Apokalypse im Film»Lust auf Weltuntergang«

Im November kommt ein neuer Katastrophenfilm von Roland Emmerich ins Kino. Diesmal soll die Erde im Jahr 2012 untergehen – sagen angeblich die alten Maya. von 

DIE ZEIT: Dem Kalender der Maya zufolge geht am 21.12.2012 angeblich die Welt unter. Sie entziffern die Schrift dieser Kultur. Müssen wir uns fürchten?

Nikolai Grube: Nein, denn diese Prophezeiung gibt es nicht, weder im Maya-Kalender noch an irgendeiner Stelle der Hieroglyphen-Inschriften.

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ZEIT: Woher kommt dieser Mythos?

Grube: Der Maya-Kalender besteht aus vielen Zyklen, die sich wiederholen, und im Jahr 2012 endet tatsächlich ein solcher Zyklus. Genauer: der dreizehnte 400-Jahres-Zyklus seit dem Tag, den die Maya für den Beginn des jetzigen Universums halten.

ZEIT: Na bitte!

Grube: Es handelt sich um nicht mehr als das Ende einer Zeitperiode, das zwar wichtig ist, aber keine andere Bedeutung hat als etwa das Jahrtausendende für uns.

ZEIT: Woher wissen Sie das?

Grube: Es gibt mehrere Tausend Hieroglyphenschriften mit Kalendertexten. In den vergangenen 100 Jahren ist es uns gelungen, sie zu entziffern. Das war möglich, weil es noch zur Ankunft der Spanier im 16. Jahrhundert einzelne Maya gab, die den Kalender verstanden und den spanischen Eroberern berichteten, wie er funktioniert.

ZEIT: Was ist an dem Kalender so anders? Auch in Mexiko ist das Jahr 365 Tage lang.

Grube: Das Sonnenjahr wird natürlich überall auf der Welt zur Kenntnis genommen. Die Maya hatten aber, damit gekoppelt, einen Ritualkalender mit 260 Tagen, ein mathematisches Jahr mit 360 Tagen, außerdem 20-Jahres-Zyklen sowie eine Zählung aller Tage, die seit der Erschaffung des Universums vergangen sind – in der Vorstellung der Maya war das im Jahr 3114 vor Christus. Das klingt kompliziert, ist aber nichts anderes als unser Kalender.

Leserkommentare
  1. wieder einmal die Zahl 13.
    Wie sollte es anders sein^^
    -
    Danke für dieses Interview, neben dem Ganzen Esoterik-Blödsinn, der im Internet umherschwirrt, ist es schön, endlich einmal die Meinugn eines Maya-Experten dazu zu elsen :)

  2. Wieso immer Weltuntergang? Wie kommt man denn eigentlich darauf, wenn nicht von der Bibel? Die sagt aber etwas ganz anderes aus, nämlich das wir alle von Gott gelernt sein werden. Das wir das Testament und das Erbe Jesus antreten werden, (Johannes 1.12. Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, die an seinen Namen glauben;) Mir kommen mal wieder die Tränen, wenn ich daran denke. Ja aber so wird es geschehen wir werden Gott schauen und seine Stimme wird uns lernen, sein Sohn zu werden, so wie es Jesus vorgab und in Gleichnissen in der Bibel dastellte.(Joh.17.17 Heilige sie in deiner Wahrheit; dein Wort ist die Wahrheit/ Joh.10 34. Jesus antwortete ihnen: Steht nicht geschrieben in eurem Gesetz: "Ich habe gesagt: Ihr seid Götter"? 35. So er die Götter nennt, zu welchen das Wort geschah, und die Schrift kann doch nicht gebrochen werden, 36. sprecht ihr denn zu dem, den der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat: "Du lästerst Gott", darum daß ich sage: Ich bin Gottes Sohn?/ Joh. 17.21 damit sie alle eins seien) Die Zeit ist nahe, aber es wird kein Untergang, sondern die Menschheit wird endlich zu Göttern, und von Gott dazu erzogen werden. So wie es Abraham, Jakob, Josef, Mose, die Richter, David, Salomon, die Propheten, Jesus bereits erlebten und davon Zeugnis abgaben.

  3. Das böse im, und vom Menschen, das wird zu der Zeit untergehen, davon redet die Apokalypse des Johannes, das böse im und vom Menschen wird also untergehen, Gott sei dank! (Lukas 12.49. Ich bin gekommen, daß ich ein Feuer anzünde auf Erden; was wollte ich lieber, denn es brennete schon!) JA!

    • soap
    • 19. Oktober 2009 15:38 Uhr
    4. Warum?

    Lieber Herr rauner, warum so ein Interview?
    Mit diesem Esoterikgeblubbl finden sie sich nicht auf der Höhe der Zeit, aber auf dem gesitigen Niveau eines Galileo- Mystery. Warum dafür ausgerechnet ein so banaler Regisseur wie Emmerich, dessen Film - in Kenntnisnahme von Day After Tomorrow, Godzilla, 10000 BC prophezeie ich es - eine große Materialschlacht bar jeder nachvollziehbaren, geschweige denn logischen Dramaturgie werden wird, bleibt wohl ihr Geheimnis.

  4. wird schlicht aus dem Universum fallen und eventuell von Gott aufgefangen, das könnte nach meinen Berechnungen gut sein, Herr Gerhartz Schroeder, wir sollten die Hoffnung nicht aufgeben!

    Dieser Film spielt keine Rolle dabei!

    Wenn ich daran denke, dass meine Söhne 2012 noch nicht einmal ausgewachsen sind, wenn ich daran denke, dass reale Erderwärmung und Auswirkungen voranschreiten, ist mir das Film genug.

    Wenn man sich nur einen kurzen Moment vorstellt, wieviel das Kinoticket an anderm Ort dieser Welt wert wäre, fordere ich Kinoverweigerung!

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • soap
    • 20. Oktober 2009 16:20 Uhr

    In Zeiten des Internets, in denen sich jeder fast jeden Film herunterladen kann, wird diese Verweigerung schon praktiziert; eine Verweigerung, die solche Filme verdient haben, die aber ungerechterweise auch Kunstfilme trifft.

    • soap
    • 20. Oktober 2009 16:20 Uhr

    In Zeiten des Internets, in denen sich jeder fast jeden Film herunterladen kann, wird diese Verweigerung schon praktiziert; eine Verweigerung, die solche Filme verdient haben, die aber ungerechterweise auch Kunstfilme trifft.

    Antwort auf "at #2, Die Welt"
    • wahain
    • 11. November 2009 20:53 Uhr

    Die Maya haben einen mythischen Beginn ihrer Kultur, der mit 4-Ahua und 8-Cumku willkürlich festgelegt wurde und umgerechnet dem Jahr 3113 v. Chr. entspricht. Erstmals nachgewiesen ist das Volk der Maya ab etwa 2000 v. Chr., ihre Hochblüte hatten sie von etwa 400 bis 1000 n. Warum konnten sie ihren eigenen Untergang nicht voraussehen?Chr.

    Rechnet man wie die Maya in der Zeit voraus, dann enden ihre Zeit-Zyklen genau am 21. Dezember 2012. Das ist aber kein Weltuntergangsdatum, sondern eine "Transformation der Materie".

    Die einschlägigen Autoren und der Film beschwören verschiedene apokalyptische Szenenarien herauf. Tatsächlich spielt sich die "Transformation der Materie", lt. den Maya, im 13. Baktun ab, der eine Zeit vom Jahr 1618 bis zum Jahr 2012 umfasst. 1 Baktun entspricht 394,52 Jahren bei einem Jahr von 365 Tagen. Diese Zeiträume sind willkürlich festgelegt wurden. Genauso gut könnte die Welt im Jahr 2404 oder im Jahr 2800 n. Chr. enden oder noch später, wenn man diese Zyklen weiterführt.

    Die Welt ist nicht 1982 (Planetenkonstellation) und nicht 1999 (Nostradamus) untergangen - sie wird auch diesmal nicht untergehen. Die "Welt" bzw. die Menschheit wir schleichend "untergehen" durch Überbevölkerung und Massenwanderung, vielleicht schon bis zum Jahr 2100 - darüber macht aber niemand einen Film. Der Film von Roland Emmerich mag gut sein, der Titel ist aber schlecht gewählt. Wer will ihn 2013 oder später noch sehen?

    web.utanet.at/mahain/Jahr_2012.htm

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