E-Book Wer hat Angst vorm Elektrobuch?Seite 2/2

Um den Giganten Amazon, Hugendubel, Libri oder Bertelsmann den Weg zum Monopol noch weiter frei zu räumen, wird hierzulande hartnäckig das Märchen erzählt, dass die schlechte Literatur sicher bald in E-Books erfolgreich sein werde, gute Literatur dagegen auch künftig nur im Print funktioniere. Warum sollte das so kommen? Sicher, die Tagebücher Kafkas werden nicht gerade das E-Book sein, das auf dem Schulhof gedealt wird. Aber das Mobiltelefon wird auch nicht nur von Kindern benutzt. Und nicht nur dumme Menschen besitzen ein iPhone.

Auch Digitalisierungsgegner gestehen mittlerweile zu, dass die Digitalisierung zu neuen Literaturformen führen könnte, mit integrierten Audiokommentaren, Musik oder Animationen. Doch noch gilt der Gemeinplatz, wonach gute Literatur immer und ausschließlich im Buch gekauft wird. Mal sehen, wie lange noch. Denn die Moderne hat uns stets Überraschungen präsentiert. In welchem Medium also in Zukunft Literatur beheimatet ist, steht noch nicht fest.

 
Leser-Kommentare
  1. Das von Ihnen erwähnte Format, das mit Amazons/Kindles mobipocket Format konkurriert, heisst "epub" und nicht "ebup"..

  2. 2.

    Ich gehöre zu der Minderheit, die gerne auch digitale Güter kaufen. So zB Musik, fast nur noch digital. Man hört ja doch nicht mehr auf dem CD-Spieler sondern über Mediaplayer. iTunes und Amazon MP3 sind hier sehr gute Anbieter. (Wobei man bei Amazon auch auf das AAC Format wechseln sollte, die Qualität spricht für sich.)

    Auch bei Büchern kann ich mir das sehr gut vorstellen, vor allem bei Unterhaltungslektüre. Aber wie oben genannt wäre es noch besser, wenn es Farbe und Animationen geben würde. Das würde den Lesespaß ungemein erhöhen. So zB Herr der Ringe mit einer animierten Karte von Mittelerde versehen.

    Wenn es sich um Fachlektüre handelt, dann seh ich die althergebrachten Bücher nicht in Gefahr. Denn hier muss man sehr oft vor und zurück blättern, was mit einem digitalen Reader mühselig ist. Ich würde hier aber gerne Kombiangebote sehen. Das Buch plus die Berechtigung das Buch auch digital dazu zu bekommen.
    So hätte man einen Überblick immer dabei und für intensive Nachforschungen die Printversion.

    Ich hoffe diese Form von Lesegeräte wie ich sie mir vorstelle wird kommen. Angefangen vielleicht mit Apples Tablet? Das Nook bringt ja schon etwas Farbe ins Spiel http://www.barnesandnoble...

    • itac
    • 25.10.2009 um 14:15 Uhr

    nächste woche werde ich authentisch über die nutzung des elektrobuchs berichten können. solange dauert es nämlich, bis mein lesegerät vom grossen online versender aus den usa bei mir ankommt.
    mein erstes digitalisierungsopfer im print-bereich wird allerdings nicht ein roman oder fachbuch sein, sondern mein zeitungsabo einer süddeutschen überregionalen tageszeitung. zukünftig werde ich ein hessisches produkt um 1 uhr nachts geliefert bekommen und muss nach dem lesen kein papier mehr entsorgen. ausserdem erreicht mich die wochendausgabe auch dann, wenn ich gar nicht zu hause bin.
    auf die häufig angesprochene "haptik" von papier kann (muss) ich im beruflichen bereich bereits seit langem vezichten. bei einem "schnellebigen" produkt wie einer tageszeitung fällt mir das noch leichter.
    ich freue mich schon, wenn zumindest neuerscheinungen von büchern auch elektronisch erscheinen. ich muss diese, nachdem ich sie gelesen habe, nicht wie trophäen im bücherschrank stehen haben. es genügt (mir), auf deren inhalt zugreifen zu können. ich drucke meine digitalphotos auch nicht aus oder brauche für meine musik cds.
    meine wohnung wird nicht mehr von bücherregalen regiert werden und die bücher, die in meinem bücherschrank dann noch stehen, gehören für mich dann wirklich auf papier.
    grüsse itac

    • Lodda
    • 25.10.2009 um 14:52 Uhr

    "Konkurrenzkämpfe und kulturelle Vorurteile verhindern, dass das E-Book sich in Deutschland durchsetzt."

    Wie wäre es stattdessen mit: "Unausgereifte technische Umsetzung, überzogene Preise für Reader und digitalisierte Texte sowie eine zum Teil massive Kundengängelung verhindern, dass das E-Book sich in Deutschland durchsetzt"? Konkurrenzkämpfe und Vorurteile allein sind hier ganz sicher NICHT die einzige Antwort.

  3. sind natürlich gleich, wenn die gleichen Kriterien angelegt werden. Mit der Serie aus Hardcover, Taschenbuchauflage und Hörbuch läßt sich aber trefflich verdienen. Dennoch: Das E-book muss günstiger sein als das Taschenbuch: Man kann es weder weiter verkaufen noch ausleihen, eventuell nicht einmal archivieren oder auf fremde Geräte übertragen. Wer soviel gängelt, soll den Preis auf eine Leihgebühr begrenzen - oder sich nicht wundern, dass niemand seine Texte haben will. Im übrigen eine Chance für unbekannte Autoren. Neue Publikationsformen können sich ähnlich wie im Web herausbilden und den Schleusenwärter Verlag und Buchhandel überwinden.

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