Internationale Strafjustiz Polanski und das BankgeheimnisSeite 2/2
In seiner Tonlage passt sich der Herr Minister aber nur den Künstlern an. Denn alle sind – empört. Herr Polanski in der Ausschaffungshaft ist »empört«, seine Frau Emanuelle Seigner, die im Zürcher Luxushotel Baur au Lac die Stellung hält, ist »empört«, und die Anwälte sind sowieso alle »empört«. Am empörtesten aber ist die Welt des Films. Schon fordern Hunderte von Kulturschaffenden in einer Petition die Freilassung von Meister Polanski, darunter Constantin Costa-Gavras, Fanny Ardant, Ettore Scola, Monica Bellucci und Bertrand Tavernier. Und das Zürcher Filmfestival muss Absagen hinnehmen. Produzent Henning Molfenter von den Studios in Babelsberg will »auf keinen Fall in der Schweiz Filme schauen, wenn fünf Kilometer entfernt Polanski im Gefängnis sitzt«.
Ja, es ist großes Kino, das da gerade aufgeführt wird. Aber ist es auch gutes Kino? Hat es also irgendetwas mit unserer Realität zu tun?
Die Welt der Fiktion scheint ziemlich zu verdrängen, dass all dem eine böse Tat zugrunde liegt.Polanski hat sich als 43-Jähriger eine 13-Jährige mit Macht, Alkohol und Beruhigungstabletten gefügig gemacht. Natürlich ist das lange her, natürlich hat das Opfer ihm verziehen. Aber mal abgesehen davon, dass dies juristisch nichts zur Sache tut – darf man in so einem Fall mit wilder Überzeugung die Freilassung fordern?
Die meisten Kulturschaffenden beantworten diese Frage mit Ja. Sie folgen damit einem Muster. Der Journalist und Politaktivist Mumia Abu-Jamal, der 1981 mit höchster Wahrscheinlichkeit einen Polizisten erschossen hat, genießt seit Jahren eine unglaubliche Unterstützung aus künstlerischen Kreisen. Und spricht heute noch irgendwer von dem seltsamen Umgang mit Kindern, den ein Michael Jackson gepflegt hatte? Nein, er scheint ins Nirwana der Unantastbarkeit entrückt.
Auf zwei Transparenten von Kulturschaffenden vor dem Zürcher Kino hieß es: »Gebt ihnen das Bankgeheimnis und nicht Polanski.« Daraus kann man folgern, dass Menschen aus der Wirtschaft, die dem Staat Geld entziehen, härter verfolgt werden sollen als Menschen aus der Welt der Kunst, die kleine Mädchen misshandeln. Relativiert die kulturelle Leistung also eine kriminelle Tat?
- Datum 30.09.2009 - 18:20 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 01.10.2009 Nr. 41
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ist Polanski gleicher als Andere? Hat er Sonderrechte? Wäre er vor 30 Jahren nicht geflohen sähe die Sache heute anders aus. Ist er aber.
Polansky soll sich an einer 13-jaehrigen in der Wohnung eines berühmten US-Filmstars vergriffen haben. Zu welchem Anlass? War es eine Party? Bejahendenfalls: Was hatte das Kind dort zu suchen? Wie konnte dies insgeheim geschehen, wenn dort etliche Gaeste anwesend waren? Hatte er das Kind dorthin verschleppt - besass er also den Schlüssel zur Wohnung des Filmstars? Hat dieser davon nie etwas erfahren?
Vor allem: Das Opfer hat ihm laengst verziehen. Also kann hier Missbrauch einer Minderjaehrigen nicht zur Debatte stehen. Ist es Polanskys Flucht? Welche Strafe haette er da zu erwarten??
Es kommt bei mir aber der Verdacht auf, dass Polansky seinen etwas verblühenden Ruhm aufpolieren sollte. Seine sensationelle Verhaftung könnte man durchaus damit in Zusammenhang bringen.
Oder..??
Polansky soll sich an einer 13-jaehrigen in der Wohnung eines berühmten US-Filmstars vergriffen haben. Zu welchem Anlass? War es eine Party? Bejahendenfalls: Was hatte das Kind dort zu suchen? Wie konnte dies insgeheim geschehen, wenn dort etliche Gaeste anwesend waren? Hatte er das Kind dorthin verschleppt - besass er also den Schlüssel zur Wohnung des Filmstars? Hat dieser davon nie etwas erfahren?
Vor allem: Das Opfer hat ihm laengst verziehen. Also kann hier Missbrauch einer Minderjaehrigen nicht zur Debatte stehen. Ist es Polanskys Flucht? Welche Strafe haette er da zu erwarten??
Es kommt bei mir aber der Verdacht auf, dass Polansky seinen etwas verblühenden Ruhm aufpolieren sollte. Seine sensationelle Verhaftung könnte man durchaus damit in Zusammenhang bringen.
Oder..??
Polansky soll sich an einer 13-jaehrigen in der Wohnung eines berühmten US-Filmstars vergriffen haben. Zu welchem Anlass? War es eine Party? Bejahendenfalls: Was hatte das Kind dort zu suchen? Wie konnte dies insgeheim geschehen, wenn dort etliche Gaeste anwesend waren? Hatte er das Kind dorthin verschleppt - besass er also den Schlüssel zur Wohnung des Filmstars? Hat dieser davon nie etwas erfahren?
Vor allem: Das Opfer hat ihm laengst verziehen. Also kann hier Missbrauch einer Minderjaehrigen nicht zur Debatte stehen. Ist es Polanskys Flucht? Welche Strafe haette er da zu erwarten??
Es kommt bei mir aber der Verdacht auf, dass Polansky seinen etwas verblühenden Ruhm aufpolieren sollte. Seine sensationelle Verhaftung könnte man durchaus damit in Zusammenhang bringen.
Oder..??
Ich weiss nicht so recht, die Geschichte ist nicht gerade besonders rühmlich für Polanski. Gleich wie das Verhalten der Kollegen, die jetzt seine unbedingte Freilassung fordern.
Ein Verzeihen seitens des Opfers macht einen Kindesmißbrauch keineswegs "nicht zur Debatte stehend". Es handelt sich nicht um eine Beleidigung o.ä., was auf einen Strafantrag verfolgt wird...
Die Hauptfrage sollte eher lauten: Warum wurde er nicht viel früher verhaftet? und nicht "Warum erst jetzt?"
Denn momentan haben die schweizer Behörden nach rechtlicher und moralischer Ansicht vollkommen korrekt gehandelt, was man von dem Verhalten bei seinen früheren Aufenthalten nicht behaupten kann...
Ich weiss nicht so recht, die Geschichte ist nicht gerade besonders rühmlich für Polanski. Gleich wie das Verhalten der Kollegen, die jetzt seine unbedingte Freilassung fordern.
Ein Verzeihen seitens des Opfers macht einen Kindesmißbrauch keineswegs "nicht zur Debatte stehend". Es handelt sich nicht um eine Beleidigung o.ä., was auf einen Strafantrag verfolgt wird...
Die Hauptfrage sollte eher lauten: Warum wurde er nicht viel früher verhaftet? und nicht "Warum erst jetzt?"
Denn momentan haben die schweizer Behörden nach rechtlicher und moralischer Ansicht vollkommen korrekt gehandelt, was man von dem Verhalten bei seinen früheren Aufenthalten nicht behaupten kann...
Ich weiss nicht so recht, die Geschichte ist nicht gerade besonders rühmlich für Polanski. Gleich wie das Verhalten der Kollegen, die jetzt seine unbedingte Freilassung fordern.
Nicht sollte wondern wollte - sorry
Wenn Polanski mit einer dreizehnjährigen geschlafen hat, dann ist das - ob nun Vergewaltigung oder nicht - zu verurteilen. Man kann über amerikanische Moralvorstellungen so sehr herziehen, wie man möchte, aber dass sie den Beischlaf mit einem Kind ächten, ist doch zweifellos zu begrüßen. Dass die Gesellschaft der Kunstschaffenden dies anders sieht hängt höchstwahrscheinlich mit den Begebenheiten wie derer im Hause Nicholson zusammen, auf denen es anscheinend auf geradezu natürliche Weise zu Sex mit Kindern unter Drogeneinfluss kommt. Begebenheiten die unter der Künstlerelite scheinbar zum guten Ton gehören, anders kann ich mir diese öffentlich inszenierte Empörung nicht erklären. Jeder gute Freund würde sich für seine Freundschaft schämen, wenn so eine Sache an die Öffentlichkeit gelangt, außer natürlich er wusste davon und heißt sie gut.
Nicht seine Verhaftung, sondern Polanskis Freilassung wäre der wahre Skandal. Ein Skandal der den unbestreitbaren Vorwurf der Zweiklassenjustiz nach sich zöge.
"Dass die Gesellschaft der Kunstschaffenden dies anders sieht hängt höchstwahrscheinlich mit den Begebenheiten wie derer im Hause Nicholson zusammen, auf denen es anscheinend auf geradezu natürliche Weise zu Sex mit Kindern unter Drogeneinfluss kommt. Begebenheiten die unter der Künstlerelite scheinbar zum guten Ton gehören..."
Möglicherweise haben Sie die zitierten Sätze aus Versehen mißverständlich formuliert.
Ansonsten handelt es sich um eine Unterstellung, die nicht geduldet werden kann.
Nehmen Sie das zurück!
"Dass die Gesellschaft der Kunstschaffenden dies anders sieht hängt höchstwahrscheinlich mit den Begebenheiten wie derer im Hause Nicholson zusammen, auf denen es anscheinend auf geradezu natürliche Weise zu Sex mit Kindern unter Drogeneinfluss kommt. Begebenheiten die unter der Künstlerelite scheinbar zum guten Ton gehören..."
Möglicherweise haben Sie die zitierten Sätze aus Versehen mißverständlich formuliert.
Ansonsten handelt es sich um eine Unterstellung, die nicht geduldet werden kann.
Nehmen Sie das zurück!
Ein Verzeihen seitens des Opfers macht einen Kindesmißbrauch keineswegs "nicht zur Debatte stehend". Es handelt sich nicht um eine Beleidigung o.ä., was auf einen Strafantrag verfolgt wird...
Die Hauptfrage sollte eher lauten: Warum wurde er nicht viel früher verhaftet? und nicht "Warum erst jetzt?"
Denn momentan haben die schweizer Behörden nach rechtlicher und moralischer Ansicht vollkommen korrekt gehandelt, was man von dem Verhalten bei seinen früheren Aufenthalten nicht behaupten kann...
diese Empörung. Der von mir als Regisseur sehr geschätzte Polanski, dessen tragische Geschichte bekannt sein dürfte, begeht eine schwere Straftat, die nicht nur im hysterisch, heuchlerisch, christlichen USA als solche angesehen wird und entzieht sich der Strafverfolgung durch Flucht.
1. Niemand hat ihn zu der Tat gezwungen.
2. Niemand hat ihn gezwungen diese Tat im Land der Rachefeldzüge zu begehen.
3. Wenn die Schweiz - warum auch immer - ein Auslieferungsabkommen eingeht, muss sie sich daran halten. "Pacta sunt servanda".
Die eigenartige Auffassung des Autors, man brauche sich an Völkerrechtliche Verträge und Regeln nicht halten, da nicht sanktioniert, ist schlicht blödsinnig und eines George Walker Bush würdig.
Es tut mir Leid für Polanski, dass man ihn jetzt in einen dieser Tierkäfige in den USA stecken wird, aber die Justiz - und gerade die amerikanische - muß Täter gleich behandeln, sonst wird sie absolut unglaubwürdig.
Im Übrigen : "Free Polanski"?
Hängt das ganze mal eine Etage tiefer, liebe Kulturschaffende.
"Dass die Gesellschaft der Kunstschaffenden dies anders sieht hängt höchstwahrscheinlich mit den Begebenheiten wie derer im Hause Nicholson zusammen, auf denen es anscheinend auf geradezu natürliche Weise zu Sex mit Kindern unter Drogeneinfluss kommt. Begebenheiten die unter der Künstlerelite scheinbar zum guten Ton gehören..."
Möglicherweise haben Sie die zitierten Sätze aus Versehen mißverständlich formuliert.
Ansonsten handelt es sich um eine Unterstellung, die nicht geduldet werden kann.
Nehmen Sie das zurück!
"Begebenheiten wie derer im Hause Nicholson zusammen, auf denen es anscheinend auf geradezu natürliche Weise zu Sex mit Kindern unter Drogeneinfluss kommt. Begebenheiten die unter der Künstlerelite scheinbar zum guten Ton gehören..."
Entschuldigen Sie bitte, aber mir kommt die Schlussfolgerun von "Jim Knopf" im Komm. 5 überhaupt nicht so unlogisch oder ungerecht.
Ist es nicht immer so, dass damit, was man sagt oder fordert, befürwortet, etc. auch ein entsprechendes Bild auf einen selber wirft?
Mit hat erstaunt, dass so viele so prompt und selbstverständlich seine Freilassung gefordert haben.
"Begebenheiten wie derer im Hause Nicholson zusammen, auf denen es anscheinend auf geradezu natürliche Weise zu Sex mit Kindern unter Drogeneinfluss kommt. Begebenheiten die unter der Künstlerelite scheinbar zum guten Ton gehören..."
Entschuldigen Sie bitte, aber mir kommt die Schlussfolgerun von "Jim Knopf" im Komm. 5 überhaupt nicht so unlogisch oder ungerecht.
Ist es nicht immer so, dass damit, was man sagt oder fordert, befürwortet, etc. auch ein entsprechendes Bild auf einen selber wirft?
Mit hat erstaunt, dass so viele so prompt und selbstverständlich seine Freilassung gefordert haben.
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