Kino Von der Liebe am KühlregalSeite 2/2
Aber Gigante ist nicht nur ein Film über eine leise Liebe und über einen Supermarkt, der allen Supermärkten der Welt ähnelt und doch ganz einzigartig ist. Mit dem Porträt seiner schweigsamen Hauptfigur wird der Film zu etwas anderem, pathetisch könnte man sagen: zu einer Alltagsstudie des angewandten Humanismus. Jara ist zwar kein Überwacher, aber doch ein Wachmann im besten Sinne. Der Modus seines Lebens ist die Fürsorge. Für Julia, die er nach weiteren Wischunfällen vor den Sanktionen des Chefs bewahrt. Für eine andere Putzfrau, die das Klauen übertreibt. Für den verspannten Nacken eines Kollegen, der mit Handgriffen aus der Ärzte-sndung eingerenkt wird. Oder für zwei Unbekannte, die sich in einer Bar prügeln und von Jara mit umsichtigen Handgriffen getrennt werden. Das Schöne ist die Beiläufigkeit, mit der diese freundlichen Übergriffe, hilfsbereiten Einmischungen, zuvorkommenden Gesten in den ruhigen Takt des Films eingehen.
Man kann die Haltung des Regisseurs und seines Helden Humanismus nennen. Aber vielleicht sind solche Worte einfach zu groß und zu schwer für einen sanften Riesen mit Heavy-Metal-T-Shirt. Und für all das Zarte, das in diesem wunderbaren Film geschieht.
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- Datum 01.10.2009 - 13:47 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 01.10.2009 Nr. 41
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