Schutz für Schiffe Wasserkanone gegen PanzerfaustSeite 2/2
Größter Kostentreiber, seit sich die Überfälle häufen, sind die Ausgaben für Versicherungen. Rund die Hälfte der von PwC befragten Unternehmen klagten über gestiegene Prämien. Von Aufschlägen zwischen 10 und 50 Prozent berichtet Stolberg von Beluga Shipping. Eine andere Reederei, die nicht genannt werden will, muss 30 bis 40 Prozent mehr zahlen. Beide Unternehmen haben bereits ein Schiff mit Lösegeld von Piraten freigekauft.
Die meisten Reeder sorgen mit einer Kriegsversicherung für den Fall eines Angriffs vor. Um das Risiko eines Piratenüberfalls vor der Küste Somalias, Nigerias oder im Golf von Aden zu versichern, sind pro Passage 30.000 bis 40.000 Euro für ein Schiff mit einem Wert von 30 Millionen Euro fällig, rechnet Lieselotte Biebau vor, Kundenbetreuerin beim Versicherungsmakler Aon. Die Police für diese Regionen ist auch für 5000 bis 7000 Euro zu haben, dann ist das Piraterie-Risiko aber nicht abgedeckt. Im Einzelfall können Reedereien, die viele Schiffe durch gefährliche Gewässer schicken, geringere Prämien aushandeln – die liegen aber immer noch bei 15.000 bis 20.000 Euro.
Söldner helfen nicht immer: Manche sprangen im Ernstfall von Bord
Noch teurer wird es für Reedereien, die zusätzlich eine Lösegeldversicherung abschließen. Und das werden immer mehr: Von 2007 auf 2008 stieg laut Aon die Nachfrage nach einer Entführungs- und Lösegeldversicherung um 25 Prozent. Die Kosten für eine solche Police haben sich in den vergangenen drei Jahren verzehnfacht. Bis zu 45000 Euro verlangten Versicherungen inzwischen pro Schiff und Route – ohne Steuern. Dazu kommen je nach Anbieter bestimmte Auflagen, etwa Mindestgeschwindigkeiten oder unbewaffnete Sicherheitsleute auf den Schiffen.
Einige Reeder leisten sich sogar Söldner an Bord ihrer Frachter. In der PwC-Umfrage gab ein Unternehmen an, »fünf Soldaten aus Russland pro Schiff an Bord« zu nehmen. »Seriöse Sicherheitsdienste schicken ein Team mit sechs bis sieben Mann«, sagt Steffen von Risk Intelligence, »das kostet schnell 150000 Dollar pro Passage.« Eine ganze Armada ehemaliger Marinesoldaten und Elitekämpfer hat das Geschäft mit dem Antipiratenkampf angezogen. Diese Anbieter halten nicht immer, was sie versprechen. So flüchteten Sicherheitskräfte bereits vor enternden Seeräubern, indem sie über Bord sprangen. Die Mehrheit der Reeder, das betont der VDR, lehnt bewaffnetes Personal jedoch ab. Viele fürchteten, dass die Gewalt dann erst recht eskaliere.
Bewaffnete Spezialisten könnten allerdings ein Mittel gegen die Angst der Schiffscrew sein. Denn einige Unternehmen berichten von Problemen, eine Mannschaft für gefährliche Passagen zu rekrutieren. »Von der Besatzung kennt jeder jemanden, der schon mal von Piraten angegriffen wurde«, sagt Sicherheitsberater Kestner, »darum passiert es auch, dass Leute abheuern.« Denn kein Stacheldraht der Welt hilft gegen die Angst.
- Datum 02.10.2009 - 16:27 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle DIE ZEIT, 01.10.2009 Nr. 41
- Kommentare 5
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:




Die Dritte Welt schlägt zurück!
...haben Sie den Artikel gelesen ?
Klarer kann man doch nicht lesen das die Piraterie ein rein finanzielles Problem ist. Die Versicherungsraten sind um 50% angestiegen, das ist ein Witz.
Für die Mehrkosten kann man ja nichtmal den Sprit einer Fregatte bezahlen.
Es ist ganz einfach: wennn das Problem zu teuer wird, wird es gelöst. Derzeit ist es offensichtlich noch bezahlbar.
...haben Sie den Artikel gelesen ?
Klarer kann man doch nicht lesen das die Piraterie ein rein finanzielles Problem ist. Die Versicherungsraten sind um 50% angestiegen, das ist ein Witz.
Für die Mehrkosten kann man ja nichtmal den Sprit einer Fregatte bezahlen.
Es ist ganz einfach: wennn das Problem zu teuer wird, wird es gelöst. Derzeit ist es offensichtlich noch bezahlbar.
...haben Sie den Artikel gelesen ?
Klarer kann man doch nicht lesen das die Piraterie ein rein finanzielles Problem ist. Die Versicherungsraten sind um 50% angestiegen, das ist ein Witz.
Für die Mehrkosten kann man ja nichtmal den Sprit einer Fregatte bezahlen.
Es ist ganz einfach: wennn das Problem zu teuer wird, wird es gelöst. Derzeit ist es offensichtlich noch bezahlbar.
Ein wirtschaftliches Problem ist also finanzieller Natur? Das gab es noch nie... Vielen Dank für die Aufklärung, Herr Doktor.
Ein wirtschaftliches Problem ist also finanzieller Natur? Das gab es noch nie... Vielen Dank für die Aufklärung, Herr Doktor.
Ein wirtschaftliches Problem ist also finanzieller Natur? Das gab es noch nie... Vielen Dank für die Aufklärung, Herr Doktor.
...ich hatte "Die Dritte Welt schlägt zurück!" dann doch eher politisch interpretiert, aber man kann es natürlich auch so sehen, das Teile der "Dritten Welt" einen neuen Weg gefunden haben, an der Globalisierung teilzuhaben.
Ja, in dem Fall bitte ich um Verzeihung, sie Naiv genannt zu haben.
...ich hatte "Die Dritte Welt schlägt zurück!" dann doch eher politisch interpretiert, aber man kann es natürlich auch so sehen, das Teile der "Dritten Welt" einen neuen Weg gefunden haben, an der Globalisierung teilzuhaben.
Ja, in dem Fall bitte ich um Verzeihung, sie Naiv genannt zu haben.
...ich hatte "Die Dritte Welt schlägt zurück!" dann doch eher politisch interpretiert, aber man kann es natürlich auch so sehen, das Teile der "Dritten Welt" einen neuen Weg gefunden haben, an der Globalisierung teilzuhaben.
Ja, in dem Fall bitte ich um Verzeihung, sie Naiv genannt zu haben.
kann ich mir nicht vorstellen.
Er nützt, und wenn nicht eine Rolle ausreicht, dann ist halt eine zweite und dritte Rolle auszufahren.
Und dann gibt es ja so nette "Pionierschweinereien", die man damit verbinden kann. Man sollte doch mal DDR-Grenzer befragen, wie das mit den Selbstschußanlagen funktionierte. Die müssen ja nicht tödliche Splitter verschießen, Tränengas würde für das erste auch mal reichen. Und es soll auch Mittel geben, die zum Erbrechen führen, schlimmer noch, zum häufigen Aufsuchen eines bestimmten Ortes......
Wäre doch gelacht, daß den Piraten (alles Leute, die noch nicht mal lesen und schreiben können) nicht beizukommen wäre.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren