"Die Päpstin" Kein Sex unter SoutanenSeite 2/2

Und so klar sich dieser Film auf die Seite seiner heimlich rebellierenden Heldin schlägt, die wahre Subversion ist nicht der weibliche Pontifex maximus. Das utopische Bild ist vielmehr der dicke, rosige, verschmitzte, sinnenfrohe, rampensäuische John Goodman in der Rolle von Papst Sergius II. Goodmans Kurzauftritt ist der Triumph der Spiellust über die Fadheit des Europuddings, der beiläufige Sieg amerikanischen Entertainments über die deutsche Mittelalter-Piefigkeit: Fred Feuerstein als Papst. Da ragt dann – um im Bild zu bleiben – aus dem Dinkelbrei wenigstens für einen einzigen kurzen Moment ein feister, fettglänzender Schweinefuß.

 
Leser-Kommentare
  1. Maisbrei, Fr. Nicodemus, die Autorin schreibt (in der deutschen Übersetzung) von Maisbrei. Viel weiter bin ich beim Lesen des Romans nicht gekommen. Im Dekor ihrer Geschichte schmiß Woolfolk Cross nach "sorgfältiger Recherche" in ihrer Schmonzette lässig mehrere Jahrhunderte Mittelalter (und darüber hinaus) durcheinander um billige Klischees durchzuhecheln. Welche Chancen hatte da Wortmann?
    Die jahrhundertealte Legende der Päpstin hätte besseren, freieren Stoff abgegeben als die Romanvorlage.

    • macdoc
    • 22.10.2009 um 17:31 Uhr

    ... ich verstehe die gewählte Überschrift dieses Artikels nicht so recht. Hat sie doch mit dem Artikel absolut nichts zu tun (außer, dass dieser Kurzsatz genau einmal(!) zu lesen ist, quasi als Aufzählung, ohne jede weitere Erklärung...).
    Oder sollte hier mit den gleichen Mitteln, die dem Film zum Vorwurf gemacht werden, dass nämlich dieser "filmischer Dinkelbrei" oberflächlich sei und mit klischeehaften Bildern arbeite, auch in diesem Artikel gearbeitet worden sein?
    Eine plakative Überschrift, die den potentiellen Leser anlocken soll wie das Licht die Motten. Um damit in der "Leserhitparade" der "Meistgelesen" Artikel ganz weit oben zu landen?!

    Sie machen in Ihrem Artikel genau das, was sie Herrn Wortmann bei seinem Film vorwerfen!
    Sex sells ;-)

  2. Was soll denn Kino? Anrühren ohne rührselig zu sein etwa. Eine nette Story erzählen, schöne Bilder, die man entspannt, gelassen und unterhaltsam ansieht. Dabei exzellente schauspielerische Leistungen empfängt wie die von der Wokalek. Und die Botschaft, dass radikalster Feminismus in dier Irre führt, weil zu viel eben zu viel ist. Das alles bot der Film. Dagegen will Frau N. zwar Hollywood like Goodman, aber doch Programmkino wie Schlöndorff. Welch Widerspruch. Soll Mittelalter mit gelackten Kunstpersonen im Science-Fiction- oder Trotta-Faßbinder-Milieu daherkommen? Mittelalter sieht eben aus wie Mittelalter, Frau N. Kenn Sie den Begriff der heiteren Melancholie? Die hatte der Film und das allein macht ihn großartig. Wahrscheinlich loben Sie den seichten "trendy" Schnodderschwachsinn der Keinohrtiere des gesichtslosen Nuschlers Schweiger in den Himmel...

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