Wirtschaftskrise Nobelpreisträger Stiglitz warnt vor zu schnellem Schuldenabbau
Europas Regierungen sollten vorerst weiter Schulden machen, rät der Ökonom Joseph Stiglitz im Gespräch mit der ZEIT. Allerdings sollten sie das Geld besser investieren.
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"Das Wachstum ist nicht robust genug" - Der amerikanische Ökonom Joseph Stiglitz plädiert vorerst für weitere Schulden
Der amerikanische Ökonom und Nobelpreisträger Joseph Stiglitz warnt Europas Regierungen davor, zu früh nach der Krise die Staatskassen zu sanieren. »Wir sind noch nicht bereit für den Ausstieg aus der Schuldenpolitik«, sagte Stiglitz am Wochenende der ZEIT. Obwohl die Wirtschaft in vielen Ländern bald wieder wachsen dürfte, fürchtet der Nobelpreisträger: »Dieses Wachstum ist nicht robust genug, um auch die Arbeitslosigkeit zu senken.«
Also lieber weiter Schulden machen, rät der Professor, aber das Geld solle in sogenannte »smarte Investments« fließen. Das könnten Umwelttechnologien sein. »Wir wissen, dass dort ein enormer Kapitalbedarf etwa für Forschung und Entwicklung besteht.« Ein weiteres Argument für mehr Schulden sieht Stiglitz darin, dass sie derzeit nicht viel kosten: Die Zinsen sind auf einem historischen Tiefstand.
Anfang nächster Woche wollen die EU-Finanzminister in Luxemburg erneut über einen koordinierten Ausstieg aus der Haushaltsverschuldung beraten. Die EU-Kommission hat gerade ein sogenanntes Defizitverfahren gegen Deutschland und acht weitere Mitgliedsstaaten eingeleitet, weil deren Neuschulden 2009 wohl mehr als drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts betragen. Auf ein früheres Defizitverfahren hatte Deutschland mit der Erhöhung der Mehrwertsteuer reagiert.
- Datum 14.10.2009 - 16:49 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 15.10.2009 Nr. 43
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...die Formulierungen der Defizitbeschränkungen weit starrer sind, als die Dynamiken der Wirtschaft nahe legen würden. Politik muss handlungsfähig sein, wenn Gefahr droht. Dennoch kann eine Regierung Regeln und Gesetze immer wieder brechen, nur weil sie dumm sind, wenn der Staat legitim bleiben will. Da ist es besser schlechtes Gesetz zu ändern.
Joseph Stiglitz macht wohl Witze; an Abbau ist überhaupt nicht zu denken. Unsere Neuverschuldung ist mit 36,8 Milliarden um rund 18 Milliarden höher als eigentlich geplant.
Wir schaffen es ja nicht einmal, den Zuwachs an Schulden zu reduzieren oder gar auf Null zu bringen.
Jetzt sparen hiesse eine Katastrophe herbeiführen, schlimmer als die von 1929, wo man auch sparte. Man hat sich seit der Aufhebung der Umtauschparität Gold/Dollar durch Nixon in einen Schuldenkreislauf begeben, aus dem man nicht herauskommt und wohl auch nicht herauskommen wird - wie denn auch. Ich frage mich, ob das nicht zur Normalität wird, ob wir das Ganze nicht mit antiquierten Vorstellungen sehen. Denn die Welt ist so reich wie nie, Produkte können à volonté hergestellt werden. Nur die gerechte Verteilung klappt noch nicht.
Ein Schuldenabbau wäre ja gar nicht nötig, es würde eigentlich reichen die Neuverschuldung zu stoppen.
Andererseits wären zusätzliche, richtig investierte Schulden möglicherweise besser als einfach nur sparen. Schulden aufnehmen und z.B. in bessere Bildung zu investieren könnte vielleicht gar nicht schaden.
Er hat voll kommen recht.
Deutschland hat immer noch wenigste verschuldung gegenüber USA und JAPAN ENGLAND oder FRANKREICH.
Wenn das verschuldung problem explodiert so oder so werden wir leiden.
So wie wirschaftkrisse was wir zu zeit leben.
irgend wann die nexte 10 jahre werden USA wegen verschuldung probleme haben erste zeichen ist Dollar schwäche.
Falls das zutrifft leidet wieder welt wirtschaft.
Kein fall auf bremse zu treten.
Verschuldungen für Bildung von Jugendliche und Umwelttechnologien investieren
Kann nicht wenigstens die ZEIT es unterlassen, den "Preis für Wirtschaftswissenschaften der schwedischen Reichsbank in Gedenken an Alfred Nobel" Wirtschaftsnobelpreis zu nennen?
Wirtschaft gab es auch schon zu Alfred Nobels Zeiten, die Tatsache dass Alfred Nobel keinen Nobelpreis für Wirtschaft vorgesehen hat darf man also getrost so deuten, dass er einfach keinen Nobelpreis für Wirtschaft vergeben wollte. Nobel würde sich im Grab umdrehen wenn er wüsste, dass sein Name und das enorme Ansehen der Marke "Nobelpreis" heutzutage missbraucht wird, um von irgendwelchen BWLern/VWLern aufgestellten Thesen den Anschein einer grossen Erkenntnis und ununstösslichen Wahrheit zu verpassen.
Das Schlimme ist: Es funktioniert! Kein Schwein würde sich für den Mann und seine Thesen interessieren, wenn man wahrheitsgemäss schreiben würde, dass ihm letztlich bloss irgendeine Bank irgendeinen Preis verliehen hat, der genauso gut "Sparkasse-Preis 2009" heissen könnte. Auch ein Film wie "A beautiful mind" würde ebenfalls nicht funktionieren, wenn man den Zuschauern klar machen würde dass der Hauptdarsteller keineswegs einen Nobelpreis gewonnen hat.
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