Klappräder Glück auf kleinen Reifen
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Das "naked bike" namens Mµ Uno

Vergangenen Monat dann ein Besuch auf der Fahrradmesse Eurobike in Friedrichshafen. Dort stand das IOS XL Urban Bike. Erste Reaktion: wow! Schwarz bis zu den Speichen, wirkt es mit seinen großen 24-Zoll-Slicks (profillosen Reifen namens Kojak) fast wie ein ausgewachsenes Mountainbike. Es ist mit Alfine, der Edelschaltung von Shimano, und Scheibenbremsen ausgestattet. Außerdem besitzt es ein hoch suggestives Signal für urbane Nomaden: eine USB-Schnittstelle zum Aufladen des MP3-Players oder des iPhones.

Falt- oder Klappräder lassen sich als handliche Päckchen selbst im Intercity Express verstauen und sind das passende Fortbewegungsmittel für urbane Nomaden. Es gibt sie mittlerweile auch mit USB-Schnittstelle, um etwa Akkus von MP3-Playern aufzuladen

Falt- oder Klappräder lassen sich als handliche Päckchen selbst im Intercity Express verstauen und sind das passende Fortbewegungsmittel für urbane Nomaden. Es gibt sie mittlerweile auch mit USB-Schnittstelle, um etwa Akkus von MP3-Playern aufzuladen

Mit dem IOS versucht sich der Weltmarktführer Dahon (USA/Taiwan) an der Eier legenden Wollmilchsau: Es soll echt schickes Radeln mit hohem Falt- und Tragekomfort kombinieren und dazu noch cool verstaubar sein. Das gelingt aber nur eingeschränkt: Das gefaltete Paket ist weder klein noch leicht, sondern wiegt mindestens 16 Kilo. Andererseits sagen selbst junge Menschen, die es angesichts eines Faltrads normalerweise würgt, beim Anblick des IOS anerkennend: »stylish!«

Beim Testen hatte ich schon morgens im Zug die ersten Bewunderer. Ich wurde auf offener Straße von Damen angesprochen! Das hübsche Gerät ist ab dem Jahr 2010 zu haben und kostet in der Vollversion rund 1500 Euro, in einer abgespeckten City-Version immer noch 1000 Euro. Ein happiger Preis.

Doch wer sein Klapprad nicht gerade bei Aldi kaufen will, muss in der Regel Geld in die Hand nehmen. Das Birdy beispielsweise, das der deutsche Hersteller Riese und Müller als »Kultobjekt« anpreist, kostet mit Rohloff-Schaltung um die 3000 Euro. Dafür bekommt man ein echt schrilles, voll gefedertes Gerät, das sich etwas umständlich falten lässt.

Am Ende bin ich allerdings auf ein Faltrad gestoßen, das weder mich noch mein Konto einschüchtert (500 Euro). Die Firma Dahon hat nämlich auch ein Modell ohne alles im Angebot, ein naked bike. Es heißt Mµ Uno, hat nur einen Gang und 20-Zoll-Räder; batteriebetriebenes Licht muss man anklemmen, gebremst wird mit Rücktritt. Aber es faltet sich flott und wiegt nur zehn Kilo.

Das Mµ Uno hat mich durch die Eifel getragen, bergauf im Wiegetritt, und über verlotterte Feldwege. Die Übersetzung ermöglicht zügiges Radeln auf Asphaltpisten. Mit dem schlichten Begleiter an meiner Seite habe ich sogar den Schrecken einer jeden Bahnreise ertragen – den Schienenersatzverkehr, das erzwungene Umsteigen vom Zug in einen Ersatzbus. Normalerweise käme da ein Fahrrad nicht mit.

Das Mµ Uno hat keine Federung; wenn der Untergrund zu ruppig wird, lässt man einfach Luft aus den Reifen. Zum Aufpumpen zieht man das Sattelrohr aus dem Rahmen. Darin versteckt sich eine formidable Klappluftpumpe. Zur Vollendung des Glücks fehlt nur noch ein Klapphelm, aber auch der wurde auf der letzten Eurobike bereits präsentiert. Was übrigens nicht fehlt, ist das Faltelektrorad. Das gibt es nämlich schon.

 
Leser-Kommentare
    • groyne
    • 02.10.2009 um 19:21 Uhr

    Ich freue mich sehr, dass jetzt auch Fahrradthemen zu Zeit-Online finden.

    Noch schöner wäre es die Rubrik 'Auto' in 'Mobilität' umzubennen und die Frequenz der Zweirad-Artikel noch deutlich zu steigern. Das (Elektro)Zweirad wird immer wichtiger werden im urbanen Verkehr.

    • QuaxRW
    • 22.11.2009 um 8:15 Uhr

    Umweltzonen, Citymauten und Carsharing sind entscheidende Schritte zur Entmotorisierung von Stadtbewohnern. Vorbild sind Städte wie Amsterdam und Kopenhagen, in denen es genauso viele Radfahrer wie Fahrgäste des ÖPNV gibt. Fahrrad- und Fußgängerwege werden ausgebaut und Leihfahrradsysteme installiert. Das Fahrrad bildet die Schnittmenge zwischen den Bedürfnissen nach umweltfreundlichen Verkehrslösungen, Gesundheit, High Tech und High Touch, sowie Convenience.

    Um die mobile Flexibilität in den Städten zu erhöhen, sind Klappräder ideal. Es kann einfach mit ins Büro genommen werden, passt in jede überfüllte U-Bahn am Morgen und ist Anzug- und kostümtauglich und somit ideal für den mobilen Großstadtnomaden.

    Die zwei Studenten von der Hochschule Coburg entwickelten das Faltrad VELO FLINK nach ECO Design-Gesichtspunkten. Besuchen Sie die Seite www.veloflink.com/

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