Integrationsdebatte "Das wird man wohl noch sagen dürfen !"

Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin hat Türken und Araber in Deutschland attackiert. Damit stößt er auf beispiellose Zustimmung. Woher kommt bloß die Wut?

Beifall auch aus der liberalen Mitte der Gesellschaft: der ehemalige Berliner SPD-Finanzsenator und jetzige Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin

Beifall auch aus der liberalen Mitte der Gesellschaft: der ehemalige Berliner SPD-Finanzsenator und jetzige Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin

Aus einem Interview in einer wenig bekannten Intellektuellenzeitschrift ist binnen dreier Wochen ein »Fall Sarrazin« geworden. Der Streit über die Äußerungen des Bundesbankvorstands in Lettre International mutiert zur Debatte über die deutsche Debattenkultur. Es wird mittlerweile genauso leidenschaftlich darüber gestritten, was man hierzulande um welchen Preis sagen darf – wie über die ursprüngliche Frage: Ob Sarrazin denn recht hat mit seinen Behauptungen über Einwanderer in Berlin.

Auch die Leser dieser Zeitung und ihrer Onlineausgabe sind seit Wochen hochengagiert in der Analyse des Vorgangs. Seit dem Streit um die dänischen Karikaturen hat es eine solche Welle der Empörung nicht mehr gegeben. In vielen Hundert Beiträgen schält sich ein Deutungsmuster heraus, das sich immer weiter vom Ursprung der Debatte löst. Es lautet etwa so: Einer sagt, was schiefläuft im Land mit den »Türken und Arabern« – und wird dafür bestraft. Man kann einem Mythos beim Entstehen zuschauen: Thilo Sarrazin, einsamer Kämpfer gegen Rede- und Denkverbote.

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Zwei Männer haben maßgeblichen Anteil daran: Stephan Kramer vom Zentralrat der Juden in Deutschland, der behauptete, dass »Sarrazin mit seinem Gedankengut Göring, Goebbels und Hitler große Ehre erweist«. Und Axel Weber, Vorstandschef der Bundesbank, der Sarrazin erst verschwiemelt den Rücktritt nahelegte und ihn dann hinter den Kulissen teilentmachtete – ohne je ein offenes Wort über die Aussagen seines Bankkollegen zu wagen, die den Anlass gegeben haben. Nun wird gar behauptet, die Pressestelle der Bundesbank hätte vorab Kenntnis von dem Interview gehabt und Weber hätte Sarrazin somit bewusst ins offene Messer laufen lassen. Wie dem auch sei – Kramer und Weber lieferten Beispiele dafür, wie man die Diskussionskultur auf den Hund bringen kann: Die fast schon bis zur Selbstkarikatur übertriebene Intervention des Zentralratssekretärs und das verdruckste Powerplay des Bankchefs haben mancherorts den Eindruck verfestigt, dass man in Deutschland über bestimmte Dinge nicht mehr reden kann, ohne erst in die rechte Ecke gedrängt und dann in den Senkel gestellt zu werden. Ein Beitrag auf ZEIT ONLINE, der Kramers Äußerung »einfach lachhaft« nannte und befürchtete, er mache »kleine Münze aus dem NS-Vorwurf«, erhielt in kurzer Zeit 600 überwiegend zustimmende Kommentare. Und es ist immer noch kein Ende abzusehen, obwohl Kramer seine Äußerungen unterdessen zurückgenommen hat.

Da macht sich einerseits Empörung über den Umgang mit einem Unbequemen Luft. Aber es ist auch etwas anderes im Spiel, das man nicht so leicht als Beitrag zu einer freieren, konfliktfreudigeren Debattenkultur verbuchen kann. Es kommen in den Leserbriefen und den Onlinedebatten Annahmen über den Stand der Integration, über die »wahren Ursachen« der Probleme des Einwanderungslandes, über die deutsche Identität und über die Haltung der Migranten zutage, die noch weit über Sarrazins Zuspitzungen hinausgehen. Eine unterdrückte Wut macht sich Luft.

Diesmal lässt die liberal-progressive Seite der Gesellschaft Druck ab

Viele Beiträge sind von einem Gefühl der Befreiung getragen. Mit der alten völkisch-rechten Fremdenangst hat dieses Phänomen herzlich wenig zu tun. Der politisch-emotionale Druckausgleich findet diesmal eher auf der liberal-progressiven Seite der Gesellschaft statt. Nicht schon die Andersheit des anderen sei das Anstößige, sondern sein Zurückbleiben im Modernisierungsprozess, wie es sich in religiösen Symbolen, traditionsverhafteten Familiensitten und Machismo äußere. Entsprechend geriert man sich wohlig als Bannerträger der Freiheit. Eine manchmal schwer erträgliche Aura biederer Selbstgerechtigkeit gegenüber den Modernisierungsversagern prägt viele Äußerungen, die zuweilen an einen fortschrittlichen Rassismus grenzen. Einen altkonservativen Provokateur wie Peter Gauweiler verleitet dies, in die Debatte zu werfen, ihm seien »Kopftuchmädchen allemal lieber als Arschgeweihmädchen«.

Das Gefühl der Befreiung wird interessanterweise dadurch befördert, dass hier nicht etwa ein Mann vom rechten Rand behauptet, dass die Mehrzahl der Türken und Araber »keine produktive Funktion« hätten und die Türken Deutschland mit ihrer Geburtenrate eroberten, »genauso wie die Kosovaren das Kosovo« (Sarrazin) – sondern ein SPD-Mann. Das macht die Sache nämlich weniger verdächtig. Mit besonderer Genugtuung wird denn auch darauf verwiesen, dass »Herr Sarrazin keineswegs am rechten Rand poltert, er poltert mitten in der Gesellschaft. (…) Er vermittelt dem viel zitierten kleinen Mann, dass es da oben doch noch welche gibt, die um seine Ängste, Sorgen und auch ganz konkreten Erfahrungen im Umgang mit Einwanderern jedwelcher Generation wissen und ihn auch ernst nehmen.« Mancher Leser hält schon den Begriff Integration selbst für »reichlich naiv« und meint, die Mühe »erübrigt sich nicht nur aufgrund der zu unterschiedlichen Kulturen. Die wollen es einfach nicht, nehmt das endlich zur Kenntnis.« Wieder andere zitieren genüsslich die Zustimmung zu Sarrazins Aussagen von so prominenten Köpfen wie Hans-Olaf Henkel und Ralph Giordano. Die beiden ließen sich nicht dem »rechten Lager« zuordnen und hätten festgestellt, dass Sarrazin »einfach recht« habe – anders als die »professionellen Gutmenschen«, die uns die Verhältnisse erst eingebrockt hätten. Viele Leser geben sich vollkommen sicher, dass die Integration scheitern müsse, weil »die« (Einwanderer) einfach nicht wollten. Woraus folge, dass es infrage stehe, wie einer triumphierend schreibt, dass wir »überhaupt eine Einwander ungspolitik« brauchten. Und es dauert nicht lange, da kommt derselbe Leser mit seiner Erklärung dafür, dass »Menschen eines völlig anderen Kulturkreises« nicht integriert werden könnten. Es folgen aus dem Internet kopierte saftige Koranzitate über die »Ungläubigen«. Wieder ein anderer Leser ist zwar nicht per se gegen Einwanderung, aber wenn schon, dann »nur aus katholischen Ländern«. (Vom schlechten Schulerfolg der italienischen Einwandererkinder hat er offenbar noch nicht gehört.)

Das ist nicht abzutun als das übliche Maß an Ressentiment am Rand der Gesellschaft. Die paar handfesten Neonazis in den Debattenforen und Leserbriefspalten sind kaum der Rede wert. Sarrazin selber scheint sich erschrocken zu haben: Ob seine Entschuldigung, offenbar sei »nicht jede Formulierung gelungen« gewesen, darauf hindeutet, dass ihm die Enthemmung mancher seiner Unterstützer selber unheimlich geworden ist?

Aussagen wie »Jeder Ausländer raus, wenn er nach sechs Monaten keinen Job gefunden hat« stammen eben nicht von den wenigen Extremisten, die man hier gar nicht zitieren kann, ohne der Volksverhetzung in Anführungsstrichen Vorschub zu leisten. Es ist vielmehr die wutschäumende Mitte, über die man sich Gedanken machen muss.

Zum Glaubenssatz hat sich verfestigt, der Islam sei das Problem, und Muslime seien nun einmal nicht integrierbar. Sarrazin redet zwar sehr abfällig über »Türken und Araber«. Doch er betont auch, dass die deutschstämmige Unterschicht die gleichen Probleme habe. Und: »Türkische Anwälte, türkische Ärzte, türkische Ingenieure werden auch Deutsch sprechen, und dann wird sich der Rest relativieren.« Das passt eigentlich gar nicht ins Weltbild vieler, die glauben, man müsse nur den Koran lesen, um zu verstehen, warum die »Türken und Araber sich hier nie integrieren können«.

Das Interview ist offenbar längst Nebensache: Man hat sich Sarrazin zum Helden erkoren und fühlt sich nun ermuntert, Dampf abzulassen. Beschweren kann sich Sarrazin über diese Fans allerdings nicht, denn er hat sie durch seine lustvoll verächtlichen Formulierungen angestachelt: Sie (die »Türken und Araber«) »produzieren ständig neue kleine Kopftuchmädchen«, sie »wollen keine Integration«, sie »erobern Deutschland«. Das Schnarrende, Herablassende, Höhnische ist seit je das Geheimnis seines Erfolgs. Thilo Sarrazin spricht vom Elitemangel in der Hauptstadt, vom Verfall der Bürgerlichkeit, den er aufhalten wolle. Sein eigener Ton, der bewusst mit dem Überschreiten ziviler Standards spielt, ist allerdings ziemlich unbürgerlich. Elite, die den Namen verdient, würde die Pöbelei gegen den hart arbeitenden Obst- und Gemüsehändler scheuen, der um drei Uhr morgens aufsteht, um seine Ware einzukaufen. Sarrazin ist in Wahrheit eine jener Gestalten, die den Leuten die Lizenz zur Verachtung derer ganz unten erteilen.

So assoziiert er etwa in wildem Lauf eine »Araberfrau«, die in Neukölln ihr sechstes Kind bekommt, weil sie dann durch Hartz IV eine größere Wohnung bekommt, mit der teilweisen erblichen Bedingung von Begabung – und folgert flugs, dass darum in der Hauptstadt der »Anteil der intelligenten Leistungsträger aus demografischen Gründen kontinuierlich fällt«. Es steht zwar nicht da, dass Araber die Dummheit vererben, aber es ist schon verzeihlich, dass mancher Sarrazin-Fan dies schlussfolgert, wenn der Interviewte im Gegenzug die überlegene Intelligenz der »osteuropäischen Juden« (»15 Prozent höheren IQ«) preist.

Manche seiner Verteidiger finden den Ton des Bundesbankers zwar auch nicht schön. Sie meinen, er habe sich vielleicht hier und da im Register vergriffen, vielleicht dies und jenes überspitzt – aber dennoch eine tolle Debatte angestoßen. Dazu ist Folgendes zu sagen: Ton und Haltung sind keine Nebensache, wo es um Integration geht. Wie die Mehrheitsgesellschaft sich gegenüber den Neuen und ihren Kindern, die hier geboren sind, aufstellt, ist eine Kernfrage der Gesellschaftspolitik.

Und was die Integrationsdebatte angeht: Deutschland hat dabei in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht. Die jetzige Debatte mit ihrer reichlich wirren Kombination von Ökonomismus, Eugenik (»Unterschichtgeburten«) und kokettem Borderline-Rassismus wirft den Streit um die Integration in Wahrheit um Jahre zurück – in jene Phase, als das Schimpfen noch geholfen hat und man glaubte, die Alteingesessenen müssten diesen Neuankömmlingen nur mit harter Hand klarmachen, dass sie sich entweder einzufügen oder zu verschwinden hätten. Diese Welt ist längst perdu und mit ihr die Alternative von Assimilation oder Rückführung.

Wir sind längst weiter. Wir haben in Deutschland die Scheinalternative von Harmoniesoße oder kaum verhohlener Verachtung hinter uns gelassen, die frühere Debatten über die »Gastarbeiter« kennzeichnete. Die Konservativen haben sich von der infantilen Sehnsucht nach dem Status quo ante verabschiedet und akzeptiert, dass die Arbeitsmigration nicht rückabgewickelt werden kann und mit ihren Folgen politisch umgegangen werden muss. So wie die Rechte akzeptiert hat, dass wir ein Einwanderungsland sind, hat die Linke sich stillschweigend von der naiven Idee verabschiedet, Einwanderung sei automatisch eine Bereicherung und Multikulturalismus ein Selbstläufer. Zwei kostspielige Formen der Wirklichkeitsverleugnung sind vor aller Augen gescheitert, und die Politik hat begonnen, mit einer neuen Integrationspolitik darauf zu reagieren.

Es gibt praktisch kein Tabu mehr beim Reden über Integration

Seit Jahren debattieren wir – auch in der ZEIT – zum Beispiel die schlechten Schulergebnisse der Türken und Italiener und scheuen auch nicht die Frage, warum etwa Vietnamesen und Iraner besser abschneiden. Die Mängel des deutschen Schulsystems sind Thema in den Medien – aber eben auch die bildungsferne Einstellung vieler Eltern mit türkischen Wurzeln. Auch die türkischen Gruppen und die türkischsprachigen Zeitungen haben nach jahrelanger Abwehr angefangen, dies zu skandalisieren – ein Erfolg der harten Debatte in Politik und Medien. Thilo Sarrazin bezieht seine Beispiele übrigens selbst aus den Medien – wie etwa aus dem ZEIT-Dossier über grillende Orientalen im Berliner Tiergarten. (Allerdings macht er aus 15 bis 20 Tonnen Abfall, den Menschen aus aller Herren Länder dort hinterlassen, inklusive Weinflaschen und Hähnchenkeulen, mal eben »20 Tonnen Hammelreste der türkischen Grillfeste«.) Ehrenmorde und Zwangsehen sind seit der Ermordung von Hatun Sürücü Gegenstand von Bestsellern. Türkische Autorinnen wie Necla Kelek und Seyran Ateş sind bei uns keine Außenseiter, sondern mit vielen Preisen geehrte öffentliche Intellektuelle, mit denen die Regierung gern ihre Islamkonferenz schmückt. Dort müssen sich konservative Muslime diese Kritik anhören, in Anwesenheit des Ministers. Nirgendwo sonst in Europa gibt es ein ähnlich ambitioniertes, geradezu kulturrevolutionäres Experiment. Die Niederlande haben Ayaan Hirsi Ali fallen und ins Exil gehen lassen. Unsere islamischen Feministinnen aber sind keine Ruferinnen vom Rand der Gesellschaft, sie sitzen mit dem Innenminister und den Verbänden, die sie kritisieren, an einem Tisch und ringen um Lösungen. Seyran Ateş fordert in ihrem neuen Buch eine »sexuelle Revolution« im Islam. Es gibt kaum ein Land auf der Welt, in dem sie dies so frei und unbehelligt tun kann wie hierzulande.

Das ist ein Grund für Stolz auf Deutschland. Bisher jedenfalls: Seyran Ateş wird nun wegen ihres neuen Buchs bedroht. Und zwar so sehr, dass sie Interviews und Auftritte scheut und auch einen geplanten Text für die ZEIT absagte. Die Politik muss sich vor diese mutige Frau stellen, die furchtlos die Debatte voranbringt.

Nach Jahren des Streits über Moscheebauten, Deutschpflicht, Kopftücher, Gewalt und Machismo an den Schulen gibt es in Deutschland praktisch kein Tabu mehr beim Reden über die Integration. Und das ist ein hohes Gut. Das macht es geradezu bizarr, wenn Sarrazin nun wegen seiner Zivilcourage gelobt wird und ein Kollege in der FAZ ihn gar auf eine Stufe mit dem in der Münchner S-Bahn erschlagenen Dominik Brunner stellt. Es ist an der Zeit, diese überschnappende Debatte auf den Boden der Realität zurückzuholen.

Allerdings kann die neue Regierung etwas aus ihr lernen: Die begonnene Integrationspolitik muss nicht nur viel entschiedener fortgeführt werden. Sie muss auch wesentlich besser begründet und öffentlich erklärt werden. Es kann nicht sein, dass von den federführenden Integrationspolitikern der Koalition wochenlang nichts zu hören ist: Kein einziges Wort hat die Integrationsbeauftragte Maria Böhmer zu der laufenden Debatte verloren. Innenminister Schäuble war ebenso verschwunden, von der Kanzlerin oder dem Bundespräsidenten gar nicht erst zu reden. Wer die empörten Leserdebatten verfolgt, sieht, wie fahrlässig dieses abwartende Schweigen der Politik ist.

Leider ist es nicht das erste Mal. Als in Dresden die Ägypterin Marwa al-Scherbiny erstochen wurde, hat man es Islamisten und Rechtsradikalen wochenlang überlassen, das Thema zu besetzen. Weder zu dem Beinahemord an dem Rentner Hubert N. in der Münchner U-Bahn noch zum Mord an Dominik Brunner konnte die Politik deutlich machen, dass ihr ein angstfreier öffentlicher Raum ein hohes Gut ist.

Darauf aber sind – besonders in einem Einwanderungsland mit vielen neuen Konflikten – alle angewiesen. Darum muss die Politik in der Debatte führen, statt sich unter den eruptiven Reaktionen des Publikums wegzuducken.

Jörg Lau bloggt zum Thema Integration unter:  http://blog.zeit.de/joerglau/

 
Leser-Kommentare
  1. Die dumpfe Zustimmung wäre wohl anders, wenn Sarrazins nicht nur auszugsweiseweise zitiert würde.

    Zitat Sarrazin: "Das würde mir gefallen, wenn es osteuropäische Juden wären, mit einem 15 Prozent höheren IQ als dem der deutschen Bevölkerung."
    http://www.spiegel.de/wir...

    Die Anhebung des deutschen Durchschnitts-IQs durch Zuzug von per se intelligenteren ostjüdischen Menschen.

    Klasse.

    Das ganze Neonazi-Gesocks wäre damit nach einer Generation "ausgemendelt" oder was ?

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    • Liman
    • 23.10.2009 um 10:12 Uhr

    Nazis: blond, blauäugig, wenig Hirn, viel Wade.
    Faschismus ist der Hass der dummen Mehrheit auf die intelligente Minderheit.
    50% aller Nobelpreise in Deutschland vor 1933 gingen an die 1%-Minderheit der Juden.
    Alle modernen Bewegungen (Sozialismus, Liberalismus) wurden von Juden initiiert.
    Was die Nazis instinktiv erahnten: Das Alte, traditionelle "Blut und Boden" ist nur im Bündnis mit vormodernen Gruppen zu retten.

    [...] (Bitte verzichten Sie auf pauschale Herabwürdigungen. Die Redaktion /ft)

    "Das ganze Neonazi-Gesocks wäre damit nach einer Generation "ausgemendelt" oder was ?"

    Siehe Titel...

    • Liman
    • 23.10.2009 um 10:12 Uhr

    Nazis: blond, blauäugig, wenig Hirn, viel Wade.
    Faschismus ist der Hass der dummen Mehrheit auf die intelligente Minderheit.
    50% aller Nobelpreise in Deutschland vor 1933 gingen an die 1%-Minderheit der Juden.
    Alle modernen Bewegungen (Sozialismus, Liberalismus) wurden von Juden initiiert.
    Was die Nazis instinktiv erahnten: Das Alte, traditionelle "Blut und Boden" ist nur im Bündnis mit vormodernen Gruppen zu retten.

    [...] (Bitte verzichten Sie auf pauschale Herabwürdigungen. Die Redaktion /ft)

    "Das ganze Neonazi-Gesocks wäre damit nach einer Generation "ausgemendelt" oder was ?"

    Siehe Titel...

  2. ihr Versuch in allen Ehren, die Debatte zu entschaerfen, aber ein Umdenken werden sie durch diesen rtikel auch nicht erreichen.
    Warum?
    Weil er eben auch wieder eine - durchaus gut rfelektierte - persoenliche Einschaetzung zur Integrationspolitik enthaelt. Und darueber laesst sich nunmal streiten. ICh gestehe beiden Seiten - den Kritikern und auch den Befuerwortern des Integrationsstandes - ihre Argumente zu. Wichtig ist meiner Meinung nach eine Rueckkehr des Themas in die oeffentliche Diskussion. Dabei darf sowohl Herr Sarrazins Standpunkt als auch das Argument der Multi-Kulti Befuerworter enthalten sein. Die Parteien sollen sich nur endlich wieder dazu entschliessen, einen Standpunkt einzunehmen.
    Eine Diskussion ueber Integration und sicherlich strittige Faelle wie die von Seyran Ates und der von Marwa al-Scherbiny muss in der Mitte der Gesellschaft stattfinden.
    DIe Politik muss sie an diesen Ort fuehren.

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    leider muss ich Cle.mens recht geben. Es ist zwar erfreulich anzusehen, dass jemand versucht diese Diskussion auf eine gewisse Sachebene zurückzuführen, dennoch muss hier die Politik dieses Thema forcieren, damit die ganze Gesellschaft dies zum einen wahrnimmt und zum anderen in seiner gesamten Bandbreite (dazu gehört auch Herr Sarazins Meinung) diskutieren darf.
    Gruß,
    Fetzi
    @Cle.mens: Kritiker und Befürworter sind dasselbe. Der Befürworter gibt lediglich eine positive Kritik ab. ;-)

    leider muss ich Cle.mens recht geben. Es ist zwar erfreulich anzusehen, dass jemand versucht diese Diskussion auf eine gewisse Sachebene zurückzuführen, dennoch muss hier die Politik dieses Thema forcieren, damit die ganze Gesellschaft dies zum einen wahrnimmt und zum anderen in seiner gesamten Bandbreite (dazu gehört auch Herr Sarazins Meinung) diskutieren darf.
    Gruß,
    Fetzi
    @Cle.mens: Kritiker und Befürworter sind dasselbe. Der Befürworter gibt lediglich eine positive Kritik ab. ;-)

  3. Ich sehe es ähnlich wie der Autor des Artikels. Allerdings würde ich sogar noch weiter gehen. Den Fans eines Sarrazin (oder Broder, oder Koch, oder Giordano) geht es eben nicht um Integration oder Problemlösung, sondern um die Hetze ansich. Man will endlich wieder sagen dürfen, was als politisch unkorrekt gilt: Dass "die" dahin zurückgehen sollen, wo sie hergekommen sind.

    Aber im Gegensatz zum Autor denke ich nicht, dass es sich hierbei um die Mehrheit handelt. Es ist ein eher kleines, aber eben lautstarkes Grüppchen von Ewiggestrigen. Ob man die nun als rechts, links oder liberal bezeichnet, spielt keine Rolle. Das lenkt nur vom eigentlichen Thema ab und da bin ich wieder beim Autor: Der Ton ist indiskutabel und nicht zielführend.

  4. , der deutschen Gutmenschen, die auch schon 68 alle bekämpften, die sich nicht Ihren hochfliegenden Plänen für die Gesellschaft unterordnen wollten.

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    • Yadgar
    • 23.10.2009 um 10:42 Uhr

    ...dass ihr damals nicht dabei sein durftet - falscher Geburtsjahrgang, falsches Deutschland oder einfach nur Angst vor Haue von Papa!

    • Yadgar
    • 23.10.2009 um 10:42 Uhr

    ...dass ihr damals nicht dabei sein durftet - falscher Geburtsjahrgang, falsches Deutschland oder einfach nur Angst vor Haue von Papa!

    • LH
    • 23.10.2009 um 8:52 Uhr

    Lau stellt richtigerweise auf den den verwendeten Ton ab. Es ist eine -auf jeden Fall zulässige- Sache über Probleme der Integration zu sprechen. Aber das hat Sarrazin nicht getan. Er hat Migranten beschimpft und seinen Frust an ihnen abgelassen. Man hat den Eindruck, er möchte die Migranten für seine Probleme als Finanzsenator Berlins verantwortlich machen. Das ist vor allem ein ganz schlechter Führungsstil.
    Wirklich besorgniserregend ist in der Tat, wie die Bevölkerung (befeuert von verschiedenen "konservativen" Seiten) mitschimpft. Es ist anscheinend doch so, dass die Struktur der Gesellschaft so aussieht, dass jeder noch einen braucht, auf den heruntersehen und den er bespucken kann.. Armselig.

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    Wenn den Eingesessenen die Neuen nicht gefallen, gibt es keine Integration. Das ist kein speziell deutsches Problem. Echte Einwanderungsländer - davon gibt es seit längerem keines mehr in Europa - haben nur den Vorteil einer weniger tiefgehenden Verwurzelung der Eingesessenen und die Neuen haben ihnen gegenüber ein besseres Standing.

    Das Schlimme an Sarazins Äußerungen ist, dass er all denen, in denen die Unzufriedenheit über das Leben, das Universum und den ganzen Rest brodelt, bedeutet hat, dass man Türken und Araber natürlich als Blitzableiter benutzen darf.

    Selbsterhöhung durch Erniedrigung anderer. Armer Sarazin. Arme SPD. Armes Deutschland.

    • germi
    • 23.10.2009 um 19:25 Uhr

    Wieso ist es eine Beschimpfung, wenn einer sagt, bei uns gibt es Minderheiten - vor allem Araber und Türken - die z.T.integrationsunwillig sind (z.B. türkisches Fernsehen in Deutschl.), "unproduktiv" (er meint damit, dass sie, besonders in Berlin, vielfach von den deutschen Sozialkassen leben, dem Land aber eher ablehnend gegenüberstehen ) und "Kopftuchmädchen produzieren", das werden dann gerade in Zukunft d i e orientalischen Schichten sein, die eine Integration noch schwerer machen werden. Er meint damit, dass durch den sehr hohen Geburtenüberschuss dieser Parallelgesellschaften die Beherrschung z.B. Berlins irgendwann in der Zukunft zwangsläufig sein wird (Eroberung durch Geburtenrate).
    Wenn das "Beleidigungen" und "Beschimpfungen" sind, dann sind wir wirklich so weit, dass Meinungsfreiheit in unserem Lande nicht mehr existiert, weil es unerwünscht ist, Missstände anzusprechen und gegen den Einfluss der Migranten Stellung zu nehmen.
    Es lebe der naive Gutmensch!

    "Wieso ist es eine Beschimpfung, wenn einer sagt, bei uns gibt es Minderheiten - vor allem Araber und Türken - die z.T.integrationsunwillig sind (z.B. türkisches Fernsehen in Deutschl.)"

    Ja, sicher, und deutsche Lokale in Spanien, was ist das? Und was ist mit designierten Aussenministern, die sich weigern, Englisch zu sprechen?
    Ich sehe keinerlei "Integrationsunwilligkeit" darin, wenn man sich Fernsehen in einer bestimmten Sprache anschaut.
    Und ich möchte mal vermuten, dass die meisten Menschen, wo auch immer sie herkommen, immer auch versuchen werden, ein wenig der eigenen Kultur zu bewahren, warum sonst gibt es in den USA Läden, in denen deutsche Produkte angeboten werden? Weshalb kann man hierzulande Barilla Nudeln kaufen?
    Und was ist mit dem allseits beliebten Döner Kebap?

    Wenn den Eingesessenen die Neuen nicht gefallen, gibt es keine Integration. Das ist kein speziell deutsches Problem. Echte Einwanderungsländer - davon gibt es seit längerem keines mehr in Europa - haben nur den Vorteil einer weniger tiefgehenden Verwurzelung der Eingesessenen und die Neuen haben ihnen gegenüber ein besseres Standing.

    Das Schlimme an Sarazins Äußerungen ist, dass er all denen, in denen die Unzufriedenheit über das Leben, das Universum und den ganzen Rest brodelt, bedeutet hat, dass man Türken und Araber natürlich als Blitzableiter benutzen darf.

    Selbsterhöhung durch Erniedrigung anderer. Armer Sarazin. Arme SPD. Armes Deutschland.

    • germi
    • 23.10.2009 um 19:25 Uhr

    Wieso ist es eine Beschimpfung, wenn einer sagt, bei uns gibt es Minderheiten - vor allem Araber und Türken - die z.T.integrationsunwillig sind (z.B. türkisches Fernsehen in Deutschl.), "unproduktiv" (er meint damit, dass sie, besonders in Berlin, vielfach von den deutschen Sozialkassen leben, dem Land aber eher ablehnend gegenüberstehen ) und "Kopftuchmädchen produzieren", das werden dann gerade in Zukunft d i e orientalischen Schichten sein, die eine Integration noch schwerer machen werden. Er meint damit, dass durch den sehr hohen Geburtenüberschuss dieser Parallelgesellschaften die Beherrschung z.B. Berlins irgendwann in der Zukunft zwangsläufig sein wird (Eroberung durch Geburtenrate).
    Wenn das "Beleidigungen" und "Beschimpfungen" sind, dann sind wir wirklich so weit, dass Meinungsfreiheit in unserem Lande nicht mehr existiert, weil es unerwünscht ist, Missstände anzusprechen und gegen den Einfluss der Migranten Stellung zu nehmen.
    Es lebe der naive Gutmensch!

    "Wieso ist es eine Beschimpfung, wenn einer sagt, bei uns gibt es Minderheiten - vor allem Araber und Türken - die z.T.integrationsunwillig sind (z.B. türkisches Fernsehen in Deutschl.)"

    Ja, sicher, und deutsche Lokale in Spanien, was ist das? Und was ist mit designierten Aussenministern, die sich weigern, Englisch zu sprechen?
    Ich sehe keinerlei "Integrationsunwilligkeit" darin, wenn man sich Fernsehen in einer bestimmten Sprache anschaut.
    Und ich möchte mal vermuten, dass die meisten Menschen, wo auch immer sie herkommen, immer auch versuchen werden, ein wenig der eigenen Kultur zu bewahren, warum sonst gibt es in den USA Läden, in denen deutsche Produkte angeboten werden? Weshalb kann man hierzulande Barilla Nudeln kaufen?
    Und was ist mit dem allseits beliebten Döner Kebap?

  5. leider muss ich Cle.mens recht geben. Es ist zwar erfreulich anzusehen, dass jemand versucht diese Diskussion auf eine gewisse Sachebene zurückzuführen, dennoch muss hier die Politik dieses Thema forcieren, damit die ganze Gesellschaft dies zum einen wahrnimmt und zum anderen in seiner gesamten Bandbreite (dazu gehört auch Herr Sarazins Meinung) diskutieren darf.
    Gruß,
    Fetzi
    @Cle.mens: Kritiker und Befürworter sind dasselbe. Der Befürworter gibt lediglich eine positive Kritik ab. ;-)

    Antwort auf "Lieber Herr Lau,"
  6. [...] (Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion /ft) Bei Sarrazin steuerten die hiesigen Meinungsmacher ins Leere, und ihr jetziges Zurückrudern ist aus dem Bestreben entstanden ein – sie selbst existenziell gefährdendes - weiteres Auseinanderklaffen zwischen der veröffentlichen und öffentlichen Meinung zu verhindern. So gesehen lag, und liegt immer noch, das skandalös staatserschütterndes Verhalten – mehr als beim Weber; beim Sarrazin sowieso nicht, dem ist Ehrendes zuzuteilen – bei den monopolartigwirkenden Moralaposteln hierzulande. Was ihnen bei ihrer existenzvernichtenden Hetze gegen Eva Herman, sowie bei etlichen mehr, noch gelang, scheint diesmal in ihre eigenen Hosen gegangen zu sein. Das läßt hoffen, aber auch zur Vorsicht auf ihre Racheakten mahnen!

  7. die Diskusion über Integration sollte vielmehr eine Diskusion über den Islam sein. Viele Bürger haben Angst vor der Islamisierung Europas. Mit Recht wenn man die vielen Gewalttaten muslimischer Banden in Städten wie Berlin, Brüssel, Gauda, Kopenhagen und Darfur beobachtet. Leider wird in den Medien nicht viel darüber berichtet. Es werden immer mehr Moscheen gebaut und gleichzeitig sollen wir mehr Toleranz zeigen aber "Toleranz wird zu einem Verbrechen, wenn man dem Bösen mit ihr begegnet." (T.Mann)

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • P. R.
    • 23.10.2009 um 9:40 Uhr

    Ich persönlich halte es für gelinde gesagt bedenklich, wenn die Reliogion "Islam" derart als eine Art Sammelbecken krimineller Antiimperialisten dargestellt wird. Obwohl ich es nicht weiß, bin ich mir doch ziemlich sicher, dass es auch eine hohe Zahl von Straftätern gibt, die angeben christlichen Glaubens zu sein. Damit will ich natürlich nicht die Gewalttaten dieser muslimischen Banden entschuldigen, geschweige denn verteidigen. Aber ich denke, dass eine solche Pauschalisierung der Religionsangehörigen des Islam zu gewaltätigen Fundamentalisten ungerechtfertigt sei.

    Ebenso finde ich, dass Toleranz und Integration nicht auf ganze Migrantengruppen oder Anderskulturelle als Masse angesehen werden sollte. Jeder Einzelne dieser Gruppen ist ein Individuum, dass sich von jedem anderen Menschen unterscheidet. Wir tragen ja auch nicht alle Lederhosen und essen jeden Tag von früh bis spät Sauerkraut ;)

    • Nawo
    • 24.10.2009 um 21:33 Uhr

    Lieber scampio,
    mit Ihrem Beitrag unterstreichen Sie die Schlussfolgerung Jörg Laus: "Zum Glaubenssatz hat sich verfestigt, der Islam sei das Problem, und Muslime seien nun einmal nicht integrierbar."

    Es zeigt leider Ihr fehlendes Wissen über "den Islam", den es so nicht gibt. Ich frage mich wie Sie Berlin (kriminelle Jugendliche) in einem Zug mit Darfur (Massenmord) nennen können? In Ihrem Weltbild scheinen Moscheen ja Brutstätten von neuen Gewalttätern zu sein.
    Solange eine beträchtliche Anzahl von Menschen in unserer Gesellschaft "den Islam" als das Grundproblem ansieht, kann keine ehrliche und sachliche Diskussion geführt werden.

    Nawo

    • P. R.
    • 23.10.2009 um 9:40 Uhr

    Ich persönlich halte es für gelinde gesagt bedenklich, wenn die Reliogion "Islam" derart als eine Art Sammelbecken krimineller Antiimperialisten dargestellt wird. Obwohl ich es nicht weiß, bin ich mir doch ziemlich sicher, dass es auch eine hohe Zahl von Straftätern gibt, die angeben christlichen Glaubens zu sein. Damit will ich natürlich nicht die Gewalttaten dieser muslimischen Banden entschuldigen, geschweige denn verteidigen. Aber ich denke, dass eine solche Pauschalisierung der Religionsangehörigen des Islam zu gewaltätigen Fundamentalisten ungerechtfertigt sei.

    Ebenso finde ich, dass Toleranz und Integration nicht auf ganze Migrantengruppen oder Anderskulturelle als Masse angesehen werden sollte. Jeder Einzelne dieser Gruppen ist ein Individuum, dass sich von jedem anderen Menschen unterscheidet. Wir tragen ja auch nicht alle Lederhosen und essen jeden Tag von früh bis spät Sauerkraut ;)

    • Nawo
    • 24.10.2009 um 21:33 Uhr

    Lieber scampio,
    mit Ihrem Beitrag unterstreichen Sie die Schlussfolgerung Jörg Laus: "Zum Glaubenssatz hat sich verfestigt, der Islam sei das Problem, und Muslime seien nun einmal nicht integrierbar."

    Es zeigt leider Ihr fehlendes Wissen über "den Islam", den es so nicht gibt. Ich frage mich wie Sie Berlin (kriminelle Jugendliche) in einem Zug mit Darfur (Massenmord) nennen können? In Ihrem Weltbild scheinen Moscheen ja Brutstätten von neuen Gewalttätern zu sein.
    Solange eine beträchtliche Anzahl von Menschen in unserer Gesellschaft "den Islam" als das Grundproblem ansieht, kann keine ehrliche und sachliche Diskussion geführt werden.

    Nawo

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