Daniel J. Goldhagen Bitte keine Debatte!Seite 2/2
So sei schon mal etwas zu erreichen. Den Rest erledigt eine multinationale Truppe, die die Schurken bekämpft, ohne zu viele Opfer unter der unschuldigen Bevölkerung, falls es eine solche gibt. Freimütig räumt Goldhagen ein, dass Durchführungsschwierigkeiten zu erwarten seien, sein Konzept sei aber »immerhin besser als alle anderen«. Immerhin.
Machen wir es kurz: Dieses Buch ist schon überbewertet, wenn man auf seine immanenten Widersprüche eingeht. Genauso wenig ergibt es einen Sinn, gegen all das Selbstausgedachte einzuwenden, dass Interventionspolitik etwas ist, worüber Wissenschaftler unterschiedlichster Disziplinen intensiv arbeiten, dass das Konzept der »menschlichen Sicherheit« einen Paradigmenwechsel im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen eingeleitet hat, weil es bereits zur Intervention verpflichtet, wenn die Sicherheit der Bevölkerung eines Landes gefährdet ist, und dass nicht zuletzt seit 2002 ein Internationaler Strafgerichtshof in Den Haag existiert, der sich mit völkermörderischen Handlungen befasst.

Goldhagens Buch ist nicht nur uninformiert, es ist absurd. Sein Vorschlag läuft ja auf das hinaus, was er zu bekämpfen vorgibt: auf eine durch die Staatengemeinschaft nicht legitimierte Praxis der Eliminierung jener, die als Feinde definiert werden. Zur vorgeschlagenen Politik zählt auch die Abschaffung sowohl des staatlichen Gewaltmonopols wie der Feststellung von Schuld durch ein rechtsstaatliches Verfahren. »Solange der Krieg gegen die Menschheit andauert, ist das Töten der Täter ein defensiver Akt, der den Teil der Menschheit beschützt und bewahrt, der angegriffen oder unmittelbar gefährdet wird.« Das ist ein ungeheuerlicher Satz.
Wenn man noch erfährt, dass es die »Völker« sind und nicht die Staaten, denen Goldhagen Souveränität zuspricht, und liest, dass »mehr als die Hälfte der UN-Mitgliedstaaten Tyranneien (sind), die erhebliche oder ungeheure Verbrechen oder Menschenrechtsverletzungen an ihren eigenen Völkern verüben«, dann liest man in der Tat kein ernst zu nehmendes Buch. Das ist nun bitte nicht so zu verstehen, als bestehe Anlass für eine weitere Goldhagen-Debatte. Oder das Buch gefährlich zu finden. Neonazis wird es zu umständlich sein, wissenschaftlich ist es untauglich, und Informationen liefert es keine. Man kann es also einfach vergessen.
- Datum 19.10.2009 - 10:36 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 15.10.2009 Nr. 43
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Wenn ein Autor regelmässig so neben jedem ernstzunehmenden Diskurs schreibt - warum wird er nicht einfach ignoriert ?
Es gibt wichtigere Autoren, die es niemals in Feuilleton der ZEIT schafften.
Natürlich werde ich meine Zeit nicht dafür opfern, ein 600 seitiges Buch zu lesen. Doch ich bin davon überzeugt, dass uns eine öffentliche Debatte über dessen Thesen um einige Erkenntnisse bereicherte.
Seit längerem leidet die politische Debatte unter einem grundlegenden Missverständnis. Wir hören es gerne wenn die Politik, die Staatsführung, sich mit solch schönen Worten wie Frieden, Toleranz und Humanität beschreibt, ja wir glauben gar, Frieden, Toleranz und Humanität wären die Kennzeichen einer guten Staatsführung. Und dabei übersehen wir, was der Staat ist: Ein Gewaltmonopol. Der Staat besteht aus nichts als potentieller oder tatsächlicher Gewalt, aus Zwang. Der Staat ist nie schön, schöne Worte über Politik sind Heuchelei. Der Staat und das Politische ist für das Schmutzige dar und zur reinen Wohltat ohne gleichzeitigen Zwang nie fähig. Je mehr wir uns Euphemismen wie Frieden, Toleranz und Humanität täuschen, desto mehr verlieren wir unsere berechtigte Furcht vor jenen Strukturen erdrückender potentieller Gewalt, die sich hinter allen politischen Verhältnissen verbergen.
Zweitens: Der schmutzige Staat ist notwendig und auf seinem Wege erfolgreich. Paradoxer gilt nämlich, dass je größer die Gewalt ausfällt, zu der ein Staat fähig und willig ist, desto kleiner ist umgekehrt jene Gewalt, die auch tatsächlich eingesetzt wird. Ein starker Staat muss seine Gewalt selten einsetzen, weil es niemand wagt, sie herauszufordern. Ein schwacher Staat hingegen findet schnell Feinde. Si vis pacem para bellum, willst du Frieden, so rüste zum Krieg - das ist die erste Logik der Politik.
Diese zynische Wahrheit wird im Sonntagsredenpathos weggeheuchelt. Die politische Debatte opfert ihre Intelligenz dem Kitsch. Vielleicht kann dieses Buch uns wieder mehr Ehrlichkeit bringen. In unserem Lande sind es gerade Juden, die gegenüber der politischen Korrektheit ein gewisses Privileg genießen und genug Intellekt haben, dieses gewinnbringend in die Debatte einzubringen. Die Herren Broder und Wolffsohn sind da zu nennen, bald vielleicht wieder Herr Goldhagen.
>>...warum wird er nicht einfach ignoriert?<<
Weil er - leider - mit Vielem Recht hat. um das zu verstehen, braucht man kein so genannter Experte oder sonst etwas zu sein. Man braucht lediglich offene Augen und einen offenen Geist.
Völkermorde brechen nicht einfach aus wie ein Vulkan, dessen Magmakammer bis zum Bersten gefüllt ist, oder ein durch Blitzschlag entzündetes Buschfeuer in der autralischen Savanne. Mit einem Buschfeuer oder Waldbrand lässt sich Völkermord (und zwar sowohl Geno- als auch Demozid, der Mord an einer Bevölkerungsgruppe innerhalb der eigenen Ethnie) zwar schon vergleichen, aber nur mit einem durch gezielte Brandstiftung ausgelöste, bei der der Brandstifter genau diese verheerende Wirkung beabsichtigt hat.
Ohne gezielte propagandistische Vorbereitung geht so etwas selten ab; Geschrichten von einem unbändigen und spontanen Volkszorn halte ich für einen Mythos.
Und die Folgenlosigkeit für die Täter ermutigt diese, ist doch logisch, oder?
Dieser Satz aus dem Artikel
>>Der restliche Teil des Buches ist einem Vorschlag gewidmet, wie dieser Eliminationismus beseitigt, fast hätte ich geschrieben: ausgemerzt werden kann.<<
hat meines Erachtens einen Denunziatorischen Charakter, denn damit rückt er Goldhagens Wunsch, den Eliminationismus (oder vielmehr: die Eliminationismen, es gibt ja mehrere) zu beseitigen, also Bevölkerungsgruppen vor Ausrottung zu schützen, in die Nähe eben dieses Eliminationismus.
Natürlich werde ich meine Zeit nicht dafür opfern, ein 600 seitiges Buch zu lesen. Doch ich bin davon überzeugt, dass uns eine öffentliche Debatte über dessen Thesen um einige Erkenntnisse bereicherte.
Seit längerem leidet die politische Debatte unter einem grundlegenden Missverständnis. Wir hören es gerne wenn die Politik, die Staatsführung, sich mit solch schönen Worten wie Frieden, Toleranz und Humanität beschreibt, ja wir glauben gar, Frieden, Toleranz und Humanität wären die Kennzeichen einer guten Staatsführung. Und dabei übersehen wir, was der Staat ist: Ein Gewaltmonopol. Der Staat besteht aus nichts als potentieller oder tatsächlicher Gewalt, aus Zwang. Der Staat ist nie schön, schöne Worte über Politik sind Heuchelei. Der Staat und das Politische ist für das Schmutzige dar und zur reinen Wohltat ohne gleichzeitigen Zwang nie fähig. Je mehr wir uns Euphemismen wie Frieden, Toleranz und Humanität täuschen, desto mehr verlieren wir unsere berechtigte Furcht vor jenen Strukturen erdrückender potentieller Gewalt, die sich hinter allen politischen Verhältnissen verbergen.
Zweitens: Der schmutzige Staat ist notwendig und auf seinem Wege erfolgreich. Paradoxer gilt nämlich, dass je größer die Gewalt ausfällt, zu der ein Staat fähig und willig ist, desto kleiner ist umgekehrt jene Gewalt, die auch tatsächlich eingesetzt wird. Ein starker Staat muss seine Gewalt selten einsetzen, weil es niemand wagt, sie herauszufordern. Ein schwacher Staat hingegen findet schnell Feinde. Si vis pacem para bellum, willst du Frieden, so rüste zum Krieg - das ist die erste Logik der Politik.
Diese zynische Wahrheit wird im Sonntagsredenpathos weggeheuchelt. Die politische Debatte opfert ihre Intelligenz dem Kitsch. Vielleicht kann dieses Buch uns wieder mehr Ehrlichkeit bringen. In unserem Lande sind es gerade Juden, die gegenüber der politischen Korrektheit ein gewisses Privileg genießen und genug Intellekt haben, dieses gewinnbringend in die Debatte einzubringen. Die Herren Broder und Wolffsohn sind da zu nennen, bald vielleicht wieder Herr Goldhagen.
>>...warum wird er nicht einfach ignoriert?<<
Weil er - leider - mit Vielem Recht hat. um das zu verstehen, braucht man kein so genannter Experte oder sonst etwas zu sein. Man braucht lediglich offene Augen und einen offenen Geist.
Völkermorde brechen nicht einfach aus wie ein Vulkan, dessen Magmakammer bis zum Bersten gefüllt ist, oder ein durch Blitzschlag entzündetes Buschfeuer in der autralischen Savanne. Mit einem Buschfeuer oder Waldbrand lässt sich Völkermord (und zwar sowohl Geno- als auch Demozid, der Mord an einer Bevölkerungsgruppe innerhalb der eigenen Ethnie) zwar schon vergleichen, aber nur mit einem durch gezielte Brandstiftung ausgelöste, bei der der Brandstifter genau diese verheerende Wirkung beabsichtigt hat.
Ohne gezielte propagandistische Vorbereitung geht so etwas selten ab; Geschrichten von einem unbändigen und spontanen Volkszorn halte ich für einen Mythos.
Und die Folgenlosigkeit für die Täter ermutigt diese, ist doch logisch, oder?
Dieser Satz aus dem Artikel
>>Der restliche Teil des Buches ist einem Vorschlag gewidmet, wie dieser Eliminationismus beseitigt, fast hätte ich geschrieben: ausgemerzt werden kann.<<
hat meines Erachtens einen Denunziatorischen Charakter, denn damit rückt er Goldhagens Wunsch, den Eliminationismus (oder vielmehr: die Eliminationismen, es gibt ja mehrere) zu beseitigen, also Bevölkerungsgruppen vor Ausrottung zu schützen, in die Nähe eben dieses Eliminationismus.
"Ein totalitäres Projekt wie der Nationalsozialismus erlegt seinen Anhängern andere moralische Verpflichtungen auf als etwa ein Rechtsstaat – weshalb das Töten hier zu einer moralischen Handlung werden konnte und seine Verweigerung zum abweichenden Verhalten."
Nein! Eben genau nicht. Ein Staat legt keine moralischen Verpflichtungen auf, sondern gibt Gesetze. Die Frage muss lauten, wie diese Gesetzgebung legitimiert ist, demokratisch oder nicht. Was der NS-Staat auferlegte, war niemals moralisch. Das Töten anderer Menschen kann nicht zu einer nmoralischen Handlung werden. Unrecht bleibt Unrecht! Darum sind die Menschenrechte auch unteilbar.
Letztlich wurzelt Moral nicht in der Existenz eines Staates. sondern z.B. im Mitleid (Schopenhauer).
ich habe selten einen so ressentimentgeladenen und kenntnisarmen artikel gelesen. von der unsäglichen bildunterschrift einmal abgesehen werden hier unkritisch die plumpen aburteilungen von 'hitlers willige vollstrecker' durch bestimmte historiker ("argumentativ schlicht", "methodisch fehlerhaft") als konsensueller befund ausgegeben, werden die thesen und aussagen dieses buchs völlig unzutreffend wiedergegeben (hat es der verfasser nicht gelesen, oder konnte er der "schlichten argumentation" nicht folgen?), um schließlich dem wissenschaftler gehässig einen "genieverdacht gegen sich selbst" zu unterstellen. was veranlasst den artikelschreiber zu dieser aneinanderreihung ignorant-herablassender verbalattacken? inwiefern beeinträchtigt denn bitteschön die feststellung der selbst von un-befürwortern kaum zu leugnenden tatsache, dass "mehr als die hälfte der un-mitgliedstaaten tyranneien sind", die seriosität der arbeit. und was soll in diesem zusammenhang das gespielt verschämte: "fast hätte ich geschrieben: ausgemerzt"? was sonst sollte man sich von völkermörderischen gesinnungen und und bestrebungen wünschen, als dass sie mit stumpf und stiel ausgemerzt werden? auf weitere untiefen und abwegigkeiten einzugehen täte diesem "absurd uniformierten" artikel zuviel ehre an. man sollte ihn "einfach vergessen".
ich habe selten einen so ressentimentgeladenen und kenntnisarmen artikel gelesen. von der unsäglichen bildunterschrift einmal abgesehen werden hier unkritisch die plumpen aburteilungen von 'hitlers willige vollstrecker' durch bestimmte historiker ("argumentativ schlicht", "methodisch fehlerhaft") als konsensueller befund ausgegeben, werden die thesen und aussagen dieses buchs völlig unzutreffend wiedergegeben (hat es der verfasser nicht gelesen, oder konnte er der "schlichten argumentation" nicht folgen?), um schließlich dem wissenschaftler gehässig einen "genieverdacht gegen sich selbst" zu unterstellen. was veranlasst den artikelschreiber zu dieser aneinanderreihung ignorant-herablassender verbalattacken? inwiefern beeinträchtigt denn bitteschön die feststellung der selbst von un-befürwortern kaum zu leugnenden tatsache, dass "mehr als die hälfte der un-mitgliedstaaten tyranneien sind", die seriosität der arbeit. und was soll in diesem zusammenhang das gespielt verschämte: "fast hätte ich geschrieben: ausgemerzt"? was sonst sollte man sich von völkermörderischen gesinnungen und und bestrebungen wünschen, als dass sie mit stumpf und stiel ausgemerzt werden? auf weitere untiefen und abwegigkeiten einzugehen täte diesem "absurd uniformierten" artikel zuviel ehre an. man sollte ihn "einfach vergessen".
Daniel Goldhagen wird eines Tages noch mal den Kopf schütteln über das was er da geschrieben hat. Rechtsstaat und Gewaltenteilung sperrt zumindest die menschlichen Grausamkeiten in einem sicheren Käfig.
Er sollte mal erst sich in Büchern vertiefen, besonders das dramatische 14. Jahrhundert in Europa, beschrieben von Barbara Tuchman: "Der ferne Spiegel."
In dieser Zeit konnte Mord und Totschlag jeden treffen, weil die Netze der staatlichen Ordnungsstrukturen zerrissen waren.
Ein Krieg ist nie rechtsstaatlich. Ein Krieg ist gerade jene kollektive Gewalt, die von den rechtsstaatlichen Regeln entkoppelt wurde, weil deren Beschränkungen den Sieg über einen annährend ebenbürtigen Feind vereiteln würden. Ist die Aussetzung der Rechtsstaatlichkeit nicht erforderlich, um den Sieg zu erringen, so spricht man nicht von Krieg, sondern von Staatsterror, jedenfalls von einem Verbrechen. Wird die staatliche Gewalt hingegen rechtsstaatlich ausgeübt, so spricht man von Zwangsvollstreckung.
Ein Krieg ist nie rechtsstaatlich. Ein Krieg ist gerade jene kollektive Gewalt, die von den rechtsstaatlichen Regeln entkoppelt wurde, weil deren Beschränkungen den Sieg über einen annährend ebenbürtigen Feind vereiteln würden. Ist die Aussetzung der Rechtsstaatlichkeit nicht erforderlich, um den Sieg zu erringen, so spricht man nicht von Krieg, sondern von Staatsterror, jedenfalls von einem Verbrechen. Wird die staatliche Gewalt hingegen rechtsstaatlich ausgeübt, so spricht man von Zwangsvollstreckung.
Liebe ZEIT-Online-Redaktion,
warum »Der jüdische Schriftsteller«, wenn es ein einfaches »Der Schriftsteller« (oder, wie sonst üblich, mit Angabe der Staatsangehörigkeit: »Der US-amerikanische Schriftsteller«) auch getan hätte? Zumal die Religionszugehörigkeit des Autors mit dem Inhalt des vorliegenden Artikels nicht das Geringste zu tun hat.
Fragt & dankt ggf. schon im Voraus für die Korrektur
Ihr M.
Genau das habe ich mir auch gedacht.
Genau das habe ich mir auch gedacht.
Daniel Goldhagen, Sie behaupten dass seine "wissenschaftliche Karriere beendet war".
Wirklich?
Weil Ihnen sein erstes Buch misfallen hat? Weil Sie was in Wikipedia oder bei der UNO usw gefunden haben, dass Sie auf diesen Gedanken gebracht hat?
Ich bin ueberzeugt vom Gegenteil, nicht nur als jemand der alles miterlebt hat. Dort wo es geschehen ist.
Sie waren auch dabei? Koennen Sie sich an die Kristallnacht erinnern?
Ich kann mir gut vorstellen, dass mehr als 90% der Zeitleser hier, nicht dabei gewesen sind, nicht Hitler's willige Vollstrecken gewesen sind, ganz einfach weil sie damals nicht am Leben waren. Wie wohl/sogar auch Sie, nein?
Nun, nachdem ich diesen Artikel gelesen habe, kommt es mir jedoch vor als ob Sie in den Schuhen dieser Leute stehen wollen (nicht muessen), die sich mit grosser Lust, Kraft durch/mit Freude beteiligt hatten. Na ja, gut. Wie man sagt: Man traegt den Schuh, der passt.
Mit Recht wird oft die Frage gestellt, warum macht man nicht Schluss mit solchen Beitraegen. Wenn einem ein Autor widerlich ist, kann man sich weigern, sein Buch zu kaufen.
Wichtiger, man muss sich fragen, warum man Ihnen, Herr Waelzer, ihrem unendlich langem Unsinn die Buehne zur Verfuegung stellt. Dort/hier wo man Nachrichten und Meinungen erwartet, o h n e U e b e r t r e i b u n g.
Es waere interessant zu erfahren, was Sie so sehr stoert: Der Autor/seine Laufbahn und wer er ist? Oder das Thema, das sein Buch anspricht?
Ich glaube, ich kenne die Antwort.
Genau das habe ich mir auch gedacht.
Vielen Dank Herr Prof. Dr. Welzer,
ich freue mich über einen schönen 'span' Ihrer Auffassung
zum Umgang mit Autoren, die als direkt betroffene Ihres wissenschftl.
Arbeitsthemas schreiben.
Nun scheinen sich da die Themenbereiche zu überschneiden. Ja, zumindest kann man thematisch von einer gemeinsamen Schnittmenge sprechen, gell? Aber die Diskreditierung aus dem Elfenbeinturm scheint mir noch nicht plausibel. Welche Stimmen sprechen Hr. Dr. Goldhagen, ausser Ihrer, den Status eines Wissenschaftlers ab? Sie dürften schön feuchte Hände bekommen, ihm, einen 'fast' gestanden Harvardianer in 2. Generation, gegenüberzustehen. Die Kulturhauptstadt Essen - damals "Waffenschmiede des Deutschen Reiches" heute sogar noch "Die Einkaufsstadt" bringt mit Ihrem Institut für Täterforschung gerade einen Bruchteil seines Forschungsetats auf, wenn er Muße zur spröden wissenschftl. Arbeit hat und auch lehrt.
Danke jedenfalls noch einmal für eine Hilfestellung zur Einschätzung Ihrer Mentalität, und darauf, dass Sie mir dieses Buch, "Worse Than War" so warm nahegelegt haben zu lesen.
Gruß aus Darmstadt,
D. Schindler
Zwar fragen sich auch heute noch zu Beginn des 21. Jahrhunderts hin und wieder Wissenschaftler, inwieweit ihre Erkenntnisse bereits diffundiert sind. Wegen der mithin langen Zeitdistanzen von mehreren hundert Jahren, die jegliche menschliche Lebenserwartung längstens überrunden, entfällt indes eine solche Frage augenblicklich; außer man schimpft sich als einer der Theologen: Ihnen ist es stets ohne weiteres gesellschaftlich zweifelsfrei zugestanden, Mission als Leben zu begreifen, wie heute laut einer Tageszeitung Benedikt XVI. feststellte. Somit bleibt es müßig, nicht nur Veröffentlichungen Goldhagen'scher Provinienz umgehend zu zitieren.
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