Klimaflüchtlinge Der große Treck
Treibt der Klimawandel ganze Völker des Südens zur Flucht nach Norden? Von Christian Tenbrock
© Simon Maina/AFP/Getty Image

Karges Leben: Der Klimawandel lässt ehemals fruchtbare Flächen zur Steppe werden, so wie hier in Kenia
Glaubt man den kursierenden Zahlen, steht die Welt vor einem Jahrhundert der Flüchtlinge, vor einer Völkerwanderung biblischen Ausmaßes. Weil die Polkappen schmelzen, die Wüsten größer werden, Ackerland versteppt und sintflutartige Überschwemmungen Küstenregionen und Flussdeltas heimsuchen, werden sich – beginnend in zwei bis drei Jahrzehnten – Dutzende Millionen Menschen auf den Weg machen, auf der Flucht vor den Folgen des Klimawandels. Sagt Greenpeace. Prognostizieren die Vereinten Nationen. Warnt der Report des ehemaligen Weltbank-Chefökonomen Nicholas Stern.
Schon 1990 befanden Fachleute des Weltklimarats IPCC, dass neue Völkerwanderungen die womöglich wichtigste Auswirkung des Klimawandels sein werden. Knapp 20 Jahre später wird das Thema auch auf der Tagesordnung der Weltklimakonferenz in Kopenhagen stehen. Dort sollen im Dezember Lösungen gefunden werden, wie die Erde ihrer drohenden Aufheizung noch entrinnen kann.
© DIE ZEIT Grafik
»Klimaflüchtlinge« sind längst zur Realität geworden. Die Regierungen der pazifischen Inselstaaten Kiribati und Tuvalu haben für ihre 125.000 Bürger Asyl in Australien und Neuseeland beantragt; irgendwann zwischen den Jahren 2050 und 2100 wird deren Heimat nach Expertenmeinung wegen des ansteigenden Meeresspiegels unbewohnbar sein. Auf den Malediven wurde ein Fonds aufgelegt, mit dessen Hilfe Land auf sicherem Kontinentalboden gekauft werden soll, 400.000 Menschen werden möglicherweise umsiedeln müssen. Aber der Auszug aus den pazifischen Paradiesen wäre nur ein winziger Teil der vielleicht kommenden Völkerwanderung: Zehn Prozent der Weltbevölkerung wohnen nahe den Küsten und könnten betroffen sein, wenn der Meerespegel um einen Meter ansteigt. 30 Prozent leben schon heute in Regionen, in denen das Wasser knapp ist. Bis zu 250 Millionen Menschen, so die Voraussage der Vereinten Nationen und anderer Organisationen, könnten schon bis Mitte des Jahrhunderts ihre Heimat verloren haben. Zehnmal mehr Erdenbürger als heute wären auf der Flucht. Mindestens.
- Datum 11.10.2009 - 15:55 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 08.10.2009 Nr. 42
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Wir könnten auch die Produktion von Schlauchbooten kräftig ankurbeln. Stelle man sich vor, diese ganzen Ziegen auf dem Bild kommen nach Deutschland! Undenkbar!
51% 1 für Sarrazin.
Aus dem sog. Fortschritt des Nordens und seinen ungehemmten Süd-Ergüssen entstehen halt solche missratenen Ergebnisse, die aber nichts mit dem sog. Klimawandel zu tun haben. Einzig und allein sind sie der macht- und kapitalgierigen Weltelite und ihren, auf Gutmenschentum getrimmten Gefolge anzulasten. Zugemüllt haben sie die Welt bereits, und sich selbst obendrauf. Auch diese, eine ihrer vielen Blasen, wird mit Karacho und Gestank eines Tages platzen, und ihre allumfassende Riesenpleite überdeutlich machen!
auf eine "Karte unten" und eine "Grafik unten" - wo sind die denn? Ich sehe sie nicht.
Noch sind radikale Maßnahmen gegen den Klimawandel möglich.
Welche sollen das denn sein? Der Klimawandel hat sich inzwischen verselbständigt, das wird wohl nichts mehr mit radikalen Maßnahmen ...
Bleiben sie allerdings aus, kommt es irgendwann tatsächlich zu Flüchtlingsströmen neuen Ausmaßes.
Die Ströme sind doch schon auf dem Weg. Es ist wie bei einem Deichbruch: zuerst schwappen Rinnsale über die Krone; dann bricht die Flut durch. Wo sollen die Menschen denn hin? Europa mit einer Mrd. Einwohner? Na denn Prost, Hauptsache die wohlhabenden Gutmenschen haben dann ihre bewachten Rückzugsgebiete und der Rest der Bevölkerung bleibt friedlich ... was aber kaum zu erwarten ist ... meint
Kuni
...der 1ss European Union Institute for Security Studies (What Ambitions for European defence in 2020), das die militärischen Anforderungen an die EU aus diesen und verwandten Problemen untersuchte. Es ist spannende Lektüre.
@Redaktion: Der Absatz "Völlig offen ist allerdings die Frage..." ist doppelt.
Dazu frage ich mich, wieso ein Artikel über verwüstete Landstriche und zukünftige Migrationsströme ohne den Hinweis auf die Bevölkerungsexplosion in den Entwicklungsländern auskommen kann.
Im Interview des Direktors des Münchener Zoos mit Ihnen heisst es klar und eindeutig:
http://www.zeit.de/wissen...
"Wir sind einfach viel zu viele Menschen."
vielen Dank für den Hinweis, der doppelte Absatz wurde entfernt.
Freundliche Grüße, Atila Altun/ Redaktion ZEIT ONLINE
vielen Dank für den Hinweis, der doppelte Absatz wurde entfernt.
Freundliche Grüße, Atila Altun/ Redaktion ZEIT ONLINE
vielen Dank für den Hinweis, der doppelte Absatz wurde entfernt.
Freundliche Grüße, Atila Altun/ Redaktion ZEIT ONLINE
Hallo Herr Altun,
und nun fehlen 2 Absätze: der dritt- und viertletzte Absatz.
Hallo Herr Altun,
und nun fehlen 2 Absätze: der dritt- und viertletzte Absatz.
6,8 Milliarden Menschen leben auf der Erde und jährlich kommen 82 Millionen dazu. http://www.dsw-online.de/...
Menschen werden vor allem in Ballungszentren ziehen. Es bedarf vieler Anstrengungen "von Verhütung", einer 1-Kind-Politik (in der Tendenz) bis hin zu einem sozialen Auskommen mit Zugang zu etlichen Ressourcen.
Schafft es die Menschheit nicht, folgen Kriege um Wasser, Seuchen und große Flüchtlingsströme.
hat es NICHTS (!) zu tun, sondern mit der Überbevölkerung auf dieser Erde. Das Klima wandelt sich seit Millionen von Jahren immer ... die Erde hat ein langes Gedächnis, was sich in den geologischen Schichten widerspiegelt und dessen Ressourcen auch der heutige Mensch noch nutzt. Der Klimawandel kommt und geht. Menschen auf engem Raum verursachen Probleme. Der damit gekoppelte Ressourcenverbrauch verursacht Probleme. Hat also alles mit dem vermeintlichen "Klimawandel" zu tun ? Einem "Modewort" für alles und jenes ?
kann ich nur empfehlen: www.hermann-josef-hack.de oder googelt mal unter "klimaflüchtlingslager".
Da ist die Kunst schon weiter als die Politik...
hat es NICHTS (!) zu tun, sondern mit der Überbevölkerung auf dieser Erde. Das Klima wandelt sich seit Millionen von Jahren immer ... die Erde hat ein langes Gedächnis, was sich in den geologischen Schichten widerspiegelt und dessen Ressourcen auch der heutige Mensch noch nutzt. Der Klimawandel kommt und geht. Menschen auf engem Raum verursachen Probleme. Der damit gekoppelte Ressourcenverbrauch verursacht Probleme. Hat also alles mit dem vermeintlichen "Klimawandel" zu tun ? Einem "Modewort" für alles und jenes ?
kann ich nur empfehlen: www.hermann-josef-hack.de oder googelt mal unter "klimaflüchtlingslager".
Da ist die Kunst schon weiter als die Politik...
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