Unter "Carsoning" versteht man, dass ein Showmaster, Moderator oder Conférencier einen sehr schlechten Witz oder einen besonders niveaulosen Kalauer erzählt. Während des Erzählens gibt der Sprecher zu verstehen, dass ihm die mindere Qualität seines Witzes durchaus bewusst ist, er verzieht schmerzlich das Gesicht und macht entschuldigende Gesten. Er distanziert sich sozusagen von sich selber und bittet, nonverbal, um Entschuldigung, weil er einen besseren Witz halt leider nicht zur Verfügung hat, but the show must go on. Dadurch wird fast jeder Witz, so mies er auch sein mag, erträglich.

Diese raffinierte Vortragstechnik hat der Amerikaner Johnny Carson perfekt beherrscht, in Deutschland lässt sich das Carsoning häufig bei Harald Schmidt , Stefan Raab oder Oliver Pocher beobachten. Auch Hellmuth Karasek habe ich schon carsoningen gesehen. Wenn man aber darauf hinweisen will, dass zwei Menschen der gleichen "Rasse" angehören, dieses politisch problematische Wort aber vermeiden möchte, kann man das politisch korrekte Wort "Morphotyp" nehmen. Beispiel: "Als ich", carsoningte er, "die mir von Freunden empfohlene Fußpflegerin Gretel Palukat zum ersten Mal aufsuchte, war ich nicht wenig überrascht, denn Gretel Palukat gehört zum gleichen Morphotyp wie Mao Tse-tung."

Der Sprecher weiß nicht genau, ob Frau Palukat chinesischen oder japanischen oder sonstigen Ursprungs ist, er kann aber, falls er korrekt sein möchte, nicht gut das Wort "Asiatin" verwenden, denn womöglich leben die Palukats schon seit dem Koreakrieg in Deutschland und haben mit Asien nichts mehr am Hut. Ausweg: das Wort "Morphotyp".

Pharmakogenomik heißt die Wissenschaft, die sich mit den unterschiedlichen Auswirkungen von Medikamenten auf Menschen verschiedenen Morphotyps beschäftigt, es gibt da nämlich Unterschiede. Ein "Rant", ausgesprochen "Ränt", ist dagegen etwas Ähnliches wie eine Polemik, also eine emotional gefärbte, temperamentvolle und nicht um Abwägung oder Fairness sich bemühende Meinungsäußerung. "Wer das Wort Rasse verwendet, muss, selbst beim Carsoning, mit einem Rant rechnen, besser, man sagt Morphotyp."

Unter dem "Rebecca-Syndrom" versteht man die rückblickende Überhöhung oder sogar Idealisierung eines ehemaligen Mitglieds einer Gruppe. Die Nachfolger werden abgewertet, oft auf eine unsachliche oder unfaire Weise. Das Wort geht auf den Hitchcock-Film Rebecca zurück, in dem ein Mann unter dem Bann seiner Exfrau steht. "Die SPD leidet seit dem Tod von Willy Brandt unter dem Rebecca-Syndrom."