Kinderarmut Was sind uns die Kinder wert?

1,7 Millionen Minderjährige leben von Hartz IV. Ihre Aufstiegschancen sind gering. So gering wie die öffentliche Hilfe für sie. Jetzt sprechen die Verfassungsrichter.

Will man über das Leben der 13-jährigen Lea Berger* aus Schwerin und das ihrer beiden kleinen Brüder berichten, muss man in Bangladesch anfangen. Dort gibt es Kinder, die von zwei Schalen Reis am Tag leben, auf dem Boden schlafen und im Staub der Straßen um Almosen betteln, statt in die Schule zu gehen.

Kinder, die wirklich arm sind.

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Aber ist Lea Berger deshalb reich?

3,11 Euro am Tag gewährt ihr der deutsche Staat für Essen. 25,07 Euro im Monat für Kleidung, 11,51 Euro im Monat für Straßenbahn- oder Busfahrkarten. Das muss genügen.

Lea Berger ist ein blondes, hübsches Mädchen, das morgens lange vor dem Spiegel steht. Vor allem aber ist sie eines von 1,7 Millionen Kindern in Deutschland, die in Hartz-IV-Familien leben. Kinder, denen der Staat ihr Leben finanziert, also die Steuerzahler. Wir alle.

Doch was sind uns die Kinder wert?

Mit dieser Frage wird sich am Dienstag kommender Woche das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe beschäftigen. Die Richter sollen herausfinden, ob der Staat die Hartz-IV-Sätze für Kinder korrekt ermittelt hat, ob die Methode stimmt, ob er es sich zu leicht macht.

Vordergründig geht es um eine juristische Angelegenheit. Dahinter aber steht eine politische Frage: Soll die künftige schwarz-gelbe Bundesregierung einer Familie wie den Bergers mehr Unterstützung zugestehen?

Man kann dazu Aufsätze, Thesenpapiere und Zahlenreihen heranziehen. Man kann aber auch das Leben der Familie Berger etwas genauer betrachten. Es werden dann alle gängigen Argumente für und gegen eine Erhöhung der Hartz-IV-Sätze auftauchen. Am Ende wird eine Antwort stehen.

Von der Wand lächelt ein pickelfreier Junge im grauen Kapuzenpulli. Auf dem Poster steht sein Name: Justin Bieber. Ein 15-jähriger Kanadier, der gerne singt und laut Bravo ein »süßer Shootingstar« ist. Lea Berger hat ihn sich ins Zimmer gehängt. Wahrscheinlich hat sie das mit Tausenden pubertierenden Mädchen gemein, die mehr Geld haben als sie. Genau wie die Jungennamen, die sie auf ihren Schreibtisch gemalt hat, immer andere, und immer hat sie » forever« dazugeschrieben. Genau wie die Streitereien mit ihrer Mutter, die »voll peinlich« ist und keine Ahnung hat.

Der Unterschied ist das Zimmer. Der Fußboden ist aus PVC, gewellt und aufgeplatzt. Der Unterschied ist der Schreibtisch. Klein, wackelig, vom Sperrmüll, genau wie das Bett und das Regal. Der Unterschied ist die Mutter. Karin Berger*, 33 Jahre alt, mittelgroß, kräftig, gelernte Verkäuferin, arbeitslos, alleinerziehend, drei Kinder, Hartz-IV-Empfängerin.

Der Unterschied ist immer die Mutter. Oder der Vater. In jedem Fall sind es die Eltern. Sie haben keine Arbeit oder jedenfalls keine gut bezahlte, ihnen fehlt das Geld, also haben auch die Kinder keines. Das Problem ist, dass es immer mehr solcher Eltern gibt.

In Stuttgart lebt inzwischen knapp jedes sechste Kind unter 15 Jahren von Hartz IV, in Hamburg fast jedes vierte. In Schwerin, wo die Kinderarmut so hoch ist wie nirgendwo sonst in Deutschland, sogar mehr als jedes dritte Kind. Die meisten von ihnen wohnen dort, wo auch Familie Berger wohnt: auf dem Großen Dreesch, einer Plattenbausiedlung, die vor der Wiedervereinigung den Architekturpreis der DDR gewann und nach der Wiedervereinigung die meisten ihrer Bewohner verlor. Zurück blieben vor allem diejenigen, die anderswo keine Wohnung finden. Aussiedler, Arbeitslose, Niedriglöhner.

Inmitten der großen Plattenbauten steht ein kleiner. Nur Erdgeschoss und erster Stock. Rosa gestrichen, gläserne Tür, darüber rote, blaue und gelbe Buchstaben: »Kinderland«.

Karin Berger geht die Treppe hinauf. Ein Mädchen kreischt, ein Junge rennt vorbei, auf einer Kommode stehen Kastanienmännchen. Karin Berger holt ihren vierjährigen Sohn Marvin* aus dem Kindergarten ab. Marvin hält eine kleine Stoffkuh unter dem Arm. »Schnuffikuh«, sagt er. Es ist alles wie immer.

Nur das Loch ist neu. »Das darf doch nicht wahr sein«, sagt Karin Berger.

Das Loch klafft vorne in Marvins linkem Schuh. Olivgrüne Halbschuhe mit Klettverschluss sind das, 20 Euro haben sie gekostet. Karin Berger hat sie gekauft, als die alten nicht mehr zu kleben waren, vor ein paar Wochen erst. Bis zum Winter sollten sie halten, dann braucht Marvin warme Stiefel. Jetzt muss Karin Berger noch einmal Halbschuhe kaufen.

Man kann sich das Leben der Karin Berger als große Rechnerei vorstellen. 359 Euro bekommt sie selbst jeden Monat vom Staat, plus Miete. Das ist der Hartz-IV-Regelsatz für Erwachsene. Die Kinder erhalten weniger, 215 Euro der Jüngste und je 251 Euro die beiden Älteren. Dazu kommt ein Alleinerziehendenzuschlag, macht im Fall der Familie Berger insgesamt knapp 1200 Euro. So viel hat die Familie jeden Monat zum Leben.

Das Bundesarbeitsministerium hat diese Zahlen in einem aufwendigen statistischen Verfahren ermittelt. Es hat errechnet, wie viel Geld ein erwachsener Mensch in Deutschland jeden Monat benötigt, um Essen zu kaufen, Kleidung, Schuhe, Busfahrkarten. Und beschlossen, dass ein Kind weniger braucht. 60 Prozent dessen, was für den Erwachsenen berechnet wurde, wenn es noch im Kindergartenalter ist, 70 Prozent dann als Schulkind und 80 Prozent, sobald es 15 Jahre alt ist.

Aber es hat nicht daran gedacht, dass ein Mittagessen an Lea Bergers Schule 2,25 Euro kostet, und Lea damit, rein rechnerisch, ihr tägliches Essensgeld fast aufgebraucht hat. Es hat nicht daran gedacht, dass der vierjährige Marvin, als er sich die Windel abgewöhnte, öfter nachts in die Hose gepinkelt hat und jetzt dringend eine neue Matratze braucht. Es hat nicht daran gedacht, dass Karin Berger, als ihre Waschmaschine kaputtging, nicht auf einen Schlag 60, 70 Euro herbeizaubern konnte, um sich als Ersatz eine gebrauchte zu kaufen. Also hat sie eine neue gekauft, die kostete nur dreißig Euro, als erste Ratenzahlung. Aber jetzt überweist Karin Berger eben seit bald zwei Jahren jeden Monat dreißig Euro an den Elektroladen, mit Zins und Zinseszins.

Es gibt Rechnungen, wonach ein Hartz-IV-Empfänger von heute ungefähr so viel Geld zur Verfügung hat wie ein Facharbeiter in den siebziger Jahren. Womöglich stimmt das sogar.

Allerdings bekam der Facharbeiter vermutlich von den Schulen seiner Kinder keine lange Liste geschickt wie Karin Berger, mit all den Sachen, die für den Unterricht unverzichtbar seien. Zwei Paar Turnschuhe zum Beispiel, eines für drinnen, und eines für draußen, eine Turnhose, und zwar eine schwarze, ein T-Shirt, und zwar ein gelbes, zwei Füller, und zwar von einer bestimmten, teuren Marke. Allein die Bücher kosten heute pro Kind schnell mehr als siebzig Euro. Und mit Sicherheit bekamen die Kinder des Facharbeiters von ihren Lehrern nicht zu hören, sie mögen bitte diesen oder jenen Stoff im Internet nachlesen oder die zu bearbeitenden Hausaufgaben einer E-Mail entnehmen, so wie Karin Bergers Tochter Lea.

»Von welchem Geld soll ich denn auch noch einen Computer kaufen und den Internetanschluss bezahlen?«, sagt Karin Berger.

Karin Berger ist nicht gierig. 20 Euro zusätzlich im Monat pro Kind, das würde ihr schon helfen, sagt sie. Aber das wären im Jahr 240 Euro pro Kind. Bei 1,7 Millionen Kindern, die von Hartz IV leben, wäre das knapp eine halbe Milliarde Euro.

Der Staat kann sich das nicht leisten.

Das ist der erste Einwand gegen eine Erhöhung der Hartz-IV-Sätze für Kinder. Das Argument »leere Kassen«. Es ist auf den ersten Blick ein ziemlich überzeugendes Argument, und auf den zweiten Blick ein ziemlich scheinheiliges.

Tatsächlich lassen sich mit Hinweis auf die hohe Staatsverschuldung alle erdenklichen Arten von Ausgaben verweigern, einerseits. Andererseits ist in den schwarz-gelben Koalitionsverhandlungen im Moment viel davon die Rede, den Familien in Deutschland zu helfen. Allein eine Erhöhung des Kindergeldes von derzeit 164 auf 190 Euro würde nicht eine halbe Milliarde, sondern fünf Milliarden Euro kosten. Nichts davon würde bei Familie Berger landen. Denn Hartz-IV-Empfänger bekommen kein Kindergeld. Das heißt, sie bekommen es schon, aber sie haben nichts davon, weil es ihnen vom Hartz-IV-Satz abgezogen wird, genau wie Karin Berger nichts davon hat, dass ihr Exmann, ein Koch, jeden Monat einen kleinen Unterhalt für die Kinder überweist. Auch das wird ihr von der staatlichen Unterstützung abgezogen. Am Ende bleiben die insgesamt 1200 Euro.

Lea sagte, sie wolle so gerne mit ihrer Mutti ins Plaza-Center. Für ein paar Stunden weg vom Großen Dreesch. Mal richtig shoppen gehen. Das Plaza-Center ist ein Einkaufszentrum am anderen Ende der Stadt. Es gibt dort einen Schuh-Discounter, eine Apotheke, einen Handyladen, einen Sexshop. Und es gibt Takko, wo man Wirklichkeit gewordene Bravo- Bilder kaufen kann. Die Hosen, die Röcke, die T-Shirts, die sonst die Stars tragen. Nur billiger. 20 Euro kostet eine Jeans. Hier war Lea schon öfter mit ihrer Mutti, mit ihren Freundinnen. Nur zum Gucken.

Sie sagte, es gebe da diesen Gürtel. Mit silbernen Glitzersteinen.

Wir haben kein Geld, antwortete Karin Berger.

Sie sagte, bitte, Mutti, nur einmal.

Geht nicht, antwortete Karin Berger.

Als Lea nichts mehr sagte, dachte Karin Berger, sie habe es eingesehen.

Tage später saß Karin Berger auf dem Balkon, verschnaufte ein wenig, die Sonne schien, da klingelte das Telefon. Die Polizei. Frau Berger solle bitte ihre Tochter von der Wache abholen.

»Sie hatte den Gürtel geklaut«, sagt Karin Berger.

Während sie das erzählt, holt Karin Berger hin und wieder eine weiße Plastikschachtel hervor. Sie greift hinein, und ohne es zu ahnen, hat sie dann sozusagen den zweiten Einwand gegen eine Erhöhung der Hartz-IV-Sätze in der Hand. Eine Zigarette.

Karin Berger raucht zehn, zwölf Stück am Tag. Sie verzichtet dafür meistens aufs Mittagessen und dreht sich die Zigaretten selbst. Aber auch den Tabak gibt es nicht umsonst. Gäbe ihr der Staat mehr Geld für die Kinder, würde sie womöglich noch mehr rauchen, und Marvin hätte noch immer keine neuen Schuhe. Das ist das Argument »Schnaps und Zigaretten«. Es ist sehr beliebt, spätestens seit der CDU-Politiker Philipp Mißfelder Anfang des Jahres sagte, eine Erhöhung der Hartz-IV-Sätze wäre gleichbedeutend mit einer Subvention für die Tabak- und Spirituosenindustrie.

In Wahrheit ist das ein sehr altes Argument. Schon im 12. Jahrhundert finden sich christliche Schriften, die zwischen würdigen und unwürdigen Armen unterscheiden. Den einen, Alten, Kranken, Gebrechlichen, solle man Almosen geben, den anderen, Faulen, Verwahrlosten, sei dieses zu verweigern. Heute sprechen Sozialwissenschaftler wie der Berliner Historiker Paul Nolte davon, der deutschen Unterschicht fehle es vor allem an bürgerlichen Tugenden. Am Verständnis für Tischsitten und gesunde Ernährung zum Beispiel. Erst wenn dieses erlernt sei, wäre über weitere Geldzuteilungen nachzudenken.

Man kann die Stichhaltigkeit dieses Arguments überprüfen, indem man Karin Berger ein Stück durch den Tag begleitet. Jeden Morgen, wenn die Kinder aus dem Haus sind, geht sie los, vorbei am Narzissen- und am Asternweg, biegt links ab, und dann ist sie schon da, in ihrem Schrebergarten, und hält die Hände in die Erde.

So nennt sie das, wenn sie Gemüse sät und Äpfel erntet, Beete umgräbt und das Unkraut jätet. Sie kocht Apfelmus und Marmeladen und stellt den Kindern auch dann Karotten und Schwarzwurzeln auf den Tisch, wenn diese mal wieder nach Pommes schreien. Wenn es um die Ernährung geht, verhält sich die Unterschichtangehörige Karin Berger also ziemlich bürgerlich, obwohl ihr das gar nicht bewusst ist. Ihr geht es auch beim Gemüseernten ums Geld.

Die Preise bei Penny um die Ecke hat sie alle im Kopf. Ein Kilo Porree: 99 Cent. Eine Gurke: 33 Cent. Ein Kilo Tomaten: 1,29 Euro. Zwei Kilo Äpfel: 1,99 Euro. Dieses Geld spart sie sich durch ihren Garten. Sie hat ihn von einem Bekannten übernommen, der dafür keine Zeit mehr hatte, zahlt nur 120 Euro im Jahr. »Die habe ich längst wieder drin«, sagt sie.

Ist die Raucherin und Gärtnerin Karin Berger also nun eine würdige oder eine unwürdige Arme? Abgesehen davon, dass bei der Erhöhung des Kindergeldes niemand fragt, ob nicht auch mancher Ingenieur mit Kindern raucht oder zum Alkoholismus neigt, abgesehen davon, dass es wissenschaftliche Studien gibt, wonach die große Mehrheit der Hartz-IV-Empfänger eher an sich selbst als an den Kindern spare, gibt es eine einfache Lösung, jeglichen Missbrauch zu verhindern. Sogenannte Sachleistungen: kostenlose Schulbücher, freies Schulessen, Gratisfahrkarten für Bus und Straßenbahn. Die kann niemand vertrinken.

Zweimal die Woche um 7.45 Uhr spricht Peter Goosmann mit Lea Berger über die Liebe. Oder den Ärger mit ihrer Mutter. Oder auch nur das neue Lied von Justin Bieber. Was ihr eben so durch den Kopf geht. Montags und donnerstags nämlich fährt Peter Goosmann ein bisschen früher in die Schule. Damit die Kinder jemanden zum Reden haben.

Goosmann ist Lea Bergers Klassenlehrer. Ein muskulöser, 46-jähriger Mann mit kahl rasiertem Kopf und vom Solarium gebräunter Haut. Einer, der von sich sagt, ihm mache die Arbeit Spaß. Nicht wegen der Formeln und Gleichungen, über die er, der Mathelehrer, den halben Tag spricht. Sondern wegen der Schüler. Weil er ihnen ein Stück des Weges ins Leben zeigen will.

Man ist damit beim dritten Einwand gegen die Erhöhung der Hartz-IV-Sätze. Es ist das Argument »Chancengleichheit«. Es besagt, dass es nicht darum gehe, allen Kindern gleich viel Geld zur Verfügung zu stellen. Schließlich sei der Sozialismus abgeschafft. Stattdessen komme es darauf an, dass alle die gleichen Chancen hätten, etwas aus sich zu machen, und das erreiche man nicht durch höhere Hartz-IV-Sätze.

Der Weg ins Leben ist heute mitunter ziemlich steil. Der Lehrer Goosmann hat das selbst bemerkt. Vor ein paar Jahren suchte seine Tochter eine Lehrstelle. Sie hatte einen Realschulabschluss vorzuweisen, keinen besonders guten, aber doch gut genug, um einen ordentlichen Ausbildungsplatz zu bekommen, als Bürokauffrau zum Beispiel. Dachte sie. Dachte auch Goosmann. Bis er selbst die 130 Absagen zählte, die sie bekam. Am Schluss kam sie in der Firma ihrer Mutter unter.

Und Lea Berger? Dumm sei sie nicht, sagt Goosmann. Aber in Englisch ziemlich schwach. Mit etwas Nachhilfeunterricht könne sie ohne Weiteres die mittlere Reife schaffen. Sonst sei wohl nur die Hauptschule drin.

Goosmann weiß selbst, was das bedeutet. Hauptschüler nimmt heute fast niemand mehr. Also hängt es von der Nachhilfe ab, ob Lea später eine Chance auf eine Lehrstelle hat. Ob sie Arbeit findet oder auch als Erwachsene noch Hartz IV bezieht.

Inzwischen bekommt in Deutschland fast jedes dritte Kind irgendwann Nachhilfe. Lea Berger wird kaum dazugehören. Auch Nachhilfeunterricht hat das Bundesarbeitsministerium bei der Berechnung des Hartz-IV-Satzes nicht vorgesehen.

Wenn Karin Berger durch Schwerin läuft, ist jeder Laden, an dem sie vorbeikommt, ein potenzieller Arbeitsplatz, sie hat ja Verkäuferin gelernt. Sie hat sich auch beworben, immer wieder, und immer wieder die gleiche Antwort bekommen: Alleinerziehend mit drei Kindern? Nein, danke.

Vor ein paar Monaten hat sie dann doch Arbeit gefunden. Bei einem Gemüsehändler, der ein halbes Dutzend Läden hat, über die Stadt verteilt. Sie hat mal am Bahnhof gearbeitet, mal in der Innenstadt, hat Karotten geschleppt, Kisten gepackt und darauf geachtet, dass die frischen Tomaten stets oben lagen. Sie hat sich mit den Kunden übers Wetter unterhalten und mit den Kollegen über die Kinder. Sie war endlich wieder unter Leuten. Bis auf einmal der Lohn ausblieb. Obwohl sie ohnehin nur 3,30 Euro die Stunde verdiente.

Ihr Chef habe einfach aufgehört zu zahlen, sagt sie. Einen Monat lang. Vielleicht weil das Geschäft so schlecht lief, vielleicht weil er sie betrügen wollte, Karin Berger weiß es nicht. Sie hat dann gekündigt.

Angenommen, es wäre anders gekommen. Angenommen, sie hätte einen seriöseren Arbeitgeber gefunden, einen, der ihr nicht 3,30 Euro pro Stunde gezahlt hätte, sondern vielleicht sechs, sieben oder acht Euro. Mehr bekommt fast keine Verkäuferin in Schwerin. Selbst dann wäre sie zuzüglich Kindergeld und abzüglich Miete bestenfalls auf 1400 Euro gekommen, nur 200 Euro mehr, als sie jetzt schon erhält. Und doch wäre sie für diese 200 Euro jeden Tag arbeiten gegangen.

Das ist der gewichtigste Einwand gegen eine Erhöhung der Hartz-IV-Sätze. Das Argument »Lohnabstand«. Es besagt, dass es einen deutlichen Unterschied geben sollte zwischen dem Arbeitslosengeld und dem Arbeitseinkommen. Sonst gehe der ökonomische Anreiz zum Arbeiten verloren. Das ist eine Frage der volkswirtschaftlichen Vernunft.

Das Problem ist nur, dass in Deutschland die unteren Arbeitseinkommen seit Jahren immer weiter sinken. Wachleute, Friseurinnen, Callcenteragenten, sie alle verdienen kaum mehr als Hartz-IV-Empfänger und oft weniger, sodass sie noch zusätzlich staatliche Unterstützung erhalten. Folgte man allein der Vernunft ökonomischer Anreize, dürften die Hartz-IV-Sätze nicht steigen, sie müssten sinken. Aber wie weit? Wo wäre das Ende erreicht? Und worauf müssten die Kinder dann noch verzichten?

Man ist damit beim letzten Argument angekommen. Es ist kein Argument gegen, sondern für eine Erhöhung der Hartz-IV-Sätze. Oder zumindest ein Argument für freies Schulessen, kostenlose Busfahrkarten und Gratis-Gutscheine für Nachhilfeunterricht und Musikstunden. Es besagt, dass es Dinge gibt, die wichtiger sind als Anreize: zum Beispiel, dass der Staat die Pflicht hat, dafür zu sorgen, dass alle Kinder eine Zukunft haben.

(*Name geändert)

 
Leser-Kommentare
  1. 1. Danke.

    Danke für diesen Artikel. Einfach Danke.

    • Chali
    • 15.10.2009 um 12:42 Uhr

    JAWOHL! Genau so!

    Und es ist an MIR, das zu entscheiden, wer würdig ist und wessen Würde antatstbar darf, denn ich bin von GOTTES GNADEN Steuerzahler und darf daher jedem sein Leben vorschreiben.

    Da ist das Kissen, da darf er sich hinknien, wenn er mit mir reden will!

  2. doch nun? Wird die ZEIT und der Holtzbrinkverlag die Medien als vierte Gewalt und Lobby-Plattform auch für diesen Artikel gerade stehen, Abgeordnete mit diesen Schicksalen konfrontieren und aktiv an der Beseitigung dieser Umstände arbeiten???

    Wenn nicht, verpufft dieser Artikel als heiße Luft!

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    • jana4
    • 27.10.2009 um 13:12 Uhr

    Super greenspan! Wer liest denn das was wir hier schreiben? Es sind die, die sich interessieren, aber die nichts verändern können! In Kiel ist jedes ditte Kind arm! Wir brauchen Kinderbetreungsplätze für alle Kinder ab 1 Jahr, kostenfrei. Wir brauchen Lehrmittelfreiheit! Wir brauchen Chancengleichheit. Wir brauchen Managergehälter für den Bildungsbereich! Wir müssen in die Kindergärten und Schulen investieren, erst dann in die Uni und in die Forschung! Denn wer soll studieren, wenn immer mehr ohne Schuabschluss die Schule verlassen? Wir müssen zeigen, dass uns jedes Kind wichtig ist! Denn wir könne uns nicht leisten auch nur auf eines zu verzichten! Denn, ökonomisch betrachten, können wir die Kosten gar nicht aufbringen, um " ungebildete Hartz-IV Kinder" (pauschalisiert!) ihr Leben lang mit Sozialleistungen durchzufüttern! Also, Politiker seid egoistisch und investiert in die Kinder! Was muss noch geschehen?

    • jana4
    • 27.10.2009 um 13:12 Uhr

    Super greenspan! Wer liest denn das was wir hier schreiben? Es sind die, die sich interessieren, aber die nichts verändern können! In Kiel ist jedes ditte Kind arm! Wir brauchen Kinderbetreungsplätze für alle Kinder ab 1 Jahr, kostenfrei. Wir brauchen Lehrmittelfreiheit! Wir brauchen Chancengleichheit. Wir brauchen Managergehälter für den Bildungsbereich! Wir müssen in die Kindergärten und Schulen investieren, erst dann in die Uni und in die Forschung! Denn wer soll studieren, wenn immer mehr ohne Schuabschluss die Schule verlassen? Wir müssen zeigen, dass uns jedes Kind wichtig ist! Denn wir könne uns nicht leisten auch nur auf eines zu verzichten! Denn, ökonomisch betrachten, können wir die Kosten gar nicht aufbringen, um " ungebildete Hartz-IV Kinder" (pauschalisiert!) ihr Leben lang mit Sozialleistungen durchzufüttern! Also, Politiker seid egoistisch und investiert in die Kinder! Was muss noch geschehen?

    • Buker
    • 15.10.2009 um 13:11 Uhr
    4.

    Manchmal kann man sich für das Land in dem wir leben einfach nur noch schämen.
    Kinder sind uns weniger wert als Erwachsene und es gibt tatsächlich Stellen, wo man Leute für 3,30€ ausbeutet!?!

    Arbeit muß sich wieder lohnen???

    Fragt sich nur für wen!?!

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    ... nach unten gibt es keine Grenze:
    http://www.spiegel.de/wir...

    Wenn der Arbeits"markt" mal wieder seine Wirkung tut, flankiert von der Politik: keine Mindestlöhne, unbegrenzte Leiharbeit, 1-Euro-Jobs usw.

    • wll
    • 15.10.2009 um 13:40 Uhr

    ... wer noch einen Beweis dafür sucht, dass es in Deutschland Mindestlöhne braucht, möchte den Artikel einfach bitte nochmal gaaanz langsam durchlesen. Oder einen Hirnschrittmacher kaufen...

    Grossbritannien und Frankreich sind nach deren Einführung ja auch nicht untergegangen...

    • wll
    • 15.10.2009 um 13:51 Uhr

    "zwei Füller, und zwar von einer bestimmten, teuren Marke."

    Was bitte geht es die Schule an, welche Füllermarke ihre Schüler benutzen? Gibt es dafür eine Rechtsgrundlage oder bekommt da nur das Lehrerkollegium ein paar schöne Kickbacks spendiert - was dann strafrechtlich relevant wäre?

    "Allein die Bücher kosten heute pro Kind schnell mehr als siebzig Euro."

    Wo ist eigentlich die gute alte Lehrmittelfreiheit geblieben? Wurde die etwa inzwischen von den Gralshütern des Sozialdarwinismus geschleift?

    Warum erhalten schulpflichtige Kinder von H4-Empfängern eigentlich die Mittel für die aufgeführte Grundaustattung nicht vom Amt? Es muss doch jedem klar sein, das diese Beträge nicht vom Normalsatz gedeckt sein können. Meinetwegen auch als Sachleistung - bei gebündeltem Einkauf kann man immerhin Mengenrabatte nutzen.

    Warum wird überhaupt für Kinder ein so viel geringerer Satz gewährt? Kinder essen in der Wachstumsphase fast so viel wie ein Erwachsener, brauchen eine vitamin- und nährstoffreichere Ernährung, wachsen schnell aus ihren Kleidungsstücken heraus etc. In summa dürfte das Existenzminimum eines Kindes kaum unter dem eines Erwachsenen liegen - wenn überhaupt. Warum also?

    Selbst meine Schwester hat für ungefähr dieses Geld arbeiten müssen - obwohl sie als eine der Besseren ihres Jahrgangs ihr Diplom erhalten hat. Einfach kündigen ging nicht, weil der Abstieg in Hartz IV ihr Leben gesprengt hätte. Glücklicherweise hat sie inzwischen einen neuen Arbeitgeber.

    ... nach unten gibt es keine Grenze:
    http://www.spiegel.de/wir...

    Wenn der Arbeits"markt" mal wieder seine Wirkung tut, flankiert von der Politik: keine Mindestlöhne, unbegrenzte Leiharbeit, 1-Euro-Jobs usw.

    • wll
    • 15.10.2009 um 13:40 Uhr

    ... wer noch einen Beweis dafür sucht, dass es in Deutschland Mindestlöhne braucht, möchte den Artikel einfach bitte nochmal gaaanz langsam durchlesen. Oder einen Hirnschrittmacher kaufen...

    Grossbritannien und Frankreich sind nach deren Einführung ja auch nicht untergegangen...

    • wll
    • 15.10.2009 um 13:51 Uhr

    "zwei Füller, und zwar von einer bestimmten, teuren Marke."

    Was bitte geht es die Schule an, welche Füllermarke ihre Schüler benutzen? Gibt es dafür eine Rechtsgrundlage oder bekommt da nur das Lehrerkollegium ein paar schöne Kickbacks spendiert - was dann strafrechtlich relevant wäre?

    "Allein die Bücher kosten heute pro Kind schnell mehr als siebzig Euro."

    Wo ist eigentlich die gute alte Lehrmittelfreiheit geblieben? Wurde die etwa inzwischen von den Gralshütern des Sozialdarwinismus geschleift?

    Warum erhalten schulpflichtige Kinder von H4-Empfängern eigentlich die Mittel für die aufgeführte Grundaustattung nicht vom Amt? Es muss doch jedem klar sein, das diese Beträge nicht vom Normalsatz gedeckt sein können. Meinetwegen auch als Sachleistung - bei gebündeltem Einkauf kann man immerhin Mengenrabatte nutzen.

    Warum wird überhaupt für Kinder ein so viel geringerer Satz gewährt? Kinder essen in der Wachstumsphase fast so viel wie ein Erwachsener, brauchen eine vitamin- und nährstoffreichere Ernährung, wachsen schnell aus ihren Kleidungsstücken heraus etc. In summa dürfte das Existenzminimum eines Kindes kaum unter dem eines Erwachsenen liegen - wenn überhaupt. Warum also?

    Selbst meine Schwester hat für ungefähr dieses Geld arbeiten müssen - obwohl sie als eine der Besseren ihres Jahrgangs ihr Diplom erhalten hat. Einfach kündigen ging nicht, weil der Abstieg in Hartz IV ihr Leben gesprengt hätte. Glücklicherweise hat sie inzwischen einen neuen Arbeitgeber.

  3. Der Artikel beleuchtet viele Aspekte des Lebens von armen Kindern aber ein wesentlicher Aspekt fehlt meiner Meinung nach. Es wird als selbstverständlich angesehen, dass eine einzelne erwachsene Person in der Lage sein sollte Kinder zu haben und gross zu ziehen. Das ist aber in der Biologie des Menschen (wie bei anderen Großsäugern auch) nicht vorgesehen und in der Vergangenheit noch nie dagewesen.
    Wenn man die Kinderarmut in Deutschland verringern möchte sollte man das Problem an der Wurzel packen und Anreize setzen dass mehrere Erwachsene die Verantwortung für den Nachwuchs übernehmen anstatt alles der Mutter aufzubürden. Das würde neben der finanziellen Ausstattung auch die Betreuung und Anleitung der Kinder verbessern.

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    Ich gebe Ihnen vollkommen recht. Wir Menschen sind Rudeltiere und brauchen mehrere nahe Bezugspersonen. Bei Alleinerziehenden ist nicht mal das absolute Minimum, nämlich eine Person des anderen Geschlechts, verfügbar. Die Kinder sind der Mutter vollständig ausgeliefert. Hat sie schlechte Laune oder Sorgen, können die Kinder sich nicht zu Opa oder Tante verkrümeln.

    Der absolute Schwachsinn ist jedoch, daß eine Mutter, auch von drei Kindern, nach Hartz IV arbeiten gehen muß, wenn eine Kinderbetreuung vorhanden ist. Jeder, der arbeitet, weiß, wie kaputt man nach Hause kommt. Und wieviel Arbeit der Haushalt macht, wissen zumindest die, die ihn führen. Wo soll eine solche Mutter eigentlich ihre Batterien auffüllen, hat sie doch keinen Cent für Kinderbetreuung, Fahrkarte und sonstige Kosten, wenn sie auch nur im Kirchenchor mitsingen will.

    Ich kritisiere auch die Universitäten: wäre es nicht eine lohnende Aufgabe, einmal zu untersuchen, weshalb so viele Ehen scheitern? Es muß doch möglich sein, herauszufinden, was die Dauerhaftigkeit von Beziehungen befördert, zumindest bis die Kinder groß sind.

    Ich gebe Ihnen vollkommen recht. Wir Menschen sind Rudeltiere und brauchen mehrere nahe Bezugspersonen. Bei Alleinerziehenden ist nicht mal das absolute Minimum, nämlich eine Person des anderen Geschlechts, verfügbar. Die Kinder sind der Mutter vollständig ausgeliefert. Hat sie schlechte Laune oder Sorgen, können die Kinder sich nicht zu Opa oder Tante verkrümeln.

    Der absolute Schwachsinn ist jedoch, daß eine Mutter, auch von drei Kindern, nach Hartz IV arbeiten gehen muß, wenn eine Kinderbetreuung vorhanden ist. Jeder, der arbeitet, weiß, wie kaputt man nach Hause kommt. Und wieviel Arbeit der Haushalt macht, wissen zumindest die, die ihn führen. Wo soll eine solche Mutter eigentlich ihre Batterien auffüllen, hat sie doch keinen Cent für Kinderbetreuung, Fahrkarte und sonstige Kosten, wenn sie auch nur im Kirchenchor mitsingen will.

    Ich kritisiere auch die Universitäten: wäre es nicht eine lohnende Aufgabe, einmal zu untersuchen, weshalb so viele Ehen scheitern? Es muß doch möglich sein, herauszufinden, was die Dauerhaftigkeit von Beziehungen befördert, zumindest bis die Kinder groß sind.

  4. 6. DANKE.

    Das ist Journalismus. Das, und nicht politische Polemiken ohne Recherche, oder abstraktes Sinnieren ohne Bezug zum täglichen Leben. Einmal im halben Jahr gibt es so etwas noch zu lesen bei der ZEIT. Wenigstens online. Dafür, wieder über ein Abo nachzudenken, reicht das (noch?) nicht. Aber es sorgt dafür, dass ich immerhin noch im Internet hin und wieder reinschaue. Vielleicht kommt hier ja langsam aber sicher doch wieder Profil rein. Möge Ihnen die Redaktion noch viele solche Berichte ermöglichen.

    • manu26
    • 15.10.2009 um 13:20 Uhr
    7.

    Sehr guter Artikel. Besonders das Thema Nachhilfe finde ich sehr interessant. Es ist tatsächlich so, dass sehr, sehr viele Schüler Nachhilfeunterricht bekommen. Und es ist tatsächlich so, dass das zum Teil sehr, sehr teuer bzw. für viele unbezahlbar ist. Nun kann man dafür sorgen, die eigentliche Unterrichtszeit so zu gestalten, dass ein Nachhilfeunterricht nicht mehr unbedingt nötig ist oder man versucht ein allumfassendes Nachhilfesystem günstig oder zum Nulltarif zu etablieren. Oder beides.

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    • wll
    • 15.10.2009 um 13:37 Uhr

    ... man fragt sich auch einmal, ob das Kind auch auf die richtige Schule geht. Dauerüberforderung dürfte Kindern jedenfalls nicht gut bekommen. Und spätestens im Berufsleben muss es sowieso ohne Nachhilfe auskommen...

    Deshalb gibt es ja das gegliederte Schulsystem. Auch bei der besten Förderung kann man nun einmal nicht aus jedem Kind einen neuen Einstein machen. Was natürlich umgekehrt nicht heissen soll, dass die Schulen jetzt keine Förderung (mehr) leisten sollen. Jedenfalls ist es IMHO völliger Unsinn, ein Kind auf Biegen und Brechen in eine bestimmte Schulart zu zwingen - ohne Rücksicht darauf, ob man es damit nicht schlicht überfordert. Anschliessend jahrelang etwaige Defizite mit Nachhilfe wegzukaschieren nur damit das Kind dann den ersehnten Abschluss hat, kann es jedenfalls nicht sein...

    • wll
    • 15.10.2009 um 13:37 Uhr

    ... man fragt sich auch einmal, ob das Kind auch auf die richtige Schule geht. Dauerüberforderung dürfte Kindern jedenfalls nicht gut bekommen. Und spätestens im Berufsleben muss es sowieso ohne Nachhilfe auskommen...

    Deshalb gibt es ja das gegliederte Schulsystem. Auch bei der besten Förderung kann man nun einmal nicht aus jedem Kind einen neuen Einstein machen. Was natürlich umgekehrt nicht heissen soll, dass die Schulen jetzt keine Förderung (mehr) leisten sollen. Jedenfalls ist es IMHO völliger Unsinn, ein Kind auf Biegen und Brechen in eine bestimmte Schulart zu zwingen - ohne Rücksicht darauf, ob man es damit nicht schlicht überfordert. Anschliessend jahrelang etwaige Defizite mit Nachhilfe wegzukaschieren nur damit das Kind dann den ersehnten Abschluss hat, kann es jedenfalls nicht sein...

  5. ... nach unten gibt es keine Grenze:
    http://www.spiegel.de/wir...

    Wenn der Arbeits"markt" mal wieder seine Wirkung tut, flankiert von der Politik: keine Mindestlöhne, unbegrenzte Leiharbeit, 1-Euro-Jobs usw.

    Antwort auf "Kommentar Nr. 4"

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