Jobsuche via Twitter Ein Stellenmarkt der Zukunft?
In manchen Branchen ist die Bewerbung per Twitter schon Alltag.
© Peter Macdiarmid/Getty Images

Jobsuche total mobil: Immer mehr Unternehmen nutzen den Microbloggingdienst für die Personalsuche
Die Geschichte von Sabrina Panknin wird gern erzählt, wenn es um eine in der Bloggerszene heiße Frage geht: Eignet sich der Microblogdienst Twitter für die Jobsuche? Können Firmen so ihren Nachwuchs rekrutieren? Sabrina Panknin suchte im Frühjahr eine Stelle im Bereich PR. Um möglichst viele Unternehmen mit ihrer Bewerbung zu erreichen, postete sie ihre Anzeige auch bei Twitter.
Gleichzeitig wurde sie "Follower" ihrer potenziellen Arbeitgeber. Als angemeldete Benutzerin konnte sie so die Nachrichten anderer Autoren abonnieren. Diese Nachrichten nennen sich Tweets, und sie sind so lang wie eine SMS – 140 Zeichen. Follower können die Tweets ihrer Autoren regelmäßig auf ihrer eigenen Twitter-Seite im Internet lesen.
Panknin hatte ihr Glück versucht und getwittert: "Suche Job im Bereich Kommunikation und PR". Keine drei Monate vergingen, bis sie einen Vertrag unterschrieben hatte. Eine PR-Agentur mit dem Schwerpunkt Social Media, also einer Spezialisierung auf Online-Netzwerke wie Facebook, hatte ihr Twitter-Profil gelesen und sie kontaktiert. War es nur ein Glückstreffer, oder sieht so die Kandidatensuche der Zukunft aus?
Twitter ist ein Eldorado für Personaler
Thorsten zur Jacobsmühlen, Personalberater
Thorsten zur Jacobsmühlen berät Firmen bei ihrem Umgang mit Social-Media-Diensten und ist davon überzeugt, dass der Microblog die Jobbörse der Zukunft ist: "Twitter ist ein Eldorado für Personaler, hier haben sie Zugriff auf unglaublich viele potenzielle Mitarbeiter." Dass Twitter Potenzial für die Job- und Kandidatensuche hat, fanden auch Jan Kirchner und Alexander Fedossov, die im Frühjahr Jobtweet entwickelten, eine deutschsprachige Suchmaschine, die Twitter-Mitteilungen und die Profile nach Jobangeboten und Anzeigen durchkämmt: "So finden Unternehmen und die Bewerber leichter und schneller zusammen", sagt Kirchner.
Wenn ein Unternehmen Twitter nutzt, um geeignete Kandidaten für eine Stelle zu finden, sendet es meist einen Link zu einer ausführlichen Stellenanzeige. Der Link führt dann direkt zur Homepage. Oft sind die Interessierten bereits Follower des Unternehmens, sie bekommen die Stellenanzeige direkt als Twitter-Nachricht. Hat der Bewerber dann die ausführliche Stellenanzeige auf der Seite der Firma gelesen, kann er sich entweder ganz regulär bewerben oder vorab über Twitter mit dem Personaler in Kontakt treten. Die Vorteile von Twitter gegenüber einer "normalen" Jobbörse liegen für zur Jacobsmühlen auf der Hand: Das Unternehmen kann durch seine "Follower" Kontakt zu potenziellen Mitarbeitern halten, auch wenn akut keine Stelle zu besetzen ist. Gleichzeitig erreichen die Personaler auch die Fachkräfte, die gar keine Stelle suchen – und die trotzdem oder gerade deswegen interessant für das Unternehmen sein können: "Branchen mit Nachwuchsproblemen können bei Twitter auch die passiv Suchenden erreichen", sagt zur Jacobsmühlen. Gleichzeitig beweise das Unternehmen, dass es modern sei und mit den neuen Medien arbeite.
- Datum 30.09.2009 - 14:45 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 01.10.2009 Nr. 41
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Sehr geehrte Frau Tutmann,
ich finde Ihren Artikel sehr interessant. Am wenigsten hätte ich ein solch kreatives Beispiel von der Deutschen Bahn erwartet. Ich bin immer noch etwas gespalten datüber wie lange sich dieser Trend fortsetzen und auch bewähren wird. Laut einer kürzlich von Spirofrog durchgeführten Umfrage (http://www.spirofrog.de/blog/2009/11/studie-nutzung-von-social-media-im-hr-–-personal-bereich-–-umfrage-ergebnisse/) planen 24% der 184 teilgenommenen Unternehmen im nächsten Jahr Social Meida beim Recruiting mehr z nutzen.
Toll finde ich es, dass Twitter Jobsuchenden ein neues und offenes Kommunikationsmedium zur Kontaktaufnahme mit Unternehmen bereitstellt. Mit zunehmender Bedeutung eines guten und stabilen Netzwerks, bietet Twitter eine gute Platform für etwas zurückhaltendere Bewerber etwas aus sich rauszugehen und erste Kontakte zu knüpfen. Durch den öffentlichen Austausch können Kandiaten, und besonders die eben erwähnten, auch einen Einblick in potentiellen Kommunikationsverkehr und Gedankenaustausch (kreateiven sowie ausfälligen) mit zukünftigen Arbeitgebern gewinnen. Natürlich bleibt die große Frage, wieviel Zeit und Resourcen ein Unternehmen hat kontinuierlich aktiv auf Twitter zu sein. Es ist jedenfalls ein gutes Medium um vielleicht auch mal den einen oder anderen außergewöhnlichen Kandiaten für sich zu entdecken. Bei Indeed.de (http://www.indeed.de) bekommen wir dies häufig auch als Feedback von Nutzern zu geschickt.
...spielen Twitter, Zwitter & Co. für mich keine Rolle bei der Personalsuche.
Hallo,
...dabei muesste man aber bedenken, das der Stellenmarkt in Deutschland schon noch so 5-10 Jahre hinter z.B. den UK hinterher ist. Dort schreibe ich am Montag morgen 3 mails an agencies mit einer Job-Beschreibung, erhalte Montag nachmittag 5-15 cv's, mache am Dienstag 2-4 Telefon-Interviews mit den Top-Kandidaten und der/die Bewerber/in faengt am Dienstag oder Mittwoch an. Das ist dort voellig ueblich und ganz normal und laeuft schon seit 15 Jahren ueber sites wie z.B. www.jobserve.com, www.cwjobs.co.uk oder auch www.jobsite.com. Meine IT Beratungsjobs bekomme ich seit 1997 ueber Jobserve, mit besseren Margen, schneller und zuverlaessiger als ich es irgendwo in Deutschland jemals gesehen haette.
"Keine drei Monate vergingen," ist unglaublich, in Jobserve findet man normalerweise nach 3-10 Tagen einen Job, jedenfalls im IT Bereich.
Insofern ist der Artikel nett und korrekt, aber man sollte sehen, das dieses Thema noch wesentlich weiter geht als nur Twitter.
Uebrigens bieten auch soziale Netzwerke wie z.B. LinkedIn.com viele Jobangebote, man erhaelt dort am Tag so 50-200 Jobangebote.
Schoene Gruesse,
Frank
Super Beitrag, hier nocheinmal der korrekte link zu unserer Studie:
http://www.spirofrog.de/b...
Ja, die Stellensuche bei Twitter ist so eine Sache. Klar es gibt da kleine zaghafte Erfolge aber so richtig nachhaltiges recruiting wie auf einer Jobbörsen wie http://www.joballee.de halt ich auf twitter nicht darstellbar. Dafür ist Twitter und die Userscahft zu arg web affin. Da wird man ( leider ) wenig Tekkies oder Ingenieure auf Jobsuche finden.
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