Roger Willemsen fragt "Geister haben dieselben Bedürfnisse wie Menschen"

Marisa Cranfill, Amerikanerin und Geschäfsfrau, lebt in Bangkok. Sie arbeitet an einer wissenschaftlichen Abhandlung über Geisterglauben in Thailand.

ZEITmagazin: Was ist ein Geisterhaus?

Marisa Cranfill: Es ist ein Miniaturhaus mit Statuetten und Opfergaben, ein Zuhause der Geister, die auf einer Parzelle leben und sie schützen.

Anzeige

ZEITmagazin: Was bin ich ihnen schuldig?

Cranfill: Sie haben sie zu respektieren. Sie sollten sie wissen lassen, dass Sie Gäste haben oder dass Ihre Tochter heiraten wird.

ZEITmagazin: Wie teile ich das mit?

Cranfill: Man erklärt es im Gebet, opfert, spendet Symbole der Verbundenheit.

ZEITmagazin: Reagieren die Geister anders, ob ich ihnen eine Banane bringe oder eine Diät-Cola?

Cranfill: Nicht unbedingt. Am besten ist, Sie wählen, was die Elemente repräsentiert: Feuer, Rauch, Flüssigkeit und Blumen oder auch Essen.

ZEITmagazin: Die Geister klingen ganz vernünftig.

Cranfill: Sie haben dieselben Bedürfnisse wie Menschen, die ja auch personifizierte Geister sind.

ZEITmagazin: Haben Banken Geisterhäuser?

Cranfill: Natürlich. Die Geister schützen die Geschäfte oder helfen dabei, sie ins Haus zu bringen.

ZEITmagazin: Stellen die Geister in einer Bankenkrise höhere Ansprüche?

Cranfill: Sie sollten ihnen viele Gaben bringen, je mehr, desto besser.

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

    Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

    Service