Sie träumen von einer Agrarreform
Der Landbesitz in Guatemala konzentriert sich in den Händen weniger Reicher. Arme Subsistenzbauern dagegen haben keinen Zugang zu guten Böden, sie kämpfen auf kleinen, unproduktiven Fincas mit unfruchtbarer Erde um ihr Überleben. Kommt es zu Missernten, leiden sie am meisten. Die großen Güter hingegen, die vor allem Kaffee oder Zucker für den Export anbauen, bewirtschaften die fruchtbarsten Landstriche. Rund 37 Prozent der ländlichen Bevölkerung aber haben überhaupt kein Land. Angehörige dieser Gruppe arbeiten als Tagelöhner für die Großgrundbesitzer – und werden von diesen häufig noch um ihren kargen Lohn geprellt.
Die Regierung ist zu schwach, um die Verhältnisse tief greifend zu ändern. Präsident Colom hat zwar einige Hilfsprogramme auf den Weg gebracht, um die größte Not unter der ländlichen Bevölkerung zu lindern. Doch viel Geld steht ihm dafür nicht zur Verfügung: Der guatemaltekische Staat nimmt bloß 9,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts an Steuern ein, zu wenig, um den Hunger wirksam zu bekämpfen, kritisiert UN-Beobachter de Schutter.
Die Regierung traut sich nicht, gegen die Eliten vorzugehen
Martin Wolpod-Bosien, Mittelamerika-Experte
Um den Hunger in Guatemala wirklich zu besiegen, wäre eine Agrarreform nötig. "Man muss den Landbesitz umverteilen", sagt Terre-des-Hommes-Experte Garbers. "Die Kleinbauern brauchen einen Zugang zum Markt, ein besseres Wissen über Anbautechniken und Vermarktung, Forschungsinstitute, die besseres Saatgut entwickeln." Doch diese Reform wird es kaum geben. Zu stark sind die Beharrungskräfte der Eliten. "Die Regierung traut sich nicht, gegen sie vorzugehen", sagt Martin Wolpold-Bosien, Mittelamerika-Experte der Menschenrechtsorganisation FIAN, die sich für das Recht auf Nahrung einsetzt.
"Die Kinder haben keine Zeit zu warten", mahnt derweil WFP-Sprecher Chicheri. Seiner Organisation gehen bald die Mittel für die Nothilfe aus. Sie versorgt in Guatemala derzeit 350.000 Personen mit Nahrung. "Um unser Programm bis in den kommenden Herbst hinein fortzusetzen, fehlen sieben Millionen Dollar", sagt Chicheri. "Wenn wir das Geld nicht bald auftreiben, müssen wir die Hilfe einschränken."
Unterdessen fürchtet die Regierung, dass auch die zweite Ernte des Jahres durch Wetterkapriolen vernichtet wird. Das kommende Jahr könnte deshalb noch schlimmer werden.
- Datum 13.10.2009 - 13:35 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 08.10.2009 Nr. 42
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Solche desolaten Staats- und Regierungsgebilde, die den Tod der eigenen Bevölkerung in Kauf nehmen, gehören unter UN-Zwangsverwaltung PUNKT
Aber solange die UN ein zahnloser Papiertiger ist, wird sich nichts ändern.
Die Regierung in Guatemala ist doch fein raus. Es kümmern sich andere...
Da die UNO ein zahnloser Papiertiger ist sollte es seitens des Volkes legitim sein, eine Revolution zu zünden, OHNE das Big Brother USA den armen Plutokraten zu Hilfe kommt.
Diese Epigonen von Somoza,Pinochet,Battista,Papa Doc und wie die Gangster alle heißen, hätten sich ihr schlimmes Ende selbst zuzuschreiben.
leider haben die 'Eliten' die Trümpfe in ihren Händen. Selbst wenn die USA sich gegen alle Erfahrung diesmal heraushielten, es gibt genug Söldner.
Die Erfahrung der letzten Landreformen zeigt nur zu deutlich, dass es keine Lösung ist Großgrundbesitz durch Kleinbauern zu ersetzen. Die landwirtschaftliche Infrastruktur wird zerstört und die Produktivität fällt ins Bodenlose. Simbabwe ist das extremste Beispiel der letzten Jahrzehnte, aber nicht das Einzige. Und da dies bisher die einzige Art von Landreform ist, die scheinbar stattfinden kann, muss eine andere Lösung gefunden werden.
Ein Ansatz wären erhebliche finanzielle Verbesserungen der Landbevölkerungen durch höhere Löhne und bessere Sozialleistungen. Deren Finanzierung ist aber nur durch erheblich höhere Besteuerung der Eliten möglich. Tatsächlich ist es im Interesse dieser Eliten den sozialen Frieden im Land zu wahren. Das die einfachste und sicherste Möglichkeit darin besteht vom eigenen Reichtum etwas abzugeben kommt dabei anscheinend keinem von denen in den Sinn.
...ich denke das Wort Landreform ist von Ihnen etwas negativ besetzt. Hierbei kommt es auf den Inhalt einer Reform an. Es ist sicher nicht schädlich der Bevölkerung, wie im Artikel unter anderem erwähnt, Kleinbauern einen Zugang zum Markt zu gewähren.
Landreform heißt nicht notgedrungen dem beispiel bestimmtes Afrikanischer Staat zu folgen.
...ich denke das Wort Landreform ist von Ihnen etwas negativ besetzt. Hierbei kommt es auf den Inhalt einer Reform an. Es ist sicher nicht schädlich der Bevölkerung, wie im Artikel unter anderem erwähnt, Kleinbauern einen Zugang zum Markt zu gewähren.
Landreform heißt nicht notgedrungen dem beispiel bestimmtes Afrikanischer Staat zu folgen.
...ich denke das Wort Landreform ist von Ihnen etwas negativ besetzt. Hierbei kommt es auf den Inhalt einer Reform an. Es ist sicher nicht schädlich der Bevölkerung, wie im Artikel unter anderem erwähnt, Kleinbauern einen Zugang zum Markt zu gewähren.
Landreform heißt nicht notgedrungen dem beispiel bestimmtes Afrikanischer Staat zu folgen.
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