Studieren in Ostdeutschland "Diese Städte, abenteuerlich!"
Zwei fiktive Chinesen, "Gang und Dong", bereisen in der Marketingkampagne "Studieren in Fernost" ostdeutsche Unis. Ihre Darsteller erzählen was sie im Osten erlebt haben
DIE ZEIT: Im Internet kursieren Filmchen, in denen Sie als asiatische Reporter ostdeutsche Hochschulen entdecken. Mal schrumpfen Sie sich dabei aus Versehen klein, mal führen Sie ein Tanz-Battle auf. Haben Ihnen diese durchgeknallten Ideen gleich gefallen?
Aaron Le: Ich muss zugeben, anfangs dachte ich: Oh Gott, das ist ja total verrückt. Und dann die Städte, wo wir drehen würden, abenteuerlich! Da war ich schließlich noch nie gewesen.
ZEIT: Die Filme über die Unis sind Teil der Werbekampagne, die mehr Abiturienten nach Ostdeutschland locken will. Verstehen Sie, warum das so schwierig ist?
Mano Hiroki: Bei den Dreharbeiten habe ich wenige Läden und Clubs gesehen. Vielleicht denken manche, dort sei weniger los.
Le: Vieles sind aber auch Vorurteile. Deshalb finde ich die Kampagne gut. Sicherlich: Wer aus einer Großstadt wie Köln oder Stuttgart kommt, den zieht es nicht unbedingt in eine ostdeutsche Kleinstadt. Aber es gibt ja noch Dresden oder Leipzig.
ZEIT: Was wussten Sie denn vorher von Ostdeutschland?
Le: Ich kannte nur Ostberlin. Leipzig, Magdeburg, Stralsund – davon hatte ich nur gehört. Ich hatte die üblichen Vorurteile im Kopf. Meine Eltern sagten zum Beispiel: "Im Osten sind so viele Vietnamesen, geh da lieber nicht hin!"
ZEIT: Und, haben Sie etwas Neues gelernt?
Le: Dass die da drüben ziemlich fortschrittlich sind. Die Uni-Gebäude sind jedenfalls oft richtig toll, damit hätte ich nicht gerechnet.
ZEIT: Sie heißen in den Filmen Gang und Dong und sollen wohl Chinesen darstellen. Woher stammen Sie denn tatsächlich?
Le: Meine Eltern kommen aus Vietnam, aufgewachsen bin ich aber im Ruhrpott. Seit einigen Jahren lebe ich als Schauspieler in Berlin.
Hiroki: Ich komme aus Japan und bin Fotograf.
ZEIT: Ein Fotograf als Schauspieler?
- Datum 03.11.2009 - 12:19 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle DIE ZEIT, 29.10.2009 Nr. 45
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:








Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren