Was ist ein Frühstudium?
Ein Frühstudium, auch Schüler- oder Juniorstudium genannt, bietet begabten Jugendlichen die Möglichkeit, schon während der Schulzeit an Lehrveranstaltungen und Prüfungen einer Hochschule teilzunehmen – und Scheine zu machen, die ihre spätere Studienzeit verkürzen können. Es soll ihnen einen frühzeitigen Einblick ins universitäre Lernen bieten und ihre Eigeninitiative und Selbstständigkeit fördern. Außerdem dient es als Orientierungshilfe für den späteren Studien- und Berufswunsch. So haben Frühstudenten theoretisch die Möglichkeit, sich in jedem Semester einem anderen Studienfach zu widmen.

Wer darf es aufnehmen?
Es existiert zwar keine Altersbeschränkung; offiziell richtet sich das Angebot aber an Schüler der Oberstufe. Eine attestierte Hochbegabung ist nicht zwingend erforderlich. Weitaus wichtiger sind eine ausgeprägte Motivation, neben der Schule auch noch für die Uni zu büffeln, sowie eine hohe Leistungs- und Lernbereitschaft im angestrebten Studienfach. Fallen die schulischen Leistungen durch die Doppelbelastung merklich ab, kann man das Studium jederzeit wieder beenden. Auch die Schulleitung kann dies veranlassen. Konsequenzen für ein späteres Studium hat der vorzeitige Abbruch nicht.

Welche Fächer kann man belegen?
Die Idee eines Schülerstudiums ist in Deutschland noch relativ neu. Zunächst wurden stark verschulte Fächer mit strukturierten Stundenplänen für die Juniorstudenten freigegeben: allen voran die MINT-Fächer, also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Mittlerweile werden auch Fachrichtungen wie Volks- und Betriebswirtschaftslehre, Philosophie und Psychologie, Germanistik und Anglistik immer häufiger für Frühstudenten geöffnet. Die Universität Hannover bietet sogar Vorlesungen an der Juristischen Fakultät an. Ob und in welchen Fächern die Hochschulen im eigenen Umkreis ein Frühstudium anbieten, erfährt man auf ihrer Website und bei ihrer Studentenberatung.

Wie bewirbt man sich?
Die Schüler brauchen zunächst eine Beurteilung und Genehmigung ihres Direktors. Über den Immatrikulations-Service oder die Studentenberatung vereinbaren sie dann einen Termin für das hochschulinterne Auswahlverfahren. Im Eignungstest werden Begabungen abgeklopft und Motivation, Charakterstärke und Arbeitshaltung überprüft.