Klima Reich und sauber
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 Der Öko-Umbau für die Wirtschaft

So geht es im WWF-Gutachten Schritt für Schritt durch die Volkswirtschaft. Ein Investitionsprogramm solle die Leistungsfähigkeit des Schienennetzes erhöhen, damit das zu erwartende Anwachsen des Güterverkehrs nicht überwiegend auf der Straße stattfinde. Außerdem fordern die Gutachter schärfere CO₂-Limits für Pkw, ein Tempolimit auf Autobahnen (120 Kilometer je Stunde) und eine höhere Lkw-Maut. Und: höhere Quoten für die Beimischung von Biokraftstoffen, deren Herstellung freilich strengen Ökokriterien genügen muss. Eine höhere Mineralölsteuer soll dafür sorgen, dass der Liter Benzin und Diesel im Jahr 2030 2,50 Euro kostet.

Der Emissionshandel bleibt die zentrale Grundlage der Klimaschutzpolitik, soll aber weiterentwickelt werden, fordern die Gutachter. Ihm zur Seite stellen wollen sie eine Emissionssteuer für Anlagen, die dem Zertifikatehandel nicht unterliegen. Den Rahmen sämtlicher Instrumente soll ein Nationales Klimaschutzgesetz bilden, ähnlich dem in Großbritannien. Es legt rechtlich verbindlich die Emissionsminderungsziele fest: minus 40 Prozent bis 2020, minus 60 Prozent bis 2030 und minus 95 Prozent bis 2050, jeweils im Vergleich zu 1990.

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Biomasse ist eines der heiklen Themen der Studie. Nachhaltig lässt sich in Deutschland nicht genug davon gewinnen, beim Import wiederum ist die umwelt- und sozialverträgliche Herstellung schwer kontrollierbar. Die pflanzlichen Rohstoffe sind aber alternativlos, um Kraftstoff für Lastwagen und Flugzeuge herzustellen; elektrisch werden sie wegen ihres hohen Gewichtes in absehbarer Zeit, anders als Pkw, nicht angetrieben werden können.

Die gute Nachricht: Finanziell wäre der Umbau der Wirtschaft zu stemmen

Lösungen für dieses Problem bleibt das Gutachten schuldig, ebenso wie Antworten auf manch andere, in der Umweltszene umstrittene Fragen: Dazu gehört, wie viel regenerativ erzeugten Strom, beispielsweise Wüstenstrom, Deutschland importieren soll. Und: wie unverzichtbar Kohlekraftwerke mit angeschlossener unterirdischer CO₂-Bunkerung wirklich sind. Entwickelt sich die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien schnell genug, ließe sich darauf verzichten, so die WWF-Studie. Sollen allerdings auch die unvermeidbaren Emissionen der Stahl-, Zement- und Kalkindustrie unschädlich gemacht werden, wird es ohne eine CO₂-Lagerung wohl nicht gehen.

Erstaunlich ist, dass der nahezu komplette Umbau der Wirtschaft finanziell durchaus zu stemmen wäre. Die zusätzlichen Investitionskosten erreichen ihr Maximum im Jahr 2030 und betragen dann rund 30 Milliarden Euro; das entspricht ungefähr der gegenwärtigen Höhe des deutschen Verteidigungsetats. Anders als die Militärausgaben erhöhen die Investitionen in die klimaverträgliche Energieversorgung aber definitiv die Sicherheit. Über den Nachschub an Öl und Gas muss sich dann niemand mehr sorgen; es wird schließlich kaum noch etwas davon gebraucht. Obwohl den Investitionen Einsparungen wegen verringerter Importe von fossilen Energien gegenüberstehen, bleiben Mehrkosten. Sie sind, so schreiben die Gutachter in aller Offenheit, "vom Verbraucher oder vom Steuerzahler zu tragen". Das heißt: Ohne Verteilungskämpfe wird es nicht gehen.

Diese Offenheit spricht für die Expertise. Der WWF versteht sie als Aufforderung, sich systematisch den noch offenen Fragen zu stellen. Ob das auch die neue Regierung tut, wird zeigen, wie ernst sie es mit der Klimapolitik meint.

 
Leser-Kommentare
    • Chaled
    • 18.10.2009 um 13:48 Uhr

    Aber es geht noch lächerlicher. Per Gesetzt soll ein Minus an CO2 erarbeitet werden ! Ja von wem denn und legen wir das Bußgeld wenn das Minus nicht erreicht wird dann auf die gesamte Bevölkerung um oder nur auf die Industrie oder noch besser nur auf die Politiker die uns den Mist eingebrockt haben ?
    Die 30 Mia. € die im Artikel für den Verteidigungsetats stimmen im übrigen. Leider sind darin keine Auslandsaufenthalte (sowhol Marine, Luftwaffe wie Herr), keine Neuanschaffungen und auch keine Unterstützenden Bereiche wie Instanthaltung, alle nichtmilitärischen Angestellten (Teile der Verwaltung, Ersatzämter usw.) enthalten. Ebenfalls nicht enthalten sind die Pensionen (für Militärangehörige), die rein militärische Forschung und die Militärentwicklungshilfen.
    (Bei Militärentwicklungshilfen handelt es sich um Subventionen an ander Staaten um Miltiärgüter in deutschland verbilligt kaufen zu können. Z.B.: U-Boote vom Typ 214 Dolphin Klasse an Israel)

  1. .... alles Scheisse, oder was möchten Sie uns sonst noch so sagen?

  2. Wenigstens sagt diese Studie - es geht. Natürlich gibt es auch an dieser Studie einige Kritikpunkte - z.B. die Frage ob man alles so "berechnen" kann, wie es die Studie handhabt und ob es überhaupt sinnvoll ist alleine Deutschland zu betrachten.

    Das CO2 Problem ist vor allem ein globales Problem - daher sollte es das Ziel sein das Problem global zu lösen. Sicherlich kann man in Deutschland den Anfang vorbereiten, nicht umsonst sind wir technologische im Maschinenbau immer noch Weltmeister.

    Die von uns vorgschlagenen Technologien müssen auch in die Entwicklungsländer, und selbst wenn wir in einigen Industrien noch CO2 ausstoßen (ich halte nichts von einer Unterirdischen Lagerung in Form von Gasförmigen CO2)falls Wälder oder andere Kohlenstoffsenken in gleicher Anzahl aufgeforstet werden, ist das egal. Das Problem ist neben den indusriellen Prozessen vor allem die Rohdung des Regenwaldes.

  3. sondern ein Beitrag aus dem Ökomärchenland. Wer den gleichzeitigen Ausstieg aus der Nutzung der Kernenergie, der Kohle, des Öls und des Erdgases fordert, der etabliert eine Energieversorgung nach "Kassenlage" und beendet die existenz jedes Industriestaates.

    Alle EE-Quellen bieten nur ein stark schwankendes Angebot. Deutsche Windlöcher dauern eine Woche und führen bis auf 5% der Nennleistung herunter. Die Photovoltaik ist Nachts und im Winter ein Totalausfall. Solarthermie erreicht in D nur Tmperaturniveaus, die den Einsatz auf Heizung und Warmwasser beschränken, und auch hier sieht es im Winter schlecht aus. Die Geothermie ist nicht nur unbezahlbar, sondern verursacht auch erheblich grössere Probleme wie Erdbeben als früher angenommen. Biogas und Wasserkraft können diese Lücken nicht füllen, denn davon können wir weder genug erzeugen noch in Form von Pumpspeichern installieren. Rechnet man z.B. das hochgelobte "Hybrid-Kraftwerk" auf die deutsche Stromerzeugung hoch, müsste die Pumpspeicherkapazität wenigstens(!) um einen Faktor 10 gesteigert werden. Dafür gibt es aber schlicht und einfach keine Standorte.

    Wer also ernst machen will mit der CO2-Ensparung, muss den lächerlichen "Atomausstieg" beerdigen und die gesamte EE-Entwicklung zur Ablösung der fossilen Quellen einsetzen. Selbst dann wird es ohne die Entwicklung von nach heutigen Maßstäben bzgl. der Kapazität und des Preises pro Kilowattstunde utopischen Energiespeichern nicht möglich sein, auf das Erdgas zu verzichten.

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    ... der die Zeichen der Zeit nicht erkannt hat. Oder etwa doch?

    Kämpfen Sie deshalb so verbittert und borniert für die längst tote Atomenergie, weil Sie dies heimlich wissen?

    Denn selbstverständlich sind 100% Stromerzeugung mittels EE machbar, dazu bräuchte es nicht einmal neue Technologien.

    Kleiner Tipp am Rande: Nicht die Atomenergie ist die Brückentechnologie in die Zukunft - sondern Erdgas.

    ... der die Zeichen der Zeit nicht erkannt hat. Oder etwa doch?

    Kämpfen Sie deshalb so verbittert und borniert für die längst tote Atomenergie, weil Sie dies heimlich wissen?

    Denn selbstverständlich sind 100% Stromerzeugung mittels EE machbar, dazu bräuchte es nicht einmal neue Technologien.

    Kleiner Tipp am Rande: Nicht die Atomenergie ist die Brückentechnologie in die Zukunft - sondern Erdgas.

  4. ... der die Zeichen der Zeit nicht erkannt hat. Oder etwa doch?

    Kämpfen Sie deshalb so verbittert und borniert für die längst tote Atomenergie, weil Sie dies heimlich wissen?

    Denn selbstverständlich sind 100% Stromerzeugung mittels EE machbar, dazu bräuchte es nicht einmal neue Technologien.

    Kleiner Tipp am Rande: Nicht die Atomenergie ist die Brückentechnologie in die Zukunft - sondern Erdgas.

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    Ich glaube eher Sie haben die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Im Artikel steht: "...wenn Strom überwiegend so erzeugt wird, dass dabei kein klimaschädliches Kohlendioxid (CO₂) entsteht..."
    Für EE wie Wind und Sonne braucht man aber als ausgleich Gas, haben Sie ja auch schon geschrieben. Leider erzeugt Gas nicht wenig CO2 beim verbennen, auf jeden Fall deutlich mehr als es Kernkraftwerke im Betrieb tun.
    Gleichzeitig ist die Gasversorgung ja auch oft genug schon ein Politikum gewesen. Bei Uran für KKW ist man weniger abhängig als bei Gas. Die erneuerbaren Energien wären sehr gut und flächendeckend einsetzbar, wenn es genügend Speichermöglichkeiten gäbe. Dann könnte man mit Speichern auch Windflauten etc. überstehen.
    Jetzt müsste man ein Großteil der kW/h aus erneuerbaren Energien zusätzlich mit Gas abdecken. Beide Kraftwerkstypen bereitzustellen wäre sehr teuer. Klar geht es, aber nur mit viel Geldeinsatz. Und jetzt fragen Sie doch in der Bevölkerung nach, wieviele mit 50% höheren Stromkosten (oder noch mehr) klarkommen wollen. Ich bin mir irgendwie sehr sicher, dass man dann sogar Neubauten von KKW in betracht ziehen würde.

    Ich möchte hier scotty55 recht geben, wenn man den CO2 Ausstoß reduzieren will, sollte man mit den Erneuerbaren Energien zuerst die Kohlekraftwerke abschalten. Kohle und Kernkraftwerke abschalten, das funktioniert noch nicht. Und man sollte sich nun entscheiden, ob man gegen CO2 sein möchte, oder gegen Kernkraft. Beides geht nicht.

    Ich glaube eher Sie haben die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Im Artikel steht: "...wenn Strom überwiegend so erzeugt wird, dass dabei kein klimaschädliches Kohlendioxid (CO₂) entsteht..."
    Für EE wie Wind und Sonne braucht man aber als ausgleich Gas, haben Sie ja auch schon geschrieben. Leider erzeugt Gas nicht wenig CO2 beim verbennen, auf jeden Fall deutlich mehr als es Kernkraftwerke im Betrieb tun.
    Gleichzeitig ist die Gasversorgung ja auch oft genug schon ein Politikum gewesen. Bei Uran für KKW ist man weniger abhängig als bei Gas. Die erneuerbaren Energien wären sehr gut und flächendeckend einsetzbar, wenn es genügend Speichermöglichkeiten gäbe. Dann könnte man mit Speichern auch Windflauten etc. überstehen.
    Jetzt müsste man ein Großteil der kW/h aus erneuerbaren Energien zusätzlich mit Gas abdecken. Beide Kraftwerkstypen bereitzustellen wäre sehr teuer. Klar geht es, aber nur mit viel Geldeinsatz. Und jetzt fragen Sie doch in der Bevölkerung nach, wieviele mit 50% höheren Stromkosten (oder noch mehr) klarkommen wollen. Ich bin mir irgendwie sehr sicher, dass man dann sogar Neubauten von KKW in betracht ziehen würde.

    Ich möchte hier scotty55 recht geben, wenn man den CO2 Ausstoß reduzieren will, sollte man mit den Erneuerbaren Energien zuerst die Kohlekraftwerke abschalten. Kohle und Kernkraftwerke abschalten, das funktioniert noch nicht. Und man sollte sich nun entscheiden, ob man gegen CO2 sein möchte, oder gegen Kernkraft. Beides geht nicht.

  5. 8.

    Ich glaube eher Sie haben die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Im Artikel steht: "...wenn Strom überwiegend so erzeugt wird, dass dabei kein klimaschädliches Kohlendioxid (CO₂) entsteht..."
    Für EE wie Wind und Sonne braucht man aber als ausgleich Gas, haben Sie ja auch schon geschrieben. Leider erzeugt Gas nicht wenig CO2 beim verbennen, auf jeden Fall deutlich mehr als es Kernkraftwerke im Betrieb tun.
    Gleichzeitig ist die Gasversorgung ja auch oft genug schon ein Politikum gewesen. Bei Uran für KKW ist man weniger abhängig als bei Gas. Die erneuerbaren Energien wären sehr gut und flächendeckend einsetzbar, wenn es genügend Speichermöglichkeiten gäbe. Dann könnte man mit Speichern auch Windflauten etc. überstehen.
    Jetzt müsste man ein Großteil der kW/h aus erneuerbaren Energien zusätzlich mit Gas abdecken. Beide Kraftwerkstypen bereitzustellen wäre sehr teuer. Klar geht es, aber nur mit viel Geldeinsatz. Und jetzt fragen Sie doch in der Bevölkerung nach, wieviele mit 50% höheren Stromkosten (oder noch mehr) klarkommen wollen. Ich bin mir irgendwie sehr sicher, dass man dann sogar Neubauten von KKW in betracht ziehen würde.

    Ich möchte hier scotty55 recht geben, wenn man den CO2 Ausstoß reduzieren will, sollte man mit den Erneuerbaren Energien zuerst die Kohlekraftwerke abschalten. Kohle und Kernkraftwerke abschalten, das funktioniert noch nicht. Und man sollte sich nun entscheiden, ob man gegen CO2 sein möchte, oder gegen Kernkraft. Beides geht nicht.

    Antwort auf "Und wieder jemand..."
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    Sie können ja gerne mal den kombinierten Betrieb von AKW und WKA hier aufzeigen. Insbesondere die gute Regelbarkeit der AKW würde mich dabei brennend interessieren.

    Glauben Sie also, dass man ein AKW genau so gut regeln kann wie ein: a) Kohlekraftwerk oder b) Gaskraftwerk oder c) Mini-BHKW mit KWK?

    Strom aus deutschen AKW produziert rechnerisch ca. 32 g CO2/kWh, Windenergie lediglich ca. 24 g CO2/kWh. Entsprechend sollte der Windenergie-Anteil maximal ausgebaut werden - und dem stehen die AKW mangels Flexibilität im Weg.

    Darüber hinaus wird Erdgas zunehmend mittels Biogas/methan ergänzt und ersetzt werden, so dass die CO2-Emissionen bei Erdgas von ca. 450 g CO2/kWh auf ca. 50 g CO2/kWh fallen werden. Ermöglicht wird dies durch den Ausbau der Biogas/methanherstellung, den zunehmenden Gebäudedämmungen und der Umstellung der Gasheizungen auf andere Wärmequellen, wie z.B. Wärmepumpen, Holzpellets und Solarthermie.

    Der Clou daran ist, dass die Erdgaskraftweke später problemlos mit einem Gemsich aus Erdgas Biomethan oder Biomethan alleine betrieben werden können. Außerdem können die Gaskraftwerke von Durckluftspeicherkraftwerken in einer Doppelfunktion als Schattenkraftwerke für WKA und PV dienen.

    Das wir genug Biomethan in Deutschland produzieren können steht außer Frage. Mehrere Studien haben dies bereits bestätigt - ohne Einschränkungen bei der Produktion von Nahrungs - und Futtermitteln oder anderen Agragprodukten. Eventuell bietet sich dafür auch die Verwendung von H2 an.

    • gquell
    • 18.10.2009 um 20:03 Uhr

    Eine gesunde Mischung aus Windkraftwerken, Photovoltaikanlagen, Biogaskraftwerken, Wasserkraftwerken verbunden mit Blockheizkraftwerken kann ohne weiteres die Schwankungen untereinander ausgleichen. Die Idee, die z.B. Lichtblick verfolgt, ist eine dezentrale Energieerzeugung aus Gas über Blockheizkraftwerke. Da da Häuser sowieso eine Heizung und Warmwasserversorgung benötigen, läßt sich diese durch kleine Blockheizkraftwerke bewerstelligen. Diese erzeugen Wärme und Strom in einem weitaus höheren Wirkungsgrad als die üblichen Kraftwerke. Sollte im Stromverbund ein erhöhter Bedarf bestehen, so werden einfach die entsprechenden Blockheizkraftwerke hochgefahren und speisen ihren erzeugten Strom - gegen Entgelt - in das öffentliche Netz ein. Das Ganze nennt sich Schwarmintelligenz und benötigt noch nicht einmal aufwendige Steuerungen - ein Absinken der Netzspannung des öffentlichen Neztes könnte schon als Liefersignal dienen.
    Das Gas kann man als Biogas erzeugen. Wir verbuddeln jedes Jahr Millionen Tonnen biologisch abbaubarer Abfälle in der Erde oder verbrennen sie in Müllverbrennungsanlagen. Die Abwässer, reicht an Biomaterial, werden nicht genutzt. Erst letztens habe ich gelesen, daß sich aus Harnsäure einfach und billig Wasserstoff erzeugen läßt.
    Allein diese wenigen Beispiele zeigen doch, daß es gehen kann. Es muß nur der gesellschaftliche und politische Wille da sein, statt auf Riesenkraftwerke auf smarte Technologien zu setzen.
    Dummerweise verdienen dann aber viele Kleine.

    Außerdem stehen Neubauten von AKW völlig außer Frage - denn selbst die alten AKW waren nur mit extremen Subventionen seitens des Staates überhaupt realisierbar - und das gilt bis heute. In Europa werden seit 20 Jahren nur 2 Reaktoren neu gebaut (2 EPR, Finnland, Frankreich) - und beides sind Baukatastrophen.

    Deshalb sind neue AKW in Deutschland völlig chancenlos - mal abgesehen von der Tatsache, dass dann die Republik vor Massenproteste keinen ruhigen Tag mehr hätte. Auch, weil wir mittlerweile die Technologie importieren müssten... in direkter Konkurrenz zu den deutschen Herstellern von EE-Anlagen.

    Abschließend bemerkt:

    Je mehr Wind und PV man hat, desto weniger Gas braucht man. Man braucht zwar zu einem hohen Grad Schattenkraftwerke - aber die verbrennen nur dann Gas, wenn kein Wind weht. Entsprechend sinkt der Gasbedarf, je stärker die Windenergie ausgebaut wird.

    Nebenbei:

    Wenn Sie die hohen Stromkosten anführen wollen, dann machen Sie sich klar, dass die von der Bundesregierung zu 90% VERSCHENKTEN CO2-Zertifikate von den Stromkonzernen voll in den Endkundenpreis eingepreist werden.

    Außerdem werden verlängerte AKW-Laufzeiten den Markt mit den CO2-Zertifikaten entgültig ruinieren, weil bei der Berechnung der Anzahl der Zertifikate für die BRD der Atomausstieg zugrunde gelegt wurde.

    Überdies wurde kürzlich deutlich, dass die Stromkonzerne die Großverbraucherpreise durch die überhöhten Endverpraucherpreise quersubventionieren.

    Also: Lieber mal gründlich nachdenken!

    Sie können ja gerne mal den kombinierten Betrieb von AKW und WKA hier aufzeigen. Insbesondere die gute Regelbarkeit der AKW würde mich dabei brennend interessieren.

    Glauben Sie also, dass man ein AKW genau so gut regeln kann wie ein: a) Kohlekraftwerk oder b) Gaskraftwerk oder c) Mini-BHKW mit KWK?

    Strom aus deutschen AKW produziert rechnerisch ca. 32 g CO2/kWh, Windenergie lediglich ca. 24 g CO2/kWh. Entsprechend sollte der Windenergie-Anteil maximal ausgebaut werden - und dem stehen die AKW mangels Flexibilität im Weg.

    Darüber hinaus wird Erdgas zunehmend mittels Biogas/methan ergänzt und ersetzt werden, so dass die CO2-Emissionen bei Erdgas von ca. 450 g CO2/kWh auf ca. 50 g CO2/kWh fallen werden. Ermöglicht wird dies durch den Ausbau der Biogas/methanherstellung, den zunehmenden Gebäudedämmungen und der Umstellung der Gasheizungen auf andere Wärmequellen, wie z.B. Wärmepumpen, Holzpellets und Solarthermie.

    Der Clou daran ist, dass die Erdgaskraftweke später problemlos mit einem Gemsich aus Erdgas Biomethan oder Biomethan alleine betrieben werden können. Außerdem können die Gaskraftwerke von Durckluftspeicherkraftwerken in einer Doppelfunktion als Schattenkraftwerke für WKA und PV dienen.

    Das wir genug Biomethan in Deutschland produzieren können steht außer Frage. Mehrere Studien haben dies bereits bestätigt - ohne Einschränkungen bei der Produktion von Nahrungs - und Futtermitteln oder anderen Agragprodukten. Eventuell bietet sich dafür auch die Verwendung von H2 an.

    • gquell
    • 18.10.2009 um 20:03 Uhr

    Eine gesunde Mischung aus Windkraftwerken, Photovoltaikanlagen, Biogaskraftwerken, Wasserkraftwerken verbunden mit Blockheizkraftwerken kann ohne weiteres die Schwankungen untereinander ausgleichen. Die Idee, die z.B. Lichtblick verfolgt, ist eine dezentrale Energieerzeugung aus Gas über Blockheizkraftwerke. Da da Häuser sowieso eine Heizung und Warmwasserversorgung benötigen, läßt sich diese durch kleine Blockheizkraftwerke bewerstelligen. Diese erzeugen Wärme und Strom in einem weitaus höheren Wirkungsgrad als die üblichen Kraftwerke. Sollte im Stromverbund ein erhöhter Bedarf bestehen, so werden einfach die entsprechenden Blockheizkraftwerke hochgefahren und speisen ihren erzeugten Strom - gegen Entgelt - in das öffentliche Netz ein. Das Ganze nennt sich Schwarmintelligenz und benötigt noch nicht einmal aufwendige Steuerungen - ein Absinken der Netzspannung des öffentlichen Neztes könnte schon als Liefersignal dienen.
    Das Gas kann man als Biogas erzeugen. Wir verbuddeln jedes Jahr Millionen Tonnen biologisch abbaubarer Abfälle in der Erde oder verbrennen sie in Müllverbrennungsanlagen. Die Abwässer, reicht an Biomaterial, werden nicht genutzt. Erst letztens habe ich gelesen, daß sich aus Harnsäure einfach und billig Wasserstoff erzeugen läßt.
    Allein diese wenigen Beispiele zeigen doch, daß es gehen kann. Es muß nur der gesellschaftliche und politische Wille da sein, statt auf Riesenkraftwerke auf smarte Technologien zu setzen.
    Dummerweise verdienen dann aber viele Kleine.

    Außerdem stehen Neubauten von AKW völlig außer Frage - denn selbst die alten AKW waren nur mit extremen Subventionen seitens des Staates überhaupt realisierbar - und das gilt bis heute. In Europa werden seit 20 Jahren nur 2 Reaktoren neu gebaut (2 EPR, Finnland, Frankreich) - und beides sind Baukatastrophen.

    Deshalb sind neue AKW in Deutschland völlig chancenlos - mal abgesehen von der Tatsache, dass dann die Republik vor Massenproteste keinen ruhigen Tag mehr hätte. Auch, weil wir mittlerweile die Technologie importieren müssten... in direkter Konkurrenz zu den deutschen Herstellern von EE-Anlagen.

    Abschließend bemerkt:

    Je mehr Wind und PV man hat, desto weniger Gas braucht man. Man braucht zwar zu einem hohen Grad Schattenkraftwerke - aber die verbrennen nur dann Gas, wenn kein Wind weht. Entsprechend sinkt der Gasbedarf, je stärker die Windenergie ausgebaut wird.

    Nebenbei:

    Wenn Sie die hohen Stromkosten anführen wollen, dann machen Sie sich klar, dass die von der Bundesregierung zu 90% VERSCHENKTEN CO2-Zertifikate von den Stromkonzernen voll in den Endkundenpreis eingepreist werden.

    Außerdem werden verlängerte AKW-Laufzeiten den Markt mit den CO2-Zertifikaten entgültig ruinieren, weil bei der Berechnung der Anzahl der Zertifikate für die BRD der Atomausstieg zugrunde gelegt wurde.

    Überdies wurde kürzlich deutlich, dass die Stromkonzerne die Großverbraucherpreise durch die überhöhten Endverpraucherpreise quersubventionieren.

    Also: Lieber mal gründlich nachdenken!

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