Airlines erhöhen Gepäckgebühren Teure Tüten
Von Oktober an kassieren British Airways und einige andere Fluglinien 40 Euro für das zweite Gepäckstück – selbst wenn es gar nicht viel wiegt.
© Getty Images

Der Trend geht zum Zweitkoffer - und der kostet
Reisen heißt auch, etwas mit nach Hause zu bringen. Auf der Rückreise von New York lassen sich die drei Paar Chucks für die Nichte und das Apple-Zubehör für den Liebsten jedoch kaum ins Handgepäck quetschen. Der Zweitkoffer, auf dem Hinflug halbleer, ist daher ein Klassiker, vor allem bei Trips über den Atlantik.
Für viele Flugreisende wird der Kaufrausch in der Fremde jetzt allerdings teuer. Vom 1. Oktober an erhebt British Airways (BA) als erste europäische Gesellschaft auf Transatlantikrouten von ihren Economy-Passagieren eine Gebühr für ein zweites Gepäckstück. Dabei ist es unerheblich, wie klein oder leicht es ist: Zahlen muss auch, wer insgesamt die zulässigen 23 Kilo nicht überschreitet.
Jenseits des Atlantiks ist eine solche Gebühr bereits üblich. Vom 1. Oktober an lässt sich als letzte US-amerikanische Fluggesellschaft auch United Airlines den Transport des Zweitgepäcks bezahlen. Bei den US-Airlines werden 50 Dollar (rund 40 Euro) pro Strecke fällig – die gleiche Summe muss man auch bei BA entrichten.
Der Londoner Linienflieger greift eine Praxis auf, die man in Europa bisher eher von Billigairlines kannte: dass eine Leistung, die früher im Flugpreis inbegriffen war, auf einmal extra kostet. Die irische Ryanair etwa erhebt schon länger eine Gepäckgebühr und erhöht zum Oktober die Preise: Wer dann am Flughafen eincheckt, muss für den ersten Koffer 30 Euro, für den zweiten 70 Euro bezahlen. Und das zweimal, auf dem Hin- und Rückflug.
BA-Sprecher Ewan Fordyce hingegen betont, dass man mit der neuen Gebühr nicht allein Geld verdienen wolle. Sie soll die Kunden motivieren, alles in einen einzigen Koffer zu packen, und sei er noch so wuchtig: »Denn wenige große Koffer sind leichter platzsparend zu stapeln als viele kleine.« So bleibt mehr Platz im Flugzeugbauch, um Frachtgüter zu transportieren. Der Verzicht aufs Zweitgepäck vereinfacht auch die Abläufe am Flughafen. Die Hebelifte für den Bodentransport müssen jedes Gepäckstück einzeln anpacken. Je mehr Koffer, umso länger dauert das Be- und Entladen.
Hinzu kommt, dass die Zweitgepäckstücke oft sperrig sind. »Vor allem bei Urlaubsrückkehrern kommen die abenteuerlichsten Konstruktionen aus dem Flugzeug, etwa schlecht verschlossene Plastiktüten oder Pakete aus Pappe«, sagt Jerome Konn-Kruse, Leiter der Gepäckaufgabe am Frankfurter Flughafen. Es würde die Arbeit erleichtern, wenn jeder mit Hartschalenkoffer reiste. »Kunststofftaschen mit Gummiboden oder mit Kordel verschnürte Leinensäcke stören den automatischen Gepäckfluss.« Jedes dieser Gebilde müsse ein Mitarbeiter per Hand aufs Förderband heben. »Und womöglich gehen Flaschen zu Bruch, die wegen der Sicherheitsvorkehrungen nicht mehr ins Handgepäck dürfen.«
Konn-Kruse wird noch viele laienhaft verschnürte Zweitgepäckstücke befördern müssen. Bei Lufthansa, Condor und LTU gibt es derzeit keine Pläne, das Freigepäck auf Transatlantikrouten zu beschränken. Auch Air India und Singapore Airlines, die von Deutschland aus in die USA fliegen, erlauben weiter zwei Gepäckstücke. Dasselbe gilt für europäische Umsteigeverbindungen wie die mit Air France via Paris.
Dass wegen zu vieler Koffer ein Flugzeug am Boden bleibt, muss indes kein Passagier fürchten. »Vorher laden wir Frachtstücke aus«, sagt Konn-Kruse. Oder ein paar Koffer kommen erst mit dem nächsten Flugzeug an.
- Datum 02.10.2009 - 09:49 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 01.10.2009 Nr. 41
- Kommentare 9
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Meine sauberen Businessreisenden-Kollegen mit ihren zig Gepäckstücken sind echt eine Seuche. EIN Gepäckstück steht auf dem Ticket und kommen tun diese Kasper immer mit 2-3, insbesondere auch deswegen, weil sie es nicht aufgeben wollen. Führt dazu dass sie beim Einsteigen den gang verstopfen, beim Aussteiegen auch und dass die Gepäckfächer notorisch überfüllt sind, insbesondere bei den 7-Uhr-Maschinen nach FRA-MUC-TXL usw.
Diese Gebühr bezieht sich auf das Gepäck, das beim Check-in aufgegeben wird, und nicht auf das Handgepäck.
Für mich ist das wieder ein typischer Service-Abbau. Ich hoffe stark, das sich das nicht durchsetzt.
Für viele Fluggäste müssen Sonderregelungen gelten. Erst kürzlich habe ich das auf einem Transatlantikflug wieder festgestellt. Wegen einer zusätzlichen Plastiktasche mit ein paar Prospekten habe ich jedes Mal ein schlechtes Gewissen.
Beim Boarding wurde ich bisher immer eines Besseren belehrt. Da werden Trolleys in den Innenraum bugsiert, in denen sich kleine Kinder verstecken lassen. Andere scheinen ihren Hausstand in diverseste Gepäckstücke aufgeteilt zu haben. Hier stößt man mit dem Knie gegen einen Rollkoffer, dort wird einem ein ähnliches Gerät in die Hacken geschoben. Die meisten Gepäckstücke könnten durchaus beim Einchecken abgegeben werden. Das Boarding würde sich bei konsequenter Einhaltung der bestehenden Regeln auf die Hälfte der Zeit reduzieren.
Nach dem zulässigen Gewicht für die Ablage wird kaum gefragt. Das sind ja auch bloß die Gepäckstücke, die bei einer Turbulenz durch die Gegend fliegen könnten.
Die Regelungen der Fluggesellschaften scheinen eindeutig zu sein. Wahrscheinlich aber nur für eine begrenzte Auswahl der Passagiere.
Dem ist nicht viel hinzuzufügen, danke.
Diese Gebühr bezieht sich auf das Gepäck, das beim Check-in aufgegeben wird, und nicht auf das Handgepäck.
Für mich ist das wieder ein typischer Service-Abbau. Ich hoffe stark, das sich das nicht durchsetzt.
Für viele Fluggäste müssen Sonderregelungen gelten. Erst kürzlich habe ich das auf einem Transatlantikflug wieder festgestellt. Wegen einer zusätzlichen Plastiktasche mit ein paar Prospekten habe ich jedes Mal ein schlechtes Gewissen.
Beim Boarding wurde ich bisher immer eines Besseren belehrt. Da werden Trolleys in den Innenraum bugsiert, in denen sich kleine Kinder verstecken lassen. Andere scheinen ihren Hausstand in diverseste Gepäckstücke aufgeteilt zu haben. Hier stößt man mit dem Knie gegen einen Rollkoffer, dort wird einem ein ähnliches Gerät in die Hacken geschoben. Die meisten Gepäckstücke könnten durchaus beim Einchecken abgegeben werden. Das Boarding würde sich bei konsequenter Einhaltung der bestehenden Regeln auf die Hälfte der Zeit reduzieren.
Nach dem zulässigen Gewicht für die Ablage wird kaum gefragt. Das sind ja auch bloß die Gepäckstücke, die bei einer Turbulenz durch die Gegend fliegen könnten.
Die Regelungen der Fluggesellschaften scheinen eindeutig zu sein. Wahrscheinlich aber nur für eine begrenzte Auswahl der Passagiere.
Dem ist nicht viel hinzuzufügen, danke.
......man rechnet sich vorher aus, was die gesamte Leistung mit Gepäck, Check-in und Toilettengebühr (!) kostet und meidet einfach die Gesellschaften, die überall abzocken wollen, es sei denn, sie sind wirklich immer noch preisgünstiger (nicht einfach nur "billiger"). Wahrscheinlich wird sich die LH vorläufig hüten, diesen Schwachsinn mitzumachen (hoffentlich!)
Diese Gebühr bezieht sich auf das Gepäck, das beim Check-in aufgegeben wird, und nicht auf das Handgepäck.
Für mich ist das wieder ein typischer Service-Abbau. Ich hoffe stark, das sich das nicht durchsetzt.
Freigepäck auf allen internationalen Strecken und innerhalb Deutschlands (Ausnahme: Langstreckenflüge mit "Piece concept", siehe unten)
* First Class: 40 kg (88lb) - plus ein Skigepäck und plus ein Golfgepäck
auf Flügen durchgeführt von Lufthansa und Swiss International Airlines
* Business Class: 30 kg (66lb) - plus ein Skigepäck
auf Flügen durchgeführt von Lufthansa und Swiss International Airlines
* Economy Class: 20 kg (44lb) - plus ein Skigepäck
auf Flügen durchgeführt von Lufthansa und Swiss International Airlines
von und nach Kanada, von, nach und via USA von und nach Südamerika mit Ausnahme Reiseantritt ex Brasilien für Reisen in beide Richtungen
von und nach Westafrika*, Äthiopien und Ägypten zwischen Europa und Mexiko
mit einem Star Alliance Round the World Ticket
* First Class: 2 Gepäckstücke à 32 kg
* Business Class: 2 Gepäckstücke à 32 kg
* Economy Class: 2 Gepäckstücke à 23 kg
Bei Reiseantritt ex Brasilien für Reisen in beide Richtungen;
Bei Reiseantritt ex Japan (nach USA, Canada, Westafrika*, Äthiopien, Ägypten und Südamerika, wenn PC anwendbar ist) für Reisen in beide Richtungen:
* First Class: 2 Gepäckstücke à 32 kg
* Business Class: 2 Gepäckstücke à 32 kg
* Economy Class: 2 Gepäckstücke à 32 kg
siehe:
http://www.lufthansa.com/...
...einfach nicht Fliegen. Was meine Sie, was Sie da sparen und sich und der Welt ersparen!
Die Argumentation der Herren Fordyce und Konn-Kruse scheint mir etwas underständlich wenn man bedenkt dass sich Hartschalenkoffer sehr schlecht stapeln lassen und unötig viel wiegen (ca. 5-6kg). Bei einem Gepäckstück von 23kg (oder20kg) bleibt dann nicht mehr viel Gewicht was man wirklich hineinstecken kann. Ganz zu schweigen von dem unnötigen Gewicht was durch die Welt geflogen wird und Kerosin kostet.
Abgesehen davon macht die Aussage "Sie soll die Kunden motivieren, alles in einen einzigen Koffer zu packen, und sei er noch so wuchtig" keinen Sinn wenn man davon ausgeht dass die Gewichtsbegrenzung von 23kg pro Gepäckstück in der Economy-Klasse bestehen bleibt. Selbst wenn das wieder auf 32kg angehoben wird, hilft das nicht viel. Wahrscheinlich reisen die Herren auch immer im Taxi zum Flughafen und haben noch nie darüber nachgedacht dass normale Mensche arge Probleme haben mit einen 32kg schweren Gepäckstück auch nur zur nächsten Bushaltstelle oder S-Bahn Station zu kommen.
Für viele Fluggäste müssen Sonderregelungen gelten. Erst kürzlich habe ich das auf einem Transatlantikflug wieder festgestellt. Wegen einer zusätzlichen Plastiktasche mit ein paar Prospekten habe ich jedes Mal ein schlechtes Gewissen.
Beim Boarding wurde ich bisher immer eines Besseren belehrt. Da werden Trolleys in den Innenraum bugsiert, in denen sich kleine Kinder verstecken lassen. Andere scheinen ihren Hausstand in diverseste Gepäckstücke aufgeteilt zu haben. Hier stößt man mit dem Knie gegen einen Rollkoffer, dort wird einem ein ähnliches Gerät in die Hacken geschoben. Die meisten Gepäckstücke könnten durchaus beim Einchecken abgegeben werden. Das Boarding würde sich bei konsequenter Einhaltung der bestehenden Regeln auf die Hälfte der Zeit reduzieren.
Nach dem zulässigen Gewicht für die Ablage wird kaum gefragt. Das sind ja auch bloß die Gepäckstücke, die bei einer Turbulenz durch die Gegend fliegen könnten.
Die Regelungen der Fluggesellschaften scheinen eindeutig zu sein. Wahrscheinlich aber nur für eine begrenzte Auswahl der Passagiere.
Dem ist nicht viel hinzuzufügen, danke.
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