Verkehrsexperiment Stau macht freiSeite 2/2
»Der ›Tag ohne Autos‹ ist eine freiwillige Angelegenheit«, sagt Piotr Iwanow, der Generaldirektor der Moskauer Verkehrsbetriebe. »Jeder muss selbst entscheiden, ob er sein Auto stehen lässt oder nicht.« Immerhin ließ er am Aktionstag seine Busse ein paar Extrarunden drehen und gab einen grünen Fahrschein zum halben Preis heraus. Die Tickets sind allerdings auch sonst sehr günstig.
Selbst Alexej Kiselew, Toxikologe bei Greenpeace in Moskau, hält vom »Tag ohne Autos« wenig: »Man müsste das Problem viel grundsätzlicher angehen.« In seinem Büro über dem Leningradskij Prospekt könnte er die Fensterscheiben täglich putzen, so schnell legt sich der Ruß darauf. Aber die Mentalität der Menschen, die unsinnige Verkehrsführung in Moskau, das sei an einem Tag nicht zu ändern.
»Wissen Sie, woran der ›Tag ohne Autos‹ im letzten Jahr gescheitert ist?«, fragt er. »Die Leute hatten gehofft, dass sie allein auf der Straße sein würden, und dann haben alle das Auto genommen, und wir hatten schon morgens 400 Kilometer Stau.« Wenigstens daraus scheinen die Moskauer gelernt zu haben. Der »Tag ohne Autos« war in diesem Jahr ein ganz normaler Stautag, nicht so schlimm wie letztes Jahr.
Ein paar Aufrechte vom russischen WWF, die ein Zeichen setzen wollten, sind mit dem Fahrrad am Ufer der Moskwa entlanggefahren. Sie wurden aus Autofenstern bestaunt.
- Datum 25.09.2009 - 13:15 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 24.09.2009 Nr. 40
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"Auf dem Leningradskij Prospekt, einer gewaltigen Ausfallstraße im Südwesten der Stadt," - muss heissen: Leninskij Prospekt. Der Leningradskij führt, wie der Name sagt, nach Norden, nach Leningrad (St-Petersburg).
vielen Dank für den Hinweis. Der Fehler wurde entsprechend korrigiert.
Freundliche Grüße, Atila Altun/ Redaktion ZEIT ONLINE
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