Stimmt's? Gorillas und die Menopause

"Haben auch Tiere Wechseljahre?", fragt Ingo Hallitzky aus Ulm.

Nachwuchs begrenzt: Auch Gorilla-Damen kommen in die Wechseljahre und werden im Alter unfruchtbar

Nachwuchs begrenzt: Auch Gorilla-Damen kommen in die Wechseljahre und werden im Alter unfruchtbar

Reden wir zunächst einmal nicht über die Wechseljahre, sondern über die Menopause: das Ende der letzten Monatsblutung im Leben einer Frau. Die meisten Frauen leben danach noch mehrere Jahrzehnte. Im Tierreich hingegen sind Weibchen bis zu ihrem Tod fruchtbar – meistens.

Jedoch werden mehr und mehr Ausnahmen beobachtet, Tierarten also, bei denen offenbar eine größere Anzahl alter Weibchen unfruchtbar wird. Manche Walarten gehören dazu, Gorillas, Elefanten, aber wohl auch Guppys.

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Das wirft die Frage auf: Warum gibt es das Phänomen überhaupt? Sind doch die Männchen (und Männer) bis ins hohe Alter zeugungsfähig. Warum investiert die Natur da Ressourcen in weibliche Individuen, die sich nicht mehr fortpflanzen können?

Die »Großmutter-Hypothese« besagt, dass Frauen, die nicht mehr dem Risiko einer Geburt ausgesetzt sind, durch die Sorge für Kinder und Enkel noch zum Überleben ihrer Gene beitragen.

Bei der Gegenthese wird die Menopause darauf zurückgeführt, dass wir heute einfach älter werden als unsere Vorfahren. Bei den Frühmenschen hätten nur wenige Frauen tatsächlich die Menopause erreicht.

Ungewissheit herrscht darüber, ob das Ende der Fruchtbarkeit auch beim Guppy-Weibchen zu Hitzewallungen und Depressionen führt.

Die Adressen für »Stimmt’s«-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg oder stimmts@zeit.de .

Diesen Artikel finden Sie als Audiodatei im Premiumbereich unter www.zeit.de/audio

 
Leser-Kommentare
  1. A.Cohen hat dazu 2003 einen sehr interessanten Artikel geschrieben, von über 40 verschiedenen Säugetierarten konnte für den größten Teil eine signifikante Lebensdauer der Weibchen nach Ende der Fortpflanzung gezeigt werden. Die Großmutterthese allein reicht für eine Begründung aber nicht aus, sie hat eventuell Einfluss auf die menschliche Populationen (siehe Hazdas in Afrika u.sw)im Tierreich, bei z.B Löwen, konnte sie nicht nachgewiesen werden. Großmutter hin oder her, an der Sterblichkeit der Jungtiere ändert sich dadurch nichts.
    Laut Cohen liegt es eher daran, dass die Alterung der Gewebezellen des weiblichen Körpers und die Abnhame der Fortpflanzung bis zum Stillstand, weitesgehend unabhängige Prozesse sind.(Abnahme der Oozyten im Körper ist relativ unabhängig von der Alterung der Gewebezellen)
    Wenn auch korrelierbar bzw. ko-evolutiv. Eine mögliche Theorie ist,das Frauen, um gut fruchtbar zu sein,bzw. gebären können, einen gesunden starken und gewebstechnisch belastbaren Körper brauchen.
    Diese Belastbarkeit hört nach Stillstand der Fortpflanzung nicht automatisch auf.
    Warum sollte sie es auch?

  2. [entfernt wegen Doppelpostings. Die Redaktion/ew]

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