahre lang in Psychotherapie und hat das Gefühl, trotzdem nicht weiterzukommen. Der Anlass war, dass sie sich noch nie in einer Beziehung wirklich wohl gefühlt hat. Jetzt ist sie 40 und hat herausgefunden, dass sie ihre Selbstwertprobleme in Liebesbeziehungen auslebt, indem sie sich Männer gesucht hat, die beruflich sehr erfolgreich waren, aber am Ende Macht, Karriere, Geld über eine feste Bindung stellten. Männer, die ihr einfach freundlich zugewandt sind, schätzt sie als Freunde, aber die Libido springt nicht an. Susanne glaubt, dass sie sich nicht für liebenswert hält. Kann sie diesen Urmangel beseitigen? Oder sind alle Stärkungsversuche letztendlich vergeblich, weil sie das Problem nur für kurze Zeit mildern? Ihre Therapeutin sagt, dass sie für eine glückliche Beziehung nicht garantieren könne.

Liebeskolumne
Lesen Sie hier alle bisherigen Ratschläge von unserem Paartherapeuten Wolfgang Schmidbauer

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Wolfgang Schmidbauer antwortet: Ich halte es für eine Fiktion, dass ein Mensch allein ein gutes, stabiles Selbstgefühl aufbauen kann; er braucht immer Beziehungen, die ihn bestätigen. Die Suche nach der kompletten inneren Verbesserung ist oft ein Ausdruck von Angst vor Beschämung. Aber es nützt eben mehr, ins Wasser zu gehen und zu strampeln, als am Ufer zu sitzen und das zehnte Buch zu lesen: "Wie schwimme ich perfekt?" Wie sich Susanne vom männlichen Narzissmus fasziniert fühlt und diesen zugleich entwertet, zeigt auch, dass sie wenig Mut hat, sich selbst zur Geltung zu bringen. Je mehr ihr das gelingt und sie ihre exhibitionistischen Ängste überwinden kann, desto eher wird sie auch einen Mann attraktiv finden, der nichts Besonderes ist, aber sie liebt.

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Leser-Kommentare
    • K.Eh.
    • 26.09.2009 um 11:16 Uhr

    Wird hier nicht ein gesellschaftliches Problem auf einen privaten Charakterfehler herunter gedimmt? Welcher Mann, dessen Erfolg ein gewisses Maß überstiegen hat, fände sich nicht eines Tages vor die Wahl gestellt, zwischen familiärer Bindung und Beruf entscheiden zu müssen?

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    mag sein.
    aber es steht doch jedem potentiellen partner einer karriereorientierten person auch zu, zu entscheiden, ob sie mit so jemandem das leben teilen möchte.
    wenn ich keine zeit für partner und familie habe, dann lasse ich es eben bleiben. es gibt viele lebensentwürfe, partnerschaft und familie sind nur einer davon.

    mag sein.
    aber es steht doch jedem potentiellen partner einer karriereorientierten person auch zu, zu entscheiden, ob sie mit so jemandem das leben teilen möchte.
    wenn ich keine zeit für partner und familie habe, dann lasse ich es eben bleiben. es gibt viele lebensentwürfe, partnerschaft und familie sind nur einer davon.

  1. mag sein.
    aber es steht doch jedem potentiellen partner einer karriereorientierten person auch zu, zu entscheiden, ob sie mit so jemandem das leben teilen möchte.
    wenn ich keine zeit für partner und familie habe, dann lasse ich es eben bleiben. es gibt viele lebensentwürfe, partnerschaft und familie sind nur einer davon.

    Antwort auf "Wird hier nicht ein"
  2. Moin,

    bin ich der Einzige, der das seltsam findet? Diese Frau findet, wie die meisten Frauen, vor allem einen im Beruf erfolgreichen (Alpha-)Mann aufregend und die vielgelobten inneren Werte fallen, schwupps, hinten runter.
    Dann stellt sich, Wunder oh Wunder, heraus, dass dieser Mann viel Zeit und Energie eben für diesen Erfolg einsetzt und nicht jedem Wehwehchen von Mausischatzi nachlaufen kann.
    Und dann ist dieser Mann schuld, weil zu narzisstisch?
    Kann der Paartherapeut dieser Frau nicht einfach sagen, dass sie nicht dem Traumprinzen nachlaufen, sondern mit der Realität klarkommen soll?

    CU

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    • Rellem
    • 27.09.2009 um 19:48 Uhr

    Hallo
    Schön auf den Punkt gebracht :)
    Frau ist in dem Fall einfach ein Opfer ihrer eigenen überzogenen Ansprüche und für den "Therapeuten" eine ergiebige Einnahme-Quelle. Deshalb schmeisst er die Zicke nicht einfach raus.
    Gruss
    Rene

    • Rellem
    • 27.09.2009 um 19:48 Uhr

    Hallo
    Schön auf den Punkt gebracht :)
    Frau ist in dem Fall einfach ein Opfer ihrer eigenen überzogenen Ansprüche und für den "Therapeuten" eine ergiebige Einnahme-Quelle. Deshalb schmeisst er die Zicke nicht einfach raus.
    Gruss
    Rene

    • Rellem
    • 27.09.2009 um 19:48 Uhr

    Hallo
    Schön auf den Punkt gebracht :)
    Frau ist in dem Fall einfach ein Opfer ihrer eigenen überzogenen Ansprüche und für den "Therapeuten" eine ergiebige Einnahme-Quelle. Deshalb schmeisst er die Zicke nicht einfach raus.
    Gruss
    Rene

    Antwort auf "Schuldfrage"
  3. 5. [...]

    Auf Wunsch der Verfasserin gelöscht.

    • Carla6
    • 25.10.2009 um 1:14 Uhr

    einfach mal auf www.narzissmus.net informieren, um zu erkennen, dass Narzissten sich nur ändern, wenn äußere Krisen und Misserfolge eintreten und eine Beziehung mit ihnen sich nicht lohnt.

  4. aber dafür ist nicht der Partner verantwortlich, sondern die Eltern.
    Und wenn die's vermasselt haben, dann kann's der Partner auch nicht mehr rausreißen. Dann ist man wirklich selbst dafür verantwortlich - z. B. seine Traumas aufzuarbeiten und so weiter. Ist schmerzhaft, dauert ewig, ist aber allemal fairer und vor allem auch wirksamer als die Verantwortung für das eigene Glück dem Partner zuzuschieben.

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