Reinigungspersonal Minilohn statt Mindestlohn?
Putzfrauen und Putzmänner legen die Arbeit nieder. Das Paradox: Je länger sie für mehr Geld streiken, desto mehr Leute werden für besonders wenig Geld eingestellt
Zum Beispiel Elvedin Dogic. Normalerweise ist er morgens um fünf bei der Arbeit, greift nach Feudel und Wischeimer und macht sich gemeinsam mit seinen Kollegen an die Arbeit. Dogic ist Gebäudereiniger bei der Firma Bogdol in Hamburg. Doch jetzt ist er im Streik für mehr Geld. Das brauche er auch, sagt er, nur von dem Putzjob könne er gar nicht leben. Deshalb übe er noch andere Jobs aus und arbeite insgesamt zehn oder elf Stunden am Tag.
Gemeinsam mit Dogic hoffen 860.000 Kollegen auf mehr Geld. Und rund 2000 Putzmänner und Putzfrauen, verteilt aufs gesamte Bundesgebiet, haben dafür ihre Arbeit niedergelegt. Wie lange der Streik andauern wird, weiß niemand. Also bleiben Fenster vorerst dreckig und Böden ungewischt. In Flughäfen oder Büros warten die Angestellten auf ihre Reinigungskräfte.
Die Arbeitgeber bieten 24 Cent mehr pro Stunde
Ende September hat die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) die Lohn- und Mindestlohntarifverträge gekündigt, um neu verhandeln zu können. Gleichzeitig ist die Rechtsverordnung zum Mindestlohn ausgelaufen. Jetzt fordert die Gewerkschaft 8,7 Prozent mehr Lohn; die Arbeitgeber bieten ein Plus von drei Prozent im Westen und 3,6 Prozent im Osten. Das wäre eine Erhöhung des Westlohns auf 8,39 und des Ostlohns auf 6,82 Euro pro Stunde. Bislang erhielt ein Gebäudereiniger wie Elvedin Dogic den Mindestlohn von 8,15 Euro. Seine Kollegen im Osten bekamen 6,58 Euro.
»Die Unternehmen sind nach wie vor gut aufgestellt, sie schreiben Gewinne im zweistelligen Prozentbereich«, begründet Frank Wynands, Mitglied des Bundesvorstandes der IG Bau, seine Forderung. Die Arbeitgeberseite hält sie angesichts der Wirtschaftskrise für absurd. »Wo nicht gearbeitet wird, wird auch nicht gereinigt«, sagt Johannes Bungart, Geschäftsführer des Bundesinnungsverbandes des Gebäudereiniger-Handwerks. Schon das Angebot von drei Prozent sei »großzügig«.
Klar, dass die Gewerkschaft das anders sieht. 24 Cent mehr pro Stunde – davon könne sich eine Putzkraft gerade mal ein trockenes Brötchen kaufen, erregt sich Susanne Neumann, die bei der IG Bau für die Gebäudereiniger zuständig ist. Der Streik ist der erste in der Branche und kein leichtes Unterfangen. Weniger als zehn Prozent der Gebäudereiniger sind gewerkschaftlich organisiert.
Das ist nicht das einzige Risiko des Ausstands. Solange es keinen neuen Tarifvertrag gibt, gilt auch die Mindestlohngrenze nicht mehr. Die Gebäudereinigerbranche fällt unter das Arbeitnehmerentsendegesetz (AEntG). Schließen die IG Bau und der Bundesinnungsverband einen gemeinsamen Mindestlohntarifvertrag, kann dieser vom Bundesarbeitsministerium für allgemeingültig erklärt werden. Alle Firmen der Branche sind dann an den Mindestlohn gebunden.
- Datum 21.10.2009 - 18:06 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 22.10.2009 Nr. 44
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Diese Branche steckt in einem fuer die Arbeitnehmer gefaehrlichen Dilemma.
Die Organisation der Arbeiter ist schlecht und das Angebot fuer diesen Job nahezu unendlich. Auch ein wirksamer Mindestlohn wird dabei kaum etwas veraendern. Die Schwarzarbeit in diesem Bereich ist bereits sehr hoch. Sollte es einen hohen Mindestlohn geben, so bekommen wir bald Verhaeltnisse wie am BAu. Hier zeigt sich wieder mal das grundsaetziche Dilemma eines MIndestlohns:
Ist er zu niedrig, bewirkt er nichts. Ist er zu hoch, wandert die Arbeit ins Ausland ab und wenn das wie bei ABu und Reiniugung nicht moeglich ist, eben in die Schattenwirtschaft. An einer solchen Entwicklung wird auch das VErbot sittenwidriger Loehne der neuen koalition nichts aendern.
Der Niedriglohnsektor steckt in einer schwierigen Situation. Aber die kann nur durch gewerkschaftlichen Druck geloest werden und nicht durch staatliche Lohnpolitik.
"Schattenwirtschaft" funktioniert nur weil die Sarrazins & ihrer medialen Helfer vor lauter Hetze gegen "Sozialschmarotzer" & Ausländer nicht einmal den Versuch starten Schwarzarbeit tatsächlich zu bekämpfen. Geldstrafen bis in 7stellige Bereiche, Schwarzunternehmer ruinieren, Sklavenarbeitslöhne als Straftat anerkennen!
Schwarzarbeit entsteht v.a. dort, wo es (hohe) Mindestlöhne gibt und die Lohnnebenkosten und Steuern hoch sind. Ausserdem wird Schwarzarbeit gerade auch von Arbeitnehmern angeboten und nicht nur von Arbeitgebern gefordert. Dass auf dem Scharzmarkt nur Sklavenlöhne gezahlt werden, stimmt auch nicht. Sie sind zwar etwas tiefer als die übrlichen Branchenlöhne, aber den Arbeitnehmern bleibt mehr in der Tasche, da sie sich die Lohnnebenkosten und Steuern "sparen" können. Klar ist dies kurzfristig gedacht, aber viele Arbeitnehmer verstehen nicht, weshalb sie einen so grossen Anteil von ihrem Lohn abführen müssen an ein Rentensystem, von dem sie später vermutlich kaum mehr profitieren werden, und einen immer weiter ausufernden Staat finanzieren sollen. Da arbeitet manch einer lieber schwarz und kassiert den Anteil, der bei legaler Arbeit an den Staat abgeführt wird, lieber gleich selbst. Oft sind es auch keine Firmen, die Leute schwarz anstellen, sondern Privatpersonen, die sich z.B. die Wohnung vom Nachbar, der Maler ist, in dessen Freizeit renovieren lassen, oder die die Putzfrau schwarz anstellen.
Die Schuld für Schwararbeit ist v.a. beim Staat zu suchen, da er über die Steuern, Sozialabgaben und Mindestlöhne Anreize setzt, auf die dann die Privatwirtschaft, die Unternehmer und Arbeitnehmer reagieren. Niemand muss sich wie eine Weihnachtsgans ausnehmen lassen. Scharzarbeiter sind darum nicht kriminell, sondern einfach vernünftig.
Schwarzarbeit entsteht v.a. dort, wo es (hohe) Mindestlöhne gibt und die Lohnnebenkosten und Steuern hoch sind. Ausserdem wird Schwarzarbeit gerade auch von Arbeitnehmern angeboten und nicht nur von Arbeitgebern gefordert. Dass auf dem Scharzmarkt nur Sklavenlöhne gezahlt werden, stimmt auch nicht. Sie sind zwar etwas tiefer als die übrlichen Branchenlöhne, aber den Arbeitnehmern bleibt mehr in der Tasche, da sie sich die Lohnnebenkosten und Steuern "sparen" können. Klar ist dies kurzfristig gedacht, aber viele Arbeitnehmer verstehen nicht, weshalb sie einen so grossen Anteil von ihrem Lohn abführen müssen an ein Rentensystem, von dem sie später vermutlich kaum mehr profitieren werden, und einen immer weiter ausufernden Staat finanzieren sollen. Da arbeitet manch einer lieber schwarz und kassiert den Anteil, der bei legaler Arbeit an den Staat abgeführt wird, lieber gleich selbst. Oft sind es auch keine Firmen, die Leute schwarz anstellen, sondern Privatpersonen, die sich z.B. die Wohnung vom Nachbar, der Maler ist, in dessen Freizeit renovieren lassen, oder die die Putzfrau schwarz anstellen.
Die Schuld für Schwararbeit ist v.a. beim Staat zu suchen, da er über die Steuern, Sozialabgaben und Mindestlöhne Anreize setzt, auf die dann die Privatwirtschaft, die Unternehmer und Arbeitnehmer reagieren. Niemand muss sich wie eine Weihnachtsgans ausnehmen lassen. Scharzarbeiter sind darum nicht kriminell, sondern einfach vernünftig.
Schwarzarbeit entsteht v.a. dort, wo es (hohe) Mindestlöhne gibt und die Lohnnebenkosten und Steuern hoch sind. Ausserdem wird Schwarzarbeit gerade auch von Arbeitnehmern angeboten und nicht nur von Arbeitgebern gefordert. Dass auf dem Scharzmarkt nur Sklavenlöhne gezahlt werden, stimmt auch nicht. Sie sind zwar etwas tiefer als die übrlichen Branchenlöhne, aber den Arbeitnehmern bleibt mehr in der Tasche, da sie sich die Lohnnebenkosten und Steuern "sparen" können. Klar ist dies kurzfristig gedacht, aber viele Arbeitnehmer verstehen nicht, weshalb sie einen so grossen Anteil von ihrem Lohn abführen müssen an ein Rentensystem, von dem sie später vermutlich kaum mehr profitieren werden, und einen immer weiter ausufernden Staat finanzieren sollen. Da arbeitet manch einer lieber schwarz und kassiert den Anteil, der bei legaler Arbeit an den Staat abgeführt wird, lieber gleich selbst. Oft sind es auch keine Firmen, die Leute schwarz anstellen, sondern Privatpersonen, die sich z.B. die Wohnung vom Nachbar, der Maler ist, in dessen Freizeit renovieren lassen, oder die die Putzfrau schwarz anstellen.
Die Schuld für Schwararbeit ist v.a. beim Staat zu suchen, da er über die Steuern, Sozialabgaben und Mindestlöhne Anreize setzt, auf die dann die Privatwirtschaft, die Unternehmer und Arbeitnehmer reagieren. Niemand muss sich wie eine Weihnachtsgans ausnehmen lassen. Scharzarbeiter sind darum nicht kriminell, sondern einfach vernünftig.
Dazu kommt der Effekt, dass sich besonderer Fleiss im Niedriglohnsektor nicht auszahlt, wenn man verheiratet ist. Kaum überschreitet man die Grenze zum Hungerlohn, bekommt Mann oder Frau es wieder abgeknöpft.
Und ein mit Sicherheit gewollter Effekt des Mindestlohns ist der Gewinn einer Definition von Schwarzarbeit. Ähnliche Tätigkeiten einer Branche mit Mindestlohn zu geringeren Einkünften sind mit dem Siegel "Schwarzarbeit" bedroht. Natürlich dient das auch dem Schutz der Arbeitnehmer. Aber langsam frage ich mich, ob in Deutschland nicht so langsam eine ganze Menge Menschen zu Tode oder in Hartz IV geschützt werden.
Und die bestehenden finanziellen Verpflichtungen die meines Erachtens das Monopol begünstigen, werden vermutlich dazu führen, dass es auch bei der Gebäudereinigung bald keine freien Stellen mehr gibt oder man mindestens Abitur haben muss, wenn nicht gar einen akademischen Abschluss.
Dazu kommt der Effekt, dass sich besonderer Fleiss im Niedriglohnsektor nicht auszahlt, wenn man verheiratet ist. Kaum überschreitet man die Grenze zum Hungerlohn, bekommt Mann oder Frau es wieder abgeknöpft.
Und ein mit Sicherheit gewollter Effekt des Mindestlohns ist der Gewinn einer Definition von Schwarzarbeit. Ähnliche Tätigkeiten einer Branche mit Mindestlohn zu geringeren Einkünften sind mit dem Siegel "Schwarzarbeit" bedroht. Natürlich dient das auch dem Schutz der Arbeitnehmer. Aber langsam frage ich mich, ob in Deutschland nicht so langsam eine ganze Menge Menschen zu Tode oder in Hartz IV geschützt werden.
Und die bestehenden finanziellen Verpflichtungen die meines Erachtens das Monopol begünstigen, werden vermutlich dazu führen, dass es auch bei der Gebäudereinigung bald keine freien Stellen mehr gibt oder man mindestens Abitur haben muss, wenn nicht gar einen akademischen Abschluss.
Dazu kommt der Effekt, dass sich besonderer Fleiss im Niedriglohnsektor nicht auszahlt, wenn man verheiratet ist. Kaum überschreitet man die Grenze zum Hungerlohn, bekommt Mann oder Frau es wieder abgeknöpft.
Und ein mit Sicherheit gewollter Effekt des Mindestlohns ist der Gewinn einer Definition von Schwarzarbeit. Ähnliche Tätigkeiten einer Branche mit Mindestlohn zu geringeren Einkünften sind mit dem Siegel "Schwarzarbeit" bedroht. Natürlich dient das auch dem Schutz der Arbeitnehmer. Aber langsam frage ich mich, ob in Deutschland nicht so langsam eine ganze Menge Menschen zu Tode oder in Hartz IV geschützt werden.
Und die bestehenden finanziellen Verpflichtungen die meines Erachtens das Monopol begünstigen, werden vermutlich dazu führen, dass es auch bei der Gebäudereinigung bald keine freien Stellen mehr gibt oder man mindestens Abitur haben muss, wenn nicht gar einen akademischen Abschluss.
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