Roger Willemsen fragt "Ich bin total ballverliebt"
Seilspringen und Fangen waren nie ihr Ding. Lira Bajramaj ist gläubige Muslima, in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft und bezeichnet sich selbst als "Tusse".
© dpa - Bildfunk

Lernte Fußballspielen mit den Jungs auf der Straße: Fatmire "Lira" Bajramaj
ZEIT Magazin: Sie haben anfangs heimlich Fußball gespielt?
Lira Bajramaj: Damals hat sich kein Mann für Frauenfußball interessiert. Mein Papa fand, das ist nichts für Mädchen, und hat es mir nicht erlaubt. Da hab ich es halt heimlich gemacht.
ZEIT Magazin: Wie im Film "Kick it like Beckham"!
Bajramaj: Genau! Den habe ich schon so, so oft gesehen. Das ist wie meine Geschichte.
ZEIT Magazin: Wann wurden Sie richtig gut?
Bajramaj: Das war mit 14, 15. Mit 16 kamen die ersten Anrufe aus der Bundesliga.
ZEIT Magazin: Und woran merkt man selbst, dass man gut ist?
Bajramaj: Daran, dass die anderen sagen: Wir brauchen dich. Am Anfang fand ich das ganz unglaubwürdig. Warum gerade mich?
ZEIT Magazin: Aber Sie haben gedacht: Der Ball mag mich?
Bajramaj: Der Ball mag mich immer. Ich bin total ballverliebt. Ich halte den Ball immer gerne ein bisschen länger als die anderen.
ZEIT Magazin: Und woher haben Sie die Technik?
Bajramaj: Ich bin eine Straßenfußballerin, hab mit Jungs gespielt. Die haben gesagt: Guck mal, ich kann jetzt den Ronaldinho-Trick, den Zidane-Trick... Irgendwann konnte ich meinen ersten Trick. Wir haben auf einem ganz kleinen Feld gespielt. Da lernt man die Technik.
ZEIT Magazin: Und keiner fand Sie zu hübsch für eine Straßenfußballerin?
Bajramaj: Seilchenspringen und Fangen war nicht mein Ding. Ich bin mit Jungs aufgewachsen und wollte sein wie sie. Fußballspielen war cool.
ZEIT Magazin: Und wann wurde aus der Straßenfußballerin die Tusse – wie Sie selbst sich nennen?
Bajramaj: Mit 17, 18, als ich die Stars im Fernsehen sah. Plötzlich begann ich, mich für Styling zu interessieren. Ich würde gern ein Kosmetikstudio aufmachen.
ZEIT Magazin: Immerhin haben Sie in Stöckelschuhen auf die Torwand geschossen...
Bajramaj: ...und hatte das Glück, zweimal zu treffen.
ZEIT Magazin: Hätten Sie Ihre Karriere auch mit Kopftuch gemacht?
Bajramaj: Das hätte mein Vater nicht gewollt, und ich kann’s mir auch nicht vorstellen.
- Datum 23.10.2009 - 09:37 Uhr
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- Serie Roger Willemsen fragt
- Quelle ZEITmagazin Nr. 44, 22.10.2009
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als Vorbild für integrationsunwillige Muslime hinstellen und dann aber mit seiner Tätowierung prahlen...Ist so wie dass man sich als gläubigen Christen zu bezeichnen dann aber jedes Wochenende ins Bordell zu gehen oder sowas ähnliches.
Ich kann mir schon vorstellen, dass das positiv rüberkommt. Ist der Koran gegen Tätowierungen? Das hat wohl weniger mit Glauben zu tun als mit der Familienhierarchie. Die Bibel ist gegen Tätowierungen, zumindest im alten Testament. Was sagen die Juden dazu?
Das behauptet sie doch nirgends. Wie kann man so etwas da hinein interpretieren? Aber gut, dass Sie Ihren Senf dazu gegeben haben.
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entwickelt Sich dieses Forum auch schon in diese Richtung.
Aber gut. Suchen Sie mal unter 3. Mose in den Gesetzen
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