Deutsche Geschichte Die Republik der Partei
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So schnell die DDR entstanden ist, so schnell kollabiert sie

So schnell die DDR entstanden ist, so schnell kollabiert sie

Vier Jahrzehnte später, im Oktober 1989, ordnete Honecker, 1971 zum SED-Chef aufgestiegen, pompöse Feierlichkeiten zum vierzigjährigen Jubiläum der DDR an. Doch ausgerechnet sie wurden der Katalysator des Protestes, verschafften der Opposition den Durchbruch zur Massenbewegung – und läuteten den Untergang des SED-Regimes ein.

Es war das Ende einer Diktatur auf tönernen Füßen. Nur durch massive Repression konnte die DDR aufgebaut werden. Nur sowjetische Panzer vermochten im Juni 1953 das SED-Regime an der Macht zu halten, und nur durch die Mauer in Berlin und einen Todesstreifen quer durch Deutschland ließ sich später die »Republikflucht« eindämmen. Die Hoffnung der SED, sich über ökonomische Erfolge Loyalität erkaufen zu können, erwies sich als illusorisch. Das starre Wirtschaftssystem produzierte bürokratischen Leerlauf, Lethargie und Materialverschwendung und blieb in veralteten Produktionsmethoden stecken.

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Ulbricht versuchte sich in den sechziger Jahren mit ökonomischen Reformen. Aber wie in den anderen Ländern des sowjetischen Blocks zeigte sich, dass dieses System nur konserviert oder abgeschafft werden konnte. Als dann im Herbst 1989 die Moskauer Führung unter Michail Gorbatschow es ablehnt, den »Arbeiter-und-Bauern-Staat« weiterhin militärisch zu stabilisieren, ist es mit der DDR vorbei. Sie fällt genauso schnell in sich zusammen, wie sie genau vierzig Jahre zuvor gegründet worden war.

 
Leser-Kommentare
  1. An jene Briefmarke erinnere ich mich genau. (Postwertzeichen bis in die 50er) Später wurde sie zum philatelistischen Sammlerstück. Das gleiche Porträt Stalins wurde per Plakat an seinem Todestag durch unsere Stadt getragen. Dies geschah im Rahmen einer "von oben" angeordneten Kundgebung.
    Der politische Druck blieb nach Stalins Tod erhalten. Literatur: "Als wir den II. Weltkrieg ausgruben ...", Zeitzeugenroman DDR, Leipzig, 2007, 2011.
    Stalin "erlaubte" die DDR-Gründung 1949 natürlich auch mit militärstratgeischem Hintergedanken - in den 60er Jahren offensichtlich.
    Иосиф Виссарионович Сталин - Jossif Wissarionowitsch Stalin - "der Stählerne". Schon in der ersten Klasse der Grundschule erhielten wir Grobinformationen zur Biografie. Meine Eltern meinten: „Stalin ist ein Starrkopf. Und dass Hitler ihm 1941 in den Rücken gefallen ist, wird er an uns Deutschen auslassen!“ Ganz so ist es nicht gekommen, doch es galt der Slogan „Von der Sowjetunion lernen heißt siegen lernen!“
    Bis 1990 blieb die hegemoniale Vertragspolitik der Sowjetunion erhalten. Man folgte ihr bis zum bitteren Ende - nachzulesen "Im Auftrag des Großen Bruders", AAVAA-Verlag.

    Schmidt
    Zeitzeuge

  2. 8. Zeile v. oben:militärstrategischem anstelle militärstratgeischem.

    Th. Schmidt

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