FDP Der gelbe Planet
In dieser Woche zieht die FDP nach elf Jahren Opposition wieder als Regierungspartei in den Bundestag ein. In der neuen luxuriösen Hamburger Hafencity haben 27,5 Prozent die Partei gewählt. Aber auch in Arbeiterbezirken legte sie zu. Was erwarten die neuen Wähler von den Liberalen?
© Valeska Achenbach u. Isabela Pacini für DIE ZEIT

Jürgen und Petra Knecht in ihrer Wohnung in der schicken Hamburger Hafencity. Dort haben am 27. September 27,5 Prozent FDP gewählt, wie die Knechts auch
Der Schritt über die Schwelle, sagt Petra Knecht, das sei »der Moment«. Wenn sie ihren Audi Q7 in die Tiefgarage gefahren hat, wenn der Aufzug sie in den zweiten Stock getragen hat und wenn sie schließlich, abends um sieben, auf ihren Balkon tritt und auf Hamburg schaut, auf den Hafen, dann wisse sie, dass sie sich richtig entschieden habe. Möwen schreien, Wasser gleißt, und hinter dem Kranballett über der Elbphilharmonie geht die Sonne unter. »Dazu die alten Zweimaster, die Luft«, sagt Petra Knecht, kein Autolärm, nur Ruhe.
»Nachts glaubst du, du bist in Venedig«, sagt sie. Auch wenn sie Venedig nur aus dem Fernsehen kennt.
Urlaub haben Petra Knecht und ihr Mann schon lange nicht mehr gemacht. Die Arbeit. Ihre freien Stunden verbringen sie nun auf ihrem Balkon über dem Kaiserkai. »Weinchen trinken, Leute gucken.« In einer Ecke horten sie altes Toastbrot für die Möwen. Und wenn die Touristen auf den Barkassen ihre Kameras zücken, durchfährt Petra Knecht ein wenig Stolz. »Die glauben, hier wohnen Promis. Die wollen alle hier hin.«
Hier hin, in Hamburgs neue Hafencity. Wie ein Keil liegt sie in der Elbe, eine gigantische Baustelle, auf der moderne Architektur aus einer sandigen Brache wächst, viel Glas, viel Stahl, viel Klinker. Erst 1900 Menschen wohnen hier bislang, aber jeden Monat wird ein neues Haus eingeweiht, kommen die nächsten Umzugswagen. Die Hafencity ist eine kühne stadtplanerische Vision: 12.000 Menschen sollen im neuen Überseequartier einmal leben, 40.000 hier arbeiten. Eine Stadt in der Stadt.
Bis zur Bundestagswahl war die Hafencity gesellschaftlich Terra incognita. Nun weiß man: Sie ist ein neuartiges politisches Soziotop. 27,5 Prozent haben hier FDP gewählt. Mehr noch als in den traditionellen Hochburgen in Baden-Württemberg (Grafik Seite 17). Die Hafencity ist ein kleiner gelber Planet.
Petra und Jürgen Knecht sind beide um die 50. Er ist Chemiefacharbeiter, sie Kneipenwirtin auf St.Pauli. Mit ihrer neuen Wohnung haben sie sich einen Traum erfüllt: Elb Elyseum heißt ihr Haus, sie zahlen 2900 Euro Kaltmiete für 136 Quadratmeter, zwei Plätze in der Tiefgarage inklusive. Dort unten parken ein Jaguar, viele Porsche und noch mehr Mini Cooper, die Zweitwagen der Frauen.
»Unsere Nachbarn sind Anwälte und Firmenlenker«, sagt Petra Knecht. Ein kinderloses Ehepaar aus München. Ein Professor und eine alte Dame, deren Söhne bald im Marco Polo Tower gegenüber einziehen, in die teuerste Immobilie Hamburgs. »Wir sind alle Pioniere.« Wenn der Schacht für die neue U-Bahn vorangetrieben wird, vibrieren die Fensterscheiben. Immer wieder finden Filmaufnahmen statt. Wenn ein neuer Laden eröffnet wird, essen die anderen Lachsschnittchen, und die Knechts steuern zum Bratwurststand. Manchmal werden sie gemustert, für Touristen gehalten, aber dann lachen sie und sagen: »Wir sind doch die von nebenan!«
Auch Knechts haben für die FDP gestimmt. Zwei von eineinhalb Millionen Menschen, die in diesem Herbst zur FDP gewechselt sind. Zwei, die auf den ersten Blick nicht zur FDP zu passen scheinen.
Seit April wohnen sie hier. An der vornehmen Elbchaussee wollte man sie nicht, nachdem der Vermieter gehört hatte, dass Petra Knecht auf St. Pauli arbeitet. Das alte Geld hat sie nicht reingelassen. Das neue Geld hat nicht gefragt, woher sie kommen.
In Knechts Kneipe hängen Plakate: »Make love, not Steuererklärung«
»Von der Hauptschule in die Hafencity«, sagt Petra Knecht und lacht ihr raues, kehliges Lachen. Mit 18 machte sie ihre erste Kneipe auf. Heute hat sie 18Angestellte. Im Wohnzimmer steht ein großer Flachbildfernseher, auf dem stumm ein paar Fische schwimmen. Daneben ein elektrischer Kamin. In der Sofalandschaft ein großer, künstlicher Ahorn.
Petra Knecht trägt ihre blonden Haare sorgfältig frisiert. Neben der Kneipe betreibt sie noch ein Hotel und das PJs auf der Reeperbahn. PJs steht für Petra und Jürgen. In ihren Lokalen darf man rauchen, sie hat sie mit FDP-Plakaten dekoriert: »Make love, not Steuererklärung«, »Datenfreiheit und Rock ’n’ Roll«.
Es war Anfang 2008, als die Große Koalition Petra Knecht in die Arme der FDP trieb. »Das Nichtraucherschutzgesetz«, sagt sie. »Das war zu viel.« Und die FDP die einzige Partei, die dagegen vorging. Guido Westerwelle ist seitdem Knechts Hoffnungsträger. »Man muss doch alles mal ein bisschen lockern«, sagt sie. »Die Steuern durchsichtiger machen, da blickt keiner mehr durch. Und ich seh doch den Verfall auf St. Pauli: Viele arbeiten gar nicht mehr, die Kinder gehen nicht zur Schule.«
Petra Knecht schätzt an der Hafencity, dass sie ruhig, sauber und sicher ist. Dass keiner »rumgammelt«, dass hier »Leistungsträger« wohnen, wie sie sagt. »Klar haben meine Freunde vom Kiez gemeint: Das ist doch Schickimicki.« Petra Knecht sieht das anders. In der Hafencity zu leben ist für sie Belohnung für einen entbehrungsreichen Aufstieg. Sie hat kein Problem mehr damit, sich zu ihrem Wohlstand zu bekennen. Und dorthin zu ziehen, wo alle so denken wie sie. Auf eine Insel der Starken.
Früher haben große gesellschaftliche Fragen und politische Visionen Wahlen entschieden. Westbindung, Ostpolitik, Einheit. In diesem Herbst aber haben die Deutschen individualistischer gewählt. Nach ihren eigenen Idealen. Und den eigenen Bedürfnissen. Wer sich schwach fühlt, entschied sich für den Staat und wählte links. Wer sich zu den Starken zählt, wählte FDP.
- Datum 30.10.2009 - 15:03 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 29.10.2009 Nr. 45
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wieder einmal die Chance verpasst, einen Artikel zu schreiben, der einen Aspekt des letzten Wahlausganges beleuchten könnte. Geschichten von Menschen werden in eine Form gepresst, die sie aus dem vorgefertigten, vermeintlich FDP-typischen sozial kalten Blickwinkel erscheinen lassen. Ich stehe dieser Sichtweise prinzipiell nicht einmal wirklich ablehnend gegenüber, halte aber diese ständige Wiederholung und die damit implizite Verachtung der Meinung meiner Mitbürger einer demokratischen Gesellschaft für wenig würdig.
Ich kann das alles nicht als ernsthaften Versuch einer Beschäftigung mit den Hintergründen werten, mir erscheinen diese Artikel lediglich als Varianten, die seit dem Wahlabend immer wieder das gleiche Bild zeichnen wollen. Ja, verhaltenspsychologisch ist das so: Durch ständige Wiederholung wird eine Lüge zur Wahrheit - ob sich das mit dem Berufsethos eines Journalisten verträgt muß jeder selbst entscheiden.
... mit diesem Artikel. Ich finde ihn differenziert und sehr lesenswert. Vielen Dank dafür!
... mit diesem Artikel. Ich finde ihn differenziert und sehr lesenswert. Vielen Dank dafür!
Mich beschleicht schon länger das Gefühl, dass FDP-Wählen für so manchen heißt, sich selbst zu einem Leistungsträger zu ernennen. Ein Kreuz an der richtigen Stelle ist schon Leistung genug, um sich dem besseren/stärkeren/klügeren Teil der Gesellschaft zugehörig fühlen zu können.
Mal sehen, was passsiert, wenn die Leistungen derjenigen, die die FDP eigentlich gar nicht meint, von der neuen Regierung nicht anerkannt werden.
Wetten, dass der aufgeblähte gelbe Planet FDP bei der nächsten BTW auf die Hälfte, also das Normalmaß reduziert wird.
Wenn die falschen Versprechungen Westerwelles endgültig als solche entlarvt sind, werden sich all die vermeintlichen oder gefühlten "Leistungsträger" beleidigt wieder verkrümeln.
Nicht nur auf die Hälfte werden sich die Lügen von Westerwelle reduzieren,bei der nächsten Wahl werden sich alle vernüftigen Bürger und nicht nur die "Leistungsträger" fragen wie blöd man war so eine Figur zum Außenminister zu machen.
Nicht nur auf die Hälfte werden sich die Lügen von Westerwelle reduzieren,bei der nächsten Wahl werden sich alle vernüftigen Bürger und nicht nur die "Leistungsträger" fragen wie blöd man war so eine Figur zum Außenminister zu machen.
Schön für die, die es "geschafft" haben und sich erfolgreich vom Plebs und Pöbel abgrenzen wollen und es auch können. Über kurz oder lang muss das "Reichengetto" dann wohl auch eingezäunt werden.
Schaut man sich die Meinungsbilder und Stimmungslagen genauer an, hätten wohl die meisten ebenso "links" wählen können - denn da ist vieles identisch (bis auf die eigene Knete dahinter und die Möglichkeiten, die diese ermöglicht).
Bessere Schulen wünscht sich eigentlich jeder, nur wird das halt mit der FDP sicher eher noch schlechter für die Allgemeinheit ausserhalb solcher "Reichengettos".
Die „Bildungsrepublik“ als bildungspolitische Bananenrepublik
Eines jedoch hat diese Clique mit Regierungen und vielen Abgeordneten gemein. Die wissen nicht mehr (und wollen es auch gar nicht erfahren), wie es anderen geht und diese anderen sind ihnen auch weitestgehend egal, solange bei ihnen die Kasse stimmt.
Wer keine Arbeit oder nur eine prekäre hat (wie vermutlich die armen Säue von Gärtnern und Hausmeistern bei diesem Wohlstandsverein), der ist natürlich selber Schuld an seinem Schiksal - sind ja nur 10 Mio. für die keine Arbeit mehr da ist, aber Hauptsache "ich" lebe gut und kann mir alles leisten. Aber genau das scheint die typische FDP-Klientel zu sein (mit vielen Ver(w)irrten darunter, die den 15%-Ballon aufgeblasen haben).
In 4 Jahren hat die FDP wieder normale 5% bis 8% - da bin ich mir sicher. Ansonsten Zustimmung zu 1 bis 3.
Die Leute aus der "Mitte" haben es satt immer mehr zu zahlen für immer weniger Leistung. Der exorbitante Ausbau des Sozialstaats wird schließlich von Steuergeldern bezahlt. Man arbeitet schließlich nicht für den Sozialstaat, sondern für sich und die seinen, sprich: die Familie.
Darüber hinaus sollten Sie davon Notiz nehmen, dass die FDP nicht nur von selbständigen Zahnärzten und Apothekern gewählt wurde. Oder von Leuten, die in der Hafen City wohnen. Auch viele Arbeitslose haben Gelb gewählt. Die FDP will die Republik der Chancen. Das ist ein gutes Ziel. Aber, ein jeder muss auch die Chancen nutzen.
"Eines jedoch hat diese Clique mit Regierungen und vielen Abgeordneten gemein. Die wissen nicht mehr (und wollen es auch gar nicht erfahren), wie es anderen geht und diese anderen sind ihnen auch weitestgehend egal, solange bei ihnen die Kasse stimmt."
Die typischen Vorhaltungen. Wenn der Umverteilungs-Sozialstaat so wunderbar gewirkt hätte, dann müsste ja jetzt alles plaetti sein, mit öffentlicher Beschäftigung, ALGII auf Luxusniveau, etc. Ist es aber nicht, weil das kein Mensch mehr bezahlen kann. Statt dessen wird lieber an der Infrastruktur gespart. Dies führt geradewegs in den Abgrund. Gut, dass die FDP jetzt da ist!
Die Leute aus der "Mitte" haben es satt immer mehr zu zahlen für immer weniger Leistung. Der exorbitante Ausbau des Sozialstaats wird schließlich von Steuergeldern bezahlt. Man arbeitet schließlich nicht für den Sozialstaat, sondern für sich und die seinen, sprich: die Familie.
Darüber hinaus sollten Sie davon Notiz nehmen, dass die FDP nicht nur von selbständigen Zahnärzten und Apothekern gewählt wurde. Oder von Leuten, die in der Hafen City wohnen. Auch viele Arbeitslose haben Gelb gewählt. Die FDP will die Republik der Chancen. Das ist ein gutes Ziel. Aber, ein jeder muss auch die Chancen nutzen.
"Eines jedoch hat diese Clique mit Regierungen und vielen Abgeordneten gemein. Die wissen nicht mehr (und wollen es auch gar nicht erfahren), wie es anderen geht und diese anderen sind ihnen auch weitestgehend egal, solange bei ihnen die Kasse stimmt."
Die typischen Vorhaltungen. Wenn der Umverteilungs-Sozialstaat so wunderbar gewirkt hätte, dann müsste ja jetzt alles plaetti sein, mit öffentlicher Beschäftigung, ALGII auf Luxusniveau, etc. Ist es aber nicht, weil das kein Mensch mehr bezahlen kann. Statt dessen wird lieber an der Infrastruktur gespart. Dies führt geradewegs in den Abgrund. Gut, dass die FDP jetzt da ist!
die schwarz/gelben Wähler ( auch die, die mal SPD gewählt haben) hatten und haben Angst davor, dass die Finanzkrise doch noch richtig durchschlägt und der Staat mehr für die dann steigenden Arbeitslosen ausgeben muss.
Und diese FDP- Menschen hoffen, schwarz/gelb wird dafür sorgen, dass sie möglichst wenig abgeben müssen!!
Die Leute aus der "Mitte" haben es satt immer mehr zu zahlen für immer weniger Leistung. Der exorbitante Ausbau des Sozialstaats wird schließlich von Steuergeldern bezahlt. Man arbeitet schließlich nicht für den Sozialstaat, sondern für sich und die seinen, sprich: die Familie.
Darüber hinaus sollten Sie davon Notiz nehmen, dass die FDP nicht nur von selbständigen Zahnärzten und Apothekern gewählt wurde. Oder von Leuten, die in der Hafen City wohnen. Auch viele Arbeitslose haben Gelb gewählt. Die FDP will die Republik der Chancen. Das ist ein gutes Ziel. Aber, ein jeder muss auch die Chancen nutzen.
"Eines jedoch hat diese Clique mit Regierungen und vielen Abgeordneten gemein. Die wissen nicht mehr (und wollen es auch gar nicht erfahren), wie es anderen geht und diese anderen sind ihnen auch weitestgehend egal, solange bei ihnen die Kasse stimmt."
Die typischen Vorhaltungen. Wenn der Umverteilungs-Sozialstaat so wunderbar gewirkt hätte, dann müsste ja jetzt alles plaetti sein, mit öffentlicher Beschäftigung, ALGII auf Luxusniveau, etc. Ist es aber nicht, weil das kein Mensch mehr bezahlen kann. Statt dessen wird lieber an der Infrastruktur gespart. Dies führt geradewegs in den Abgrund. Gut, dass die FDP jetzt da ist!
sollte man nie unterschlagen.
warum gibt es einen sozialstaat?
wurde dieser wirklich ausgebaut? (waere mir neu)
warum zahlt denn die "mitte" ueberhaupt verhaeltnissmaessig (zu) viel?
dann kommt man der wahrheit naeher.
im ueberigen finde ich es auch gut das die fdp jetzt da ist -
da werden viele merken das die fdp in vielen bereichen absolut keine gesamtgesellschaftlichen konzepte hat bzw diese nicht bis zu ende durchdacht sind. gut moeglich das viele fdp-waehler dies auch nicht von der partei erwarten - mir war es nach jahren der unterstuetzung einfach zu wenig.
Die typischen Vorhaltungen. Wenn der Umverteilungs-Sozialstaat so wunderbar gewirkt hätte, dann müsste ja jetzt alles plaetti sein, mit öffentlicher Beschäftigung, ALGII auf Luxusniveau, etc. Ist es aber nicht, weil das kein Mensch mehr bezahlen kann. Statt dessen wird lieber an der Infrastruktur gespart. Dies führt geradewegs in den Abgrund. Gut, dass die FDP jetzt da ist!
#7 hat es Ihnen schon vorgehalten, worum es in Wahrheit geht (und worauf es auch mir ankommt):
Das Soziale wurde eben nicht verstärkt sondern abgebaut ebenso wie die Infrastrukturen. Dafür aber gab es deftige Verschiebungen von unten, Teilen der Mitte nach ganz oben, während sich der Staat wunschgemäß massiv über Steuersenkungen bei ganz oben verarmte schon zu Kohls Zeiten und weiter bei Schröder. 160 Mrd. jährlich fehlende Steuereinnahmen (durch Steuersenkung) seit 1998 sind das eigentliche Problem ebenso wie die Verschiebung von fast 10% des BIP von unten (80% Bevölkerungsanteil) nach oben zu den 10% der Vermögendsten.
Hinzu kommen die fehlenden Steuer- und Sozialversicherungseinnahmen durch hohe Arbeitslosigkeit, Niedriglöhne und geringfügige Arbeitsverhältnisse.
Den Unmut über fehlende staatliche Leistung auf fast allen Gebieten bei gleichzeitig hoher Besteuerung unten und mittig kann ich nachvollziehen, die Gründe dafür werden aber nie angeführt.
Die Umverteilung nach ganz oben ist das eigentliche Problem, das mit der FDP noch schlimmer wird - auch wenn verwirrte Alos die wählten.
Natürlich wird die FDP die Politik nicht neu erfinden..es würde schon reichen wenn es tatsächlich ein wenig offener wird als bei Schwarz-Rot.So gut wie Alles wird davon abhängen wie gut die FDP sich
gegen den immer stärker aufkommenden Merkelismus wehren kann.Natürlich gehören Kompromisse zur Politik..doch eine Politik die ausschliesslich aus Kompromissen besteht ist irgendwann zum Scheitern verurteilt..und genau Da soll die FDP ansetzten..
sollte man nie unterschlagen.
warum gibt es einen sozialstaat?
wurde dieser wirklich ausgebaut? (waere mir neu)
warum zahlt denn die "mitte" ueberhaupt verhaeltnissmaessig (zu) viel?
dann kommt man der wahrheit naeher.
im ueberigen finde ich es auch gut das die fdp jetzt da ist -
da werden viele merken das die fdp in vielen bereichen absolut keine gesamtgesellschaftlichen konzepte hat bzw diese nicht bis zu ende durchdacht sind. gut moeglich das viele fdp-waehler dies auch nicht von der partei erwarten - mir war es nach jahren der unterstuetzung einfach zu wenig.
Die typischen Vorhaltungen. Wenn der Umverteilungs-Sozialstaat so wunderbar gewirkt hätte, dann müsste ja jetzt alles plaetti sein, mit öffentlicher Beschäftigung, ALGII auf Luxusniveau, etc. Ist es aber nicht, weil das kein Mensch mehr bezahlen kann. Statt dessen wird lieber an der Infrastruktur gespart. Dies führt geradewegs in den Abgrund. Gut, dass die FDP jetzt da ist!
#7 hat es Ihnen schon vorgehalten, worum es in Wahrheit geht (und worauf es auch mir ankommt):
Das Soziale wurde eben nicht verstärkt sondern abgebaut ebenso wie die Infrastrukturen. Dafür aber gab es deftige Verschiebungen von unten, Teilen der Mitte nach ganz oben, während sich der Staat wunschgemäß massiv über Steuersenkungen bei ganz oben verarmte schon zu Kohls Zeiten und weiter bei Schröder. 160 Mrd. jährlich fehlende Steuereinnahmen (durch Steuersenkung) seit 1998 sind das eigentliche Problem ebenso wie die Verschiebung von fast 10% des BIP von unten (80% Bevölkerungsanteil) nach oben zu den 10% der Vermögendsten.
Hinzu kommen die fehlenden Steuer- und Sozialversicherungseinnahmen durch hohe Arbeitslosigkeit, Niedriglöhne und geringfügige Arbeitsverhältnisse.
Den Unmut über fehlende staatliche Leistung auf fast allen Gebieten bei gleichzeitig hoher Besteuerung unten und mittig kann ich nachvollziehen, die Gründe dafür werden aber nie angeführt.
Die Umverteilung nach ganz oben ist das eigentliche Problem, das mit der FDP noch schlimmer wird - auch wenn verwirrte Alos die wählten.
Natürlich wird die FDP die Politik nicht neu erfinden..es würde schon reichen wenn es tatsächlich ein wenig offener wird als bei Schwarz-Rot.So gut wie Alles wird davon abhängen wie gut die FDP sich
gegen den immer stärker aufkommenden Merkelismus wehren kann.Natürlich gehören Kompromisse zur Politik..doch eine Politik die ausschliesslich aus Kompromissen besteht ist irgendwann zum Scheitern verurteilt..und genau Da soll die FDP ansetzten..
sollte man nie unterschlagen.
warum gibt es einen sozialstaat?
wurde dieser wirklich ausgebaut? (waere mir neu)
warum zahlt denn die "mitte" ueberhaupt verhaeltnissmaessig (zu) viel?
dann kommt man der wahrheit naeher.
im ueberigen finde ich es auch gut das die fdp jetzt da ist -
da werden viele merken das die fdp in vielen bereichen absolut keine gesamtgesellschaftlichen konzepte hat bzw diese nicht bis zu ende durchdacht sind. gut moeglich das viele fdp-waehler dies auch nicht von der partei erwarten - mir war es nach jahren der unterstuetzung einfach zu wenig.
Die typischen Vorhaltungen. Wenn der Umverteilungs-Sozialstaat so wunderbar gewirkt hätte, dann müsste ja jetzt alles plaetti sein, mit öffentlicher Beschäftigung, ALGII auf Luxusniveau, etc. Ist es aber nicht, weil das kein Mensch mehr bezahlen kann. Statt dessen wird lieber an der Infrastruktur gespart. Dies führt geradewegs in den Abgrund. Gut, dass die FDP jetzt da ist!
#7 hat es Ihnen schon vorgehalten, worum es in Wahrheit geht (und worauf es auch mir ankommt):
Das Soziale wurde eben nicht verstärkt sondern abgebaut ebenso wie die Infrastrukturen. Dafür aber gab es deftige Verschiebungen von unten, Teilen der Mitte nach ganz oben, während sich der Staat wunschgemäß massiv über Steuersenkungen bei ganz oben verarmte schon zu Kohls Zeiten und weiter bei Schröder. 160 Mrd. jährlich fehlende Steuereinnahmen (durch Steuersenkung) seit 1998 sind das eigentliche Problem ebenso wie die Verschiebung von fast 10% des BIP von unten (80% Bevölkerungsanteil) nach oben zu den 10% der Vermögendsten.
Hinzu kommen die fehlenden Steuer- und Sozialversicherungseinnahmen durch hohe Arbeitslosigkeit, Niedriglöhne und geringfügige Arbeitsverhältnisse.
Den Unmut über fehlende staatliche Leistung auf fast allen Gebieten bei gleichzeitig hoher Besteuerung unten und mittig kann ich nachvollziehen, die Gründe dafür werden aber nie angeführt.
Die Umverteilung nach ganz oben ist das eigentliche Problem, das mit der FDP noch schlimmer wird - auch wenn verwirrte Alos die wählten.
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