Deutschlandkarte Frauen mit Direktmandat
Wie weit ist die Emanzipation? Angela Merkel ist noch immer eine Vorkämpferin. In lediglich einem Fünftel der deutschen Wahlkreise gewannen Frauen das Mandat.

Bis in die Achtziger war der Deutsche Bundestag ein Männerparlament, Frauen fielen auf. Heute ist immerhin ein Drittel der Abgeordneten weiblich. Immer noch selten sind erfolgreiche Direktkandidatinnen, sie gewannen nur etwa ein Fünftel der insgesamt 299 Wahlkreise. Die Karte zeigt die 63 Wahlkreise, in denen eine Frau ein Direktmandat geholt hat.
Offenbar trauen es die Parteien den Frauen weniger zu, den lokalen Wahlkampf durchzustehen und bei Veranstaltungen mit Schunkelmusik und Bier zu überzeugen – und schicken sie eher über die Landeslisten in den Bundestag. Besonders frauenfrei ist Baden-Württemberg, wo nur drei gewannen (dagegen 35 Männer). Eher frauenfreundlich sind Hessen, Rheinland-Pfalz und der Osten.
Das größte zusammenhängende Frauengebiet ist der Norden Brandenburgs und Sachsen-Anhalts. Mittendrin liegt Templin, die Stadt, in der Angela Merkel aufgewachsen ist (ihr Wahlkreis ist allerdings höher im Norden). Auch wenn Merkel es nicht sein will: Sie ist eben doch eine Vorkämpferin für die Frauen.
- Datum 08.12.2009 - 17:58 Uhr
- Serie Deutschlandkarte
- Quelle DIE ZEIT, 08.10.2009 Nr. 42
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Bedauerlicherweise ist Ihnen auf Ihrer Deutschland-Karte, die Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, und auch im begleitenden Text ein Patzer unterlaufen. Es müssen mindestens 64 Frauen sein, die einen Wahlkreis direkt gewonnen haben, denn der Wahlkreis 44 Hannover-Land I mit der Siegerin Caren Marks (SPD) fehlt.
"Offenbar trauen es die Parteien den Frauen weniger zu, den lokalen Wahlkampf durchzustehen und bei Veranstaltungen mit Schunkelmusik und Bier zu überzeugen – und schicken sie eher über die Landeslisten in den Bundestag.": Was ist denn das für ein Quatsch? Richtig müsste es lauten: Frauen engagieren sich weniger in der Politik und werden von einigen Parteien (SPD;Linke;Grüne), die eben dieses Mal die meisten ihrer Abgeordneten über die Listen in den Bundestag entsendet haben, bevorzugt: So sind z.B. 40 der 76 Abgeorndeten der Linken weiblich, obwohl nur 39,2% der Parteimitglieder weiblich sind; bei den Grünen sind es 37 von 68, obwohl nur 37% der Parteimitglieder weiblich sind; bei der SPD 56 von 146, obwohl nur 31% der Parteimitglieder Frauen sind. In diesen Parteien gibt es jeweils Frauenquoten, die Frauen einen höheren Anteil an den Mandaten verschafft als ihnen aufgrund ihres Frauenanteils "zustehen". Übrigens hat nur die SPD eine Geschlechterquote, bei den Grünen und der Linken ist es eine reine Frauenquote ("Reine Frauenlisten sind möglich").
Dass bei den direkt gewählten Abgeordneten die Geschlechterverteilung eine andere ist, liegt daran, dass diese diesmal überwiegend von der Union gewonnen wurden und deren Basis ist noch nicht frauenbevorzugend (die Parteispitzen hingegen schon).
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