Die komplexe Dynamik des Erdmagnetfelds haben die Wissenschaftler längst nicht vollständig verstanden. Nicht nur, dass die magnetischen Pole nicht mit den geografischen zusammenfallen, sie wandern auch herum. Gegenwärtig liegt zwar der magnetische Nordpol in der kanadischen Arktis, doch in ein paar Jahrzehnten wird er in Sibirien angekommen sein.

Für weitere Artikel zur Serie "Stimmt's?" klicken Sie auf dieses Bild. © Jeff J. Mitchell/Getty Images

Alle paar hunderttausend Jahre kippt das Magnetfeld tatsächlich um, Nord- und Südpol werden dabei vertauscht. Zuletzt passierte das vor etwa 780.000 Jahren, und eigentlich ist die nächste Umpolung längst überfällig.

Man darf sich das allerdings nicht als ein plötzliches Ereignis vorstellen, sondern als einen Prozess, der mehrere Jahrtausende dauert und sich durch eine Abschwächung des Feldes ankündigt. Weil dessen Stärke im Moment tatsächlich um etwa fünf Prozent pro Jahrhundert abnimmt, könnte es um das Jahr 3000 oder 4000 wieder so weit sein.

Niemand muss aber befürchten, die Erde werde dann schutzlos der kosmischen Strahlung ausgesetzt: Der Sonnenwind aus geladenen Teilchen bildet eine Art "Ersatz-Magnetfeld", das uns immer noch schützt.

(Anmerkung: In der Originalfassung des Artikels wurde einmal der magnetische als der geografische Nordpol bezeichnet. Der Fehler wurde korrigiert.)

Die Adressen für "Stimmt’s"-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg oder stimmts@zeit.de .