Ausprobiert Wikis für überall

Googles neue Kommentar-Funktion für Webseiten konserviert Kritik – ebenso wie Spam und Verleumdungen. Was SideWiki fehlt, ist die Chance zur Korrektur.

Eine grafische Erklärung für die Seiten-Kommentare

Eine grafische Erklärung für die Seiten-Kommentare

Welch eine Mogelpackung! Es gibt etwas neues von Google, "SideWiki". Aber mit einem echten Wiki hat das kaum mehr gemein als ein Erdbeerjoghurt mit frischen Erdbeeren. Zur Erinnerung, liebe Google-Macher: "Wiki" (Hawaiisch für "schnell") nennt man Websites, die von ihren Besuchern ergänzt und verbessert werden können – wie die Wikipedia.

Für SideWiki wäre der Name "SideComments" viel treffender: Es erlaubt, Internetseiten zu kommentieren, auch wenn sie kein eigenes Forum haben. Dazu muss man allerdings erst Googles Toolbar installieren, eine Gratis-Erweiterung für den Browser. Um eine Webseite zu loben oder zu verreißen, klickt man dann einfach auf das Sprechblasen-Symbol im Menü und schon erscheint ein Eingabefeld. Zudem öffnet sich links neben der Website eine Spalte mit einem blauen Aktenreiter und den Kommentaren anderer Nutzer.

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ausprobiert
Ausprobiert – jede Woche eine technische Errungenschaft im Alltagstest

Ausprobiert – jede Woche eine technische Errungenschaft im Alltagstest

Wie mächtig SideWiki ist, zeigt ein Streifzug durchs Netz: Neben dem Auftritt der Bahn macht sich da jemand Luft über die geplante Preiserhöhung. Neben der FDP-Seite ist ein Westerwelle-Video verlinkt, in dem dieser versucht, Englisch zu sprechen. Das Gute ist: Weder Bahn noch FDP können diese Kritik löschen. Das Schlechte: Sie wären auch gegen Spams, Beleidigungen und Verleumdungen hilflos. Der Ausweg? Google-Macher, macht SideWiki zu einem echten Wiki! Dann könnten die Nutzer Kommentare nicht nur lesen und bewerten, sondern auch korrigieren und so für Qualität sorgen. Aber bitte wiki-wiki! – auch das ist Hawaiisch und heißt "sauschnell".

 
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    • Serie Ausprobiert
    • Quelle DIE ZEIT, 15.10.2009 Nr. 43
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