Frankfurter Schule Auf unheimlichem BodenSeite 2/2

Im Schatten der Vergangenheit: Starkult und späte Erfolge

Als öffentliche Intellektuelle bespielten die drei Rückkehrer virtuos die Medienlandschaft in der Bundesrepublik. Mann wird zum viel gefragten Publizisten, der es mit seiner monumentalen Wallenstein-Biografie auf den Titel des ZEITmagazins schafft. Häufig schreibt er für die ZEIT, so zum Rücktritt des von ihm unterstützten Willy Brandt, dem er 1971 bei dessen Friedensnobelpreis-Rede geholfen hatte. 1980 plädierte er dann überraschend für den Kanzlerkandidaten Franz Josef Strauß.

Zwar sind es Erfolgsgeschichten, die beide Ausstellungen erzählen. Doch die düsteren Erfahrungen wirken nach. »Man geht, poetisch gesprochen, auf einer Erde, auf der die Dinge ganz schön und fett wachsen; aber der Boden, das, was darunter ist, ist unheimlich«, schrieb Golo Mann 1959 in einem Brief über Deutschland. Seltsam mag es zunächst anmuten, wenn diese Herrscher der Diskurse von Außenseitergefühlen geplagt werden. Solche Empfindungen gehören jedoch mit ins Bild; bei Mann schlagen sie sich in Depressionen und Tablettenkonsum nieder. Und Adorno zieht 1967 gegenüber Horkheimer seine übertrieben bittere Bilanz: »Wir haben buchstäblich niemanden als uns selber.«

Adorno, Horkheimer und Mann verband ein kräftiger Wille zur Gegenwart – und zugleich das rumorende Wissen um die Vergangenheit. Die Anerkennung, die ihnen im Nachkriegsdeutschland so reichlich gezollt wurde, war auch ein Sieg über den Ungeist von einst. Wie viel von dem intellektuellen Starkult einer Entlastungsfunktion für die deutsche Gesellschaft gleichkam, bleibt indes schwer zu entscheiden. Die Betroffenen sahen es pragmatisch, zumal sie in Amerika niemals diese öffentliche Bedeutung erlangt hätten. »Und weil die Welt so lange Zeit überhaupt gar nichts von mir wollte, so rechne ich es instinktiv ihr immer noch an, wenn sie was von mir will«, bekannte Golo Mann 1962 gegenüber seinem einstigen Doktorvater Karl Jaspers. Die geistige Trümmerlandschaft hierzulande verschwand unterdessen nicht zuletzt durch ihre Tatkraft.

Am Ende der Lübecker Ausstellung werden zeitlebens notierte Träume Golo Manns an die Wand projiziert: Ängste, Familie, Gewaltfantasien. Gar nicht so anders lesen sich die Traumprotokolle Adornos, der beispielsweise noch kurz vor seinem Tod 1969 im Schlaf seinen Selbstmord plante. Träume zweier Geisterseher: Auch nach späten Triumphen blieben ihre Seelen gezeichnet.

»Die Frankfurter Schule und Frankfurt. Eine Rückkehr«, Jüdisches Museum Frankfurt/Main, bis 10. Jr 2010; der ausgezeichnete Begleitband ist bei Wallstein erschienen und kostet 24,90 €; »Golo Mann. Die Geschichte«, Buddenbrookhaus Lübeck, bis 22. November, ab Ende Januar 2010 im Münchner Literaturhaus

 
Leser-Kommentare
  1. 1. ...

    Sie waren Opfer der Apokalypse. Wir sollten ihre Fehler entschuldigen. Grosse Texte haben sie geschrieben. Es sind Vorbilder für Deutschland.

  2. 2.

    Die Betroffenen sahen es pragmatisch, zumal sie in Amerika niemals diese öffentliche Bedeutung erlangt hätten.

    Dies darf bei der Rueckkehr nicht ausser acht gelassen werden. EIn nicht unerhebliches Detail.
    Des Weiteren haette man schon noch mehr ueber die Ausstellungen schreiben koennen.

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    der grund für die rückkehr adornos und auch horkheimers lag wohl am ehesten in ihrer abneigung gegen die eigentümlichkeiten des amerikanischen kultur- und wissenschaftsbetriebs, gegen die 'datenklauberei' und evidenzfixierung der amerikanischen sozialforschung und den utilitarismus und 'pseudoindividualismus' der lebensführung. das beharren speziell adornos auf einem 'geisteseuropäertum', dem spekulation, 'deutung' und (negative) kritik wesentlich zugehörten, war mit dem faktenrealismus der amerikanischen sozialwissenschaften schlicht unvereinbar. seine arbeiten wurden ihrerseits gerne als 'unwissenschaftlich' oder bloß 'kommentatorisch', sein habitus als überheblichkeit eines alteuropäischen 'geistesaristokraten' abgetan. um 'öffentliche bedeutung', also darum, bloß gehört zu werden, ging es den beiden wohl weniger als darum, verstanden zu werden und ihren einsichten zu praktischer relevanz zu verhelfen. dazu ist es, wie adorno gegen ende seines lebens des öfteren resigniert feststellt, nicht gekommen. ihr werk ist selbst zum 'kulturgut' abgesunken.

    der grund für die rückkehr adornos und auch horkheimers lag wohl am ehesten in ihrer abneigung gegen die eigentümlichkeiten des amerikanischen kultur- und wissenschaftsbetriebs, gegen die 'datenklauberei' und evidenzfixierung der amerikanischen sozialforschung und den utilitarismus und 'pseudoindividualismus' der lebensführung. das beharren speziell adornos auf einem 'geisteseuropäertum', dem spekulation, 'deutung' und (negative) kritik wesentlich zugehörten, war mit dem faktenrealismus der amerikanischen sozialwissenschaften schlicht unvereinbar. seine arbeiten wurden ihrerseits gerne als 'unwissenschaftlich' oder bloß 'kommentatorisch', sein habitus als überheblichkeit eines alteuropäischen 'geistesaristokraten' abgetan. um 'öffentliche bedeutung', also darum, bloß gehört zu werden, ging es den beiden wohl weniger als darum, verstanden zu werden und ihren einsichten zu praktischer relevanz zu verhelfen. dazu ist es, wie adorno gegen ende seines lebens des öfteren resigniert feststellt, nicht gekommen. ihr werk ist selbst zum 'kulturgut' abgesunken.

  3. Sie kehrten in ihre Heimat zurück - an die Stätten ihrer Kindheit und Jugend. Sie kehrten der Fremde den Rücken und suchten ihre alten Freunde.

  4. 4. --

    der grund für die rückkehr adornos und auch horkheimers lag wohl am ehesten in ihrer abneigung gegen die eigentümlichkeiten des amerikanischen kultur- und wissenschaftsbetriebs, gegen die 'datenklauberei' und evidenzfixierung der amerikanischen sozialforschung und den utilitarismus und 'pseudoindividualismus' der lebensführung. das beharren speziell adornos auf einem 'geisteseuropäertum', dem spekulation, 'deutung' und (negative) kritik wesentlich zugehörten, war mit dem faktenrealismus der amerikanischen sozialwissenschaften schlicht unvereinbar. seine arbeiten wurden ihrerseits gerne als 'unwissenschaftlich' oder bloß 'kommentatorisch', sein habitus als überheblichkeit eines alteuropäischen 'geistesaristokraten' abgetan. um 'öffentliche bedeutung', also darum, bloß gehört zu werden, ging es den beiden wohl weniger als darum, verstanden zu werden und ihren einsichten zu praktischer relevanz zu verhelfen. dazu ist es, wie adorno gegen ende seines lebens des öfteren resigniert feststellt, nicht gekommen. ihr werk ist selbst zum 'kulturgut' abgesunken.

    Antwort auf "Kommentar Nr. 2"
  5. Daß Emigranten wie Adorno und Horkheimer ins “Land der Täter” heimkehrten, könnte nahelegen, daß “die Deutschen” von damals sich menschlich vielleicht gar nicht so wesentlich von ihren damaligen Mitmenschen unterschieden, und daß unsere Großeltern vielleicht doch keine so ungeheuerlichen Menschen waren, wie wir Nachgeborenen es uns heute manchmal so ausmalen.
    Im Frankreich der vierziger Jahre herrschte ebensowenig der Zeitgeist von 2009 wie im damaligen Deutschland, und in den USA wurden die Rassegesetze, wenn auch nicht die Nürnberger, erst in den 60er Jahren aufgehoben.
    Der Zweite Weltkrieg war eben in Wirklichkeit nicht schwarz-weiß wie der Film “Schindlers Liste”, und die Deutschen waren auch keine gesichtslose Masse von “willigen Helfern”, auch wenn manch aufgeweckte Amerikaner und Briten es gerne so hätten, sondern, nicht anders als heute auch, 80 Millionen unterschiedliche, mehr oder weniger sympathische Individuen.
    Jedenfalls halte ich es für sehr willkürlich, Golo Manns Tablettenkonsum kurzerhand, ohne ihn zu fragen, auf “die Deutschen” zurückzuführen, und die Gewaltfantasien eines Leo Löwenthal zur einzig angemessenen Haltung zu erklären.

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    die einsicht, dass die nationalsozialistischen taten ein gesellschaftsverbrechen waren, das unter - aktiver oder sanktionierender - beteiligung nahezu aller deutschen geschah, die sich im großen und ganzen buchstäblich widerstandslos in die verfolgungs- und vernichtungsunternehmung der nazis ergaben, vertraten auch horkheimer und adorno. und was ihnen die rückkehr ins land der täter und ihrer willigen komplizen bedeutete, dürfte allein für die nachzuvollziehen sein, die wie sie selbst den schrecken erfuhren und ihm entkamen. ihr unbehagen gegenüber den deutschen, das nach dem krieg v.a. in adornos schriften durchscheint, war keineswegs ein bloß affektuelles. und es entsprang nicht allein persönlichen erfahrungen, sondern speiste sich etwa auch aus den forschungsergebnissen des eigenen instituts zur psychischen/sozialcharakteristischen disposition der deutschen nachkriegsbevölkerung sowie aus objektiven tatbeständen wie der personellen kontinuität des ns in politik und wirtschaft und konkreten phänomenen wie der antisemitischen welle 1959/60. versuche der relativierung der deutschen verbrechen und der rehabiltierung der täter und ihrer unterstützerschaft sahen beide stehts im zusammenhang mit einem pathologischen schuldkopmplex und entlastungsbedürfnis.
    das eigentlich schwarz-weiße an 'schindlers liste' dürfte übr. die einseitige charakterzeichnung des grundgütigen nsdap-lers und munitionsfabrikanten sein.

    die einsicht, dass die nationalsozialistischen taten ein gesellschaftsverbrechen waren, das unter - aktiver oder sanktionierender - beteiligung nahezu aller deutschen geschah, die sich im großen und ganzen buchstäblich widerstandslos in die verfolgungs- und vernichtungsunternehmung der nazis ergaben, vertraten auch horkheimer und adorno. und was ihnen die rückkehr ins land der täter und ihrer willigen komplizen bedeutete, dürfte allein für die nachzuvollziehen sein, die wie sie selbst den schrecken erfuhren und ihm entkamen. ihr unbehagen gegenüber den deutschen, das nach dem krieg v.a. in adornos schriften durchscheint, war keineswegs ein bloß affektuelles. und es entsprang nicht allein persönlichen erfahrungen, sondern speiste sich etwa auch aus den forschungsergebnissen des eigenen instituts zur psychischen/sozialcharakteristischen disposition der deutschen nachkriegsbevölkerung sowie aus objektiven tatbeständen wie der personellen kontinuität des ns in politik und wirtschaft und konkreten phänomenen wie der antisemitischen welle 1959/60. versuche der relativierung der deutschen verbrechen und der rehabiltierung der täter und ihrer unterstützerschaft sahen beide stehts im zusammenhang mit einem pathologischen schuldkopmplex und entlastungsbedürfnis.
    das eigentlich schwarz-weiße an 'schindlers liste' dürfte übr. die einseitige charakterzeichnung des grundgütigen nsdap-lers und munitionsfabrikanten sein.

  6. die einsicht, dass die nationalsozialistischen taten ein gesellschaftsverbrechen waren, das unter - aktiver oder sanktionierender - beteiligung nahezu aller deutschen geschah, die sich im großen und ganzen buchstäblich widerstandslos in die verfolgungs- und vernichtungsunternehmung der nazis ergaben, vertraten auch horkheimer und adorno. und was ihnen die rückkehr ins land der täter und ihrer willigen komplizen bedeutete, dürfte allein für die nachzuvollziehen sein, die wie sie selbst den schrecken erfuhren und ihm entkamen. ihr unbehagen gegenüber den deutschen, das nach dem krieg v.a. in adornos schriften durchscheint, war keineswegs ein bloß affektuelles. und es entsprang nicht allein persönlichen erfahrungen, sondern speiste sich etwa auch aus den forschungsergebnissen des eigenen instituts zur psychischen/sozialcharakteristischen disposition der deutschen nachkriegsbevölkerung sowie aus objektiven tatbeständen wie der personellen kontinuität des ns in politik und wirtschaft und konkreten phänomenen wie der antisemitischen welle 1959/60. versuche der relativierung der deutschen verbrechen und der rehabiltierung der täter und ihrer unterstützerschaft sahen beide stehts im zusammenhang mit einem pathologischen schuldkopmplex und entlastungsbedürfnis.
    das eigentlich schwarz-weiße an 'schindlers liste' dürfte übr. die einseitige charakterzeichnung des grundgütigen nsdap-lers und munitionsfabrikanten sein.

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    Wenn man ganz streng ist, kann man natürlich auch den Bäcker oder Fabrikarbeiter, der, um seine Familie zu ernähren, auch nach 1933 noch seiner Arbeit nachging und damit Steuern zahlte, als willigen Helfer des nationalsozialistischen Systems betrachten.
    Fest steht, daß Hitler mit circa 33 Prozent der Wählerstimmen an die Macht gewählt wurde. Das ist zugegebenermaßen recht viel. Es bedeutet aber auch, daß, Nichtwähler mit eingerechnet, ca. 70 Prozent der Bevölkerung die Nazis NICHT gewählt haben. Einige mögen Kommunisten oder Monarchisten gewesen sein, aber eben keine Nazis. Diskutieren kann man auch darüber, ob diejenigen, die ihre Stimme der NSDAP gegeben haben, dies wirklich taten, weil sie unbedingt ihre jüdischen Mitbürger alle umbringen wollten, oder ob es vielleicht auch andere - freilich verhängnisvolle - Beweggründe gab.
    Wie schwer es für ein Volk ist, einen verhaßten Diktator loszuwerden, wenn er erst einmal fest im Sattel sitzt und genügend Profiteure ihm zuarbeiten, dafür gibt es von Milosevic bis Kim Yong-il in Nordkorea genügend Beispiele in der Weltgeschichte. Die friedliche Revolution in Ostdeutschland war auch eben nur unter Gorbatschow möglich und nicht in den 50er Jahren, als die Deutschen plötzlich Stalins willige Vollstrecker waren.

    Wenn man ganz streng ist, kann man natürlich auch den Bäcker oder Fabrikarbeiter, der, um seine Familie zu ernähren, auch nach 1933 noch seiner Arbeit nachging und damit Steuern zahlte, als willigen Helfer des nationalsozialistischen Systems betrachten.
    Fest steht, daß Hitler mit circa 33 Prozent der Wählerstimmen an die Macht gewählt wurde. Das ist zugegebenermaßen recht viel. Es bedeutet aber auch, daß, Nichtwähler mit eingerechnet, ca. 70 Prozent der Bevölkerung die Nazis NICHT gewählt haben. Einige mögen Kommunisten oder Monarchisten gewesen sein, aber eben keine Nazis. Diskutieren kann man auch darüber, ob diejenigen, die ihre Stimme der NSDAP gegeben haben, dies wirklich taten, weil sie unbedingt ihre jüdischen Mitbürger alle umbringen wollten, oder ob es vielleicht auch andere - freilich verhängnisvolle - Beweggründe gab.
    Wie schwer es für ein Volk ist, einen verhaßten Diktator loszuwerden, wenn er erst einmal fest im Sattel sitzt und genügend Profiteure ihm zuarbeiten, dafür gibt es von Milosevic bis Kim Yong-il in Nordkorea genügend Beispiele in der Weltgeschichte. Die friedliche Revolution in Ostdeutschland war auch eben nur unter Gorbatschow möglich und nicht in den 50er Jahren, als die Deutschen plötzlich Stalins willige Vollstrecker waren.

  7. Wenn man ganz streng ist, kann man natürlich auch den Bäcker oder Fabrikarbeiter, der, um seine Familie zu ernähren, auch nach 1933 noch seiner Arbeit nachging und damit Steuern zahlte, als willigen Helfer des nationalsozialistischen Systems betrachten.
    Fest steht, daß Hitler mit circa 33 Prozent der Wählerstimmen an die Macht gewählt wurde. Das ist zugegebenermaßen recht viel. Es bedeutet aber auch, daß, Nichtwähler mit eingerechnet, ca. 70 Prozent der Bevölkerung die Nazis NICHT gewählt haben. Einige mögen Kommunisten oder Monarchisten gewesen sein, aber eben keine Nazis. Diskutieren kann man auch darüber, ob diejenigen, die ihre Stimme der NSDAP gegeben haben, dies wirklich taten, weil sie unbedingt ihre jüdischen Mitbürger alle umbringen wollten, oder ob es vielleicht auch andere - freilich verhängnisvolle - Beweggründe gab.
    Wie schwer es für ein Volk ist, einen verhaßten Diktator loszuwerden, wenn er erst einmal fest im Sattel sitzt und genügend Profiteure ihm zuarbeiten, dafür gibt es von Milosevic bis Kim Yong-il in Nordkorea genügend Beispiele in der Weltgeschichte. Die friedliche Revolution in Ostdeutschland war auch eben nur unter Gorbatschow möglich und nicht in den 50er Jahren, als die Deutschen plötzlich Stalins willige Vollstrecker waren.

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    dieser selektive verweis auf die ergebnisse der nov.wahlen taucht regelmäßig dort auf, wo es um die verstrickung der deutschen bevölkerung in die nationalsozialistischen verbrechen geht. abgesehen von der tatsache, dass seinerzeit über 40% der wähler für rechtsextreme und im ganzen zwei drittel für radikale und extremistische parteien stimmten, ändert der umstand, dass "nur" 33% den unverhohlen vernichtungsantisemitischen kriegshetzer hitler wählten, nichts daran, dass sich unter den deutschen trotz terror und offener verfolgung, trotz "kristallnacht" und "entjudung", massenmord und angriffskrieg, und selbst noch im angesicht des eigenen katastrophischen niedergangs zu keinem zeitpunkt gesellschaftlicher widerstand gegen die verbrecherische ns-politik regte.
    auf dem weg zur backstube passierte Ihr treusorgender bäckermeister schon sehr bald, nachdem "ca. 70 Prozent der Bevölkerung die Nazis NICHT gewählt haben", menschen wie diese

    http://www.vulture-bookz....

    und geschäfte wie diese

    http://contradicere.files...

    und erfreute sich des kundschaftszuwachses nach bäcker kaminskis verschwinden.

    dieser selektive verweis auf die ergebnisse der nov.wahlen taucht regelmäßig dort auf, wo es um die verstrickung der deutschen bevölkerung in die nationalsozialistischen verbrechen geht. abgesehen von der tatsache, dass seinerzeit über 40% der wähler für rechtsextreme und im ganzen zwei drittel für radikale und extremistische parteien stimmten, ändert der umstand, dass "nur" 33% den unverhohlen vernichtungsantisemitischen kriegshetzer hitler wählten, nichts daran, dass sich unter den deutschen trotz terror und offener verfolgung, trotz "kristallnacht" und "entjudung", massenmord und angriffskrieg, und selbst noch im angesicht des eigenen katastrophischen niedergangs zu keinem zeitpunkt gesellschaftlicher widerstand gegen die verbrecherische ns-politik regte.
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  8. 8. wdh

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    auf dem weg zur backstube passierte Ihr treusorgender bäckermeister schon sehr bald, nachdem "ca. 70 Prozent der Bevölkerung die Nazis NICHT gewählt haben", menschen wie diese

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    Gut, lassen wir es über 40% der abgegebenen Stimmen sein, trotzdem ändert es nichts daran: die anderen 60% hat es definitiv gegeben, und es waren auch Deutsche. Und der „extremistische“ Kommunismus ist zwar nicht unbedingt kompatibel mit unserer geschätzten, aber manchmal etwas selbstgerechten Wohlstandsdemokratie, aber per se, von der Idee her, keine menschenfeindliche Ideologie. (Der Gedanke der Räterepublik ist sogar sehr demokratisch)
    Ich will ja nichts verharmlosen und auch nichts leugnen, aber das Problem liegt in der wenig hilfreichen Pauschalisierung.
    Ich glaube, wir lassen uns in dem Bild, welches wir uns heutzutage von der Nazizeit und deutschen Besatzungssoldaten machen, zu sehr von einschlägigen Hollywood-Filmen prägen. Daß die Deutschenfeindlichkeit, beispielsweise in England, heute fast stärker zu sein scheint als damals, mag daran liegen, daß die Zeitzeugen es mit real existierenden Deutschen zu tun hatten und nicht mit Stereotypen.
    Auf Ihren Links mit den Bildern zähle ich insgesamt 10 Menschen, allesamt Nazis. Das ist aber noch kein Beweis, daß die restlichen 80 Millionen auch so aussahen.
    Vielleicht hat Bäcker Müller nach Bäcker Kaminskis Verschwinden den Neukunden ja auch aus Gewissensgründen das Brot verweigert.
    Warum schreiben Sie eigentlich immer von „den Deutschen“? Gehören Sie selber nicht dazu?

    Gut, lassen wir es über 40% der abgegebenen Stimmen sein, trotzdem ändert es nichts daran: die anderen 60% hat es definitiv gegeben, und es waren auch Deutsche. Und der „extremistische“ Kommunismus ist zwar nicht unbedingt kompatibel mit unserer geschätzten, aber manchmal etwas selbstgerechten Wohlstandsdemokratie, aber per se, von der Idee her, keine menschenfeindliche Ideologie. (Der Gedanke der Räterepublik ist sogar sehr demokratisch)
    Ich will ja nichts verharmlosen und auch nichts leugnen, aber das Problem liegt in der wenig hilfreichen Pauschalisierung.
    Ich glaube, wir lassen uns in dem Bild, welches wir uns heutzutage von der Nazizeit und deutschen Besatzungssoldaten machen, zu sehr von einschlägigen Hollywood-Filmen prägen. Daß die Deutschenfeindlichkeit, beispielsweise in England, heute fast stärker zu sein scheint als damals, mag daran liegen, daß die Zeitzeugen es mit real existierenden Deutschen zu tun hatten und nicht mit Stereotypen.
    Auf Ihren Links mit den Bildern zähle ich insgesamt 10 Menschen, allesamt Nazis. Das ist aber noch kein Beweis, daß die restlichen 80 Millionen auch so aussahen.
    Vielleicht hat Bäcker Müller nach Bäcker Kaminskis Verschwinden den Neukunden ja auch aus Gewissensgründen das Brot verweigert.
    Warum schreiben Sie eigentlich immer von „den Deutschen“? Gehören Sie selber nicht dazu?

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