Spielzeugdesign Nun spielt mal schön!Seite 4/4
Hans Mogel bekennt sich ebenfalls zu solchen Fehlkäufen: "Das gibt’s. Hab ich auch schon gemacht. Auch ein Wissenschaftler, der es besser wissen müsste, kauft manchmal den größten Blödsinn." Er kann allerdings noch eine beruhigende Erfahrung beisteuern, eine Entwarnung: "Ein Kind, das mal ein falsches Spielzeug bekommen hat, irgend so einen Quatsch – davon wird ein Kind noch nicht neurotisch."
In meiner Kindheit habe ich auch mit so manchem Schrott gespielt. "Ich auch", sagt Professor Mogel. "Und ich lebe immer noch und fühle mich gar nicht so schlecht." Bei der Auswahl von Spielzeug, sagt er, "macht man keinen Fehler, wenn man einfach nach dem eigenen Gefühl geht. Nach dem eigenen Gefühl für Ästhetik und dafür, wie Kinder das Design empfinden könnten."
Designerspielzeug, das auch den Eltern gefällt, habe sogar einen ganz besonderen pädagogischen Wert. "Es ist sehr wichtig, dass Kinder gemeinsam mit ihren Eltern spielen", sagt Mogel. Deswegen seien die Vorlieben der Eltern nicht nur wichtig, sondern "gleichberechtigt": "Sonst kommt es so weit, dass wir Erwachsenen nicht mehr die Kinder erziehen, sondern sie uns."
Insgesamt sind es drei gute Nachrichten, an die man beim nächsten Gang ins Spielwarengeschäft denken sollte: Spielzeug muss keineswegs potthässlich sein. Es muss auch nicht unbedingt hinreißend schön sein. Darf es aber ruhig!
- Datum 21.10.2009 - 18:04 Uhr
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- Quelle ZEITmagazin Nr. 44, 22.10.2009
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