Stimmt's?: Magnetischer Polsprung
"Polt sich das Magnetfeld der Erde ab und zu um?", fragt Madhu Habeck aus Berghausen.
Die komplexe Dynamik des Erdmagnetfelds haben die Wissenschaftler längst nicht vollständig verstanden. Nicht nur, dass die magnetischen Pole nicht mit den geografischen zusammenfallen, sie wandern auch herum. Gegenwärtig liegt zwar der magnetische Nordpol in der kanadischen Arktis, doch in ein paar Jahrzehnten wird er in Sibirien angekommen sein.

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Alle paar hunderttausend Jahre kippt das Magnetfeld tatsächlich um, Nord- und Südpol werden dabei vertauscht. Zuletzt passierte das vor etwa 780.000 Jahren, und eigentlich ist die nächste Umpolung längst überfällig.
Man darf sich das allerdings nicht als ein plötzliches Ereignis vorstellen, sondern als einen Prozess, der mehrere Jahrtausende dauert und sich durch eine Abschwächung des Feldes ankündigt. Weil dessen Stärke im Moment tatsächlich um etwa fünf Prozent pro Jahrhundert abnimmt, könnte es um das Jahr 3000 oder 4000 wieder so weit sein.
Niemand muss aber befürchten, die Erde werde dann schutzlos der kosmischen Strahlung ausgesetzt: Der Sonnenwind aus geladenen Teilchen bildet eine Art »Ersatz-Magnetfeld«, das uns immer noch schützt.
(Anmerkung: In der Originalfassung des Artikels wurde einmal der magnetische als der geografische Nordpol bezeichnet. Der Fehler wurde korrigiert.)
Die Adressen für »Stimmt’s«-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg oder stimmts@zeit.de .






Naja, ganz nett diese Antwort, aber es ist leider etwas komplizierter:
Weil der Magnetpol in der Nähe des (geographischen) Nordpols eben die Nordpole aller Magnetnadeln an sich zieht, muss er, magnetisch gesehen, als "Südpol" bezeichnet werden. Denn schließlich ziehen sich nur gegensätzliche Pole an, also Nord zieht Süd an & Süd zieht Nord an. Damit wird dann aber die obenstehende Aussage falsch, dass in der kanadischen Arktis "der magnetische Nordpol" liege, wir finden dort nur, rein magnetisch gesehen, einen magnetischen Südpol. (Von dieser Spitzfindigkeit ab haben viele Schüler ihren Physiklehrer gehasst!)
Konsequenterweise liegt dann im Bereich der ANTarktis magnetisch gesehen der magnetische Nordpol, weil ja dort die Südpole unserer Magnetnadeln eine Anziehung erfahren. Wer bei alldem logisch noch mitdenken konnte, legte wahrscheinlich unbewusst die Weichen um vom Mainstream zum Nerd!
Den Matrosen & Pfadfindern war solches wahrscheinlich egal, da wo der Magnetnordpol hinzeigte war einfach Norden und umgekehrt. Selten hatten sie 2 Magnete, an denen sie sehen konnten, dass sich Nord & Nord abstoßen usw...
Ich hoffe, einen Ton getroffen zu haben, der einerseits überzeugt & dennoch nicht bevormundet,
& verbleibe mit freundlichen Grüßen
ztc
Ein Magnetkompaß hat einen drehbaren Zeiger aus magnetischem Material. Dieser Zeiger richtet sich in Nord-Süd-Richtung aus. Dabei ist die Spitze des Zeigers, die gen Norden zeigt, der zum nördlichen Magnetpol entgegengesetzt aufgeladene Teil und umgekehrt. Der nördliche Magnetpol der Erde bleibt dabei der nördliche und der südliche eben der südliche.
Ein Magnetkompaß hat einen drehbaren Zeiger aus magnetischem Material. Dieser Zeiger richtet sich in Nord-Süd-Richtung aus. Dabei ist die Spitze des Zeigers, die gen Norden zeigt, der zum nördlichen Magnetpol entgegengesetzt aufgeladene Teil und umgekehrt. Der nördliche Magnetpol der Erde bleibt dabei der nördliche und der südliche eben der südliche.
Na das war wohl etwas zu zartfühlend!
Liebe ZEIT-Redaktion, lieber Herr Drösser, Ihre Formulierung, dass in der kanadischen Arktis "der magnetische Nordpol" liege, ist wissenschaftlich nicht haltbar, es muss leider heißen "der magnetische Südpol". Hier noch ein Link:
http://de.wikipedia.org/w...
Das mag für Normalmenschen etwas verwirrend klingen, aber nur so ist es geographisch & physikalisch richtig. Der Versuch einer Begründung ist in Kommentar 1 nachzulesen. Hersteller von Atlanten halten sich daran, - oder sie vermeiden das Nachdenken, indem sie meist nur das Wort "Magnetpol" abdrucken, ohne nähere Kennzeichnung.
Sollte also wirklich einmal der magnetische Nordpol in der nordkanadischen Arktis liegen, dann hätte sich das Magnetfeld der Erde total umgepolt und mehrere 1000 Jahre wären vergangen.
Sorry, ich habe Ihren Kommentar gerade erst gelesen. Sie haben natürlich im Prinzip Recht, aber ich denke, dass der Ausdruck "magnetischer Nordpol" umgangssprachlich so benutzt wird. Hätte ich "magnetischer Südpol" geschrieben, wären wahrscheinlich einige Leute ziemlich verwirrt gewesen. Man kann sich drum herum drücken, indem man vom "arktischen Magnetpol" spricht, aber das klingt mir dann doch zu gestelzt ...
Sorry, ich habe Ihren Kommentar gerade erst gelesen. Sie haben natürlich im Prinzip Recht, aber ich denke, dass der Ausdruck "magnetischer Nordpol" umgangssprachlich so benutzt wird. Hätte ich "magnetischer Südpol" geschrieben, wären wahrscheinlich einige Leute ziemlich verwirrt gewesen. Man kann sich drum herum drücken, indem man vom "arktischen Magnetpol" spricht, aber das klingt mir dann doch zu gestelzt ...
Der Magnetismus entsteht wohl durch die Erdumdrehung - oder irre ich mich da?
Wozu braucht man den Magnetismus? Hält er die Erde stabil?
Oder erzeugt der elektrisch geladene Sonnenwind den Magnetismus?
Gute Frage, Kommentar Nr.3! Bisher hat sie keiner gestellt & daher habe ich noch nirgendwo eine Antwort gefunden.
Magnetismus und bewegte oder synchron kreisende Elektronen bedingen einander, insofern passt Ihr Denkansatz mit der Erdumdrehung ganz gut dazu.
Die Frage nach dem "Wozu" lässt mich noch ratloser werden! Vielleicht weiß jemand anders mehr dazu?
In der Schule werden leider nur allzu oft die Phänomene als solche vorgesetzt, die Fragen nach dem "woher" & "wozu" sind oft sehr berechtigt, kommen aber zu kurz. Und dieses Zu-kurz-kommen bewirkt dann auch, dass die schöpferische Eigeninitiative im Kopf & Herzen langsam abstirbt & einer passiven Eintrichterungshaltung Platz macht.
Das hatte ich vermutet.
Sorry, ich habe Ihren Kommentar gerade erst gelesen. Sie haben natürlich im Prinzip Recht, aber ich denke, dass der Ausdruck "magnetischer Nordpol" umgangssprachlich so benutzt wird. Hätte ich "magnetischer Südpol" geschrieben, wären wahrscheinlich einige Leute ziemlich verwirrt gewesen. Man kann sich drum herum drücken, indem man vom "arktischen Magnetpol" spricht, aber das klingt mir dann doch zu gestelzt ...
Ein Magnetkompaß hat einen drehbaren Zeiger aus magnetischem Material. Dieser Zeiger richtet sich in Nord-Süd-Richtung aus. Dabei ist die Spitze des Zeigers, die gen Norden zeigt, der zum nördlichen Magnetpol entgegengesetzt aufgeladene Teil und umgekehrt. Der nördliche Magnetpol der Erde bleibt dabei der nördliche und der südliche eben der südliche.
@ Guenter Seitz:
Das elektromagnetische Feld der Erde entsteht dem derzeitigen Stand der Forschung zufolge v.a. durch die Konvektionsströme im Eisen-Nickel-Kern. Dieser wirkt dadurch wie ein Dynamo.
MfG, Ijon Tichy
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