Palästinenser Die Musik der Militanten
Siegesfeiern und Protestmärsche: In den Palästinensergebieten demonstriert Hamas ihre Stärke.
© David Silverman/Getty Images

Israel lässt 20 weibliche Gefangene aus dem Westjordanland und Gaza frei (Bild vom 2. Oktober)
Alle sind gekommen, um sie zu begrüßen: die Schwestern und Cousinen, Tanten und Schwägerinnen in ihren langen schwarzen Gewändern, die das Haus mit rosa Luftballons und Willkommenspostern dekoriert haben. Die Männer der Familie, die Reihen weißer Plastikstühle auf der Straße für die Feier aufgestellt haben. Und die Anhänger des Islamischen Dschihad, die mit Musik aus riesigen schwarzen Boxen das ganze Viertel Montar, ihre Hochburg in Gaza, beschallen. Musik ist eigentlich verpönt im Gazastreifen, außer zu Hochzeiten, Beerdigungen oder Demonstrationen, aber heute soll gefeiert werden: Israel lässt 20 weibliche Gefangene aus dem Westjordanland und Gaza frei – im Tausch für ein zwei Minuten langes Video von Gilat Shalit, dem israelischen Soldaten, den Hamas seit über drei Jahren gefangen hält. Die Abmachung wurde mithilfe des Bundesnachrichtendienstes vermittelt.
"Wir hörten, dass die Deutschen helfen, und schöpften Hoffnung"
Als Rawda Saed endlich eintrifft, wird sie fast erdrückt, die lokale Presse bedrängt die blasse, erschöpfte Frau. Nach wenigen Sätzen über ihre Gefangenschaft bricht sie zusammen und wird von den anderen Frauen ins Schlafzimmer gebracht. 28 Monate hat Rawda Saed in einem israelischen Gefängnis verbracht. Im Mai 2007 war sie am Grenzübergang von Eretz gemeinsam mit ihrer Tante verhaftet worden. Die israelische Staatsanwaltschaft warf ihr vor, einen Selbstmordanschlag geplant zu haben. Sie habe nur zu einer medizinischen Untersuchung nach Israel gewollt, erklärt Rawda, sie habe eine ärztliche Überweisung gehabt, und ihre Tante habe sie nur begleiten wollen. »Ich kann nicht beschreiben, was Gefängnis bedeutet«, sagt sie, als sie, frisch geduscht und genauso blass wie vorher, zurückkommt. Es ist heiß und stickig in dem Zimmer, aber sie reibt ihre Hände gegeneinander, als wäre ihr kalt. »Als wir hörten, dass die Deutschen helfen würden, schöpften wir Hoffnung«, erzählt Rawda, rückt ihr Kopftuch zurecht und dankt Hamas.
Für Hamas ist die Freilassung von Rawda Saed und den anderen Frauen ein Triumph. Sie kann sich nicht nur Israel und der internationalen Öffentlichkeit als verlässlicher Verhandlungspartner präsentieren, sondern auch den internen Gegner, Fatah, brüskieren. Taktisch geschickt, hatte es Hamas gar nicht darauf angelegt, nur Frauen aus dem eigenen politischen Umfeld freizupressen. 18 der entlassenen Gefangenen kehrten ins Westjordanland, in die Hochburg von Fatah, zurück. Nur Rawda und ihre Tante stammen aus Gaza, aber sie stehen nicht Hamas, sondern dem Islamischen Dschihad nah. So musste Fatah im Westjordanland zwar die Rückkehr der Häftlinge bejubeln, aber jedes Bild der glücklichen Heimkehrerinnen, jeder Autokorso mit erleichterten Angehörigen war eigentlich eine Niederlage für die Palästinenserführung im Westjordanland.
Während der erfolgreiche Austausch nun die Hoffnung auf eine weitere erfolgreiche Verhandlung zwischen Hamas und der israelischen Regierung nährt, während die palästinensischen Mütter auf der einen Seite und die Eltern von Gilat Shalit auf der anderen Seite hoffen, dass sich die Gegner einigen, weitet sich gleichzeitig der Riss zwischen Hamas und der Autonomiebehörde von Präsident Abbas.
Diesen Graben hat Abbas selbst vertieft, als er vergangene Woche auf massiven amerikanischen Druck hin zustimmte, die Abstimmung im UN-Menschenrechtsrat in Genf über den Goldstone-Bericht zu verschieben – unter Leitung des südafrikanischen Völkerrechtlers Richard Goldstone hatte eine UN-Kommission den Gazakrieg vom vergangenen Winter untersucht und sowohl Hamas als auch Israel Kriegsverbrechen zur Last gelegt.
Noch während Familien ihre heimgekehrten Gefangenen feiern, fordern wütende Demonstranten mitten in Ramallah den Rücktritt des Palästinenserpräsidenten. Eine Allianz von 14 Menschenrechtsgruppen in beiden Teilen der Palästinensergebiete verurteilt die plötzliche Kehrtwende vor dem Menschenrechtsrat. »Selbst der normale Mann auf der Straße, denkt Abbas, hat die Rechte der Opfer aufgegeben«, erklärt Shawan Jabarin von der Al-Haq-Menschenrechtsorganisation in Ramallah. Die Demonstranten fürchten auch, dass Abbas’ »Einknicken« Hamas noch weiter stärkt. »Wenn heute Wahlen wären«, flüstert eine Teilnehmerin der Protestkundgebung, »dann wäre ja wohl klar, wer gewänne.«
- Datum 13.10.2009 - 07:37 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 08.10.2009 Nr. 42
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Eine Israeli, die ein Drittel des Nobelpreises bekommen hat, das ist doch viel zu viel Gutes über Israel! So gut, dass Die Zeit es anfangs nicht zugeben wollte. Da muss schnell eine Barrage Artikel her, die Israel im schlechten Licht darstellt! Hier die armen, für ein 3-Minuten-Video freigepressten Terroristinen, dort israelische Selbstzweifel, dann wiederum die türkische Absage der Übungen... Welcher Artikel kommt morgen?
Auf einer Seite der Staat, der für den Frieden seiner Bürger kämpft, auf anderer Seite ist eine Menge Verbrecher, die verzweifelte Lage der Palästinenser über mehrere Generationen hinaus ausnutzen. Und immer wieder die gleiche Formulierung: Hamas hat Israel mit Raketenangriffen attackiert und die Vergeltungsschläge muss das palästinensische Volk erleiden. In diesem Zusammenhang gibt es mehrere berechtigte Fragen. Wer unterstützt Hamas? Wieso fehlt auf den palästinensischen Karten Israel? Wer predigt da Hass und ist nicht in der Lage ein anderer und wohl wirkungsvolleren Weg zu beschreiten als der Terror? Und diese sind nur ein Bruchteil von allen.
Ich finde diesen Artikel nicht nur unverantwortlich, sondern auch extrem schädigend. Hier wird vor allem den Palästinensern nichts Gutes getan. Und Israelis sind gegen solches nicht mal Halbwissen immun.
"Hier wird vor allem den Palästinensern nichts Gutes getan."
Natürlich nicht. Das war auch nicht die Absicht. Israel- und Judenhasser wollen nur Israel und Juden schaden und sind dafür bereit, über beliebig viele arabische und sonstige Leichen zu gehen.
"Hier wird vor allem den Palästinensern nichts Gutes getan."
Natürlich nicht. Das war auch nicht die Absicht. Israel- und Judenhasser wollen nur Israel und Juden schaden und sind dafür bereit, über beliebig viele arabische und sonstige Leichen zu gehen.
"Hier wird vor allem den Palästinensern nichts Gutes getan."
Natürlich nicht. Das war auch nicht die Absicht. Israel- und Judenhasser wollen nur Israel und Juden schaden und sind dafür bereit, über beliebig viele arabische und sonstige Leichen zu gehen.
daß wir diesen Irrsinn auch noch großzügig finanzieren. Allein 2007
420 Mio.EUR (!) direkt durch die EU, das sind lt. der Quelle Taxpayers
70 Mio.EUR anteilmäßig aus Deutschland. Als Sahnehäubchen flossen nocheinmal direkt 55 Mio. EUR aus Deutschland direkt an die Palästinenser. Sehr wahrscheinlich, daß wir damit wissentlich den Terror gegen Israel mitfinanzieren. Geteerte Straßen oder irgendeine Infrastruktur, in der wir unsere finanzielle Hilfe wiederfinden könnten, sucht man vergeblich.Oder Handel und Wirtschaft? Nichts außer Korruption und Ziegenkäse.
der Palästinenser ? Der Staat Israel hat seit seiner Gründung dieses Unheil über die Palästinenser und die Region Nahost. Sie sollten sich den Werdegang des Staates Israel einmal zu Gemüte ziehen !!!
der Palästinenser ? Der Staat Israel hat seit seiner Gründung dieses Unheil über die Palästinenser und die Region Nahost. Sie sollten sich den Werdegang des Staates Israel einmal zu Gemüte ziehen !!!
...das mit der einseitigen Sichtweise passt zum Artikel ebenso wie zu den bisher hier geschriebenen Kommentaren. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht sagen.
Tausende palästinensische Frauen sitzen in israelischen Gefängnissen. Sie stammen aus dem Gaza-Streifen und dem Westjordanland. Unter ihnen befinden sich auch Kinder; nicht nur die Kleinkinder, die man mit ihrer Mutter zusammen festgenommen hat, sondern auch Kinder von 13, 14 und 15 Jahren. Sie wurden in Palästina festgenommen und nach Israel verschleppt.
Tausende Frauen sitzen in den Gefängnissen der Besatzungsmacht - ohne dass die westlichen Medien darüber berichten.
Die meisten Frauen sitzen ohne jegliches rechtsstaatliches Verfahren, ohne jemals die Chance gehabt zu haben, sich zu verteidigen, in den Gefangenenlagern. Vielen wird noch nicht einmal irgendetwas vorgeworfen. Sie wurden “nur“ festgenommen und entführt, weil man auf einem Familienmitglied “Druck“ ausüben wollte!
Denn zum Besatzungsregime Israels gehört u.a. die Sippenhaft.
Diese Sippenhaft ist der Hauptgrund für die tausendfachen Freiheits-
beraubungen von Frauen und Kindern.
Darüber zu berichten - das wäre doch mal an der Zeit.
der Palästinenser ? Der Staat Israel hat seit seiner Gründung dieses Unheil über die Palästinenser und die Region Nahost. Sie sollten sich den Werdegang des Staates Israel einmal zu Gemüte ziehen !!!
Außerdem, für die eigenen Judenvernichtungswünsche die Juden selbst verantwortlich zu machen hat eine lange Tradition. Hitler hat das auch gemacht...
Außerdem, für die eigenen Judenvernichtungswünsche die Juden selbst verantwortlich zu machen hat eine lange Tradition. Hitler hat das auch gemacht...
QED
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