Lesegerät Kindle kommt

Kennen Sie den letzten Schrei aus Amerika? Eine Lesehilfe

"Hab Deine ganze Bibliothek bei Dir" - Amazon-Chef Jeff Bezos verkauft den Kindle und hofft auf ein großes Geschäft

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Der Kindle ist da. Manche Leser werden nun denken: »Der … wie bitte? Habe ich noch nie gehört, bisher konnte ich ohne leben, und überhaupt, was soll das heißen Kindle? Ist das eine Windel? Ein Schokoriegel? Eine neue Küchenmaschine?« Drei Viertel der Deutschen haben noch nie vom Kindle und anderen elektronischen Lesegeräten wie dem Sony E-Reader gehört. Um es kurz zu machen: Es geht um den Einband für das digitale Buch. Eins tragen, alle dabeihaben – das ist die ganze Idee.

Allerdings kostet der Kindle, der vom Onlinehändler Amazon entwickelt wurde, 279 Dollar. Dazu kommen vorläufig die Kosten für den Versand aus den USA, und die meisten Bücher, die man kaufen kann, sind englische. Auf dem Schrottplatz der Technikgeschichte sind schon Geräte gelandet, die vielversprechender schienen und mehr geboten haben.

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Trotzdem ist der Kindle alle Aufmerksamkeit wert, die er dieser Tage auf der Frankfurter Buchmesse erhält. Denn er stellt einen technischen Sprung gegenüber früheren ELesegeräten dar. Er ist handlich, gut zu bedienen, und die Augen tun nach längerem Lesen nicht mehr weh. Seine Epigonen, Kopien und Konkurrenten werden billiger sein und den Alltag vieler Menschen innerhalb weniger Jahre verändern. Damit einher geht ein Umbruch auf mehreren Märkten: Schulbücher, Sachbücher, Wissenschaft und – Presse. Unbequem ist das, keine Frage, aber auch ziemlich aufregend.

Nicht fern ist die Zeit, da Schulkinder nicht mehr mit einem zehn Kilo schweren Ranzen herumlaufen werden, sondern ihre Bücher in einem leichten Lesegerät speichern.

Bei populären Sachbüchern kann man sich Vermarktungen wie in Hollywood vorstellen. Ein Film kommt zuerst ins Kino, dann in den Verleih und zuletzt ins Fernsehen. Entsprechend könnte ein Sachbuch erst auf Papier und drei Monate später digital herauskommen. Die Halbwertszeit der meisten Bücher in Bestsellerlisten ist dann erreicht.

Digitales wird endgültig zum zusätzlichen Geschäft, wenn es um ältere Bücher geht. Die sind im Laden irgendwann vergriffen, während bei Amazon, Google und Co. jedes Buch noch nach Jahren zu haben sein wird.

Trotz dieser Möglichkeiten reagieren Buchverleger abwehrend, und viele verlangen geradezu trotzig, ein digitales Buch müsse so viel kosten wie ein gedrucktes. Aber warum? Etwa zwei Drittel des Preises für ein gedrucktes Buch gehen heute an Drucker, Vertrieb, Zwischen- und Buchhandel.

Presseverlage sehen den Kindle dagegen eher als große Chance. Bisher haben sie keinen Weg gefunden, ihre journalistische Arbeit in digitaler Form zu verkaufen, doch elektronische Lesegeräte könnten für sie nun zum erlösenden Modell werden. In Deutschland versuchen Frankfurter Allgemeine Zeitung, Handelsblatt und Wirtschaftswoche, auf diese Weise neue Abonnenten zu gewinnen. Und werden Kindle und andere Lesegeräte bald deutlich billiger, dürften Pressehäuser jedem Stammleser mit Freude eines schenken.

 
Leser-Kommentare
    • quirtz
    • 20.10.2009 um 14:54 Uhr

    Wenn ich ein Buch kaufe, kommt es mir wohl auf den Inhalt an, nicht auf die Qualität der Seiten...

    Kindles wären endlich mal eine Möglichkeit das Verlagssystem zu umgehen, sodass das Geld da ankommt, wo es hingehört, bei den Autoren. Aber nein, als Zwischenhändler müssen sich die Verlage den Mund vollstopfen...Kindles wären ihr Untergang.

    Nebenbei wäre dies auch erheblich umweltfreundlicher, als alles mögliche zu drucken, um es dann verrotten zu lassen

  1. 2.

    Eine interessante Vorstellung. Inzwischen geht doch das meiste Geld bei einem Buch an die großen Buchhandelsketten.

    Die eBooks ären eine grandiose Möglichkeit für den Schul- und Sachbuchsektor. Leider guckt alle Welt nur auf die Belletristik. Ein eBook wäre da ca. 2 Eur günstiger als die Printausgabe.
    Als Sammler gebe ich die gern mehr aus, um wirklich etwas in Händen zu haben, statt einer Datei mit Kopierschutz und Problemen in der technischen Umsetzung.

  2. den Abbau von Millionen!!! globalen Arbeitsplätzen. Druckereien, Papierhesteller, Holzindustrie, Buchhändler, Auto-, Transport- und Bauindustrie (u.a. der damit verbundene Straßenbau) etc. etc.. Nicht zuletzt gähnend leere Verlagshäuser. Da ist nicht mal Platz für ein Hausmeisterchen. Zu erwähnen wäre noch der beträchtliche Steuerausfall. Wer schafft Ersatz? Gut, ein paar Bürokräfte könnten bei den jeweiligen Arbeitsämtern den erhöhten Bedarf an Sachbearbeitern abdecken. Sozialarbeiter, Familientherapeuten und Psychologen dürften über Arbeit nicht klagen. Der Umwelt täte die Umstrukturierung gut. Den Umweltsubventionspartizipierern wohl nicht. Hier entfallen dann global die Arbeitsplätze auch. Ich sehe der nicht aufzuhaltenden Entwicklung in den nächsten Jahren gespannt entgegen. Wir werfen - wieder einmal - einen kleinen Stein ins Wasser und wundern uns über die Kreise.

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    Aus diesem Kommentar spricht die leider weit verbreitete Einstellung eine Veränderung als Bedrohung und nicht als Chance zu sehen. Die Geschichte zeigt doch, dass mit dem technischen Fortschritt die Lebensverhältnisse besser geworden sind.
    Wenn sich die Leute mit der ängstlichen Einstellung vor 7 Millionen Jahren durchgesetzt hätten würden wir heute noch in Höhlen leben und mit spitzen Steinen auf wilde Tiere einstechen.

    Aus diesem Kommentar spricht die leider weit verbreitete Einstellung eine Veränderung als Bedrohung und nicht als Chance zu sehen. Die Geschichte zeigt doch, dass mit dem technischen Fortschritt die Lebensverhältnisse besser geworden sind.
    Wenn sich die Leute mit der ängstlichen Einstellung vor 7 Millionen Jahren durchgesetzt hätten würden wir heute noch in Höhlen leben und mit spitzen Steinen auf wilde Tiere einstechen.

  3. Aus diesem Kommentar spricht die leider weit verbreitete Einstellung eine Veränderung als Bedrohung und nicht als Chance zu sehen. Die Geschichte zeigt doch, dass mit dem technischen Fortschritt die Lebensverhältnisse besser geworden sind.
    Wenn sich die Leute mit der ängstlichen Einstellung vor 7 Millionen Jahren durchgesetzt hätten würden wir heute noch in Höhlen leben und mit spitzen Steinen auf wilde Tiere einstechen.

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