Italien Fauler Zauber
Venedig verkommt zur Fassade. 22 Millionen Touristen pro Jahr vertreiben die Einwohner aus ihrer Stadt. Den Bürgermeister schert das wenig. Hilferuf einer Einheimischen.
Reiseleiterin: Do you know Venice?
Touristen (einstimmig): No.
Reiseleiterin: Venice is an island.
Touristen: Oh!
Reiseleiterin: No cars.
Touristen (erschrocken): No cars?
Reiseleiterin: Only boats.
Touristen: Only boats?
Reiseleiterin: Just walking.
Touristen: Oh God!
Wenn man in Venedig lebt, gibt es wenige Dinge, mit denen man sich unbeliebter machen kann als damit, Touristen als Touristen zu schmähen. In Venedig zu wohnen wird als ein so unerhörtes Privileg betrachtet, dass sich jede Klage darüber verbietet.
Und in der Tat betrachte ich noch nach 20 Jahren das Leben hier mit Demut. So ging es mir auch heute früh, als ich schon um sieben Uhr das Haus verließ: Da gehörte die Stadt noch sich selbst, das Pflaster glänzte feucht, und die Tauben saßen als schwarze Federkugeln im Gesims der Arkaden, wo sie von der Wiedereinführung des Taubenfutters am Markusplatz träumten. In der Calle della Mandola räumte mein mürrischer Gemüsehändler seine Obstkisten in das Geschäft, ohne einen Blick auf den Himmel zu verschwenden, der sich rosafarben über die Palazzi wölbte. Die Straßenfeger kratzten mit ihren Reisigbesen über die Marmorplatten, und ein paar Hundebesitzer fielen verschlafen aus der Haustür und liefen mit Zeitungspapier in der Hand hinter ihren Hunden her. Über den Campo Manin, wo noch kein einziger Tourist sein mitgebrachtes Brot auf den Stufen vorm Denkmal des venezianischen Revolutionärs verspeiste, spazierte hoheitsvoll eine Möwe.
Als die Sonne aufging, tauchte sie den Campo, die Straßenfeger und die Marmorbögen der Palazzi in ein unwirkliches Licht, ein goldenes Glühen, in dem die Wolken verdampften, ein Anblick, der fast zu groß war für meine kleine, ungläubige Seele. Und dann kam ich mit meinen Zeitungen nach Hause und musste hören, wie Horch, was kommt von draußen rein, hollahi, hollaho in unsere Wohnung schwappte. Wird wohl mein Feinsliebchen sein, hollahi jaho .
Bis heute Morgen glaubte ich mich einigermaßen gefestigt, was das Liedgut der Gondelfahrer betrifft. Auf unserem Kanal wird von morgens um neun bis abends um elf gesungen und geschunkelt – nicht nur zu Ciao-Venezia-ciao-ciao-ciao , sondern auch zu Hava Nagila oder zu New York, New York . Aber Horch, was kommt von draußen rein hatte ich noch nie gehört. Was auch daran liegen mag, dass die Deutschen bei den Gondelserenaden etwas unterrepräsentiert sind. Ich schloss das Fenster und setzte mich wieder an meinen Schreibtisch. Worin ein eindeutiges Zeichen der Resignation zu sehen ist: In den ersten Jahren in Venedig habe ich mich damit verausgabt, Wasser auf die Sänger der Gondelserenaden zu schütten. Damals konnte ich auch noch auf die Unterstützung des Conte Marcello zählen, der am selben Kanal wohnt und ebenfalls Wasser hinunterkippte. Regelmäßig rief er das Ordnungsamt an, um sich zu beschweren. Doch inzwischen hat er aufgegeben. Die Frau des Kunsthändlers gegenüber brachte es sogar fertig, kalte Spaghetti auf die Gondelserenadensänger zu werfen. Aber nach ihrem Tod hat der Sohn die Wohnung an Touristen vermietet, und die Touristen stehen am Fenster und winken den Gondelinsassen freundlich zu. An unserem Kanal wohnt fast niemand mehr, das gegenüberliegende Kino hat sich in eine Lounge verwandelt, das benachbarte Anwaltsbüro in eine Locanda, die Kirche am Campo San Fantin wurde mangels Gemeinde geschlossen.
Unweit der Rialtobrücke, am Campo San Bartolomeo, blinken im Fenster der Apotheke Morelli Ziffern auf einer Anzeigetafel. In Hongkong zählte man die letzten Tage als britische Kronkolonie, in Venedig zählt man die letzten Venezianer. Heute morgen waren es noch 60007. Während ich in meinen Reportagen das Verschwinden der Venezianer ebenso folgenlos wie starrköpfig beklagte, verdreifachte sich die Zahl der Touristen. Im letzten Jahrzehnt stieg sie von sieben Millionen auf 22 Millionen. Die Bevölkerung der Stadt hat sich in den letzten 40 Jahren jedoch halbiert. Auf einen wehrlosen Venezianer kommen also 366 sich nach Venedig verzehrende Touristen. Mein Käsehändler verkauft jetzt Eis, der Fleischer Muranoglas, der Buchhändler am Campo San Luca ist auf kunstgewerbliche Töpferwaren umgestiegen. Der Conte Marcello, die Frau des Kunsthändlers und ich, wir waren Widerstandskämpfer. Aber wir haben unsere Schlacht verloren.
Dabei ist das Problem des dramatischen Einwohnerschwunds längst zum öffentlichen Thema geworden. Gerade wurde am Markusplatz die Ausstellung Migropolis eröffnet, die das Missverhältnis zwischen innerstädtischer Bevölkerung und dem Zustrom von Touristen ausleuchtet. Regelmäßig berichtet die Repubblica über das Aussterben der Venezianer, zuletzt berechnete sie, dass es spätestens im Jahr 2030 keine Einheimischen mehr geben würde. So Gott will, würde ich das noch erleben. Aber wo? Der Venezianer an meiner Seite betrachtet bereits einen Nachmittag auf dem Festland in Mestre als Schicksalsschlag. Wenn er kein Wasser sieht, wird er krank.
Massimo Cacciari, der Bürgermeister von Venedig, hat für solche Empfindsamkeiten nichts übrig. Stattdessen verkündete er, dass die Venezianer damit aufhören sollten, sich selbst zu beweinen. Vielmehr sollten sie versuchen, aus der touristischen Monokultur auszusteigen. Es liege in ihrer Hand, den Dienstleistungssektor nach eigenem Bedarf auszubauen. Der habe bisher leider nicht den Platz jener Unternehmen eingenommen, die Venedig verlassen haben. So sei der Druck des Tourismus unerträglich geworden. Eine zynische Behauptung aus dem Munde eines linksliberalen Philosophen, der die Stadt mit Unterbrechungen seit dem Jahr 1993 regiert.
Denn immerhin geschah es während seiner Amtszeit, dass die Verordnung zum »Umbau von Wohnungen in hotelgewerblicher Absicht« erlassen wurde. Allein in den letzten Jahren wurden 706 neue Lizenzen vergeben. Während der Amtszeit von Massimo Cacciari wurde die Stucky-Mühle, eine ehemalige Kornmühle am Canale della Giudecca und immerhin Venedigs bedeutendstes Industriedenkmal, an den römischen Bauunternehmer Gaetano Caltagirone verkauft. Neue Wohnungen für Venezianer sollten dort entstehen. Tatsächlich wurde die Stucky-Mühle jedoch zu einer Luxushotelanlage samt angeschlossenem Kongresszentrum umgebaut.
Die Benetton-Gruppe kaufte das neben dem Bahnhof Santa Lucia liegende Eisenbahngebäude, in das demnächst ein großes Einkaufszentrum einziehen soll. Und damit der Strom der Touristen direkt vom Bahnhof in die Ladenpassagen fließen kann, beauftragte die Stadt den spanischen Stararchitekten Santiago Calatrava mit dem Bau einer Brücke. Mehr als elf Millionen Euro hat die Konstruktion bisher verschlungen und heftige Kritik ausgelöst.
Zum Ärger vieler Venezianer und der lokalen Künstler, die vergeblich nach Ausstellungsräumen suchen, wurde der Palazzo Grassi an den französischen Multimilliardär François Pinault verkauft. Er präsentiert dort seine Kunstsammlung und konnte sich an der Punta della Dogana auch noch ein zweites Privatmuseum schaffen. Die Stadt überließ dem Franzosen das ehemalige Zolllager aus dem 17. Jahrhundert für 30 Jahre kostenlos. Im Gegenzug übernahm er die Renovierungskosten: 20 Millionen Euro, wie es heißt. Was eine Monatsmiete von rund 56000 Euro macht. So viel müssen bereits manche Venezianer als Pacht für ein Restaurant bezahlen. Und weil es so schön ist, wurde dem Multimilliardär auch noch eine Vaporetto-Haltestelle geschenkt: Die Linie zwei hält nun auch an der François Pinault Foundation – was die Arbeiter des venezianischen Rialtomarkts erbitterte, die für ihre Haltestelle 20 Jahre lang kämpfen mussten.
Ach, die Venezianer. Manchen sterben sie gar nicht schnell genug aus. Wenn man Massimo Cacciari nach dem Schicksal der Venezianer fragt, dann muss man damit rechnen, dass er einen Wutanfall bekommt. Als ich beim letzten Besuch in seinem Büro wissen wollte, warum es nicht möglich sei, in jedem Stadtviertel eine gewisse Grundversorgung mit Lebensmittelläden zu garantieren, da war er kurz davor, einen Stuhl aus dem Fenster zu werfen. Der Philosoph Cacciari begreift die Welt als großes Ganzes. Die Antwort auf die kleinen Fragen, warum es zum Beispiel in Dorsoduro keine Gemüseläden gibt, liefert er nicht. Er verweist auf die Marktwirtschaft und das freie Spiel der Kräfte. Angeblich sei anderen Innenstädten das gleiche Schicksal wie dem aussterbenden Venedig beschieden. Nur mit dem Unterschied, sagte ich, dass man sich in Venedig, anders als in Florenz, nicht ins Auto setzen kann, um sich ein Brot oder einen Liter Milch zu kaufen.
Am Ende unseres Gesprächs wollte ich mich jedoch um Ausgleich bemühen. Jeder hat seine guten Seiten. Auch Cacciari. Ich gab ihm Gelegenheit, sich als Retter darzustellen, und erkundigte mich nach dem Schicksal des Fondaco dei Tedeschi, der einstigen deutschen Handelsniederlassung, in der sich die venezianische Hauptpost befindet. In Venedig kursierten bereits Gerüchte darüber, dass sich die Benettons für den Fondaco interessierten. Cacciari legte seine Denkerstirn in Falten und sagte, dass er alles in seiner Macht Stehende tun wollte, um die Hauptpost als Gebäude der öffentlichen Hand zu erhalten. Dann schob er mich aus seinem Büro.
Und jetzt ist der Fondaco dei Tedeschi an die Benetton-Gruppe verkauft worden. Wie es heißt, werde er in eine Luxus-Residence samt zugehörigem Einkaufszentrum verwandelt. Für die Gestaltung habe man den niederländischen Architekten Rem Koolhaas gewinnen können.
Die Einzigen, die sich noch öffentlich über so eine Kungelei empören, sind die 40xVenezia: Aus einem Freundeskreis 40-jähriger Venezianer entstand eine Bürgerinitiative, vulgo ein social network, eine private Vereinigung, die sich zumindest nicht vorwerfen lassen möchte, zum Niedergang von Venedig geschwiegen zu haben.
»Alle reden hier davon, den Touristenfluss zu dezentralisieren, um den Markusplatz zu entlasten«, sagt Chiara Barbieri, die Sprecherin der Initiative. Dabei gehe es eigentlich darum, den Gedankenfluss zu ordnen. Als ich die schöne 40-Jährige, die aussieht, als sei sie einer Erzählung von Giorgio Bassani entstiegen, zum ersten Mal auf dem Campo San Barnabà traf, erkannten wir uns sofort: Venezianer identifiziert man anhand ihres zielstrebigen Gangs und daran, dass sie weder Mineralwasserflaschen noch Fotoapparate in der Hand halten. Dass sie keine Badelatschen tragen, sondern Lederschuhe. Stoffhosen statt Bermudas. Jacketts statt Muscle-Shirts.
Die 40xVenezia waren die Einzigen, die Cacciaris Marktwirtschaftstheorie zurechtrückten und öffentlich darauf verwiesen, dass die Stadt bei jedem Verkauf eines Gebäudes ein Einspruchsrecht hat: So hätte der Bürgermeister sehr wohl darauf beharren können, dass ein Teil des Fondaco dei Tedeschi weiterhin als Post benutzt wird. Zusammen mit Umweltschützern protestierte die Bürgerinitiative gegen die Kreuzfahrtschiffe mit ihren 1,2 Millionen Touristen pro Jahr. Die Luxusliner belasten Venedig nicht nur mit Feinstaub und Dioxin, sondern lösen auch enorme Wasserbewegungen aus und bringen durch die ständig laufenden Motoren ganze Stadtviertel zum Zittern. Trotzdem beabsichtigt die Stadtverwaltung, den Hafen ausbauen zu lassen. Ein neues Kreuzfahrtterminal ist geplant.
Venedig ist eine Nutte, sagt mein Freund Alberto, eine ganz billige Nutte! Alberto ist Fischer, ein Fischer, der Kafka und Dostojewskij liest und der einen Hang zu klaren Worten hat. Als ich das letzte Mal mit ihm in der Lagune unterwegs war, hat er mir die Baustelle der Hochwasserschleuse Mose gezeigt, die Venedig vor steigenden Pegelständen schützen soll und vor den Wassermassen, die moderne Kreuzfahrtschiffe in die Kanäle drängen. Doch Alberto hat mir erklärt, wie sich bereits jetzt, nach den ersten Bauarbeiten, die Strömungsverhältnisse in der Lagune geändert haben. Da, wo die Schleuse entstehen soll, wurde der Grund von neun auf 27 Meter ausgebaggert, seitdem schießt das Meer ungebremst in die Lagune – und mit ihm kommen die Ausflugsboote von den Adriastränden, die Tausende von Tagestouristen in die Stadt bringen. Sie rasten an uns vorbei, brachten Albertos Boot fast zum Kentern, und Alberto schrie in die Bugwellen: »Das Geld hat sie alle verrückt gemacht!« Aber man konnte ihn nicht hören, obwohl seine Stimme eigentlich gewaltig ist.
Wir legten kurz in Sant’Erasmo an, wo ein tätowierter Barmann in der Bar Tedeschi singenden Säufern Prosecco serviert, seit 1946, wie das Schild über der Tür verrät. Vor dem schmalen Strand, der nur bei Ebbe sichtbar ist, ankerten Boote mit Venezianern. Frauen mit riesigen Büstenhaltern sonnten sich auf dem Deck, während ihre Männer auf den Sandbänken nach Venusmuscheln suchten.
Als es dämmerte, fuhren wir zurück in die Stadt. Alberto war für seine Verhältnisse recht schweigsam. Wir kamen am Ufer unweit des Dogenpalastes vorbei, Venedig sah aus wie ein überfülltes Floß. Die Tagestouristen strömten zu den Ausflugsbooten zurück. Ein Riesenplakat an der Seufzerbrücke warb für Chopard, über das Baugerüst des Dogenpalastes zog sich eine Werbefläche, auf der eine Frau mit Diamantencollier abgebildet war. Und gegenüber, an der Seite der Biblioteca Marciana, wölbte sich ein Hintern für die Guess-Werbung. Mit den Reklameeinnahmen will die Stadtverwaltung die Sanierung verfallener Fassaden finanzieren. »Ist dies das Ende?«, fragte ich Alberto. »Oder kommt alles ganz anders?« Schließlich hat Venedig bereits die napoleonische Eroberung und die österreichische Besatzung überlebt. Warum nicht auch ein paar fehlgeleitete Stadtplaner und einen selbstherrlichen Bürgermeister?
Alberto schwieg.
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- Datum 21.10.2009 - 15:46 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 22.10.2009 Nr. 44
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Vielleicht wäre ja das Model "Sylt" (das mittlerweile Dank größerer Hotels einen Wandel widerfährt) etwas für Venedig: Einfach die Preise für die Einreise erhöhen! Ein teures Zugticket lässt dann nicht jeden auf die Insel bzw. reguliert: Lässt die Muskelshirt-Touris draußen, die eh nichts kaufen und nur tagsüber bleiben, und macht Venedig mit kaufkräftigen Touristen zu einem mondänen Hot Spot, der eigene Reize entfaltet.
Ja ich weiß, Selektion nach Geldbeutel, aber nützt sonst gegen den Massentourismus? Stellen sie sich die Insel Sylt vor, wenn jeder dort, am besten mit dem PKW, einfach ohne Gebühren über den Damm fahren könnte, da ginge nichts mehr und die jetzt schon einfallenden Tagestouristen würden mit ihren Rucksäcken nur noch MCDonalds überfallen...
Ich denke Venedig sollte wieder das Kulturpublikum ansprechen, das weiß, dass es eine autofreie Insel ist....
Ihr Kommentar legt nahe, dass Luxustourismus nicht schädlich ist für gegebene Strukturen. ABER der Artikel thematisiert aus meiner Sicht zweierlei: a) die Überflutung mit Touristen, die Venedig nicht verkraftet und b) eine Politik des Ausverkaufs und der ungehemmten "bedarfsgerechten" Stilisierung zum Konsumprodukt, auf Kosten gewachsener historischer Strukturen. Zu b) möchte ich Folgendes sagen: jede Stadt braucht Entwicklung, die Frage ist aber, wie erhält man die Identität einer Stadt und wie entwickelt man sie nachhaltig und ökologisch. Ich lebe selbst in einer Stadt in Südeuropa, die eine ähnliche Entwicklung durchleidet, nicht nur aufgrund der Touristen, die man bedienen will, sondern weil das Alte und Historische gering geschätzt wird, auch wirtschaftlich gesehen. Was bringt mehr Geld: ein riesiges Shoppingcenter oder ein paar kleine Handwerker und Gemüseläden? Auch in meiner Stadt verschwindet ein Großteil lokaler Kultur in rasantem Tempo. Investiert wird überwiegend in Luxuswohnungen, und Luxushotel um Luxushotel entsteht - alles wird schick und aufpoliert (und verflacht!). Die Stadt verliert zunehmend ihre Konturen und ihre Persönlichkeit. Es gibt sie noch, aber es wird eifrig daran gearbeitet, sie zum Verschwinden zu bringen. Das Phänomen, das Petra Reski beschreibt, ist in Venedig vielleicht besonders deutlich sichtbar, bedroht aber eine Vielzahl von Städten.
Die ganze Welt geht zugrunde.
Was genau beklagt denn dieses allochthone Fossil namens Petra Reski?
Dass Casanova nicht mehr kommt, um ihr die Aufwartung zu machen?
Sie nicht mehr ungestört in „Venetian Style“ von der Calatrava pinkeln kann?
Zeitgenössische Welt-Kunst und deren offenherzige und immens großzügige Förderer, die sie nicht mehr versteht, an den sublokalen Pranger zu stellen?
Es ist in diesem Kontext so billig, die Millionen zahlender Gäste (wozu auch ich seit Jahrenden gehöre) pauschal als „Sargnägel“ Venedigs zu denunzieren. In Wirklichkeit sind wir es (und sicher auch die ernsthafte und ehrenwerte Amtsführung von Bürgermeister Prof. Massimo Cacciari), die Venedig Vision und Arbeit und (globalisierten!) Sinn geben.
Wie bei uns jezze in Hamburg – „Gänge-Viertel wird platt-gemacht“, ein Lamento untergehender Kultur. Nein – ein sich metamorphosierendes Quartier! Ewig gestrige Latifundien-Verteidiger (wie z.B. die unsägliche Petra Reski ) im Gegensatz zu einer sich öffnenden und lernenden und Pluralen Gemeinschaft.
Petra Reski - Go Home! Weil: Venedig muss eine Zukunft haben! Importierte Bedenkenträger: IHR seid faul(ig) – nicht der Zauber Venedigs…
Weil es Menschen gibt die abseits von Dummheit und Konsum leben möchten? Ist das so schlimm?
Ich verstehe vielleicht. Leute wie Sie produzieren und alle anderen sollen froh sein, konsumieren und keine Fragen stellen. Wünschen Sie sich die Welt wirklich auf solch einem tiefen Niveau? Und, ist es Ihr höchstes Glück, an sich selbst zu fummeln, geistig oder körperlich?
natürlich nicht den Grund Ihres heraufbeschworenen Scherbengerichts. Dass Sie sachlich keine Nuance außer dem Erkenntnisgewinn bezüglich physiologischer Usancen beitragen, läßt allerdings einiges vermuten.
Nicht umsonst sagt man: "Gatta ci cova", da brütet wer was aus. Cova eben.
Weil es Menschen gibt die abseits von Dummheit und Konsum leben möchten? Ist das so schlimm?
Ich verstehe vielleicht. Leute wie Sie produzieren und alle anderen sollen froh sein, konsumieren und keine Fragen stellen. Wünschen Sie sich die Welt wirklich auf solch einem tiefen Niveau? Und, ist es Ihr höchstes Glück, an sich selbst zu fummeln, geistig oder körperlich?
natürlich nicht den Grund Ihres heraufbeschworenen Scherbengerichts. Dass Sie sachlich keine Nuance außer dem Erkenntnisgewinn bezüglich physiologischer Usancen beitragen, läßt allerdings einiges vermuten.
Nicht umsonst sagt man: "Gatta ci cova", da brütet wer was aus. Cova eben.
Weil es Menschen gibt die abseits von Dummheit und Konsum leben möchten? Ist das so schlimm?
Ich verstehe vielleicht. Leute wie Sie produzieren und alle anderen sollen froh sein, konsumieren und keine Fragen stellen. Wünschen Sie sich die Welt wirklich auf solch einem tiefen Niveau? Und, ist es Ihr höchstes Glück, an sich selbst zu fummeln, geistig oder körperlich?
teilt das Schicksal vieler Touristenpole, in Europa etwa Mont Saint Michel, der schon lange mehr einen Trampelpfad denn Pilgerweg zum Kloster hinauf hat oder Rothenburg ob der Tauber, das Freilichtmuseum par excellence. Solch eine Entwicklung ist weder Schicksalsschlag noch Verantwortung einer einzelnen Person. Immerhin regiert nicht der Bürgermeister, sondern der Consiglio comunale, mithin der Stadtrat. Cacciari war auch nicht nur kurzzeitig vom Amt abwesend, wie der Artikel anklingen lässt, sondern er bekleidete es von 1993 bis 2000, sodann wieder seit 2005. In seiner Abwesenheit fielen einige der Entscheidungen, die im Artikel kritisiert werden. Das Projekt Mosè, vergleichbar mit dem überaus erfolgreichen Rotterdamer Maeslant-Flutwehr, ist zudem eines der italienischen Regierung, der Entscheidung des Gemeinderates längst entzogen.
Venedig hat, wie andere Touristenattraktionen (Rom, Florenz, Pisa) in Italien seine ruhigen Ecken. Dorthin Gemüseläden per Ordre Mufti herbei zu sehnen, ist eine etwas bizarre Wunschvorstellung. Viel gravierender ist, dass die Stadt für junge Menschen, insbesondere junge Familien einfach mehr kein lebensfähiges Pflaster mehr ist. Erschwingliche Wohnungen, Freiräume für Kinder, schulische Infrastruktur sind der wahre Nährboden auf dem Bevölkerung wächst, nicht dieses seltsam schwiemelnd Nostalgische nach heiler Welt. Ästhetisch lebt Venedig da eher vom Morbiden, bei Luchino Visconti angefangen und bei der Kulturkatastrophe La Fenice aufgehört.
natürlich nicht den Grund Ihres heraufbeschworenen Scherbengerichts. Dass Sie sachlich keine Nuance außer dem Erkenntnisgewinn bezüglich physiologischer Usancen beitragen, läßt allerdings einiges vermuten.
Nicht umsonst sagt man: "Gatta ci cova", da brütet wer was aus. Cova eben.
Bravissimo Signora Reski!
Venedig soll bleiben was es immer war: ein abschreckendes
Beispiel für den Rest der Welt.
Als beeindruckendes Exempel dafür, wie es einer Minderheit
gelingt die Mehrheit zu ver[...]!
[entfernt. Bitte bedienen Sie sich einer gemäßigteren Wortwahl. Danke. Die Redaktion/vv]
Die Nobili von heute, die Commercianti, Gastrononen,
Hoteliers, Taxifahrer und Gondolieri leben prächtig vom
vom Kondolenzbesuch der Millionen die Abschied nehmen von der Leiche Venedig und engagieren Klageweiber, wie Sie gentilissima Sig.ra,
sobald Gefahr besteht, dass die Situation sich ändert.
Also auf Reede mit den fremden Hotelrestaurants der Kreuzfahrt
Schiffe. Wir booten und nehmen die Reisenden aus, so wie wir es immer gemacht haben. In die Bleikammern wer daran rüttelt.
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