Martenstein Den Morphotyp einpflegenSeite 2/2
Ein neues, über jeden Fremdwortverdacht erhabenes deutsches Wort heißt "einpflegen". Einpflegen ist das, was man tut, wenn man etwas ins Internet stellt. Im Programm der Wolfenbütteler Bundesakademie für kulturelle Bildung fand ich den Hinweis, man könne dort in einem Seminar lernen, "einen neuen Beitrag in die Website einzupflegen".
Dies waren einige, wie ich gern zugebe, unsystematische Gedanken zu dem Vorhaben der neuen Bundesregierung, in die Verfassung so einen ähnlichen Satz aufzunehmen wie: "Die Landessprache von Deutschland ist Deutsch." Ich weiß überhaupt nicht, was das ist, Deutsch. Darunter versteht, glaube ich, jeder etwas anderes. Es gibt eine Grauzone, ich habe sie beschrieben, den Rest klärt mein Anwalt. Die Landessprache bringt man übrigens auch voran, indem man sich deutsche Sätze ausdenkt, die garantiert noch nie in der Menschheitsgeschichte gesagt worden sind, zum Beispiel den Satz: "Schon als kleines Kind wollte ich immer Proktologe werden."
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- Datum 26.10.2009 - 15:42 Uhr
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- Serie Martenstein
- Quelle ZEITmagazin, 22.10.2009 Nr. 44
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Auf dem Foto von Nicole Sturz macht Harald M. einen höchst verstörten (& auch verwilderten) Eindruck - wird man so nach 87543 Kolumnen in der ZEIT?
Hallo Harald!
verstehe immer noch nicht warum in Deutschland so wenig über den Skandal mit der Firma Baxter aus USA nicht viel geschrieben wird.
Die 72 kg Impfstoff für die normale Grippe die über die Filialle von BAxter in Osterreich geliefert wurden und weiter nach der Tschkei weiter versenden wurden...alles hochkontaminiertes material...Virus A mit Vögelgrippe zusammen...
Vielleicht hast Lust etwas darüber zuschreiben
lg
ignacio
Sehr geehrter Herr Martenstein
Möglicherweise wäre es besser anstatt der deutschen Sprache an sich bestimmte grammatikalische Grundregeln ins Grundgesetz zu übernehmen.
Carsoning ist ja wohl die Verlaufsform von Carson, die im Englischen auch zum Ausdruck einer Tätigkeit verwendet werden kann (Bsp.: das Substantiv Snowboard wird zur Tätigkeit Snowboarding). Im deutschen macht man ein Verb natürlich nicht aus der Verlaufsform, sondern leitet es direkt vom Substantiv ab, also snowboarden und nicht snowboardingen.
Ansonsten lese ich Ihre geschätzten Kolumnen natürlich immer sehr gerne uns als erstes am Donnerstagmorgen.
„Wenn die Sprache nicht stimmt,
so ist das, was gesagt wird, nicht das, was
gemeint ist. Ist das, was gesagt ist, nicht
das, was gemeint ist, so kommen die Werke
nicht zustande. Kommen die Werke
nicht zustande, so gedeihen Moral und
Kunst nicht. Gedeihen Moral und Kunst
nicht, so trifft die Justiz nicht, trifft die
Justiz nicht, so weiß die Nation nicht,
wohin Hand und Fuß setzen. Also dulde
man keine Willkür mit den Worten. Das
ist es, worauf es ankommt.“
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