Stimmt's? Haustiere auf dem Speiseplan

"Stimmt es, dass die Schweizer Hundefleisch essen?", fragt Andrea Siebenhofer aus Graz

Haustier oder Hausmannskost? Die Abneigung gegen Hundefleisch hat rein kulturelle Gründe

Haustier oder Hausmannskost? Die Abneigung gegen Hundefleisch hat rein kulturelle Gründe

»Die« Schweizer essen sicherlich ebenso wenig Hunde wie »die« Deutschen. Aber die Schweiz gehört zu den wenigen Ländern auf der Welt, in denen der Verzehr von Hunden (und Katzen) nicht ausdrücklich verboten ist. Lediglich den Handel mit dem Fleisch untersagt das Gesetz.

Immer wieder tauchen in den Schweizer Medien Geschichten von Hundefleischliebhabern auf, vor allem aus entlegeneren Gegenden wie dem Kanton Appenzell. Die Boulevardzeitung Blick gruselt ihre Leser alle Jahre wieder mit Geschichten von Bauern, die ihre Hunde zu Gulasch verarbeiten und dabei genüsslich die Rezepte ausbreiten. Doch all das sind Einzelfälle, es handelt sich nicht um ein Schweizer Massenphänomen.

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Abgesehen davon: Die Abneigung gegen Hunde- und Katzenfleisch hat rein kulturelle Gründe, in manchen Gegenden von China und Korea ist der Verzehr der Vierbeiner durchaus üblich. Für die meisten Europäer sind die Tiere Familienmitglieder, und entsprechend grausig finden sie diese kulinarische Praxis. Ähnlich denken übrigens viele Amerikaner über den Verzehr von Pferdefleisch bei uns.

Die Adressen für »Stimmt’s«-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg, oder stimmts@zeit.de

Diesen Artikel finden Sie als Audiodatei im Premiumbereich unter www.zeit.de/audio

 
Leser-Kommentare
  1. warum wir kein Hundefleisch verzehren, dürfte doch wohl sein, dass es sich bei Hunden um Carnivoren handelt. Ihrer Argumentation folgend (Hund-Schnuckelfaktor) dürften wir uns nicht ekeln, Wolfsfleisch zu verzehren.

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    • m.eg
    • 18.10.2009 um 21:04 Uhr

    Daran allein kann es nicht liegen.
    Meerschweinchen zum Beispiel sind Herbivore. Auch wenn diese in einigen Kulturkreisen ganz gerne mal gegessen werden, stößt das bei uns doch eher auf Ablehnung bis hin zu Ekelgefühlen. Dasselbe gilt für Kaninchen, Hamster (gut - an denen ist nicht genug dran um satt zu werden; das lasse ich mal ganz kurz außen vor) und ähnlich puscheliges Kleinzeug.

    Krokodile und Haie hingegen sind ebenso Carnivore und werden von uns skrupellos verspeist.
    Ich denke, dass am "Kuschelfaktor" doch etwas mehr dran sein könnte, als man denkt.

    • m.eg
    • 18.10.2009 um 21:04 Uhr

    Daran allein kann es nicht liegen.
    Meerschweinchen zum Beispiel sind Herbivore. Auch wenn diese in einigen Kulturkreisen ganz gerne mal gegessen werden, stößt das bei uns doch eher auf Ablehnung bis hin zu Ekelgefühlen. Dasselbe gilt für Kaninchen, Hamster (gut - an denen ist nicht genug dran um satt zu werden; das lasse ich mal ganz kurz außen vor) und ähnlich puscheliges Kleinzeug.

    Krokodile und Haie hingegen sind ebenso Carnivore und werden von uns skrupellos verspeist.
    Ich denke, dass am "Kuschelfaktor" doch etwas mehr dran sein könnte, als man denkt.

  2. Einige Schweizer essen Hunde.

    Es ist schon länger bekannt, dass in machen Gegenden der Schweiz Hundefett produziert und gegessen wird. Nur darüber wird nicht gern geredet.

    Auch "auf den Hund gekommen".

    • m.eg
    • 18.10.2009 um 21:04 Uhr

    Daran allein kann es nicht liegen.
    Meerschweinchen zum Beispiel sind Herbivore. Auch wenn diese in einigen Kulturkreisen ganz gerne mal gegessen werden, stößt das bei uns doch eher auf Ablehnung bis hin zu Ekelgefühlen. Dasselbe gilt für Kaninchen, Hamster (gut - an denen ist nicht genug dran um satt zu werden; das lasse ich mal ganz kurz außen vor) und ähnlich puscheliges Kleinzeug.

    Krokodile und Haie hingegen sind ebenso Carnivore und werden von uns skrupellos verspeist.
    Ich denke, dass am "Kuschelfaktor" doch etwas mehr dran sein könnte, als man denkt.

    Antwort auf "Der wirkliche Grund"
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    bei uns verspeisst würden, wäre mir jetzt neu, Kaninchen dagegen ja durchaus. Das Carnivorentabu betrifft aber nur landlebende Tiere. Raubfische (Hecht, Zander, sogar Forellen, und nat. auch Haie) werden schließlich weithin verspeist.

    bei uns verspeisst würden, wäre mir jetzt neu, Kaninchen dagegen ja durchaus. Das Carnivorentabu betrifft aber nur landlebende Tiere. Raubfische (Hecht, Zander, sogar Forellen, und nat. auch Haie) werden schließlich weithin verspeist.

  3. bei uns verspeisst würden, wäre mir jetzt neu, Kaninchen dagegen ja durchaus. Das Carnivorentabu betrifft aber nur landlebende Tiere. Raubfische (Hecht, Zander, sogar Forellen, und nat. auch Haie) werden schließlich weithin verspeist.

    Antwort auf "Valide These, aber.."
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    der Alligator. Wird übrigens in afrikanischen Gaststätten zum Verzehr feilgeboten.

    Übrigens wird Hundefleisch, als Suppe genossen, in asiatischen Ländern als TBC-Heilmittel eingesetzt. Und gab es da nicht eine Episode mit dem Lieblingshund von James Cook, der zur Stärkung des jenigen verkocht wurde?

    der Alligator. Wird übrigens in afrikanischen Gaststätten zum Verzehr feilgeboten.

    Übrigens wird Hundefleisch, als Suppe genossen, in asiatischen Ländern als TBC-Heilmittel eingesetzt. Und gab es da nicht eine Episode mit dem Lieblingshund von James Cook, der zur Stärkung des jenigen verkocht wurde?

  4. Es muss so um 1870 gewesen sein - jeden Monat Schnee bis in die Niederungen (Vulanausbruch in Indonesien?), kaum bis keine Ernte - und grosse Teile der Schweiz wurden zum Armenhaus von Europa! Mir wurde mal früher erzählt, dass deshalb in gewissen gegenden (Apenzell?) man in dieser Not auch den Hunden ans Fleisch ging.
    Deshalb spottet man hier auch mal über eine solche Gegend noch heute mit "Hundefresser". Aber global wird der Mensch in der Not sogar zum Kanibalen, wie die Geschichte eines Flugzeugabsturzes in den Anden beschreibt.

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    Haben die Deutschen nach den Krieg Katzen unter der Bezeichnung "Dachhase" gegessen? Es vergesse niemand, dass die Menschen in entlegenen Tälern z.B. im Oberwallis noch Anfang letztes Jahrhundert im Winter gehungert haben. Oh, Wunder, es sind nicht alle Schweizer per Geburt reich? Entlegen bedeutet also nicht "hinterwäldlerisch", sondern "wirtschaftlich wenig ertragreich".

    Haben die Deutschen nach den Krieg Katzen unter der Bezeichnung "Dachhase" gegessen? Es vergesse niemand, dass die Menschen in entlegenen Tälern z.B. im Oberwallis noch Anfang letztes Jahrhundert im Winter gehungert haben. Oh, Wunder, es sind nicht alle Schweizer per Geburt reich? Entlegen bedeutet also nicht "hinterwäldlerisch", sondern "wirtschaftlich wenig ertragreich".

  5. Dass die Koreaner Hunde sogar als Delikatesse betrachten, haben auch arabische Gebiete erfahren müssen, in denen koreanische Firmen mit ihren Arbeitern Grossaufträge vor-Ort abarbeiteten: in diesen Gegenden verschwanden die wilden Dingo-Hunde ...

  6. Haben die Deutschen nach den Krieg Katzen unter der Bezeichnung "Dachhase" gegessen? Es vergesse niemand, dass die Menschen in entlegenen Tälern z.B. im Oberwallis noch Anfang letztes Jahrhundert im Winter gehungert haben. Oh, Wunder, es sind nicht alle Schweizer per Geburt reich? Entlegen bedeutet also nicht "hinterwäldlerisch", sondern "wirtschaftlich wenig ertragreich".

    Antwort auf "In der Not ....frass"
  7. Man hat den Käse des Sommers Winters in einem Topf geschmolzen und Brot eingetaucht, deshalb kommen nur Auswärtige auf die Idee Fondue im Sommer zu essen.

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